Mama sein: Ein Vorher-Nachher-Vergleich


Morgenroutine

Vorher:

Um 6.30 Uhr aufstehen, ab ins Bad, Frühstück incl. Mails checken, Yoga, anziehen, und spätestens um 7.30 Uhr los zur Arbeit. Nach den verschiedenen Schritten im morgendlichen Ablauf kann man die Uhr stellen.

Nachher:

Irgendwann zwischen 5:45 Uhr und 8:00 Uhr (in den allermeisten Fällen Ersteres) beschließt der Rubbelbatz, dass die Nacht jetzt vorbei ist. Dann geht es ab ins Bad mit ihm, wo wir seine Morgentoilette machen und er dann nackt ein wenig strampeln darf. Wenn er müde wird, ziehe ich ihn an und wir laufen mit dem RingSling so lange in der Wohnung rum und räumen auf, bis er eingeschlafen ist. Ob ich frühstücken, Yoga, Morgentoilette etc. noch schaffe, bevor er wach wird, ist ein wenig wie Lotteriespielen: man kann vorher einfach nicht wissen, was passieren wird. Egal, wie früh ich aufstehe, das Zeitfenster, das ich dadurch bekomme, kann zwischen 1 Minute und 1,5 Stunden alles sein.

 

Der Samstagabend

Vorher:

Der Rubbelpapa und ich legen uns abends nochmal ein paar Stunden schlafen, bevor wir ins Berliner Nachtleben losziehen und bis morgens um 9 oder länger im Club bleiben. Den Sonntag nutzen wir zum Ausschlafen.

Nachher:

Spätestens 19 Uhr sind meine Zähne geputzt, ich bin geduscht und im Nachthemd und säuge den Rubbelbatz. Der schläft (meistens) dabei ein, ich halte an meinem Smartphone noch bis maximal 20 Uhr durch und schlafe dann todmüde ein. Naja, zumindest kann mir niemand was von Schlafmangel mit einem Neugeborenen erzählen.

 

Auswärts Essen

Vorher:

Wir suchen uns irgendwo in Berlin ein Restaurant aus, das wir ausprobieren möchten und brechen dann, so wie es uns zeitlich passt, auf. Oft wurde es auch der Lieblings-Italiener bei uns im Wedding.

 Nachher:

Wir essen immer noch viel auswärts. Aber auswärts essen heißt jetzt fußläufig erreichbarer IMBISS! Für uns ist an einer Lokalität vor allem wichtig, dass wir nicht auf eine Rechnung warten müssen, sondern sofort aufspringen und losgehen können. Idealerweise müssen wir uns nicht mal setzen sondern derjenige mit dem Kind vorne dran kann stehen und während des Essens ein wenig vor sich hin wippen oder auf und ab gehen.

 

Zuhause Essen

Vorher:

Einer von uns beiden (so gut wie immer ich) kocht und wir setzen uns gemütlich an unseren Esstisch. Eine Kerze in der Mitte, nette Gespräch á la „wie war dein Tag Schatz“.

Nachher:

Manchmal kocht einer von uns beiden (meistens er), oft gibt es aber Brot oder was Mitgebrachtes.

Alternative A: Während einer den Rubbelbatz hält und bespaßt, schmiert der andere Brote oder stopft sich schnell die Portion Nudeln rein, damit der andere dann auch essen kann. Die Kerze auf dem Tisch brennt, damit der Rubbelbatz was zum anstarren hat.

Alternative B: Ich sitze auf der Couch, der Rubbelbatz liegt gefühlt tonnenschwer auf meinem Arm, wo er beim Stillen eingeschlafen ist, und ich stopfe mir nebenher Essen rein, das der Rubbelpapa mir bringt.

 

Ein typischer Wochentag

Vorher:

Wenn ich das Haus verlasse, steht der Rubbelpapa auf und macht sich fertig für die Arbeit. Abends bin ich vor ihm zu Hause, koche uns was und wir essen zusammen. Dann verbringen wir etwas Zeit zu zweit, gehen nochmal spazieren oder schauen auf der Couch eine Serie.

Nachher:

Es gibt keinen typischen Wochentag.

 

Unsere Wohnung

Vorher:

Ich flippe regelmäßig aus, weil der Rubbelpapa den Boden nicht gesaugt / gewischt hat, was seine Hauptaufgabe in Sachen putzen ist. Ansonsten sieht die Wohnung zumindest einigermaßen ordentlich aus und wird einmal am Wochenende geputzt.

Nachher:

In meinen Augen ist die Wohnung sauber, wenn nicht zu viele Sachen auf dem Boden liegen sondern sich in Türmen auf der Couch, Fensterbrett und Tischen ansammeln, und sich keine Staubflusen hinter den Türen ansammeln. Von Boden Wischen oder einem sauberen Bad spreche ich schon lange nicht mehr. Die Küche ist dann sauber genug, wenn man noch ein Schneidebrett, Messer und eine Pfanne zum sofort Verwenden findet. Müll Rausbringen ist relativ.

Gesprächsthemen

Vorher:

Egal ob mit meinem Mann oder Freunden / Arbeitskollegen, wir reden über Gott und die Welt, Arbeit, Politik, alte Bekannte oder das Wetter.

Nachher:

Nicht-Eltern hören vor allem Dinge über’s Eltern Sein. Mit anderen Mamis sitze ich bei einem Tee zusammen und wir unterhalten uns über die Ausscheidungen unserer Kinder (?!) oder darüber, ob es normal ist, dass er dieses oder jenes noch nicht macht.

 

Aussehen

Vorher:

Ich trage grundsätzlich wenig Make-Up, bin aber täglich frisch geduscht und mache meine Haare. Zu meiner Morgenroutine gehört auch ein wenig Make-Up und Kontaktlinsen. Obwohl ich jetzt in Berlin wohne, weigere ich mich, in Jogginghose raus zu gehen oder Kleidung zu tragen, die farblich nicht zusammenpasst.

Nachher:

Sämtlicher Widerstand ist über Bord geworfen. Schuhe werden nun nach dem Aspekt gekauft, ob man sie ohne Hände anziehen kann. Ob darunter rote Socken sichtbar werden, ist mir eigentlich ganz schön egal. Die Schminkutensilien sind längst im Schrank verschwunden. Die „Frisur“ ist so gut wie immer ein hinten zusammengebundener Pferdeschwanz, weil offene Haare wirklich schmerzhaft werden können. Immerhin habe ich seit der Geburt schon einmal meine Augenbrauen gezupft…

 

Wie hat sich euer Leben verändert seit ihr Kinder habt? Habt ihr noch schöne Vorher-Nachher-Beispiele?

 

 



Alle Kommentare (1)

    Liebe Hanna
    Bin gerade über deinen Artikel gestolpert und habe uns so sehr darin wiedererkannt 🙂
    Mittlerweile, unser Kleiner ist jetzt ein Jahr, werden Restaurants nach Kriterien wie Hochstuhl oder Kinderecke ausgewählt.
    Die Sache mit dem Putzen hat sich bei uns bis heute nicht verändert, außer dass nun zwei kleine Hände äusserst gerne mithelfen. 🙂 🙂
    Liebe Grüße aus der Schweiz
    Corina

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