Buchtipp: „Windelfrei? So geht’s!“ von Lini Lindmayer


Fazit: Ich würde mir wünschen, das Buch schon während meiner Schwangerschaft gelesen zu haben und werde es jeder Schwangeren schenken / empfehlen. Leider wusste ich vorher nicht einmal, dass es die Möglichkeit gibt, meinem Kind keine Windeln zu geben.

+ absoluter Mehrwert, vermittelt Wissen, das alle Eltern schon vor der Geburt haben sollten

+ macht Mut, es selbst zu probieren, baut Vorurteile und Unsicherheiten bezüglich des Themas ab

+ verständlich und nachvollziehbar geschrieben

– setzt Eltern evtl. unter Druck, ihr Baby windelfrei erziehen zu „müssen“

Eine echte Alternative zur Windel?

Diese Frage beantwortet Lini Lindmayer in ihrem 200-Seiten-Buch sehr eindeutig: Ja, es geht auch ohne Windeln! Man muss nur wagen, sich darauf einzulassen. Denn jedes Baby signalisiert von Geburt an, wann es ausscheiden muss, so Lindmayer. Das ist teil der nonverbalen Kommunikation zwischen Eltern und Baby und es dauert für Eltern ca. 2 Wochen, die Signale des Babys verstehen zu lernen. Nur wenn die Zeichen des Babys dauerhaft ignoriert werden und es allmählich lernt, dass Ausscheidungen in die Hose (Windel) gehören, hört der Nachwuchs auf, die Signale zu übermitteln und irgendwann auch, den Drang überhaupt bewusst wahrzunehmen.

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Dass es schwierig ist, wenn der Sprössling Jahre später den umgekehrten Prozess – also wahrnehmen und kommunizieren des Ausscheidungsbedürfnisses – vollziehen soll, klingt absolut plausibel. Im Klartext können sich Eltern also den Trocken-werden-Stress ersparen, wenn sie die Kommunikation und entsprechende Handlungen mit dem Kind von Geburt an fördern. Das heißt, wenn wir wahrnehmen, dass das Baby mal muss, wird es über ein Gefäß, Toilette, Badewanne oder Waschbecken „abgehalten“ (ihm wird die Möglichkeit gegeben, auszuscheiden) und durch einen Schlüssellaut bestärkt, auszuscheiden.

Klingt anstrengend? Zum Glück beschreibt Lini Lindmayer in ihrem Buch „Windelfrei? So geht’s!“ natürlich auch, wie das konkret im Alltag aussehen soll. Wie man nachts oder außer Haus handeln kann und wie man die Wohnung möglichst vor „Unfällen“ schützt. Sie ermuntert alle Eltern, die windelfreie Säuglingspflege auszuprobieren, sagt aber auch klar dazu, dass man sich nicht unter Druck setzen soll. Lieber fängt man nicht gleich nach der Geburt damit an, als im Dauerstress das Kind über das Töpfchen zu halten und damit eine gesunde Kommunikation unmöglich zu machen.

Diese Kommunikation kann übrigens nicht losgelöst von der sog. natürlichen Säuglingspflege gesehen werden. Darunter versteht man „die (non)verbale Kommunikation mit Babys und Kleinkindern über all ihre Bedürfnisse, […], den intensiven Körperkontakt zwischen Baby /Kleinkind und Eltern, sowie das sich Zeit nehmen und Zeit lassen (S.13). Allein diesem Vorgehen, das so ziemlich dem entspricht, was wir unter Attachment Parenting kennen, widmet sie etliche Seiten im Buch. Dadurch ist es selbst für Eltern, die auf keinen Fall windelfrei erziehen möchten, auf jeden Fall lesenswert.

Uns hat es jedenfalls, schon nach den ersten Seiten, dazu veranlasst, den Rubbelbatz zumindest zeitweise ohne Windel zu lassen und so oft wie möglich abzuhalten, statt ihn in die Windel machen zu lassen. Wie es uns damit in der ersten Zeit geht, werdet ihr sicherlich hier auf dem Blog lesen können.

Alle Kommentare (1)

    Liebe Johanna,
    ich finde diesen Artikel sehr spannend da ich gerade für einen eigenen Blogpost zum Thema „ab wann muss ein Kind trocken sein“ recherchiere. Magst du mir erzählen wie ihr mit dem Windelfrei weitergemacht habt und ob es für euch gut funktioniert hat? Habe diesen Aspekt beziehungsweise dieses Thema garnicht gekannt und würde mich sehr darüber freuen wenn du mir berichten würdest 🙂
    Ganz liebe Grüße
    Miriam

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