Was passiert, wenn Babys Fernsehen schauen?

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Heutzutage sind Medien allgegenwärtig in unserem Alltag. Babys und Kleinkinder wachsen schon damit auf. Leider können sie sich noch nicht zu dieser Thematik äußern. Sie sind somit den optischen und akustischen Einflüssen zwangsläufig ausgesetzt. Du musst Dich dann nicht wundern, wenn Dein Kind unruhig ist und schlecht schläft. Ich erkläre Dir heute, was Du gegen die tägliche Reizüberflutung machen kannst.

Das Wichtigste zusammengefasst
  • Fernsehen schadet der Sprachentwicklung des Kindes
  • Vor dem dritten Geburtstag kein Fernseher, Computer, Tablet oder Smartphone
  • Medien beeinträchtigen auf Dauer die Entwicklung
  • Kinder sind dauernd überfordert und gereizt
  • Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme können auftreten
  • Verhaltensauffälligkeiten lassen sich häufiger beobachten
  • Vorlesen ist die beste Alternative

Darf ein Baby fernsehen?

Der Umgang mit modernen Medien wird in jeder Familie anders gehandhabt. Einige Eltern sind von Anfang an dagegen, ihr Kind vor den Fernseher zu setzen, oder es am Tablet spielen zu lassen. Natürlich ist es in der heutigen Gesellschaft fast nicht möglich, Kinder langfristig davon fernzuhalten. Deshalb fragen sich viele, ob Fernsehen & Co. für die Kleinen eigentlich schädlich ist, und ob sie ihren Nachwuchs davon abhalten sollten.

Wie schädlich ist die Flimmerkiste für das Baby?

Ob Du Dein Baby oder Kleinkind fernsehen lässt, ist Deine persönliche Entscheidung. Allerdings sind sich Fachleute, Pädagogen und Psychologen darüber einig, dass es einem Baby grundsätzlich verwehrt werden sollte. Bei Babys und Kleinkindern würde dies unheimlich schnell zu einer maßlosen Überforderung und Reizüberflutung führen. Für Kinder bis zum dritten Geburtstag sollte das Fernsehen deshalb absolut tabu sein.

Die vielfältigen Reize können nicht verarbeitet werden und verursachen schlimmstenfalls Verhaltensauffälligkeiten und gesundheitliche Probleme. Das ist jedoch keineswegs nur meine eigene Meinung, sondern kann durch mehrere wissenschaftliche Studien belegt werden.

Studien zum Thema Fernsehen und Kleinkinder

Der Wissenschaftler Dimitri A. Christakis leitet das Institut für Kinderforschung in Seattle. Er beschäftigt sich mit der kindlichen Entwicklung und Gesundheit und befasst sich auch mit dem Verhalten von Kindern. Seine Forschungen haben gezeigt, dass ein kleines Kind durch das Fernsehen viel eher eine Aufmerksamkeitsstörung entwickeln oder andere Verhaltensprobleme zeigen. Wenn Kinder bis zum dritten Geburtstag regelmäßig fernsehen, ist die weitere Sprachentwicklung häufig schlechter, und auch die kognitiven Fähigkeiten lassen zu wünschen übrig.

Von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung kommt für Eltern die Empfehlung, Kinder bis drei Jahre überhaupt nicht vor den Fernseher zu setzen. Bis zum Eintritt ins Schulalter, ist dann eine halbe Stunde täglich angemessen.

Die deutsche KIGGS-Erhebung hat Entwicklungsverzögerungen und Sprachschwierigkeiten bei Babys und Kleinkindern festgestellt. Je jünger die Kinder sind und umso länger sie fernsehen dürfen, desto gravierender waren die Probleme.

Insgesamt 50 Studien hat die Amerikanische Akademie für Pädiatrie zu diesem Thema veranlasst. Die Kinder können sich später nicht alleine beschäftigen, haben Sprachschwierigkeiten und leiden unter Schlafstörungen.

Fernseher aus, wenn das Baby im Zimmer ist

In vielen Familien läuft der Fernseher tagsüber einfach im Hintergrund, ohne dass sie überhaupt schauen. Vielleicht fragst Du Dich jetzt, ob dies dann schlecht für das Baby ist, obwohl Du Dich mit ihm beschäftigst?

Experten raten auch in diesem Fall davon ab, den Fernseher im Beisein des Babys laufen zu lassen. Auch wenn der Säugling jetzt noch nicht allzu viel versteht. In ein paar Monaten kann es die auf dem Bildschirm gesehenen Bilder sehr wohl wahrnehmen. Allerdings kann es damit noch nichts anfangen und sie auch nicht verarbeiten. Übrigens ist diese Dauerberieselung auch für ältere Kinder und Erwachsene nicht gerade gut.

Vor allem abends sollte der Fernseher aus bleiben, denn er würde über kurz oder lang Schlafstörungen provozieren. Wenn Du ein kleines Kind hat, musst Du im Alltag Rücksicht darauf nehmen und Deine bisherigen Gewohnheiten gegebenenfalls aufgeben.

Kannst Du gar nicht darauf verzichten, drehe den Fernseher am besten vom Baby weg oder platziere ihn etwas höher und schalte den Ton aus.

Fernsehen fördert nicht die Sprachentwicklung

Viele Eltern sind immer noch der Meinung, dass das Fernseher sogar der Entwicklung der Kinder zugute kommt. In den USA glauben immerhin knapp 30 Prozent der Einwohner, dass Fernsehen pädagogisch wertvoll ist. Natürlich lernt das Baby zwangsläufig mehr neue Wörter kennen. Allerdings haben Untersuchungen gezeigt, dass die Kinder durch das Hören im TV auch nicht schneller lernen.

Wenn Dir die Sprachentwicklung Deines Nachwuchses wirklich am Herzen liegt, solltest Du ihm lieber etwas vorlesen oder vorsingen.

Die Schädigungen, die von Fernsehsendungen ausgehen, liegen an der hohen Lautstärke, dem schnellen Schnitt und dem heillosen Durcheinander. Das Berieseln kann niemals einen Lerneffekt haben, denn Babys müssen interagieren und kommunizieren können.

Natürlich sind Babys vom Fernsehen fasziniert….

….aber sie wissen eben nicht, was gut für sie ist. Die bunten Farben, die flinken Bewegungen und die Geräuschkulisse im Fernsehen erhaschen natürlich die Aufmerksamkeit der Kinder. Häufig denken Eltern dann, dass es doch okay ist, wenn sie damit das Interesse der Babys wecken können.

Der natürliche Instinkt lässt Babys wissen, welche Bedürfnisse sie haben und was ihnen gerade gut tut. Allerdings lässt sich das nur auf die natürliche Umgebung anwenden.

Kinder sollen viel mit Augen und Ohren wahrnehmen, das fördert die Entwicklung. Beim Fernsehen findet jedoch keine Interaktion statt, und das Baby kann mit den unzähligen Reizen einfach nicht umgehen.

Die negativen Effekte des Fernsehens

Einen Lerneffekt können Eltern dem Fernsehen also nicht zuschreiben. Stattdessen mutest Du Deinem Kind so einiges zu, was sich später garantiert auf die Entwicklung auswirken wird. Ist das Baby mit Fernsehen beschäftigt, kann es in dieser Zeit nichts lernen. Das Fernsehen ist also eine vollkommen sinnlose Beschäftigung für das Baby.

Du kennst das ja sicher von Dir selbst: Wenn Du zu viel vor dem Fernseher liegst, bewegst Du Dich entsprechend weniger. Gerade Babys müssen aber Bewegungen aller Art trainieren. Häufig entwickeln diese Kinder im späteren Leben auch leichter Übergewicht.

Das Fernsehen wird zur Gewohnheit und meistens auch im Erwachsenenalter beibehalten. Dein Baby wird durch die vielen Bilder permanent überreizt sein und Dich dann nachts auch nicht schlafen lassen.

Bei vielen Kleinkindern lassen sich später aggressives Verhalten sowie Schwierigkeiten bei der Konzentration und dem Lernen beobachten.

Fernsehen erst für Kinder ab drei Jahren

Allgemein wird Eltern empfohlen, dass Kinder nicht vor ihrem 3. Geburtstag fernsehen sollten. Ältere Kinder können dann maximal 30 Minuten am Tag vor der Glotze verbringen.

Es ist aber enorm wichtig, dass Du sie nicht wahllos irgendetwas anschauen lässt. Entscheide Dich für spezielle Kinderfilme oder Serien mit kurzen Episoden. Die kindgerechten Sendungen solltest Du am besten zusammen mit Deinem Kind ansehen. Dann kannst Du ihm auch eventuell aufkommende Fragen beantworten.

Gut geeignet sind auch Filme auf DVD, denn wenn sie etwas häufiger hören und sehen, ist es für sich leichter verständlich. Übrigens sollten Babys und Kleinkinder auch nicht an den Computer dürfen und ständig von einem Radio mit Musik beschallt werden.

Mögliche Alternativen für Babys und Kleinkinder

Die kognitive Entwicklung kann tatsächlich vom Vorlesen profitieren, und das bereits im Babyalter. Schnell wirst Du herausfinden, welches das Lieblingsbuch Deines Kindes ist. Gespannt wird es immer wieder Deinen Worten lauschen und die Geschichten verinnerlichen. Dabei könnt ihr zusammen im Buch blättern und die Bilder auf Euch wirken lassen.

Noch optimaler ist das Vorlesen für die Entwicklung, wenn Du dabei Körperkontakt suchst. Das Vorlesen hat also einen echten Bildungswert für Dein Kind.

Untersuchungen haben ergeben, dass der Wortschatz bei Gleichaltrigen ganz unterschiedlich sein kann. Bei Kindern, die viel Zeit vor dem Fernseher verbringen durften, fällt er recht gering aus. Das regelmäßige Vorlesen kann den Wortschatz hingegen signifikant erweitern.

Zuwendung und Anregungen sind für kleine Kinder unabdingbar

Babys und Kleinkinder sind von Natur aus neugierig und entdecken bekanntermaßen ihre Umwelt spielerisch. Um sie richtig begreifen zu können, müssen sie verschiedene Dinge nachahmen und ausprobieren. Damit sie dazu überhaupt fähig sind, verlangt es Zuwendung und die Anregung durch Bezugspersonen. Deshalb solltest Du auch lieber mit Deinem Baby spielen und sprechen statt es vor die „Glotze“ zu lassen, wo es passiv Eindrücke aufnimmt, die es nicht verarbeiten kann.

Kleinkinder brauchen meistens nicht einmal außergewöhnlichen Spielsachen, denn selbst einfache Dinge faszinieren sie. Du förderst Kinder am besten, wenn Du zeit mit ihnen verbringst und/oder darauf achtest, dass sie sich so beschäftigen, dass sie sich spielerisch konzentrieren und bewegen können. Wenn Du dann noch darauf achtest, dass Anregung und Ruhe in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen, dann brauchst Du überhaupt keinen fernsehen, um dein Kind zu beschäftigen, sondern machst im Grunde schon das beste, was Du machen kannst.

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