Buchrezension: Marianne Falck: „Zuckerfrei von Anfang an“


Anfang 2020 erschien im Wilhelm Heyne Verlag (München) das Buch Zuckerfrei von Anfang an von Marianne Falck. Meine Vielleserin Nicole hat sich sorgfältig durch die 368 Seiten gelesen und war teils selbst überrumpelt vom Inhalt.


Warum ich dieses Buch lesen wollte

Irgendwann im Leben kommt der Punkt, an dem man sich Gedanken macht, was man eigentlich isst.

Zumindest war dies bei mir persönlich eben der Fall. Bereits als Teenager habe ich mich entschieden, meine Nachbarn auf dem Land, also Rind, Schwein, Geflügel & Co., nicht mehr zu essen. Gründe für eine vegetarische Kost gab es viele und die Auswahl an Beilagen war mehr als sättigend. Zudem wurden bereits in den 90er Jahren in entlegeneren Winkeln des Supermarktes vegetarische Fertiggerichte angeboten. Auch wenn es – insbesondere auf dem Land – nicht immer ganz verständlich war, warum sich jemand freiwillig diesen angeblichen Ernährungseinschränkungen unterwirft, habe ich meine Entscheidung Pflanzenfresser zu sein nie bereut.

Mittlerweile ist die Menschheit auch deutlich toleranter in Hinblick auf Vegetarierer geworden und reagiert nicht mehr panisch, wenn man sich als Grünfutterjunkie auf der Grillfete outet. Aber nicht nur das Umfeld hat sich weiter entwickelt, sondern auch meine Gründe, warum ich  Vegetarier bin. Zwischenzeitlich ist es nicht nur deswegen, weil ich kein totes Tier oder Teile davon auf meinem Teller haben möchte sondern auch der Gesundheitsaspekt. Von Fertig-Veggie-Gerichten nehme ich nun desöfteren Abstand und versuche viel naturbelassenes zu Essen.

So wundert es nicht, dass ich als Vegetarierin, Grüblerin und zumindest teilweise verantwortungsbewusste Mama von zwei Kindern auch unbedingt das neu erschienene Buch Zuckerfrei von Anfang an lesen wollte.

Die Autorin und ihr Buch

Die Autorin Marianne Falck, Mama von ebenfalls zwei Kindern, hat sich in ihrem Erstlingswerk Themen wie den Machenschaften der Ernährungsmittelindustrie, der Zuckerlobby, Ernährungsmythen und Warenkunde gewidmet und das Ganze abschließend mit zuckerfreien Rezepten und einer Film- und Literaturempfehlungsliste zum Thema Zuckerfrei gekrönt.

Es ist nicht nur das Buch einer kinderfronterfahrenen Familienmanagerin sondern durchaus schwere Kost. Mit Erschrecken musste ich feststellen, dass das was ich zwar schon über die Lobby der ungesunden Ernährungsmittel befürchtet hatte, wohl durchaus Realität ist.

Das Buch ist nicht nur ein schnell hingeschriebener Ratgeber sondern beinhaltet fundiertes Wissen, jahrelanges Beobachten und zweifelsfrei gute Recherche. Dies führt dazu, dass selbst ein Bücherwurm wie ich manches doppelt lesen musste, um es verdauen zu können.

Das Buch liest man nicht mal eben neben seinem zuckerlastigen Frühstück (bei manchen Absätzen würde einem der Zuckerkringel im Halse stecken bleiben vor Schreck!) sondern sinnvollerweise in Ruhe ohne diverse Ablenkungen am Esstisch.

Die Rezepte im Buch sind neben dem alltäglichen Hamsterrad leicht umsetzbar.

Einiges wird öfters wiederholt, ist allerdings nützlich, da ich erst nach ca. dem ersten Drittel des Buches verinnerlicht und angefangen habe, zuckerfreie Getränke möglichst zu meiden und manche Zuckerbombe im Regal liegen zu lassen. Die Autorin hat es geschafft, mit diesem Sachbuch etwas Verständliches und Einleuchtendes niederzuschreiben.

Was mir an dem Werk nicht so gefallen hat ist die Bebilderung und die fehlenden Details zur Autorin (kein Foto von ihr, keine Kurzbiografie). Dank Internet samt Suchmaschine kann man dies jedoch einfach nachrecherchieren.

Marianne Falck hat sogar eine eigene Homepage und ist neben ihren Jobs als Autorin auch freie Journalistin und Filmemacherin. Ihr Steckenpferd ist die zuckerarme Ernährung und das Aufdecken von eher undurchsichtigten Bereichen von Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft. Ihre Filme/Dokus/Artikel wurden u.a. im BR, ARD, Süddeutsche Zeitung und Faz veröffentlicht.

Mein Fazit

Das Buch Zuckerfrei von Anfang an erhält von mir das Prädikat lesenswert und lehrreich für sein tägliches Essverhalten!

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