Warum Langzeitstillen Vorteile fürs Kind hat


Langzeitstillen war für mich vor der Entbindung überhaupt kein Thema. Ich kannte nicht einmal den Begriff. Ich wusste nur eins: Wenn ich ein Baby habe, möchte ich es Stillen. Das war für mich immer unbestreitbar. Wir hatten auch kein Milchpulver oder Fläschchen „nur für den Fall“ zu Hause. Für mich war so klar, dass ich mein Baby stillen würde, ich verschwendete keinen Gedanken daran, dass etwas nicht funktionieren könnte. Mit weiteren Fragen zur Länge der Stillzeit hatte ich mich bis vor Kurzem nicht beschäftigt. Auch nicht in der Schwangerschaft.

Als mein Sohn dann geboren wurde, suchte er wie selbstverständlich nach der Brust. Die Hebamme riet mir, mich seitlich hinzulegen und ihn neben mich. Ganz selbstverständlich schob ich sein Köpfchen in Richtung Brustwarze und ganz selbstverständlich dockte er an und trank. Ein merkwürdiges Gefühl. Aber auch ein ganz normales. Und, obwohl es anfangs manchmal weh tat, nie ein beängstigendes oder beschämendes Gefühl.

Ansonsten ging ich immer davon aus, dass der Kleine dann, wenn er anfängt zu essen, von selbst aufhören würde, zu trinken. Wenn er so weit ist. Dass er schon wissen wird, wann der richtige Zeitpunkt ist und wann er keine Muttermilch mehr braucht.

Allerdings war dieser vage Zeitpunkt in meinem Kopf irgendwann innerhalb seiner ersten zwei Lebensjahre, wahrscheinlich sogar im ersten. Er ist jetzt 9 Monate alt und stillt noch sehr viel. Ich hatte mir noch nie die Frage gestellt, ob es denkbar oder gut wäre, auch darüber hinaus zu stillen. Ob es gar natürlich wäre. Bis ich vor ein paar Tagen zufällig über einen Artikel zum Thema „Langzeitstillen“ gestolpert bin.

Nach 6 Monaten Abstillen für die Unabhängigkeit

Schon länger war mir im näheren Umkreis eine für mich unverständliche Entwicklung aufgefallen: während anfangs die meisten Mütter, die ich kenne, gestillt haben – ist ja schließlich „das Beste für das Kind“ – sind jetzt die meisten entweder am Klagen, wie anstrengend das ist oder schon am Abstillen. So, als wäre mit den ersten 6-9 Monaten „ihre Pflicht getan“ und jetzt müssen die Kinder lernen, alleine klar zu kommen.

Meinem Empfinden nach wird das auch in unserer Gesellschaft oft so kommuniziert und als normal empfunden. Eine Mutter darf sich nicht „aufopfern“ und „braucht irgendwann wieder ihre Ruhe“. Und wenn eine Mutter es doch länger erduldet, dass das Baby an ihrer Brust hängt, dann stimmt irgendwas nicht mit ihr. Vermutlich möchte sie das kleine Wesen nicht in die Unabhängigkeit entlassen, weil sie Trennungsängste hat. Ich wage es meist nicht so direkt auszusprechen, weil letztendlich ja jeder für sich entscheiden muss und ich niemandem ein schlechtes Gewissen machen möchte. Aber ich frage mich zwei Dinge: Braucht eine Mutter das wirklich, ihre Unabhängigkeit? Hat sie ein „Recht“ darauf? Zählen ihre Bedürfnisse mehr als die des Babys? Und: Hat sie dann wirklich mehr Ruhe?

Vermutlich denkt da jeder anders, aber für mich gehen die Bedürfnisse meines 9 Monate alten Babys vor. Denn im Gegensatz zu ihm bin ich in der Lage, diese gedanklich in die Zukunft zu verschieben. Ich weiß, dass ich nicht verhungere, wenn ich nicht sofort etwas zu essen bekomme; dass ich auch später meine Emails abrufen kann oder mit meinen Eltern telefonieren. Ich weiß, dass eine Zeit kommen wird, in der er mich weniger braucht und in der ich mich selbst wieder wichtiger nehmen kann. Wichtiger nehmen muss. Er dagegen ist mit Haut und Haar auf uns angewiesen. Er kann seine Bedürfnisse nicht selbst befriedigen und auch deren Dringlichkeit nicht verlässlich einordnen. Alles, was er kann, ist uns um Hilfe zu bitten. Oder irgendwann aufhören, zu fragen, wenn wir nicht reagieren.

Für mich kommt es nicht in Frage, ihm jetzt schon die Muttermilch wegzunehmen, wo er sie noch so dringend möchte und braucht. Denn neben den positiven Bestandteilen der Muttermilch und der Tatsache, dass er sie so viel besser verdauen kann, als feste Nahrung, bedeutet Stillen für ihn auch Nähe, Geborgenheit, Schutz und Sicherheit. Ja, natürlich kann ich meinem Baby auch anders Trost spenden. Aber nichts ist so innig, so intuitiv und allumfassend wie das Trinken an der Brust. Es ist das erste, womit ich mein Baby getröstet habe, als es in diese Welt gekommen ist. Nichts, was ich ihm danach an Beruhigungsstrategien beibringe, kommt dem gleich.

Warum also wollen trotzdem viele Mütter, dass das Baby möglichst schnell abgestillt wird? Selbst isst? Von Brei lebt oder von der Flasche? Ich glaube, neben dem unterstellten „egoistischen“ Gedanken ist es vor allem ein gesellschaftlicher Druck. Denn schnell bekommt man die „Wie, du stillst noch?“-Frage gestellt, wenn das Kind länger als 6 Monate an der Brust trinkt. Nochmal 6 Monate und man erntet schon häufig schräge Blicke und spätestens nach 2 Jahren ganz bestimmt. Kein Wunder, denn die wenigsten Frauen in Deutschland stillen länger als 4-6 Monate und nur ein winziger Prozentsatz länger als 2 Jahre.

Zudem ist es einfach so ’normal‘ in unserer Kultur, so früh abzustillen, dass vielleicht die wenigsten Mütter überhaupt über Sinn oder Unsinn nachdenken. Sie übernehmen es einfach so, wie sie es sehen. Denn ich bin mir sicher, dass alle Mütter das Beste für ihr Kind wollen und wenn sie sich ausgiebig informieren würden und gleichzeitig ohne Druck von Außen auf ihr Bauchgefühl hören, viele anders entscheiden würden .

Langzeitstillen ist natürlich

Denn offensichtlich ist das nicht in allen Ländern so. Im Gegenteil. Vor allem in weniger entwickelten Ländern, in denen Kinder noch natürlicher aufwachsen und die Eltern auf ihre Intuition angewiesen sind, in denen Flaschenmilch nicht beworben wird und keine merkwürdigen Gerüchte über das Stillen kursieren, werden Kinder ganz selbstverständlich viele Jahre gestillt. Offenbar liegt das auch in unseren Genen, denn der Saugreflex hört nicht nach ein paar Lebensmonaten auf, sondern erst nach bis zu 7 Lebensjahren. Wenn es also unserer Biologie entsprechen würde, nach 4-6 Monaten von fester Nahrung zu leben, würde auch der Saugtrieb aufhören. Auch die WHO empfiehlt übrigens, 6 Monate lang voll zu stillen und dann weiterhin bis mindestens zum 2. Lebensjahr der Kinder. Leider in Deutschland sehr selten der Fall. Das antropologische, also natürliche Abstillalter liegt, je nach Kind, bei zwischen 2,5 und 7 Jahren.

Langzeitstillen ist gesund

Entgegen anders lautender Gerüchte ist auch nach 6 Monaten die Muttermilch weiterhin sehr gehaltvoll. Um ein Vielfaches nahrhafter sogar, als „richtige“ Nahrung. Das heißt, durch Stillen ist gewährleistet, dass mein Kind nicht nur genügend Kalorien zum Wachsen bekommt, sondern auch alle wichtigen Nährstoffe, wie z.B. Eisen, Kalzium, Magnesium usw. Nicht umsonst heißt es, ein Baby soll im ersten Jahr hauptsächlich von Milch leben. Für mich ist es angesichts dieser Richtlinie fragwürdig, immer mehr Mahlzeiten komplett durch Brei zu ersetzen. Außerdem bekommt mein Kleiner so auch immer genügend Flüssigkeit, auch und vor allem wenn er mal krank ist und nichts zu sich nehmen möchte. Denn die Brust geht dann meistens trotzdem bzw. umso besser. Auch bietet die Muttermilch im zweiten Lebensjahr nochmal ein Extra an Antikörpern für die Immunabwehr des Kindes. Die Konzentration ist sogar ähnlich hoch wie im Kolostrum, der Vormilch die ein Baby in den ersten Lebenstagen erhält.

Auch für meine Gesundheit ist das Stillen nicht negativ. Solange ich mich ausgewogen ernähre, sind genug Nährstoffe für alle da. Und ob ihr es glaub oder nicht, meine Gesundheit verbessert sich sogar durch das Stillen: solange der Rubbelbatz nämlich so fleißig trinkt, bleibt die Histaminintoleranz weiterhin fern – und wer weiß, vielleicht hat mein Körper sie danach ja auch einfach „vergessen“? Und der Verzicht auf Alkohol und ungesundes Essen schadet ja ohnehin niemandem.

Langzeitstillen ist praktisch im Alltag

Wenn man so hört, wie gut das Langszeitstillen für das Baby ist, könnte man meinen, ich mache das hauptsächlich ihm zuliebe. Aber Hand aufs Herz, es ist auch für mich im Alltag eine unglaubliche Erleichterung. Ich muss nie planen, wann er Hunger bekommt, keinen Brei oder Milchpulver mit mir herumschleppen, keine Nährstofftabellen studieren oder nach Möglichkeiten suchen, wo wir uns hinsetzen und füttern können. Einfach Brust raus und los geht’s.

Genauso, wenn der kleine Kerl aus irgendeinem Grund schwer zu beruhigen ist: Brust raus, Kind still. Von der Figurfreundlichkeit mal ganz zu schweigen – denn wenn man zwei ernährt, darf man auch für zwei essen! Und nicht zuletzt wären da diese wundervollen Stillhormone. Ich weiß nicht, wie Frauen, die nicht stillen, diesen permanenten Schlafentzug überleben und trotzdem noch lächeln. Ich dagegen, eigentlich schon im Zombie-Modus und vergesslich wie eine 90-jährige, grinse immer noch grenzdebil täglich über meinen unverschämt putzigen und witzigen kleinen Sohn, der nachts mal wieder jede Stunde aufgewacht ist. Und mache den Haushalt. Und geh mit ihm raus. Und koche. Und treffe mich mit Freunden. Die Hormone sorgen übrigens auch dafür, dass ich seit nunmehr 17 Monaten keinen Zyklus mehr habe. Alle weiblichen Leser wissen, wie cool das ist.

Mütter, traut euch!

Unterm Strich bleibt zu sagen: Was mir intuitiv schon klar war, wenn auch nicht in der völligen zeitlichen Konsequenz, ist also auch noch gesund und richtig für mein Baby: dann abstillen (lassen), wenn er so weit ist. Auch wenn das länger dauern kann, als unsere Gesellschaft in Deutschland es auszuhalten vermag. Und allen Müttern, die sich jetzt denken, ich bin eine Attachment-Parenting-Spinnerin auf einsamer Flur, möchte ich unten ein paar weitere Erfahrungsberichte zum Langzeitstillen empfehlen. In der Hoffnung, dass noch mehr Mütter lernen, wieder auf ihre Intuition zu vertrauen und sich von dem, was andere denken, weniger unter Druck setzen lassen. Es ist unser Leben und das unserer Kinder. Wie wir das gestalten, geht niemanden sonst etwas an.*

 

 *An alle Mütter, die entweder die Flasche gegeben oder früh abgestillt haben: Ich schreibe diesen Artikel nicht, um irgendjemanden zu verurteilen oder ein schlechtes Gewissen zu machen. Ich weiß, dass es viele verschiedene Gründe gibt, warum Mütter nicht oder nicht länger stillen. Unsere Gastautorin Maria z.B. hätte gerne länger gestillt, musste aber wegen Problemen mit der Brust plötzlich auf Flaschenmilch umsteigen. Trotzdem hoffe ich, dass die eine oder andere vielleicht dazu angeregt wird, doch nochmal darüber nachzudenken.
Stillen oder Nicht-Stillen ist eine Frage, die aus irgendeinem Grund vor allem die Gemüter der Nicht-Still-Fraktion sehr erhitzt. Bitte fühlt euch nicht angegriffen. Ja, es stimmt, Stillen und Langzeitstillen haben Vorteile für’s Kind. Trotzdem ist das nur kleiner ein Baustein im Aufwachsen eines Kindes, der ihn zu einem gesunden, selbstbewussten und glücklichen Erwachsenen machen kann. Genauso kann niemand sagen „Ich stille mein Kind, also bin ich eine gute Mutter“. Es gibt da kein schwarz und weiß. Nur verschiedene Wege zum Ziel und verschiedene Meinungen verschiedener Eltern. Ich sage nicht, dass alles gleich gut ist, aber wofür sich eine Mutter entscheidet macht nicht aus, ob sie eine gute Mutter ist.

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Alle Kommentare (66)

    Schöner Artikel 🙂 wir stillen ja mit 7 Monaten (natürlich) auch noch! Sogar fast noch voll. Ich hab da auch mal einen Artikel verfasst, warum es bei meiner großen Tochter nicht klappte.

    Daraus lernt man – wie bei fast allem , ist man hinterher schlauer.

    Liebe Grüße,
    Lisa

    Ja, leider ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und oft haben wir Stillmütter einfach viel Gegenwind…ich wünsche euch, dass es diesmal klappt, solange es für euch beide richtig ist!

    Hallo Hanna,

    ein wirklich toller Artikel, dessen Thema mich gerade auch beschäftigt.
    Abstillen ist bei uns mit knapp 8 Monaten überhaupt kein Thema. Unser Kleiner lebt fast ausschließlich davon und allein der Beruhigungsfaktor ist immens hoch, in der Nacht oft das einzige das hilft.
    Und so sehr ich nicht verurteilt werden will, lange zu stillen, muss ich aufpassen, nicht schlecht über die zu urteilen, die aus Egoismus abstillen. Ich empfinde es absolut nicht als Einschränkung bzw. Selbstaufgabe, , sondern bin unendlich froh, dass ich es bin, der sein Kind ernährt.

    Liebe Grüße Verena

    Hallo Verena,

    ich glaube, wir ticken da in vielen Bereichen sehr ähnlich, was unsere Kleinen angeht. Mir fällt es auch oft schwer, nicht zu urteilen und nichts zu sagen. Aber so wie wir ist sich hoffentlich auch unser Gegenüber sicher, den besten Weg für sich und das Kind zu gehen. Auch wenn der in unseren Augen vielleicht falsch ist, das müssen wir akzeptieren…

    Liebe Grüße,
    Hanna

    Definitiv! Erkenne mich in vielem was du schreibst.
    Dank dir, hab ich mich nun auch an BLW getraut. Wahnsinn, wie schnell er lernt, sich nicht zu verschlucken. Was soll ich sagen, Vertrauen haben ins eigene Kind und alles wird gut (Credo meines Mannes).
    Danke für euren Blog und die tollen Beiträge, die irgendwie immer zur richtigen Zeit kommen.

    Brokkoli wird ausgelutscht,Kürbis und Karotte wird zermatscht, Zwieback mit seinen inzwischen 6 Zähnchen fleißig geknabbert und natürlich Brezel.Wirklich viel ist das alles nicht, er bekommt auch immer noch meine selbst gemachten eingefrorenenBabybreie (müssen ja weg).

    Hab aber nicht so wirklich das Gefühl,dass ihn das alles irgendwie total interessiert (außer Zwieback, der vermutlich extrem angenehm für den Kiefer ist).
    Aber auch dank deines Berichts, stresseiich mich nicht mehr allzu sehr. Ich biete ihm immer wiederuunterschiedliche Sachen an und das wird dann schon.

    Hei und direkt mal Danke!
    Ich habe eine sechs Monate alte Tochter und stille sie voll. Mein Kinderarzt macht Druck-so wie mein restliches Umfeld- ich solle so schnell wie möglich Beikost einführen. Weil Mandats in dem Alter eben macht! Die Kleine entwickelt sich prächtig und das Stillen tut uns beiden gut. Es hat von Anfang an geklappt. Und ich habe halt immer gedacht ich würde irgendwann merken dass der Zeitpunkt da ist Beikost einzuführen. Aber für sie und mich ist der Punkt noch nicht gekommen, was zu völligem Unverständnis meines Umfelds führt. Und die Literatur bzgl Ausschließlichem Stillens ist sehr einseitig.
    Wie ist denn eure Erfahrung mit ausschließlichem Stillen? Wie lange ist das unbedenklich? Ich war die letzten Tage deshalb sehr gestresst und wollte schon Beikost einführen weil ich Angst hatte ich behindere sie in ihrer Entwicklung. Glücklicherweise habe ich einen Mann mit kühlem Kopf an meiner Seite. Ich wäre froh über ein paar Rückmeldungen.

    Hallo Tina,
    unser Rubbelbatz wollte mit fast 6 Monaten unbedingt essen. Nennenswerte Mengen sind allerdings nicht drin geblieben bis er etwa 12 Monate alt war. Mit meiner Seite Babyled-Weaning.de beschäftige ich mich viel mit diesem Thema. Entgegen der gängigen Gerüchte scheint es so zu sein, dass die Eisenspeicher von Babys meist auch 12 Monate oder länger reichen. Ein Eisenmangel ist aber schnell festgestellt und behoben, wenn Du darauf achtest. Die anderen Nährstoffe bekommt Dein Baby über die Muttermilch und zwar weitaus leichter aufzunehmen als aus irgendeiner Nahrung. Solange Dein Baby wächst, fit und fröhlich ist, gibt es also meines Wissens nach keinen Grund, es zur Beikost zu zwingen. Zumal sich Babys zu sowas meist eh nicht zwingen lassen und das nur in super viel Stress ausartet.
    Deshalb mein Tipp: Schau Dir Dein Baby an, hör auf Dein Bauchgefühl. Sag dem Kinderarzt, Du hast seinen Ratschlag zur Kenntnis genommen, aber er soll auch Deine elterliche Entscheidung zur Kenntnis nehmen, Dich darin unterstützen und sichergehen, dass Dein Baby keine Mangelerscheinungen hat. Sonst würde ich den Kinderarzt wechseln. Denn leider sind die wenigsten Kinderärzte auf dem aktuellen Stand, was Stillen und Beikost angeht. Die meisten sind vor der Zeit groß geworden, in der die Ersatzmilch-Industrie in der Fernsehwerbung jede beliebige „Wahrheit“ verbreiten durfte. Heute ist das aus gutem Grund verboten, doch die „Fakten“ halten sich hartnäckig im „Allgemeinwissen“.

    Ich wünsche Dir, dass Du weiterhin auf Dein Baby und Dein Bauchgefühl vertrauen kannst und einen Arzt findest, der sicherstellt, dass alles richtig läuft.

    Viele Grüße,
    Hanna

    Toller Artikel zum Langzeitstillen <3 !!! Und herzlichen Dank, dass du meinen Artikel als link mit aufgenommen hast. Es sollten sich definitiv mehr Mütter trauen, ihrer Intuition zu folgen, aber leider haben sie aus der Großmuttergeneration wenig unterstützende Vorbilder, sondern eher kritische Negativstimmen, die mehr verunsichern als helfen. So auch bei mir: beide Omas hatten nach kurzer Zeit "zu wenig Milch" so dass sie nach 2-3 Monaten zum BREi!!! wechseln mussten… Deshalb wurden auch immer die Ängste geschürt, dass das Kind nicht satt oder sogar unterentwickelt sein könnte, da es ja nichts "Richtiges" zu essen bekommen würde. Da muss man erst mal standhaft bleiben – das fällt oftmals schwer. Das weis ich aus eigener Erfahrung. Deshalb sind solche Erfahrungsberichte aus unserer Generation so wertvoll und wichtig!

    Hallo Mother Birth,

    das sehe ich ganz genauso – deshalb habe ich auch deinen und die anderen Artikel mit aufgeführt. Woher soll eine junge Mutter denn wissen, dass ihre Intuition richtig ist und nicht das, was die anderen sagen…

    Hallo liebe Sarah,

    ungefähr so stelle ich mir das auch vor – irgendwann noch abends und morgens stillen und in Ausnahmesituationen, wenn er z.B. krank ist.

    Eine Tagesmutter könnte ich mir auch vorstellen, bist du zufrieden mit deiner Entscheidung?

    Liebe Grüße,
    Hanna

    Danke für den schönen Artikel! Wir stillen nach 19 Monaten immer noch ganz viel. An Abstillen ist gar nicht zu denken. Der Knirps hat Beikost die ersten 12 Monate komplett abgelehnt, sodass wir da sogar noch voll gestillt haben. Und auch jetzt gibt es immer wieder Phasen, in denen er fast nichts essen mag und die Brust vorzieht. Dann kommen auch wieder Tage, an denen er mit großem Appetit ganz viel isst. Zum Beruhigen braucht er die Brust natürlich auch immer mal. Einen Schnuller hat er noch nie gemocht. Eingeschränkt in meiner Freiheit fühle ich mich nicht. Ich genieße diese innige Zeit, solange sie andauert, denn ich bin mir sicher, dass ich sie vermissen werde….

    Hallo an alle Mama’s hier!
    Es tut sooo gut zu lesen und rührt mich einfach im Herzen an,wenn man sieht wie viele doch so innig mit ihren kleinen schätzen sind.
    Ich stille meine Tochter nun 15monate und das absolut nach ihrem bedarf. Wir fahren prima damit und ich weiß tief in mir das dies der richtige weg ist denn so ein zufriedenes und aufgewecktes Kind,gesund,wohlgenährt,viel lachend und ausgeglichen…….das ist der Lohn für die Abhängigkeit beiderseits. Ich genieße jeden tag weil ich weiß von meiner großen tochter (mittlerweile fast 9jahre)wie schnell und unwiederbringlich diese heilige zeit vorbei vorbei geht!Darum ihr Mütter ;alles lässt sich nachholen-nur dieses eben nicht.ich wünsche allen einen guten gesunden sinn und stärke und wissed:eure kinder werden durch das lange stillen:schnell selbstständig, haben ihre feste Basis, sind voller vertrauen,elan und besitzen ein super Immunsystem .in diesem sinne…..danke an alle die es machen!!!
    Lg Lisa

    Ein wirklich schöner Artikel, vielen Dank! Ich oute mich eigentlich sonst nicht, weil ich sonst wirklich schräg angeschaut werden würde. Mein Winterkind ist vor 2 Monaten 3 Jahre alt geworden. Und zum Mittagsschlaf und abends stillen wir „immer noch“. Er kann auch bei Papa einschlafen wenn ich nicht da bin, aber wenn ich ihn ins Bett bringe, dann fragt er immer so süß, schläft kurz danach zufrieden ein. Also warum sollte ich ihm das verwehren? Manchmal hab ich mich schon gefragt, ob das in dem Alter noch normal ist. Aber gut zu lesen, dass ich mir da keine Sorgen machen muss. Das Schöne an den großen Stillkindern, ist dass sie darüber erzählen. „Die schmeckt so warm und lecker nach Mama“. Tsja was soll man dazu dann noch sagen?
    Lieben Gruß
    Tanja

    Liebe Tanja,

    vielen Dank für’s outen 🙂 Je mehr sich das trauen, desto einfacher wird es für andere Mamis zu erkennen, dass es eigentlich etwas ganz Natürliches ist, so lange zu stillen und dass das auch in unsere Gesellschaft praktiziert wird. Auch ich bin froh, das zu hören!

    Mein kleiner Bruder wurde übrigens auch gestillt, bis er 3 Jahre alt war. Ich dagegen habe mit 6 Monaten begonnen, mich selbst abzustillen. Da hat eben jedes Kind seinen individuellen Weg. Schön, dass du deinem das zugestehst.

    Liebe Grüße,
    Hanna

    Hallo!

    Ich bin gerade über huffpost.com auf diesen Blog aufmerksam geworden. Und ich kann dir sagen: du bist nicht allein! Meinen Großen habe ich einen Monat nach seinem 3. Geburtstag abgestillt. Da war ich mit seiner Schwester bereits schwanger. Und die „Kleine“ ist vor zwei Wochen 4 Jahre geworden und besteht zum Einschlafen noch auf ihre „Mimi“… ? Ich mache da auch kein Geheimnis draus. Klar wird man, praktisch immer, schief angeschaut, aber da stehe ich drüber! ? Meine Kinder sind wichtiger als die Meinungen der anderen… ?

    Lasst euch nicht von anderen einschüchtern und macht es so wie ihr es für richtig haltet!

    LG! Alexandra (Kampfstillerin ?)

    Liebe Alexandra,

    vielen Dank für diesen Einblick in euer Stillleben 😉 und die aufbauenden Worte.

    Alles Gute auch für euch,

    liebe Grüße,
    Hanna

    Ich stille verdammt gerne. Mir würde es nicht im Traum einfallen, den kleinen Raben jetzt irgendwann abzustillen. Er wird nächste Woche 9 Monate alt. Und ich plane nicht, ihn überhaupt aktiv und bewusst abzustillen.

    Ganz besonders nachts empfinde ich das Stillen als so viel einfacher und entspannter als alles andere. Ich trage Still-Pyjamas. Wenn der Kleine neben mir also unruhig wird ist das ein Handgriff und eine minimale Drehung. Dann ist er angedockt und ich kann weiter schlafen. Manchmal bedient er sich sogar schon selbst und ich werde erst wach, wenn er nach ein paar Stunden die Seite wechseln will (weil Hunger) oder muss (weil eine Brust hart und geschwollen). Wenn ich mir vorstelle, jede Nacht stattdessen richtig aufzuwachen, ihn herumzutragen oder eine Flasche anzuführen – omfg, dann würde ich auf dem Zahnfleisch gehen!

    Ganz ehrlich, ich verstehe es echt einfach nicht, weshalb so viele Frauen sagen, dass das Stillen so hart oder anstrengend ist. Kommt das noch, wenn sie beißen oder so?

    Einzig das mit 17 Monate ohne Zyklus erschreckt mich ein wenig. Wir würden dann (also so in einem dreiviertel Jahr) schon langsam an einem Geschwisterchen basteln wollen…

    Liebe Fledermama,

    danke für deinen Kommentar. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, wie Nicht-Still-Mamas das machen. Zusätzlich zum Aufstehen und Kind Beruhigen / Tragen fehlen denen ja auch noch die Stillhormone!

    Und die 17 Monate waren natürlich incl. Schwangerschaft, also keine Sorge und viel Glück für die Nr. 2!

    Hallo in die Runde, da kann ich vielleicht etwas zu beitragen. Ich habe meinen Sohn knapp zwei Jahre gestillt und hatte trotzdem irgendwann wieder einen Zyklus. Mein Sohn wurde gezeugt, da habe ich ebenfalls noch meine Tochter gestillt und hatte noch keine Blutung. ich wurde also im ersten Zyklus ohne dass mir das klar war, dass ich einen habe, schwanger. Wir haben es einfach probiert…und siehe da es hat geklappt. War mit dem Geburtstermin berechnen ohne Zyklus etwas schwierig, aber mit der Zeit hat auch der sich gefunden :-))
    Ich habe beide nicht aktiv abgestillt. Meine Tochter wollte nach einem Jahr nicht mehr an die Brust, von jetzt auch gleich. Und mein Sohn hat das knapp zwei Jahre genossen und dann war es genug und das Wurstbrot einfach anziehender. Kuscheln und mit im Bett schlafen tun sie aber immer noch gern wenn sie nach Nähe suchen…denke das diese Bindung auch dadurch einfach sehr stabil ist. Liebe Grüße Andrea

    Hallo liebe Andrea,

    danke für Deinen Beitrag und schön, dass deine Kinder selbst bestimmen durften, wann es für sie so weit war.

    Ich habe das auch schon oft gehört, dass Frauen mit dem ersten Zyklus nach der Geburt wieder schwanger werden. Vor nicht allzu langer Zeit habe ich daher einen Test gemacht, weil mich verschiedene Symptome an die Schwangerschaft erinnert haben – noch habe ich allerdings Glück.

    Ich wünsche dir und deinen zwei Kleinen weiterhin alles Gute,

    Liebe Grüße,
    Hanna

    Ein absolut wichtiges Thema!
    Ich habe mich vorher auch nicht so richtig mit dem Thema Stillen befasst. Ich wusste nur, dass ich es machen möchte, eben wir man hört die „üblichen“ 6 Monate.
    Mittlerweile bin ich aber ein echter Stillfan geworden: es ist praktisch, immer verfügbar, hygienisch und immer in der richtigen Zusammensetzung für das Kind. Und neben Ernährung ja noch so viel mehr….und bis das Kind wirklich von BLW satt wird, wird eben weitergestillt.
    Ich kann noch die Infos und offenen Treffs der „La Leche Liga“ empfehlen, die es in vielen Regionen (nach PLZ filterbar) gibt. Dort trifft man dann auch im „realen“ Leben Gleichgesinnte 🙂

    Lieben Dank für`s Einbauen und Erwähnen, ich bin ganz bei Dir, dass das Langzeitstillen einfach akzeptierter und normaler werden sollte. Für mich fühlt es sich jetzt im Rückblick ganz natürlich an, auch wenn ich nie plante, Langzeit-Stillmama zu werden. Gerade für sensible Kinder ist die Brust ein wichtiger Trost bei Veränderungen wie Kitastart etc. Insofern kann ich alle Mamas nur ermutigen, so lange zu stillen, wie das Kind möchte und natürlich wie es für euch okay ist.
    Liebe Grüße!

    Also ehrlich gesagt bin ich mit dem Artikel überhaupt nicht einverstanden. Stillen ist sicher ein gesunder Weg, sein Kind zu ernähren. Außerdem schadet es bestimmt keinem Kind, wenn es mehrere Jahre gestillt wird. Bis dahin bin ich deiner/eurer Meinung. Ich finde es aber nicht okay, sich so extrem moralisch über andere zu stellen.
    Du fragst ob eine Mutter wirklich ihre Unabhängigkeit braucht, ob sie ein Recht darauf hat, ob ihre Bedürfnisse mehr zählen als die des Kindes.
    Solche Fragen finde ich übertrieben und sie bilden für mich überhaupt nicht das Verhältnis von Mutter zu Kind ab, das in meiner Vorstellung existiert. Welche Mutter ist denn abhängig von ihrem Kind, wo müssen denn Bedürfnisse gegeneinander aufgewogen werden? Vielmehr hat eine Mutter meiner Meinung nach Verantwortung für ihr Kind. Meine Frage würde eher lauten: Kann eine Mutter es verantworten abzustillen? Klingt für mich schon weit weniger dramatisch und kann daher individueller beantwortet werden. Ich störe mich auch total an dem Ausdruck, dass ein Kind nichts anderes kann als um Hilfe zu bitten und im Zweifelsfalle einfach damit aufzuhören. Ein Kind ist kein Bettler vor seinen Eltern, eine Eltern-Kind-Beziehung bedeutet für mich Austausch, Dynamik, Liebe. Unter solchen Bedingungen ist es sehr wohl möglich abzustillen, ohne die eigenen Bedürfnisse gegen die des Kindes abwägen zu müssen. Es hat nichts mit „die Muttermilch wegnehmen“ gemeinsam, wenn man einen sanften Weg findet.
    Ich habe keinen gesellschaftlichen Druck verspürt und habe trotzdem abgestillt. Ganz einfach, weil ich es wollte. Das werden manche als Egoismus auffassen. Für mich ist eine Entscheidung dann egoistisch, wenn ich sie nur um meinetwillen treffe und dabei den Schaden anderer in Kauf nehme. Ich sehe keinen Schaden. Ich glaube nicht an das Allumfassende des Trinkens an der Brust.

    Liebe F.,

    vielen Dank für deinen kritischen Kommentar. Genauso wie meine Meinung hat natürlich auch die deine ihre Berechtigung.

    Du hast recht, der Artikel ist sehr polarisierend geschrieben und vertritt sehr stark meine persönliche Meinung. Allerdings war auch genau das meine Absicht: auf meinem persönlichen Blog meine persönliche Meinung zum besten zu geben. Das wird bei manchen Müttern wohlwollendes Nicken auslösen, bei anderen inneren Protest. Wenn es aber nur für manche die Bestärkung und Rückendeckung bietet, die sie brauchen, um sich gegen gesellschaftlichen Druck durchzusetzen, bin ich zufrieden mit der Wirkung.

    Ich möchte niemanden kritisieren, der für sich seine Entscheidung getroffen hat und damit glücklich ist, jede Mutter muss das für sich entscheiden. Daher werde ich mit dem Rest deiner Meinung nicht argumentieren, sondern sie einfach so stehen lassen.

    Liebe Grüße,
    Hanna

    Liebe Rubbelmama,

    bei den Vorteilen von Stillen und Langzeitstillen bin ich ganz bei dir. Ich sehe den Beitrag allerdings auch kritisch und möchte kurz eine andere Perspekive schildern. In meiner ersten Stunde im Rückbildungskurs saßen wir Frauen alle im Kreis und die leitende Hebamme forderte uns auf, uns vorzustellen und zu sagen, wie lange wir bereits unser Kind stillen. Je länger die Frau stillte, desto mehr wurde sie beglückwünscht. Die Mamas, die ihre Kinder nicht stillten, saßen mit hochrotem Kopf da und trauten sich vor lauter Scham kaum etwas zu sagen. Zu diesem Zeitpunkt stillte ich meine Tochter voll, zählte also auch zu den „Stillenden“, die beglückwünscht wurden. Trotzdem tat mir diese deutliche (Ab-)Wertung von Stillenden und Nichtstillenden weh, schließlich sah ich wie es die anderen Mütter traf und es ihnen weh tat.
    Nur zwei Wochen später gerieten wir in eine Stillkrise. Ich gab alles, versuchte alles, verbrachte den Tag mit Abpumpen und einem vor Hunger brüllenden Kind. Nach einer Woche gab ich auf, für mein Kind. Die Flasche nahm sie mit Begeisterung und war wieder richtig zufrieden. Meine Hebamme, die ich während dieser Zeit um Hilfe bat, meldete sich nie bei mir. Es tat sehr weh, mit dem Stillen aufzuhören. Vielleicht hätten wir es mit Hilfe doch geschafft, ich weiß es nicht.
    Und plötzlich war ich auf der „anderen“ Seite. Man wird komisch angeschaut, die Frage nach dem Egoismus steht im Raum. Ich kenne keine einzige Mutter, die aus egoistischen Gründen nicht mehr stillt, alle die ich kenne waren sehr getroffen als es nicht mehr klappte. Deshalb finde ich es schade, in dem Zusammenhang von Egoismus zu sprechen, schließlich weiß man nie warum eine Frau nicht mehr stillt. Klar, du hast das in einem kleinen Sternchen unter deinem Beitrag erwähnt, trotzdem schwebt die Wertung deutlich im Artikel. Es gibt viele Kampagnen für stillende Mütter (Was ich auch sehr sinnvoll finde), aber ich finde es wichtig, dabei nicht zu vergessen, dass es nicht „die einen“ oder „die anderen“ gibt, sondern dass wir alle Mütter sind die unsere Kinder lieben.
    Ansonsten stehe ich zum Theme Langzeitstillen ganz hinter dir 🙂

    Danke, Lisa, für diese sehr differenzierte Sichtweise. Ich bin da ganz bei dir und möchte genau solche Mütter eigentlich nicht treffen.

    Aber, so unterschiedlich sind die Lebenserfahrungen, viele der Stillmütter in meinem Umkreis stillen nicht unfreiwillig ab. Was ich zu hören bekomme, ist teils ein richtiger Kampf gegen das Baby. Wenn ich nachfrage, höre ich oft heraus, dass die Motivation dahinter selten reflektiert wurde. D.h. die Antworten, die ich bekomme, enthalten oft ein „muss“ – Das muss jetzt aufhören / Er muss jetzt endlich lernen / u.s.w. Ich spare mir die Frage, warum er/ sie denn muss, denn ich weiß, dass sie die Frage nicht verstehen würden. Denn diese Meinung, dass das Stillen über die 6 Monate hinaus für die Mutter irgendwie negativ sei, ist in vielen Köpfen vertreten. Das ist es, was ich kritisiere und da bin ich tatsächlich auch wertend. Möchte ich auch wertend sein. Ich finde es schade, dass so viele Mütter sich unreflektiert auf das verlassen, was ihnen vorgelebt bzw. verbal weitergegeben wird, anstatt auf ihren Instinkt zu hören bzw. sich selbst erst einmal ausgiebig zu informieren.

    Denn obwohl das Stillen in bestimmten Gesellschaftsschichten, so wie du es schilderst, sehr prestigebehaftet zu sein scheint, ist es tatsächlich ein verschwindend kleiner Teil der Mütter, die entgegen gesellschaftlicher Norm länger stillen. Um all die anderen zum Nachdenken zu bewegen, braucht es manchmal vielleicht ein klein wenig Unfairness. Sorry.

    Vielen Dank für den tollen Artikel!
    Ich teile ihn Wort für Wort und hätte es nicht besser formulieren können! Auch wir stillen mit 2 1/4 (fast 28 Monate) immer noch (nachts). Mag sein, dass es vielleicht auch Gewohnheit ist, aber ich habe dennoch das Gefühl, dass sie es noch braucht. Und wenns nur für das Bedürfnis nach Nähe ist.
    Inzwischen bin ich seit knapp 8 Wochen 2-fach Mama und anfangs stillten die Mäuse sogar zeitgleich.
    Ich stehe voll und ganz dazu, meine Große noch zu stillen – es ist das Natürlichste der Welt und wen es stört, soll sich seinen Teil denken! Ich nehme ihr ihre nächtliche Milch nicht weg, nur weil jemand meint, es wäre „nicht normal“ oder „zu lang und hätte ja keinen Nutzen mehr“ etc.!
    Die Kleine darf auch so lange stillen, wenn sie das möchte und es braucht! Familienbett sei Dank klappt das sowieso ohne Probleme.
    Ich kann jeder Stillmami nur raten, sich nie von Anderen verunsichern zu lassen! Lasst euch nichts einreden, sondern handelt nach eurem Instinkt und denkt dabei lediglich an eure Mäuse – denn für sie ist es ja schließlich *lach*!

    Hallo Jessica,

    ich kann deine Meinung (ich bin mir sicher auch stellvertretend für meine Frau) nur gutheißen und bin sehr glücklich darüber, dass wir uns in unseren Gedanken die Ansichten die Meinung und Ansicht zum Langzeitstillen teilen. Du hast meiner Meinung nach total Recht, wenn du deiner Intuition vertraust und deine Kleine so lange stillst, wie SIE es für nötig erachtet. Solange es für Dich in Ordnung ist, haben doch die wichtigsten Personen in diesem Szenarion schon eine Lösung gefunden. 🙂

    Vielen Dank für dein Kommentar und dein Lob. Bleib Dir un deinem Weg treu!

    LG Rubbelpapa

    Ich stille schon seit über fünf Jahren, mittlerweile das zweite Kind, meine große Maus hat drei Jahre und drei Monate gestillt, zwei Monate Tandem, ich hab die Erfahrung gemacht, dass wenn man selbstbewusst dazu steht, die Leute es auch eher akzeptieren, ich hatte direkt noch nie ein Problem, nur im Wiener prater gab es mal schräge Blicke von vermummten Leuten, gesagt hat aber auch dort niemand was, mein Mann musste nur deswegen kichern, als die wehen bei meiner zweiten Tochter anfingen, hab ich meine erste noch schnell einschlafgestillt, die hatte dann nichtmal mitbekommen das wir ins Krankenhaus sind.

    Super, hier ganz ähnlich! Ans Tandem habe ich mich allerdings nicht gewagt, drum wurde die Mittlere nach knapp 3 Jahren „entwöhnt“. Die Kleinste ist nun drei, und macht keine Anstalten, aufs Stillen zu verzichten. So what!
    In meinem Umfeld werden gerade die jüngeren Kinder länger gestillt. Das ist weiter verbreitet, als man denkt.

    Hallo Coco,

    ja, ich treffe auch immer mehr Mütter, die ältere Kinder noch stillen. Ich denke, das hängt tatsächlich vom sozialen Umfeld ab. Leider bekomme ich immer wieder, nicht zuletzt als Resonanz auf diesen Artikel, mit, wie verunsichert viele Mütter sind. Obwohl ihr Bauchgefühl sagt, dass es nicht richtig wäre, weiter zu stillen, werden sie von Partnern, Familienangehörigen oder Freunden unter Druck gesetzt, abzustillen. Das finde ich nicht richtig. Jeder sollte seine Entscheidung für sich treffen und vorher genügend informiert sein!

    Das kann ich unterschreiben, und es ist schön, so einen Artikel zu lesen, der das bestätigt, was ich empfunden habe/empfinde. Meine Tochter hab ich 4 Jahre gestillt, mein kleiner Sohn ist jetzt 3 und möchte auch noch die Brust am Morgen.
    Allerdings bis es so richtig ins Fließen kam, hat eine Weile gedauert, Milchstau….mehrmals hintereinander , bis die eine Seite dann aufgab. Aber , es geht auch mit einer Brustseite???
    Er schlief auch gern an der Brust ein, was ich als sehr angenehm empfand…Zeitfaktor ein Plus für mich, vor allem, wenn noch mehr Kinder da sind, die einen ‚ brauchen‘

    Das klingt nach einer wirklich entspannten Einstellung zu dem Thema. Hattest du Probleme mit der Einstellung und den Kommentaren / Blicken anderer?

    Das Thema Milchstau bzw. Brustentzündung kenne ich leider auch nur zu gut. Ich liege dann teilweise eine Woche flach – das könnte ich natürlich durch Abstillen vermeiden, allerdings ist es mir das tatsächlich wert.

    Ich habe zwei sehr unterschiedliche Stillbeziehungen gehabt. Unsere erste Tochter hat sich mit 11 Monaten selbst abgestillt. Sie hat tatsächlich von einen Tag auf den anderen nicht mehr gewollt und nur noch Wasser getrunken. Unsere zweite Tochter ist im Februar 3 geworden und wird immer noch gestillt. Ich habe es inzwischen mit ihr abgesprochen, dass wir nur noch am Abend, in der Nacht und am Morgen stillen. Da sie inzwischen unter der Woche den ganzen Tag in der Kita ist, ist es so einfacher.

    Hallo Sarah,

    das höre ich auch ganz oft, dass Kinder plötzlich nicht mehr gestillt werden möchten. Bei mir selbst war es wohl mit ca. 6 Monaten schon so weit – eine Geschichte, die ich unglaublich finden würde, wenn ich nicht 3 Brüder hätte, die viel länger gestillt wurden, einer sogar mehr als 2 Jahre…

    beim ersten kind hatte ich von anfang an probleme, schon am 2. tag hatte ich blutige brust, sollte abpumpen usw. meine hebamme war da keine hilfe, hat mich sogar alleine gelassen mit alles. also gabs die flasche und abgepumpte milch. mit 6 wochen hab ich sie wieder an die brust gewöhnt, aber war nie genug, musste mit flasche nachgeholfen werden. hatten 3 tage versucht nur zu stillen, sogar stündlich, kind war nur am schreien (übrigens von einer stillberaterin empfohlen), dass sie abends wo sie auch flasche bekam erschöpft eingeschlafen ist und mit 3 monaten 8-9 stunden durchgeschalfen hat. mit 4 monaten hat sie es verweigert, habe noch 1 monat lang versucht, wieder abgepumpt, aber irgendwann war es gut, also mit 5 monaten aufgehört. bei den zwillingen, da sie frühchen waren, probleme mit blutzucker und temperatur, milcheinschuss erst am 4. tag, sie konnten die brust nicht festhalten, 1 monat lang frühchenmilch bekommen, damit sie zu kräften kommen. zwischenzeitig abgepumpt, sofern neben den grossen, haushalt, schlafentzug usw möglich war. für mich war klar anlegen+abpumpen+flasche füttern in 2-3 stunden rhytmus nein danke, dann komme ich überhaupt nicht zur ruhe. 2 monate insgesamt versucht, aber ich gebe es ehrlich zu: bereuen tue ich es nicht, dass ich nicht gestillt habe. es war für uns alle leichter. und nachts wachen sie nur 1x auf, dann gibts die flasche und nicke teilweise daneben ein. ja die ersten 3 monate waren hart, aber wir fühlen uns auch ohne stillen gut.

    Hallo anonyme Leserin,

    das klingt nach einer echt harten Stillbeziehung und tut mir leid, zu hören! Und Respekt, dass du trotzdem so lange durchgezogen hast.

    Natürlich gibt es Fälle, das ist klar, in denen Langzeitstillen keine Option ist. Zum Glück gibt es viele andere Wege, das gut zu kompensieren, viel kuscheln, tragen, Familienbett zum Beispiel. Im Internet findet man auch hilfreiche Tipps, wie man das Füttern mit der Flasche gestalten kann, um das Erlebnis der Nahrungsaufnahme möglichst gut zu gestalten für das Baby.

    Ich wünsche euch alles Gute,

    Hanna

    Wie ihr sicher schon mitbekommen habt bin ich Flaschenmami und habe sogar den Mut gefunden diesen Weg auch hin und wieder zu verteidigen, wenn ich es als angebracht sehe. Aber ich bin einfach eine offene, tolerante und menschenliebende Person und verstehe nicht, warum man andere Wege nicht gelten und anerkennen soll, nur weil man sie selbst nicht geht. Egal in welche Richtung. Deshalb ist es auch für mich als Flaschenmami selbstverständlich, dass jede Mutter solange stillen sollte wie sie möchte. Dass es einfach nur natürlich und sonst nichts ist in der Öffentlichkeit zu stillen. Dass eine Mutter solange stillen sollte wie sie es möchte. Es gibt so viel Sexuelles und Freizügiges in unserer Kultur (was ich befürworte, denn es ist einfach Teil des Lebens), dass ich nicht verstehen kann wie man sich daran stören kann, dass ein Kind an der Brust der Mutter genährt wird. Und ja, auch als Flaschenmami: Das ist das natürlichste der Welt! Ich glaube jeder hat im Kopf so eine Grenze, wo es ihm komisch wird, wenn ein Kind in dem Alter gestillt wird. Ich denke auch Langzeitstillmamis. Das ist auch völlig okay, trotzdem muss einem klar sein, das letztendlich nur die zeitliche Grenze der Beteiligten eine Rolle spielt, nicht die der Außenstehenden. Einzig und allein was zählt ist, dass es den Beteiligten dabei gut geht und es freut mich zu lesen wie schön es für dich ist! 🙂

    LG!

    (Ps:. Das Recht der Mutter auf gewisse Freiheiten und Unabhängigkeiten ist für mich übrigens auch untastbar solange das Kind natürlich nicht verwahrlost o.ä. … Manche Mütter haben hier höhere Bedürfnisse als andere. Wenn sie diese befriedigen können, sind sie vielleicht aber auch ausgeglichener, noch liebevoller etc. … was letztendlich ja auch wieder dem Kind zu gute kommt. Dieser Grat ist bei jedem anders, das kann jeder nur für sich selbst entscheiden.)

    Es ist schön, dass du so liberal mit dem Thema umgehen kannst und hinter deiner Entscheidung stehst. Denn egal, was wir als Eltern machen, wenn wir für uns entschieden haben und das für unsere Kinder für das Beste halten, sollten wir uns nicht dafür rechtfertigen müssen. Auch wenn andere (wie wir zum Beispiel), etwas anderes für das Beste halten.

    Ich persönlich sehe vor allem das Wohlergehen des Kindes als unantastbar und bin der Meinung, dass dieses über den Rechten von Eltern steht. Denn Eltern hatten die Möglichkeit, sich zu entscheiden und haben sich für ein Leben mit Kindern entschieden. Das bedeutet nun mal auch Einschränkungen, vor allem in den ersten Lebensjahren. Aber natürlich gibt es da Grenzen, da gebe ich dir Recht. Auch Kindern wird es nur so richtig gut gehen, wenn es den Eltern gut geht. Dabei die Balance zu finden, ist nicht immer einfach.

    Liebe Rubbelmama,

    gerne lese ich Elternblogs, weil mich immer interessiert, wie andere es so machen. Dabei fällt immer wieder auf, dass das Thema Stillen total polarisiert: Die einen vergöttern es, die anderen verteufeln es. Ich bin der klaren Meinung, dass JEDE Mutter darin bestärkt werden sollte, es so zu tun, wie es für SIE richtig ist. Nur eine ausgeglichene Mutter kann ein ausgeglichenes Kind haben!

    Ich habe auf Anraten meines Kinderarztes nach vier Monaten abgestillt, weil mein Hormonhaushalt vollkommen aus dem Ruder gelaufen war. Ich hatte Neurodermitis im ganzen Gesicht, der Juckreiz ließ mich kaum noch schlafen, es sah schrecklich aus, ich war am Boden zerstört. Nach langem Abwägen und schlechtem Gewissen meinem Sohn gegenüber fällte ich endlich die richtige Entscheidung: Ich stillte ab, um eine Kortison-Therapie machen zu können (das Kortison wäre sonst natürlich in die Muttermilch übergegangen).

    Mein Sohn nahm die Flaschenmilch prima an, ich wurde wieder gesund. Was für eine Erleichterung für die ganze Familie!

    Liebe Stillmamis: Es ist ein Privileg, dass ihr stillen könnt. Genießt es! Seid aber bitte nicht gehässig oder abwertend den Müttern gegenüber, die das nicht können oder wollen. Wir lieben unsere Kinder genau so sehr wie ihr!

    Das ist so wunderschön geschrieben und beschreibt genau mein Erleben zum Thema „Stillen“. Ich bin da völlig planlos zusammen mit meinem Sohn „reingewachsen“, insgesamt haben wir sechs Jahre Stillzeit genossen.

    Ein wunderbarer Artikel! Während der Schwangerschaft hab ich mich nie mit dem Thema Langzeit stillen beschäftigt. Stillen klar, aber wie lange? Jetzt ist der Zwerg zwei. Warum sollte ich abstillen? Ich arbeite und wie könnte ich die Zeit mit ihm intensiver als mit Stillen verbringen?

    Ich möchte noch zwei Vorteile für die Mama ergänzen. Stillen schützt vor Diabetes vor allem nach Schwangerschaftsdiabetes und auch vor Brustkrebs.
    LG!

    Liebe Stefanie,

    danke für die Anmerkungen. Ich kann dir da absolut Recht geben. Es gibt keinen Grund, warum wir unseren Kindern und uns diese Nähe nehmen sollten, wenn sie sie doch offensichtlich noch möchten und genießen.

    Liebe Grüße,
    Hanna

    Hallo!
    Ich finde es schön einen so bestärkenden Artikel über das Stillen zu lesen. Ich hatte mein erstes Kind nicht stillen können. Ich hatte dazu keine Möglichkeit gehabt. Beim zweiten Kind hatte ich ein Medikament für meine chronische Erkrankung bekommen mit dem ich das zweite Kind stillen konnte. Mein erstes Kind hatte mit vier Monaten Neurodermitis bekommen, wieso es mir beim nächsten Kind doppelt so wichtig war das es gestillt wurde. Ich war am Anfang schnell veru sichert von anderen Müttern die nicht stillten und hatte deshalb zu große Stillabstände. Nach zehn Tagen musste ich zufüttern. Ich konnte auch Anfangs nur mit Stillhütchen stillen, weil ich Probleme hatte beim Anlegen. Hatte etwas flachere Brustwarzen. Nach einigen Monaten kamen die Stillhütchen weg und nach vier Monaten kam ich bei ihm von der Flasche langsam weg. So das mein zweiter Sohn schließlich voll gestillt wurde. Insgesamt wurde mein zweiter Sohn ein Jahr und drei Wochen gestillt. Zu der Zeit wurde ich sogar vom Jugendamt schräg angekuckt, wieso ich mit Medikamenten mein Kind so lange stille. Es wurde gesagt das das für die Exploration hinderlich sei und das er sich wohl vielleicht wegen der Muttermilch langsamer motorisch entwickelt. Trotz Muttermilch konnte er aber eher das Köpfchen halten als sein älterer Bruder und konnte auch eher gehen als sein älterer Bruder. Inzwischen ist der Zweite vier und überdurchsnittlich sprachlich begabt wie auch der ältere Bruder. Nur leider spricht der ältere Bruder näselnd. Bei den U-Untersuchungen konnten keine motorischen oder Sprachlichen Defizite zu irgendeinem Zeitpunkt festgestellt werden. Er war nur etwas langsamer bei der Motorik als der Durchschnitt. Der zweite hatte eine ausgeprägte Neigung zu lächeln als Baby. Das wurde mir sogar als Vorwurf gemacht und dieses Lächeln als maskenhaft bezeichnet. Selbst mit vier Jahren lächelt der Zweite immer noch auffallend häufig und ist ein richtiger Charmeur geworden. Er erobert schnell andere Herzen. Den Zweiten hatte ich ein Jahr und drei Wochen gestillt und ich glaube den dritten möchte ich mindestens genau so lange stillen. Der ist jetzt drei Wochen alt und das Stillen klappte von anfang an problemlos. Ich wäre froh wenn es weniger Leute gäbe die lange Stillen mit von Ärzten abgezprochenen Medikamenten nicht verteufeln würden.

    PS: Korrigiere: ich wäre froh, wenn es mehr Leute gäbe die Frauen ermutigeb würden zu stillen, selbst wenn diese das nur mit Medikamenten können, die vorher mit den Ärzten abgesprochen wurden.

    Hallo liebe Helena,

    genau für Mütter, die schief angeschaut werden, habe ich diesen Artikel verfasst! Egal, wie lange eine Mutter stillt, ob 6 Monate oder 6 Jahre, die Menschen sollten sich bewusst sein, dass biologisch zweiteres in uns veranlagt ist und absolut nichts unnatürliches daran ist.

    Ich wünsche Dir eine wunderbare Stillbeziehung mit Deinem dritten Kind!

    Liebe Grüße,
    Hanna

    Hallo meine Liebe, vielen lieben Dank für den tollen Beitrag. Wieder wird mir mein Gefühl bestärkt und gezeigt ~ das ich das richtige tue… Ich stille nun meinen Sohn seit 21 Monaten. Natürlich nicht mehr so oft wie am Anfang. Zum morgendlichen Aufstehen, Mittags zum Schlafen und bei Bedarf in der Nacht, wenn er schlecht geträumt hat oder unruhig ist wegen seinen Zähnchen…ich sage auch immer anderen ~ das ihr vergesst, das Stillen viel mehr ist als nur Nahrung…

    Ein toller Artikel. Und ja du hast recht, der Druck von außen ist enorm. Bei uns war es unsere Kinderärztin die uns Angst machte, da die Eisendepots der Babys ab dem 6 Monat schrumpfen.
    Dein Artikel regt zum Nachdenken an und ich muss gestehen, dass ich den Zeitpunkt des Abstillens nicht für mich oder uns entschieden habe. Ich mag das Stillen sehr und genieße alle damit verbundenen Vorteile für das Baby und mich. Vielleicht lasse ich es mit der Beikost wieder etwas ruhiger angehen. Der nächste Brei kann warten?

    Das mit den Eisenwerten ist ein Schreckgespenst, das bei näherem Hinsehen erst Recht für das Stillen spricht. Denn mit der Muttermilch bekommt dein Baby weiterhin Eisen zur Verfügung gestellt UND kann Eisen aus der Nahrung um ein Vielfaches besser aufnehmen. Der berühmte Fleisch-Brei bringt erwiesenermaßen gar nichts. In dem Versuch, einen Beweis dafür zu erbringen, dass Babys ab 6 Monaten Fleisch essen müssten, hat nämlich ein namhafter Gläschenhersteller eine Studie in Auftrag gegeben – und genau das Gegenteil bewiesen: Der Eisenwert beim Baby steigt nicht, egal ob Fleischbrei oder nicht.

    Ich wünsche Dir, dass Du für DICH und DEIN BABY den richtigen Weg findest. Nicht für irgendjemand anderen.

    Alles Liebe
    Hanna

    Hallo liebe Hanna, ich habe vor 4 Jahren meinen kleinen Engel zur Welt gebracht. Ich hab von Anfang an gestillt bis jetzt und es ist alles andere als einfach gewesen. Mittlerweile lächle ich einfach nur wenn Jdn meint seinen Senf dazu geben zu müssen. Ich Folge meiner Intuition und es ist immer noch jedes mal ,so ein wunderschönes und überwältigendes Gefühl. Selbstverständlich isst er den ganzen Tag normales Essen. Aber Abends zum schlafen gibt’s nach wie vor die Brust. Wenn ich es als alleinerziehend Junge Mutter geschafft habe dann schaffen andere es auch. Nur weil die Mehrheit es komisch findet, heißt es nicht, dass es auch so ist.
    Liebe Grüße
    Janine

    Sehr schön geschrieben! Mein Sohn wird nun ein Jahr und ich kann mir noch nicht wirklich vorstellen abzustillen. Obwohl er schon früh (4.Monat) anfing feste Nahrung zu sich zu nehmen. Er hatte einfach großes Interesse und so sollte er probieren. Aber zum schlafen gehen, generell in der Nacht, wenn er traurig ist oder oder oder verlangt er die Brust. Das ist sein gutes Recht und ich muss gestehen, ich genieße diese Zeit UNSERE Zeit sehr.
    Ich habe mich somit dazu entschlossen, dass er sich selbst abstillen soll. Wenn er der Meinung ist, er braucht es nicht mehr ist glaube ich einfach der richtige Zeitpunkt gekommen.

    Ich drücke die Daumen, dass das alles so klappt und Dein Sohn selbst den Zeitpunkt bestimmen darf. Ich hätte mir das für unseren Sohn auch sehr gewünscht, am Ende habe ich aber „nur“ bis zum 22. Monat durchgehalten…

    Derzeit lese ich ein sehr interessantes Buch über Darmgesundheit und habe bezüglich des Stillens daraus folgendes mitgenommen: Jeder Tropfen Milch zählt. Jeder Tag, den Du ihn länger stillst, könnte ein entscheidender Tag für seine spätere Gesundheit sein. Hut ab, dass Du gegen allen Gegenwind diesen Weg gehst!

    Ich stille meine Tochter auch noch (17 Monate) fast voll, gehe jeden Tag 5 Stunden arbeiten und hätte nicht gedacht, dass das funktioniert. Meine Tochter wollte bis zum ersten Lebensjahr kaum etwas essen. Dauernd höre ich dazu Kommentare von anderen Müttern, meiner Schwiegermutter usw. die noch mitbekommen, dass wir stillen. Außer meinen Eltern und meiner Schwester gibt es niemanden, der das langzeitstilen positiv bewertet. Im Gegenteil. Irgendwann würde es ekelig sein, wenn das Kind sprechen können….
    Solche Aussagen kann ich nicht fassen.
    Ich darf auch nicht mal genervt vom Stillen sein. Mein Partner und Vater der Tochter möchte am liebsten, dass ich aufhöre. Er kann mir durch das Stillen keine körperliche Nähe entgegen bringen.
    Mir ist das alles egal, Hauptsache meiner liebsten geht es gut. Auch wenn andere mich unterschwellig davon abringen wollen.
    Diese schöne innige Zeit ist absehbar, ich genieße solange sie andauert.

    Hallo Nona,
    ich bewundere Deine Charakterstärke. Ich weiß nicht, ob ich in Deiner Situation genauso darüber hinwegsehen könnte, dass Partner und Umfeld das so bewerten. Ich hoffe aber, ich würde 😉
    Alles Gute für Dich und Deiner Kleinen!
    Hanna

    Hallo Zusammen,
    ich lese immer wieder gerne Erfahrungsberichte über das „Langzeitstillen“. Den Begriff finde ich übrigens Unnatürlich. Mein kleiner Mann ist nunmehr 9 Monate alt und wird auch noch voll gestillt. Unsere Versuche ihn an den Brei heranzuführen sind kläglich gescheitert ? Ich selbst habe mich auch durch mein Umfeld verunsichern lassen und gedacht, dass mein Kleiner unbedingt feste Nahrung brauche. Durch die zahlreichen Artikel, die ich lesen durfte, aber festgestellt, dass kein Druck für uns besteht. Ich werde ihn entscheiden lassen, wann wir mit dem Stillen aufhören. Ich lebe gesünder, rauche schon seit dem 1. Tag der Schwangerschaft nicht mehr, trinke keinen Alkohol und wir habe unsere gemeinsamen Ruhezeiten in denen wir ganz für uns sind. Leider muss ich mich immer wieder rechtfertigen vor den Müttern, die sich gegen das Stillen entschieden haben. „Stillst du immernoch? “ oder „Langzeitstillen ist eklig“ ???? Ich finde, dass wir heutzutage auf einem ganz schlechtem Weg sind, wenn wir meinen, dass es ok ist Mütter anzugreifen, die sich für das Stillen entschieden haben. Aber wehe dem eine stillende Mutter äußert Kritik gegen eine, die sich dagegen entscheidet. Das ist einfach lächerlich. Ich kann nur sagen, Frauen und Mütter dieser Welt haltet zusammen und auch durch. Lasst euch nicht einreden ihr hättet zu wenig Milch. Haltet durch, bleibt Stark. Ihr seid diejenigen, die die Zukunft gestalten.

    Hallo liebe Stefanie,

    ja, dieses Paradoxon ist mir auch schon aufgefallen. Man darf ja teilweise nicht mal sagen, dass man Stillen das beste findet, weil selbst das als Kritik an nichtstillenden Müttern aufgefasst wird. Direkte Kritik äußern wäre die totale Vernichtung! Aber „Stillst du immer noch“ darf man jederzeit sagen…naja, was soll ich sagen. Ich sag eh trotzdem, dass ich mir wünschen würde, dass alle Mütter (die können) ihre Babys mindestens 12 Monate stillen.

    Schön, dass Du Dich informiert hast und auf Deine innere Stimme hörst – nicht auf die Meinung Deiner Umgebung.

    Liebe Grüße,
    Hanna

    Liebe Rubbelmama (Hanna).

    Ganz gern lese ich deine Berichte.
    Dieser jedoch ist meines Erachtens nicht wertfrei geschrieben. Jede Mutter, die nicht stillt, könnte sich anhand dessen nun schlecht fühlen. Das wäre schade. Unumstritten, das stillen eine gute Wahl ist, sicher besser als Industriemilch.
    Doch Frauen, die sich dagegen entscheiden, sind nicht die schlechteren Mütter. Dafür müssen andere Faktoren vorliegen. Doch darüber möchte ich hier nicht urteilen.

    Ich möchte kurz meine Erfahrungen zum Stillen mitteilen, da ich dieses Trauma noch nicht so ganz verarbeitet habe.

    Klein Willi wurde mir also ganz selbstverständlich an meine Brust gelegt, noch im Krankenhaus und ich dachte, super, los geht’s, aber irgendwie auch komisch.
    Das ging zwei drei Tage so, doch Willi war scheinbar immer durstig. Normal, so versicherten mir Hebammen und Schwestern. ich habe also weiter fleißig angelegt. Es kamen die Schmerzen, aufgerissenen Brustwarzen, Blut und wieder Schmerzen. Ich hielt durch. Willi wurde immer schwächer, nahm ab (mehr als gut), blasser, bekam Gelbsucht und nach drei Tagen hatte ich keine einzige nasse Windel. Die Schwestern fragte ich erst gar nicht, ich fühlte mich schlecht. Willi wurde weiter schwächer, gelber, durstiger, wieder schwächer und die nassen Windeln ließen auf sich warten. Er weinte, schlief, weinte wurde schwächer. Ich kam nach Hause, mit elektrischer Milchpumpe unterm Arm, dachte, jetzt erst recht. Es muss doch irgendwie zu schaffen sein. Willi bekam Hunger, wurde angelegt, weinte, beruhigte sich nicht mehr. Ich pumpte ab um zu sehen, was das Problem sei. Blut. Es kam nur Blut. Schmerzen. Willi schrie. Ich panisch. Kein Milchpulver zu Hause, will doch mein Kind nicht hungern lassen, wenn da nichts mehr kommt, trotz anlegen, anlegen, anlegen. Super Ratschlag. Mama kam. Mit Milchpulver. Ich gab meinem Sohn intuitiv diese abgepackte Industrienahrung und fand es schei…
    Er trank was das Zeug hielt, minutenlang, die ganze Flasche leer, so als hätte ich ihn tagelang hungern lassen. Wie konnte ich nur? Wieder fühlte ich mich schlecht, nicht schon eher die Signale meines Babys beachtet zu haben. Wie auch? Ohne Erfahrung? Aber, mein Baby war endlich satt und zufrieden, ja und rosig. So wollte ich mein Baby und nicht anders.

    Ich ging zur Hebamme, pumpte gefühlt tausendmal am Tag ab, legte an und ließ mich beraten. Ich machte Akupunktur, nahm Bockshornklee, trank Literweise Stilltee und legte wieder an. Ich war körperlich daneben, bekam Bronchitis und eine dicke Erkältung. Willi auch.
    Er war ungefähr drei Wochen alt. Ja, ich stillte weiter. mit Ibuprofen 400 (Hebammenrat) und ja, ich musste zusätzlich Fertigmilch reichen! Und ja, entgegen aller guten Ratschläge und Aussagen im Internet, meine Milch wurde nicht mehr. Nein, trotz pumpen, anlegen und alles andere, wurde Willi davon allein nicht satt.

    In meiner Höchstzeit, hatte ich 70 ml in beiden Brüsten. Das nach fünf/ sechs Wochen. Und nein, nicht jedes mal, sondern einmal am Tag. Die restlichen Stunden beliefen sich auf ungefähr 20 ml.
    Gut.

    Ich blieb bis heute (drei Monate) bei der Milchnahrung, gehe immer noch zur Akupunktur, doch meine Milch wurde weniger. Klar, man kann jetzt sagen, wegen der Fläschchen. Sicher. Doch ohne, wäre es sicher anders ausgegangen, die Tage nach dem Krankenhausaufenthalt.

    Und ja, es gibt wirklich Frauen, die haben einfach kaum Milch. Nicht nur stressbedingt, oder weil sie es nicht wollen. Im Gegenteil. Aber es gibt sie und ich kenne einige davon.
    Eine Stilllobby mit fanatischen Stillmüttern hätte mir also nicht geholfen, nein, sie hätten nur Druck ausgelöst. Super. Als wäre ich eine Rabenmutter, Sicherlich nicht und die gibt es, aufgrund anderer Tatsachen auch in Stillkreisen.

    Auch meine Hebamme unterstützte mich darin. Und auch stillende Mütter die ich kenne, verurteilen dies nicht. Schön. Und warum auch? Alle Die, hatten komischerweise von Anfang an Milch, die sich kontinuierlich steigerte, ohne dass es dem Baby schlecht ging, weil es zu wenig war. Mein Baby hatte einfach einen ausgeprägten Appetit.

    Und vielleicht ist die westliche Welt diesbezüglich verwöhnt und greift schnell zu anderen Hilfsmitteln. Aber auch in ärmeren Ländern, wo es solche Alternativen nicht gibt und die Mütter und Babys aufs Stillen angewiesen sind, auch wegen der Armut und weil man es sich nicht leisten könnte, gibt es diese Frauen, denen es so geht. Doch der soziale Kreis besteht aus vielen Müttern, von denen immer eine noch ein anderes Baby mit ernähren könnte von ihrer eigenen Milch.
    Nicht umsonst, gibt es auch Milchspenden und Muttermilch im Internet zu kaufen.

    Ich bin froh, dass es Fertigmilch gibt. Ich möchte nicht meine Nachbarin um ihre Muttermilch bitten.

    Früher war das nicht anders, da gab es Ammen, die das Kind ernähren konnten und nicht nur, weil es sich nicht schickte in wohlhabenden Kreisen zu stillen, sondern auch dort, wo die Milch der Frau scheinbar nicht reichte oder das Kind satt machte. Das gab es schon immer und wird es entgegen der zurzeit bestehenden Meinung immer geben.

    Und ich kann sagen. mein Willi, bekommt immer noch genug Nähe, Liebe und Zuwendung und hat sicher keine schlechtere Bindung zu mir. Das ist ein Ammenmärchen und wird leider viel zu sehr geglaubt und breitgetreten. Auch wenn du das so nicht geschrieben hast, kursiert doch diese dumme und unüberlegte Ansicht.

    Mit Freude lese ich deine Berichte weiter auch wenn ich diesen unglücklich formuliert finde.

    Liebe Alina,

    vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht, der deutlich macht, was ich natürlich längst weiß: Für einige Frauen geht Stillen eben nicht so intuitiv und einfach wie es oft dargestellt wird – oder sogar gar nicht. Ja, es gibt die Frauen, die alles versuchen und nicht stillen können. So wie Dich. Und genau deshalb sollten Berichte wie meiner bei Frauen wie Dir kein schlechtes Gewissen auslösen. Denn du weißt, dass Du gerne gestillt hättest, aber nicht konntest und dass Dich dafür niemand kritisieren kann.

    An Frauen wie Dich, da bin ich ehrlich, habe ich beim Verfassen des Artikels auch nicht gedacht. Vielmehr haben mich Berichte geärgert und getriggert von Frauen, die ihre Kinder gerne länger gestillt hätten (es ging also nicht um die ursprüngliche Stillfrage), aber von Partner, Familie und Umfeld unter Druck gesetzt wurden mit Argumenten, die einfach nicht stimmen. Darum hast Du sicherlich Recht und mein Artikel ist nicht neutral verfasst, es schwingt eine Stellungnahme mit, ich habe eine der beiden Seiten eingenommen. Als Bloggerin darf ich das zum Glück 😉

    Schön, dass Du trotzdem bleibst,
    ich wünsche Dir und dem kleinen Willi weiterhin alles Gute und dass euch in Zukunft Stress mit dem Essensthema erspart bleibt!

    Viele liebe Grüße,
    Hanna

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