Erste Hilfe am Kind: Wichtig zu wissen


Erste Hilfe am Kind? Sprechen wir es mal aus: So ein Kind ist ein einziges Harakiri-Programm: es stürzt sich auf Wasser, fasst alles an, was glühend heiß ist und leuchtet, klettert überall hoch und läuft sofort auf die Straße, wenn man es für den Bruchteil einer Sekunde alleine lässt. Dass die Menschheit so überhaupt eine Chance im evolutionären Treiben hatte, verdanken wir Menschen wie uns: Müttern und Vätern, die den ganzen Tag nichts anderes zu tun scheinen, als im Schweiße ihres Angesichts dem Sprössling hinterher zu rennen und vor schlimmem Schaden zu bewahren.

Leider gelingt uns das nur fast immer – und es passieren trotzdem Unfälle. Der Rubbelbatz zum Beispiel konnte sich gerade mal robbend fortbewegen, da hat er den Tiefschlaf seines Papas ausgenutzt, die Nachtischlampe demontiert und auf das heiße Lämpchen gefasst. Die Folge war eine mittelschwere Brandblase an der Hand und jede Menge Geheule und Sorgen. Spätestens das wurde mir klar, dass ich um ein wenig medizinisches und Erste-Hilfe-Wissen nicht herumkommen werde als Mutter.

Warum ist Erste Hilfe am Kind so wichtig?

Befreundete Mamas haben einen Kurs für Erste Hilfe am Kind besucht. Das finde ich eine tolle Sache, allerdings könnte mein Baby nie lange genug still sitzen, damit sich dieser Kurs für mich auch nur halbwegs lohnt. Zum Glück wurde mir dann eine gute Alternative empfohlen: „Schnelle Hilfe für Kinder“ von Janko von Ribbeck (Kösel, 2006) (Amazon Affiliate Link).

Und ich bin wirklich froh, dem Rat gefolgt zu sein. So konnte ich in meinem Tempo, immer dann wenn der Kleine schlief oder allein spielte, alle wichtigen Informationen aufnehmen. Und dass die wichtig sind, wurde mir im Buch wieder vor Augen geführt. Denn einige Situationen können wirklich gefährlich enden, wenn nicht sofort entsprechend gehandelt wird. Wenn ein Kind zu ersticken droht oder stark blutet, dann reicht es eben nicht, den Rettungsdienst zu rufen. Die 10-15 Minuten, bis dieser da ist, sind viel zu lange, das Kind hätte keine Chance. Es ist wichtig, bestimmte Handgriffe zu kennen und die Situation einschätzen zu lernen.

Auch für Situationen, in denen das Kind nicht lebensbedrohlich verletzt ist, ist „Schnelle Hilfe für Kinder“ wie ein Leitfaden, den man zu verschiedenen Szenarien konsultieren kann. Natürlich muss man dazu mindestens einmal das komplette Buch gelesen haben. Aber das Wichtigste ist auf rot gekennzeichneten Farben nochmal zusammengefasst und lässt sich auch per Glossar / Inhaltsverzeichnis leicht wiederfinden.

Letzte Woche wurde zum Beispiel das Kind einer Freundin in unserem Hinterhof von einer Biene gestochen. Wir haben die Kleine in die Wohnung gebracht und während ihre Mama den Fuß gekühlt hat, habe ich nachgelesen, was zu beachten ist. So wussten wir, dass beim allerersten Bienenstich ohnehin keine allergische Reaktion auftreten wird. Wenn ein Kind beim zweiten oder dritten Stich allergisch reagiert, sollte man unverzüglich den Rettungswagen rufen. Ansonsten wäre es besser gewesen, den Stachel mit einer sog. „Zeckenkarte“ zu entfernen und man könnte einen Teil das Giftes mit einem Giftsauger entfernen. Hatten wir beides nicht, werde ich aber besorgen.

Hausapotheke

Mein Fazit nach der Lektüre: Ich brauche eine Hausapotheke, um im Ernstfall gewappnet zu sein. Was da alles reingehört neben einem normalen Erste-Hilfe-Kasten, gibt einem das Buch am Ende in Form einer Liste vor.

img_4002

Ich habe meine Hausapotheke bequem online bestellt. Und zwar bei Apo-Rot (Affiliate Link), weil dort fast alle Produkte um ein Vielfaches günstiger sind, als in der Apotheke um die Ecke oder in anderen Online-Apotheken. Probiert es aus:



*Mit einem Klick auf den Banner werdet ihr zur Seite von Apo-Rot weitergeleitet. Das ist ein sog. Affiliate-Link. Euch entstehen dadurch keine Kosten, aber wir bekommen eine kleine Provision, wenn ihr in den nächsten Tagen dort einkauft.

Was man als Eltern über Erste Hilfe am Kind unbedingt wissen sollte

Ein paar Punkte, die ich wirklich wichtig finde, möchte ich euch aus meiner Lektüre mitgeben. Ansonsten kann ich wirklich nur allen Eltern empfehlen, sich ein Exemplar zuzulegen.

Ertrinken und trockenes Ertrinken

Ertrinken ist die häufigste Todesursache bei Kleinkindern, die noch nicht schwimmen können. Und das, obwohl die meisten Eltern schon wissen, dass Wasser sehr gefährlich ist. Wer es nicht selbst erlebt hat, kann sich aber nicht vorstellen, wie schnell das geht. Einmal umgedreht und der Kopf ist unter Wasser. Und anders als ältere Kinder oder Erwachsene, versuchen Kleinkinder rein gar nichts, um sich selbst aus der Situation zu befreien. Sie treiben einfach und ertrinken. Bitte lasst deshalb eure Kinder nie aus den Augen, wenn irgendwo ein Teich, Fluss, Planschbecken, oder eine größere Pfütze in der Nähe ist. Schon ein paar Minuten können ein paar Minuten zu viel sein!

Wessen Kind beinahe ertrunken wäre, der sollte die darauffolgenden 24 Stunden trotzdem gut acht geben. Denn auch ein sekundäres bzw. trockenes Ertrinken ist möglich.

Blutverlust

Pro kg Körpergewicht hat ein Kind 100ml Blut. D.h. mein Sohn hat gerade einmal 1 Liter. Füllt mal einen Liter Blut in einen Kochtopf und ihr werdet sehen, wie wenig das eigentlich ist. Wenn ein Mensch mehr als 1/3 seiner Blutmenge verliert, können die wichtigen Organe ihre Funktion nicht mehr ausüben. Für Babys wird es auch schon vorher gefährlich. Eine starke Blutung bei einem Kleinkind sollte man also so schnell wie möglich stoppen, am einfachsten durch einen Druckverband.

Wiederbelebung

Wenn das Herz nicht mehr schlägt und ein Kind nicht mehr atmet, entstehen schon nach wenigen Minuten Schäden am Gehirn. Auf den Rettungsdienst kann man da nicht warten – man muss das Kind in der Zwischenzeit wiederbeleben.

Verschlucken

Viele Mütter, mit denen ich gesprochen habe, haben panische Angst, dass ihre Kinder irgendetwas verschlucken und daran sterben könnten. Manche sogar so sehr, dass sie ihren Babys keine feste Nahrung anbieten möchten. Ich kann aus Erfahrung sagen, und da gibt Janko von Ribbeck mir recht: Wenn ein Kind einmal etwas verschluckt, dann kommt das meiste von selbst wieder zum Vorschein, den Rest kann man (fast immer) mit geeigneten Methoden wieder herausholen. Dazu gehören nie die Finger. Wenn das Kind etwas in die Luftröhre bekommen hat und deshalb nicht mehr richtig atmen kann, sollte man zunächst versuchen, es herauszuklopfen. Dazu legt man das Kind über die Knie oder in eine Position, in der der Kopf weiter unten ist als der Brustkorb und klopft fest von unten zwischen die Schulterblätter. Wenn das nichts hilft, dann hilft nur noch der Heimlich-Handgriff. Dabei positioniert man sich selbst hinter dem Kind und drückt dann mit einem Ruck sehr stark auf die Gegend unter dem Brustkorb. Richtig durchgeführt wird die restliche Luft aus der Lunge gedrückt und der Gegenstand dadurch herausgeschleudert.

Verbrühungen

Bei Brandwunden ist vor allem eins wichtig: Kühlen, kühlen, kühlen. Und zwar mindestens 10 Minuten und unmittelbar danach. Das verhindert, dass sich die Verbrennung in einem bio-chemischen Prozess auf das umliegende Gewebe ausbreitet und auch dieses zerstört.

 



Alle Kommentare (3)

Sag uns, was Du dazu denkst

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.