Schwimmen in der Schwangerschaft

schwimmen in der Schwangerschaft

Bisher kann ich in meinem Leben mit sportlichen Höchstleistungen nicht gerade glänzen. Abgesehen von ein paar typisch weiblichen Phasen des Diätwahns gekoppelt mit fast täglichem Sportprogramm, lebe ich mehr nach dem Sport-ist-Mord-Motto. Nicht falsch verstehen, ich finde Sport und Bewegung sind ein wichtiger und nützlicher Teil des Alltags. Bei anderen! Bei mir gibt es immer einen wirklich guten Grund, warum das gerade nicht so gut passt oder morgen noch besser passen würde. Auch die Mitgliedschaft in diversen Fitness-Studios konnte daran nichts ändern.

Was ich aber tatsächlich regelmäßig betreibe, ist mein allmorgendliches Yoga-Programm. Und das ist tatsächlich keine Phase, denn wenn dann dauert die mittlerweile schon mehrere Jahre. Auch vor der Schwangerschaft habe ich mich einfach besser gefühlt, wenn ich mich morgens mal so richtig gedehnt und gestreckt und meinen Kreislauf in Schwung gebracht habe. Doch in den letzten Monaten ist mir dieses Ritual noch wichtiger geworden. Und dass Sport, insbesondere Schwimmen in der Schwangerschaft förderlich sei , ist ja auch kein Geheimnis und wird ja auch von Frauenärzten empfohlen.

Trotzdem habe ich in den letzten Wochen gemerkt, dass die Rückenschmerzen und vor allem im Steißbeinbereich der unangenehme Druck zunehmen. Bisher war aber aufgrund meiner langen Arbeitszeiten an zusätzlichen Sport ohnehin nicht zu denken – was sich in den nächsten Wochen dank Teilzeitbeschäftigungsverbot hoffentlich ändern wird. Außerdem haben wir ja jetzt das lange Osterwochenende und so war gestern erstmals seit langem der Punkt erreicht, an dem ich mich mehr bewegen wollte. Als Bewegungstraining ist neben Yoga vor allem Schwimmen in der Schwangerschaft ausgesprochen gesund. Es schont nämlich nicht nur die Gelenke, sondern ist auch unheimlich effektiv gegen Rückenschmerzen.

Also sind wir ab ins nächstgelegene Hallenbad, das Paracelsus-Bad. Ich war immer ein relativ guter Schwimmer, das ist eine der wenigen Bewegungsarten, die für mich Sinn machen. Trotzdem hatte ich erwartet, dass natürlich auch das Schwimmen in der Schwangerschaft anstrengender sein würde, als sonst. Mein Mann und ich stiegen also ins kühle Nass und fingen an, zwischen den gähnend langsam kreuz und quer schwimmenden anderen Badegästen unsere Bahnen zu ziehen – und waren beide wirklich überrascht. Mein Mann, weil er trotz seiner Abneigung gegen das Schwimmen genauso viel geschafft hat, wie ich. Ich, weil ich beim dabei tatsächlich kaum etwas von meiner Schwangerschaft bemerkt habe. Ich habe mich ganz normal gefühlt und bin flink von einem Beckenende zum nächsten. Herrlich.

Das einzige, was ich zu spüren bekommen habe, waren Atmung und Puls. Mittlerweile drückt der Kleine doch zunehmends auf meine inneren Organe und auch mein Herz pumpt ja einiges an zusätzlichem Blut. Aber mit ganz kurzen Ruhepausen konnten wir die 1000 Meter, die ich mir vorgenommen hatte, problemlos erreichen.

Der einzige Negativpunkt im Schwimm- oder Hallenbad als Schwangere sind tatsächlich die anderen Schwimmer. Nicht, dass sich die irgendwie anders verhalten, nur weil ich schwanger bin. Das sehen die ja nicht mal und nervig fand ich die Leute, die nebeneinander schwimmen und quatschen und dabei fast einschlafen, schon immer. Aber mit meinem Baby-Bauch ist noch das Bedürfnis dazugekommen, diesen vor den strampelnden Langsam- und Querschwimmern zu beschützen. Immerhin wird beim Schwimmen wirklich kräftig getreten, um voran zu kommen. Ich habe mich nie damit beschäftigt, wie gefährlich so ein Tritt in den Bauch tatsächlich wäre, aber dieses Risiko möchte ich auf keinen Fall eingehen.

In Zukunft werde ich daher nicht mehr am Feiertag nachmittags in die Schwimmhalle, sondern dann, wenn die meisten anderen arbeiten (obwohl das in Berlin ja auch relativ ist) und Kinder in der Schule sind.

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