Stoffwindeln waschen: So machst Du alles richtig


Als meine Oma vor 50 Jahren mit Stoff wickelte, bedeutet das noch Mullwindeln, die ausgekocht und gebügelt werden müssen. Auch heute noch schreckt die Windelwäsche viele Eltern davon ab, auf Stoffwindeln zurückzugreifen. Dabei ist das Waschen dank moderner Waschmaschinen mit Windelwaschprogramm gar kein Aufwand mehr. Das einzige Problem, das entstehen kann, sind Stoffwindeln, die riechen bzw. ihre Saugfähigkeit verlieren. Mit ein paar Tricks ist aber auch dieses schnell gelöst. Erfahre also jetzt, wie man am besten Stoffwindeln waschen sollte.

Stoffwindeln waschen: Welches Waschmittel für Stoffwindeln?

Damit Stoffwindeln lange halten und ihre Saugkraft nicht verlieren, ist es wichtig, dass sie richtig gewaschen werden. In herkömmlichen Pulverwaschmittel sind meist Stoffe enthalten, die entweder das Material angreifen oder sich in den Windeln ablagern. Auch zu viel Waschmittel sorgt für Rückstände in der Wäsche, am besten man verwendet nur etwa halb soviel wie vom Hersteller empfohlen. Waschmittelrückstände können außerdem die Ursache sein, wenn Windeln hart werden, stinken oder die Haut des Babys reizen. Deshalb sollte man auf jeden Fall Flüssig- und kein Pulverwaschmittel verwenden, am besten eins ohne weitere Zusätze. Wir benutzen Flüssigwaschmittel der Marke Ulrich und auch von eCover und sind damit bisher ganz gut gefahren. Es gibt aber natürlich auch noch weitere Öko-Waschmittel, die in Frage kommen.

Zuletzt aktualisiert am 4. November 2019 um 8:29 . Ich weise darauf hin, dass die Links zu externen Online-Shops weiterleiten, damit Du den aktuellen Preis und Verfügbarkeit erfährst. Ich nutze dafür Affiliate-Links und markiere diese hier als WERBUNG / ANZEIGE.

Tipps bei der Waschanleitung für Stoffwindeln

Auf keinen Fall im Waschmittel enthalten sein sollte Bleichmittel. Auch auf die Zugabe von Essig, Zitronensäure oder Natron sollte man verzichten, wenn die Windel, wie z.B. All-in-One-Windeln, eine Schicht aus PUL enthält.

Wer Flecken behandeln will, sollte lieber auf sanfte Fleckenlöser (z.B. von Ulrich Natürlich) oder das gute alte Sonnenlicht zurückgreifen. In Einlagen oder Elementen ohne PUL bekommt man übrigens mit Gallseife (wir haben sie ebenfalls von Ulrich Natürlich) jeden Fleck entfernt.

Wer Bambusfaser-Windeln (z.B. Totsbots Bamboozle) verwendet, sollte keine Cellulase, die auch in vielen herkömmlichen Waschmitteln, v.a. in Colorwaschmitteln enthalten ist, verwenden. Dieses Enzym schädigt Textilien aus Bambus-Viskose, genauso übrigens wie Gallseife. Überhosen, egal ob aus PUL oder Schurwolle, müssen übrigens nur gewaschen werden, wenn sie auch verunreinigt sind, also nicht mit jeder Wäsche.

Stoffwindeln waschen

Wer, wie wir in Berlin, mit sehr hartem Wasser wäscht, kann zusätzlich Wasserenthärter benutzen. Das beugt nicht nur Verkalkungen in der Waschmaschine vor, sondern hilft auch, die Stoffwindeln weich zu machen und Ammoniak-Rückstände zu entfernen. Die entstehen nämlich, wenn sich die Harnsäure aus dem Urin zersetzt, d.h. wenn die vollgepinkelte Windel lange lagert. Ammoniak ist auch der Grund für sog. „Stinkewindeln“ (s.u.).

Kein Weichspüler zum Waschen von Stoffwindeln

Verzichten sollte man dagegen auf Weichspüler, Hygienespüler und Weichmacher aller Art!

Weichspüler verbleibt grundsätzlich in der Wäsche. Dieser künstliche Zusatz mindert die Saugfähigkeit, greift die Fasern an (übrigens auch in normaler Wäsche) und kann zu Hautreizungen und Allergien führen.

 

Wie wäscht man Stoffwindeln richtig?

Das größte Problem bei der Windelwäsche ist wohl die Waschmaschine: neue Geräte sparen sehr viel Wasser und dadurch Energie. Windeln saugen aber viel Wasser auf, sodass am Ende gar nicht mehr richtig gewaschen wird. Es bleiben Rückstände in den Stoffwindeln und die stinken. Es gibt mittlerweile Waschmaschinen mit Windelwaschprogramm oder Extra-Wasser-Knopf. Unsere alte hatte leider keines von beidem, daher machte ich die Windeln entweder vorher mit dem Vorwaschprogramm nass, weichte sie (nur wenige Stunden) ein und gab sie dann in die Maschine oder ich ließ einfach einfach zusätzliches Wasser in die Maschine laufen (wir haben in der Küche einen abnehmbaren Wasserhahn mit Schlauch). Außerdem achte ich darauf, dass die Maschine nicht voll geladen ist, wenn viele Stoffwindeln drin sind.

Stoffwindeln waschen: Was muss ich bei Windeln mit Klettverschluss beachten?

Es gibt an der Windel immer einen Gegenklett, um die Verschlüsse zu schließen. Passiert dies nicht, klettet sich der Klettverschluss in der Waschmaschine an andere Materialien und macht diese kaputt, oder er zieht Fussel an und schließt irgendwann nicht mehr richtig. Dann muss man die Windel mit speziellen Clips schließen, was wirklich nervig ist. Auch der Wiederverkaufswert sinkt durch kaputte oder schwache Kletts enorm.

Kann ich schmutzige Stoffwindeln mit normaler Wäsche waschen?

Ja, natürlich kannst Du die benutzen und dreckigen Stoffwindeln mit deiner herkömmlichen Wäsche in der Waschmaschine waschen.

Bei welcher Temperatur wasche ich Stoffwindeln?

Es reicht, die Stoffwindeln bei 30°-60° zu waschen, Kochwäsche bei 95° zerstört auf Dauer die Fasern und belastet nur unnötig Umwelt und Geldbeutel. Auch auf den Trockner kann man getrost verzichten, genauso wie auf das Bügeln.

Wo werden schmutzigen Stoffwindeln aufbewahrt?

Häufig wird diskutiert, wie man schmutzige Windeln am besten lagern soll. Mullwindeln hat man früher oft in Wasser eingeweicht, davon wird bei den neuen Windeln abgeraten: das führt nur zu Schimmel und Beschädigungen der PUL-Schicht. Verwendet lieber einen großen, nicht luftdichten Eimer oder ein Netz in einem anderen Raum. Bei uns lagern die Windeln einfach mit der normalen Wäsche in der luftdurchlässigen Wäschetrommel, das war bisher noch nie ein Problem. Nach 2-3 Tagen sollte man die Windeln dann aber schon waschen.

Muss man neue Stoffwindeln „einwaschen“?

Grundsätzlich spricht überhaupt nichts gegen gebrauchte Windeln. Wenn sie gut erhalten sind, sind sie günstiger und auch gleich einsatzbereit. Neue Windeln muss man nämlich erst „einwaschen“, d.h. sie erreichen erst nach bis zu 10 Wäschen ihre volle Saugfähigkeit. Diese Erfahrung habe ich vor allem bei Mullwindeln und Bindewindeln gemacht: die von mir neu gekauften haben auch nach vielen Wäschen noch nicht dieselbe Saugfähigkeit, wie die gebrauchten. Bei gebrauchten Windeln lohnt es sich, zu erfragen, womit sie gewaschen wurden, um zu verhindern, dass man Windeln mit vielen Ablagerungen und Rückständen erwirbt.

Was gibt es beim Waschen von Stoffwindeln mit Schurwolle zu beachten?

Überhosen und Elemente aus reiner Schurwolle müssen gesondert gewaschen und gepflegt werden. Sie halten durch das Lanolin (Wollfett) die Feuchtigkeit zurück und neutralisieren den Uringeruch.

Vom Urin reinigen sie sich also quasi selbst, er wird vom Wollfett „verseift“. Allerdings ist das Wollfett irgendwann aufgebraucht und das Höschen saugt sich zunehmend mit Flüssigkeit voll. Irgendwann beginnt es zu riechen, dann sollte man auch Wollhöschen waschen.

Es gibt dafür spezielles Waschmittel und ein Wollwaschprogramm der Waschmaschine. Alternativ kann man auch die Stoffwindeln von Hand waschen, das ist noch schonender. Hierzu bitte die Waschanleitung des Herstellers beachten.

Nach dem Waschen sollte man das Höschen mit einer speziellen Wollkur nachfetten, d.h. es wird wieder Lanolin zugeführt.

Nach dem Waschen brauchen die Wollhosen 1-2 Tage, bis sie trocken und wieder einsatzbereit sind. [highlight color=“red“]Bitte nicht die Wollhosen auf der Heizung oder in der prallen Sonne trockenen.[/highlight]

Kleinere Verschmutzungen kann man auch mit etwas Olivenseife auswaschen und danach nur die betreffende Stelle wieder nachfetten. Dies sollte man möglichst schnell erledigen, bevor der Fleck antrocknet. .

Stoffwindeln stinken nach dem Waschen – Was tun?

Wenn die Windeln nicht richtig sauber werden, im Kontakt mit Baby-Urin sofort anfangen, zu riechen oder ihre Saugkraft verlieren, kann das verschiedene Ursachen haben. Neben der oben beschriebenen Problematik mit zu wenig Wasser in der Maschine können auch Waschmittelrückstände durch Überdosierung oder zu seltenes Waschen die Ursache sein. Egal aus welchem Grund, Abhilfe schafft oft die sog. Spülmittel-Kur: die Windeln einige Stunden in lauwarmes Wasser mit einem Schuss Spülmittel einweichen und dann bei 60° waschen. Bei Bedarf wiederholen.

Ähnlich funktioniert ein Einweichen mit gängigem Windel-Waschmittel, z.B. von Totsbots oder Bambino Mio. Hier werden die Windeln über Nacht in einer Waschmittel-Lösung eingeweicht und dann gewaschen. Danach sind sie wie neu und auch wieder schön weich.

Ich habe auch gute Erfahrungen gemacht mit Vorwäsche bzw. vorher selbst einweichen. Vor allem die saugkräftigen Nachtwindeln wie die Totsbots Bamboozle saugen wahnsinnig viel Urin auf. Wenn das vorher schon teilweise herausgespült wurde, hat die Waschmaschine bessere Chancen, den Rest zu erledigen.

Die Windeln werden trotzdem nicht sauber oder riechen gleich wieder? Das kenn ich leider nur zu gut aus eigener Erfahrung. Im Endeffekt hat bei uns nur eins dauerhaft geholfen: eine neue Waschmaschine. Von einer relativ neuen Siemens Siwamat sind wir auf eine ca. 10 Jahre alte Miele Waschmaschine umgestiegen. Seitdem sind Stinkewindeln kein Thema mehr.

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