Buchtipp: „Sehr gerne, Mama, du Arschbombe“ (Patricia Cammarta)


Sehr gern, Mama, du Arschbombe – Bloggerin von dasnuf.de hat ein Buch geschrieben!

Wir bloggen jetzt seit ca. 9 Monaten. Natürlich lesen wir auch bei anderen Familienblogs mit und verfolgen den einen oder anderen auch relativ regelmäßig. Mit der Zeit bildet sich so eine Art Netzwerk und „man kennt sich“ untereinander. So kommt es auch, dass so viele Blogs das neue Buch von Patricia Cammarata, alias dasnuf lesen und darüber schreiben. Der Rubbelpapa wollte somit natürlich auch eine Rezension verfassen – und hat das mal schön mir überlassen! Letzte Woche kam unser Exemplar nachhause und ich habe sofort angefangen, es mit mir herumzutragen. In der Hoffnung, es bald zu lesen…

Ich versuche, zu lesen oder der Rubbelbatz, der Kinderwagen und ich

Mit Kindern ist Zeit zum Lesen scheinbar knapp bemessen. Mit einem kleinen Baby scheint es fast ein Ding der Unmöglichkeit zu sein, musste ich feststellen. Und doch sehe ich immer wieder Mütter, die mit ihren Kinderwagen auf einer Parkbank sitzen und – scheinbar – entspannt ein Buch lesen, während sie mit der anderen Hand den Kinderwagen wippen. Wäre doch gelacht, wenn ich das nicht auch könnte, dachte ich also und machte mich mit dem Rubbelbatz im Kinderwagen auf in den sonnigen Schillerpark. Dort angekommen setzte ich mich auf die erstbeste Bank.

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Der Rubbelbatz war friedlich und starrte schon seit einer gefühlten Ewigkeit wie paralysiert die kleine, nicht sehr lebensechte Giraffe in den Tiermustern seines Kinderwagens an. Ich also schön das Buch ausgepackt und fing an zu lesen. In ständiger Lauerstellung, meinen Sprössling vor der aktuellen Wespenplage zu schützen, konnte ich hier immerhin bis Seite 15 lesen (das Buch beginnt auf Seite 9), bis der Kleine sich entschied, es sei jetzt Zeit, getragen zu werden. Also Buch wieder eingepackt, den Kleinen im Kreis getragen, bis er im Halbschlaf war und weiter ging die bunte Tour.

Nach einer einstündigen Spazierfahrt und einigen weiteren Tragerunden – ich habe auf diesem Ausflug gelernt, was ich nicht für möglich gehalten hatte: man kann mit nur zwei Händen das 6,5-kg-Baby halten, den Kopf stützen, und gleichzeitig den Kinderwagen schieben – war er tief und fest eingeschlafen und ich wagte mich auf eine weitere Bank.

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Die Bank befindet sich übrigens auf einem Friedhof. Keine Minute nach meinem Eintreffen ließ sich auf der Bank links daneben ein älterer Herr nieder und starrte mich ununterbrochen lüstern lächelnd an. Unangenehm. Aber ich musste ohnehin drei Minuten später los. Denn auch wenn der Rubbelbatz nicht über den sonst bei Kindern verbreiteten Mechanismus verfügt, bei Kinderwagengeruckel einzuschlafen, so funktioniert der umgekehrte Weg ganz gut: Hört das Geruckel auf, ist er sofort wach.

Also wieder über Stock und Stein, quer durch den Park und noch einmal kurz getragen, schon schlief er wieder und ich konnte einen dritten Versuch wagen.

 

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Immerhin habe ich es hier bis Seite 30 geschafft, bevor ich dann endgültig nach Hause geflüchtet bin.

Das Buch

Dank meines OGTT (Oraler Glucose-Toleranz-Test: man muss eine Tasse Zuckerwasser trinken und dann zwei Stunden im Wartezimmer verbringen. Da der Rubbelbatz zu Hause beim Papa geblieben ist, fühlte sich diese Zeit trotz Übelkeit und Bauchgrummeln an wie in einer Wellnessoase) am übernächsten Tag bin ich aber mittlerweile auf Seite 98 angelangt. Also noch weit davon entfernt, das Buch fertig gelesen zu haben. Da dieser Zeitpunkt in Anbetracht der oben beschriebenen Umstände aber auch in weite Ferne gerückt ist, und ich überzeugt bin, dass sich an Stil und Unterhaltsamkeit des Buches auf den restlichen 137 Seiten wenig ändern wird, denke ich, kann ich bereits jetzt ein Urteil fällen:

Man merkt, dass Patricia selbst Mama ist und weiß, wie lange  bzw. kurz das Lese-Zeitfenster anderer Mütter ist. Wahrscheinlich hat sie schon unzählige Tage ähnlich verbracht, wie ich. Die Geschichten haben jedenfalls die perfekte Länge, um eben noch fertig zu lesen, bevor man das quengelnde Baby hochnimmt oder die nervige Frage des Kleinkindes zu beantworten versucht. Man wird nicht aus der Handlung gerissen oder hat danach Schwierigkeiten, am richtigen Punkt anzuknüpfen. Auch wenn mal eine Geschichte nur mit halber Aufmerksamkeit gelesen wird, kann man danach trotzdem problemlos weiterlesen.

Der Schreibstil ist einfach weltklasse, durchzogen von witzigen Vergleichen und kleinen Anekdoten bis hin zu semi-historischen Persönlichkeiten, die in die Geschichten eingeflochten werden. Inhaltlich ist jede einzelne ein Anlass zum Schmunzeln. Entweder man erkennt sich bzw. die eigenen Kinder darin, oder man ist froh, davon (bisher) verschont geblieben zu sein, kann sich die Situation aber bildhaft vor Augen führen. Die Art, wie Patricia sich selbst nicht immer ganz ernst nimmt, ist wirklich erfrischend und macht Lust auf Mehr. Denn noch gebe ich nicht auf – es gibt noch viele Parkbänke im Wedding zu erkunden…

Hier noch eine Kostprobe:

Ich denke jeden Tag an Tycho Brahe, weil ich jeden Tag wie ein kleines Uhrwerk um Punkt 5.20 Uhr erwache und meine Blase wie bei Frau Holle ruft: „Leere mich! Leere mich! Ich bin schon voll!“ Na und?, könnte man jetzt denken, dann geh doch auf Toilette. Doch leider liegt um diese Zeit mindestens eines unserer Kinder bei uns quer im ehelichen Bett. Und dieses Kind hat, wie alle anderen Kinder dieser Welt auch, ein ausgeklügeltes Bewegungsmeldungssystem. Dazu steckt es die Füße unter den Nacken des Vaters und legt seinen Kopf auf meinen Kopf. Sobald ich mich auch nur einen Millimeter bewege, setzt es sich aufrecht ins Bett und fragt hellwach: „Ist jetzt Aufstehenszeit?“…

Fazit: Perfektes Geschenk für alle (werdenden) Eltern und ein Muss für alle Familien-Blogger.

+ superlustig erzählt

+ kurze Geschichten für Zwischendurch

– kein Roman bzw. zusammenhängende Handlung

Zuletzt aktualisiert am 23. January 2019 um 2:08 . Die hier angezeigten Preise können sich inzwischen geändert haben. Alle Angaben ohne Gewähr. Wir nutzen Affiliate-Links und markieren diese hier als WERBUNG / ANZEIGE.



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