Einnistungblutung 1×1: Wann? Wie stark? Wie lange?


Viele Frauen mit Kinderwunsch werden früher oder später über den Begriff Einnistungsblutung stolpern und sich fragen, was denn das überhaupt ist. Wann bekommt man das? Wie geht man damit um? Welche Anzeichen gibt es dafür? Ist sie gefährlich? Dieser Artikel beschäftigt sich intensiv mit diesem Thema und beantwortet alle relevanten Fragen.

Das Wichtigste zusammengefasst
  • Die Einnistungsblutung tritt fünf bis zwölf Tage nach der Befruchtung auf
  • Sie unterschiedet sich von der Regelblutung
  • Man kann auch ohne Einnistungsblutung schwanger sein
  • Gewissheit bringt der Schwangerschaftstest

Was passiert bei einer Einnistungsblutung?

Die Einnistungsblutung ist unter vielen Namen bekannt. So wird sie auch als Nidationsblutung oder Blutung aufgrund einer Implantation (Implantationsblutung) bezeichnet. Alle diese Wörter meinen aber ein und dasselbe. In der medizinischen Fachsprache wird der Begriff Nidationsblutung bevorzugt gebraucht. Das liegt wohl an seiner Erstbeschreibung unter diesem Namen und an der Tatsache, dass sich Nidation ganz einfach vom lateinischen Wort „nidus“ für Nest ableiten lässt.

Grundsätzlich gelangt nach dem Eisprung die Eizelle in den Eileiter, wo sie durch mehr oder weniger rythmische Kontraktionen innerhalb eines Tages zur Gebärmutter befördert wird. Während dieser Zeit kann bei Anwesenheit von Spermien eine befruchtete Eizelle entstehen. Nur eine befruchtete Eizelle kann sich in der Gebärmutterschleimhaut einnisten. Tut sie das, kann es unter Umständen zu einer Verletzung von kleinen Blutgefäßen kommen. Das kann sich durch ein Ziehen im Unterbauch, Schmerzen und bräunlichem Ausfluss zeigen, oder aber vollkommen unbemerkt von Statten gehen.

Wie sieht eine Einnistungsblutung aus?

Definitionsgemäß sind bei einer Nidationsblutung nur kleinere Blutgefäße betroffen und keine größeren. Folglich tritt auch nur eine kleiner Menge Blut aus. Es gibt ein paar wesentliche Punkte wie eine Einnistungsblutung erkannt werden kann.

Typische Merkmale:

  • Die Farbe unterschiedet sich von der Regelblutung
  • Die Stärke unterscheidet sich von der Regelblutung
  • Das Aussehen unterscheidet sich von der Regelblutung
  • Die begleitenden Symptome

Farbe und Aussehen

Die Farbe ist das erste wichtige Unterscheidungsmerkmal zwischen der Nidationsblutung und der Menstruation. Letztere ist in den meisten Fällen dunkelrot, wohingegen erstere häufig hellrot bis rosa ausfällt. In selteneren Fällen kann sich das Blut auch in der Gebärmutter sammeln und erst verzögert abfließen, was dann einen braunen Farbton zur Folge hat.

Stärke und Kontentration

Auch in der Stärke fällt die Periodenblutung meist deutlich schwerer und schmerzhafter aus, als die Implantationsblutung. Diese ist meist eine schwache Blutung. Ist man es zum Beispiel gewöhnt regelmäßig eine starke Periodenblutung oder Zwischenblutung zu haben, dann kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit bei einer Schmierblutung die schwach ausgeprägt ist, von einer Implantationsblutung ausgehen, insbesondere wenn eigentlich noch gar keine Periode anstehen sollte.

Konsistenz

Das dritte Unterscheidungsmerkmal ist die Beschaffenheit des Ausflusses. Bei der Nidationsblutung kann es manchmal vorkommen, dass natürliche Reste der Gebärmutterschleimhaut ebenfalls ausgestoßen werden. Diese zeigen sich als klümpchenhafte Verdickungen ähnlich einem Wackelpudding. Damit hast du jetzt sicher ein Bild im Kopf.

Kombination mit weiteren Schwangerschaftsanzeichen

Der vierte und letzte Punkt der Liste spielt auf typische Symptome der Frühschwangerschaft an, wie morgendliche Übelkeit, Erbrechen, bis hin zu einem Spannungsgefühl in den Brüsten. All diese Symptome alleine deuten schon auf eine Schwangerschaft hin. Kommt dann noch eine Schmierblutung dazu kann man sich eigentlich fast sicher sein, dass es sich um eine Nidationsblutung handelt. Sollte man sich jedoch nicht sicher sein oder aufgrund der Symptome Unsicherheit verspüren, ist in jedem Fall ein Besuch beim Frauenarzt angesagt.

Wie lange dauert eine Einnistungsblutung an?

Das lässt sich pauschal schwer beantworten. In der Regel ist der Zeitpunkt der Befruchtung der Startschuss. Von hier aus tritt eine Implantationsblutung durchschnittlich nach fünf bis sieben Tagen, spätestens aber nach zwölf Tagen auf. Sie dauert signifikant kürzer als eine normale Menstruationsblutung. Diese dauert normalerweise zwischen vier und acht Tagen, eine Einnistungsblutung dauert aber nur ein bis zwei Tage. Im Verlauf kommt es dann in manchen Fällen zu den beschriebenen Symptomen.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst sind also:

  • Dauer in der Regel zwischen ein bis maximal zwei Tagen
  • Hellrote, rosa, seltener bräunliche Färbung
  • Tritt zwischen dem fünften und zwölften Tag nach der Befruchtung auf
  • Ist meistens komplett schmerzlos und wird in vielen Fällen nicht wahrgenommen

Sollte es dennoch zu heftigeren Schmerzen kommen oder zu ungewohnten Beschwerden im Unterbauch, ist der Frauenarzt der erste Ansprechpartner.

Oft ist auch genau das Gegenteil der Fall und die Betroffenen spüren gar nichts. Das ist ganz normal und kein Grund zur Sorge. Ein Großteil der schwangeren Frauen bemerkt die Einnistungsblutung nicht.

Welche Symptome können außerdem auftreten?

Neben Übelkeit, Erbrechen und Spannungsgefühl in der Brust gibt es eine Reihe anderer Symptome, welche ebenfalls im Zusammenhang mit einer Nidationsblutung beobachtet wurden.

Dazu gehören:

  • Allgemeine Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Verdauungsstörungen
  • Gesteigerter Appetit
  • Häufiger Harndrang
  • Geruchsempfindlichkeit

Allgemeine Müdigkeit und Abgeschlagenheit kann bei vielen Krankheiten vorliegen. Oder aber bei beruflichen Stress, erhöhter Belastung des Körpers usw. Es ist also ein relativ unspezifisches Symptom. Hellhörig solltest du werden, wenn du alle anderen Gründe ausgeschlossen hast die dazu führen könnten. Dann könnte es auf eine bereits stattgefundene Befruchtung hindeuten.

Auch Verdauungsstörungen sind ein ziemlich unspezifische Symptom. Dennoch wurde im Zusammenhang mit Nidationsblutungen über Durchfall als auch Verstopfung berichtet.

Ein gesteigerter Appetit wird vielen schwangeren Frauen nachgesagt, ist aber im Grunde genommen eine biologische Notwendigkeit. Es gilt nämlich zwei Körper gleichzeitig zu versorgen und für eine optimale Ausgangssituation des Ungeborenen zu sorgen. Im Allgemeinen ist es ein übliches Symptom während einer Schwangerschaft.

Ein häufiger Harndrang, vor allem wenn plötzlich einsetzend ohne Hinweise auf einen Harnwegsinfekt, kann ein Zeichen für den Beginn einer Schwangerschaft sein.

Nicht zuletzt wird auch eine erhöhte Geruchsempfindlichkeit nicht selten bei schwangeren Frauen beobachtet. Wie schon der gesteigerte Appetit, ist auch das mit unseren Vorfahren leicht zu erklären. Es ist ein simpler Anpassungsmechanismus des Körpers auf potentielle Gefahren, welche möglicherweise über die Nahrung zugeführt werden könnten. Dieser Urinstinkt schützt also Mutter und Kind.

Wann kann man nach der Einnistungsblutung einen Schwangerschaftstest machen?

Die modernen Schwangerschaftstests erlauben bereits eine Woche nach der Befruchtung die Anstiege von Hormonen im Körper zu bestimmen. Der Schwangerschaftstest misst dabei das hCG im Urin, ein Hormon welches augenblicklich nach Beginn einer Schwangerschaft in deutlich erhöhten Konzentrationen im Blut vorkommt. Es wird über die Niere und damit den Harn ausgeschieden und kann so mit speziellen Antikörpern (welche im Schwangerschaftstest enthalten sind) mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden.

Der beste Augenblick für eine Messung ist morgens gleich nach dem Aufstehen, da sich über die Nacht hCG im Urin von Schwangeren anreichert.

Kann man auch ohne Einnistungsblutung schwanger werden?

Ja das kann man. Wie bereits weiter oben erwähnt kommt es nicht immer zu einer Nidationsblutung. Diese ist nur eine mögliche, aber nicht zwingende Folge der Einnistung einer Eizelle in der Gebärmutter, bei der es infolge einer Verletzung kleinerer Blutgefäße zu einer leichten Blutung kommen kann. Folglich kann eine Schwangerschaft nicht ausgeschlossen werden, falls es zu keiner Einnistungsblutung kommt.

Fazit

Die Einnistungsblutung wird auch Nidationsblutung oder Implantationsblutung genannt. Sie tritt in der Regel fünf bis zwölf Tage nach der Befruchtung auf, während sich die Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut einnistet. Dabei kommt es meistens zu einer hellroten bis rosa Schmierblutung von geringem Ausmaß. In seltenen Fällen können Schmerzen, Krämpfe oder ein Ziehen im Unterbauch auftreten. Sollte man den Verdacht einer Nidationsblutung haben, kann eine Schwangerschaft mit einem Schwangerschaftstest oder beim Frauenarzt bestätigt werden. Auch wenn keine auftritt ist das kein Grund zur Sorge. Schlussendlich haben vielen Frauen entweder gar keine oder bemerken diese nicht einmal.

Quellen:

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.