Baby trinkt zu wenig: Was tun bei Trinkprobleme?

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Schwankungen bezüglich Trinkmenge und Trinkverhalten sind zunächst völlig normal und haben oft ganz natürliche Ursachen. Doch was ist, wenn Dein Säugling nicht trinken will? Oder deutlich weniger trinkt als sonst? In diesem Beitrag werde ich Dich darüber informieren, welche Ursachen ein verminderte Flüssigkeitsaufnahme haben kann, wie Du gegensteuern kannst und wann eine Trinkschwäche vorliegt, die behandelt werden muss.

Das Wichtigste zusammengefasst

Es gibt viele Gründe, wenn das Baby nicht trinken will. Zumeist sind sie harmlos. Manchmal stecken jedoch eine Trinkschwäche oder organische Ursachen dahinter, die von einem Arzt abgeklärt werden müssen.

Wieviel Milch braucht ein Säugling?

Die Milchmenge, die ein Säugling braucht, um sich normal und gesund zu entwickeln, ist individuell verschieden. Daher rate ich davon ab, Dich von konkreten Mengenangaben oder Faustregeln zu sehr beeinflussen zu lassen.

Sinnvoller ist es, Deinen Sprössling zu beobachten. Nimmt er aktiv und interessiert seine Umgebung wahr? Hat er eine rosige Haut und entwickelt sich altersgemäß? Dann machst Du Dir wahrscheinlich unnötig Sorgen.

Zudem ist es kaum möglich, die beim Stillen aufgenommene Milchmenge exakt zu kontrollieren. Achte lieber auf plötzlich eintretende Veränderungen. Hast Du das Gefühl, dass Dein Kind keine Muttermilch mehr trinken mag oder beim Saugen Schwierigkeiten hat, sprich doch zunächst mit Deiner Hebamme. Sicher kann sie Dir Tipps zum Anlegen, zur richtigen Stillposition oder zum Abpumpen deiner Milch geben. Bei Pre-Nahrung kannst Du Dich natürlich an den Angaben des Herstellers orientieren. Doch auch hier gilt: Wenn Dein kleiner Schatz zu wenig aus der Flasche trinkt, muss dahinter kein ernstes Problem stecken.

Welche Ursachen gibt es für harmlose Schwierigkeiten beim Trinken?

Ebenso wie bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sind Schwankungen der Trinkmenge beim Säugling nicht ungewöhnlich. Zumeist haben sie ganz „natürliche“ Ursachen, wie Stress, Witterung, Tagesform oder Wachstum.

Egal ob Du stillst, Deine Milch abpumpst oder per Fläschchen fütterst, gerade bei kleinen Sensibelchen überträgt sich die Stimmung oder eventueller Stress der Mutter sehr schnell.

Tipps

Versuche in diesem Fall eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, nimm Dir Zeit und sorge für ausreichend Ruhe. Manchmal hilft es auch, immer am gleichen Ort zu füttern. Das gibt Deinem Schatz zusätzliche Sicherheit.

Auch eine feste Tagesstruktur und ein guter Schlaf-/Wachrhythmus lösen so manches Ernährungsproblem von selbst.

Fütterst Du Dein Kind mit Pre-Nahrung, kann ein Wechsel des Saugers oder der Nahrung hilfreich sein. Deine Hebamme oder eine Stillberaterin kann Dich hierbei beraten.

Welche Anzeichen sprechen für verminderte Flüssigkeitsaufnahme?

Folgende Anzeichen können darauf hindeuten, dass Dein Baby tatsächlich zu wenig Flüssigkeit aufnimmt. Beachte bitte, dass meine Aufzählung lediglich als Orientierung dient:

  • Dein Baby produziert weniger „volle“ Windeln
  • der Säugling hat Verstopfungen, Schwierigkeiten beim Stuhlgang oder Verdauungsprobleme
  • der Urin ist dunkler gefärbt als gewöhnlich
  • der Saugreflex Deines Sprösslings ist vermindert
  • Dein Liebling wirkt kraftlos, teilnahmslos, schläft übermäßig viel oder lässt sich schwer wecken
  • das Kind ist ungewöhnlich unruhig
  • das Baby verliert Gewicht

Wenn Du ein oder mehrere der genannten Symptome an Deinem Baby feststellst, könnten ernstere Probleme zugrunde liegen und Du solltest Deinen Kinderarzt konsultieren.

Behandlungsbedürftige Ursachen

Trinkschwäche

Eine „echte“ Trinkschwäche oder Saugschwäche ist von einer vorübergehend verringerten Nahrungsaufnahme klar zu unterscheiden und gehört immer in ärztliche Behandlung. Sie tritt überwiegend aber nicht ausschließlich bei Früh- oder Risikogeburten auf.

Immer ist der Saugreflex des Säuglings vermindert bzw. beeinträchtigt. Das bedeutet, dass das Kind beim Anlegen an die Brust oder sanften Berührungen des Mundes mit einem Finger nicht oder nur schwach saugt. Das Baby trinkt dadurch weniger bzw. trinkt kaum Milch.

Die Ursachen können vielfältig sein und reichen von genetisch bedingten Schädigungen des Zentralnervensystems bis hin zu entzündlichen Infektionen.

Organische Ursachen

Es gibt noch eine Reihe weiterer organischer Ursachen, die in Frage kommen, wenn Dein Säugling nicht trinken will. Hat das Kind nach dem Füttern, Wasser trinken oder der Gabe von Beikost vermehrt Verdauungsprobleme, z.B. starke Blähungen oder Durchfall und nimmt nur mangelhaft zu, kann eine Nahrungsmittelunverträglichkeit als Ursache in Betracht kommen. Dein Kinderarzt kann dies aber durch entsprechende Untersuchungen abklären.

Wenn dein Stillkind viele Pausen während des Trinkvorganges macht, um Luft zu holen, eher wenig aber oft trinkt und sich seine Lippen bläulich verfärben, kann dies auf mangelnde Sauerstoffversorgung hinweisen, welche insbesondere Lungen- oder Herzerkrankungen verursacht wird.

Schluckschwierigkeiten und ungewöhnlich häufiges Erbrechen während oder nach der Nahrungsaufnahme können auf Beschwerden im Magen oder der Speiseröhre hindeuten. Vielleicht ist der Schließmuskel des Magens noch nicht richtig ausgebildet und Dein Liebling leidet an Sodbrennen.

In jedem der genannten Fälle solltest Du einen Arzt konsultieren, um schwerwiegende Erkrankungen auszuschließen.

 

Quellen und wertvolle Links

Auf der Seite medlexi.de findest Du weiterführende Informationen zum Thema Trinkschwäche.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet unter Kindergesundheit-info.de viele nützliche Tipps zum Thema Ernährung an.

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