Unsere Scheiss-Momente der Woche #6


Nachdem wir letzte Woche wirklich passen mussten in Sachen dumm-witzige Erlebnisse, geht es diese Woche schon in die 6. Runde unserer Scheiß-Momente. Wir freuen uns nach wie vor, wann immer sich jemand traut, auch seine Scheiß-Momente preiszugeben!

Schlafen ist doch Mainstream

Nachdem die Nächte in der Vorwoche wirklich gut und erholsam waren, hat der Rubbelbatz jetzt wieder (kannten wir schon aus dem 19-Wochen-Schub) angefangen, richtig unruhig zu schlafen. Allerdings gibt es noch eine Steigerung zum ständigen an-der-Brust-sein-Wollen von vorletzter Woche. Der kleine Lord ist jetzt anspruchsvoller. Es reicht ihm nicht mehr, die Brust zu bekommen und langsam wieder einzuschlafen, es kann jetzt vielfältige Gründe für nächtliche Unruhe geben: Neben dem an Körperverletzung grenzenden Hunger, der natürlich mit sofortigem Gebrüll angekündigt wird, weint er jetzt auch nachts, weil er auf Toilette muss. Die Mutter zeig mir mal, die im Halbschlaf unterscheiden kann, ob es sich um Hunger oder Harndrang handelt!? Und wehe, man erwischt die falsche Möglichkeit – das wird mit noch größerem Gebrüll quittiert. Und wer jetzt denkt, na dann „entweder oder“ – nein, es gibt immer noch die Möglichkeit, dass es nichts besser macht, außer auf meinem Bauch, oder im Extremfall auf Papas Arm weiter schlafen zu dürfen.

Gestern Nacht hatte er mich dann so weit, dass ich wirklich völlig übermüdet und k.o. war. Aber jedesmal, wenn ich bei erholsamem Tiefschlaf angelangt war, wurde er wach und wollte trinken. Oder pinkeln. Oder geschaukelt werden. Oder alles nacheinander. Ob es noch was schlimmeres gibt? Ja. Wenn der Mann, der neben mir friedlich und ungeachtet des stündlichen Baby-Weinens 8 Stunden am Stück geschlafen hat, um 4 Uhr morgens aufwacht und zu mir, weinend vor Erschöpfung, sagt: „Soll ich das Licht ausmachen?“ und sich auf mein NEIN (ein bisschen Unterstützung wäre allerdings hilfreich…) hin umdreht und einfach weiterschläft.

Mein Stillcafé-Date mit einer Freundin am nächsten Morgen war genauso gestrichen wie alles andere, was Spaß macht. Übermüdet bin ich nämlich mehr als unleidlich.

Die stinkende Zwiebel

Zwiebel Mittelohrentzündung

Warum der Kleine so unruhig schläft? Naja, anfangs dachte ich an eine Mittelohrentzündung. Die Symptome waren eindeutig meiner Meinung nach. Weil es schon nachts war, als mir das klar wurde, und ich auf jeden Fall irgendwas tun wollte, gab es eine geviertelte Zwiebel neben seinen Kopf. Die sollen ja Wunder bei Entzündungen bewirken und wurden uns am nächsten Tag auch vom Arzt empfohlen. Leider riecht so eine Zwiebel aber wirklich bestialisch. Je länger sie liegt, desto schlimmer. Nicht nur, dass wir daneben schlafen und uns am nächsten Tag alle (ja, sogar den Rubbelbatz haben wir auf die Schnelle darunter gehalten, fand er lustig) duschen mussten – unser Bett riecht nach wie vor nach Zwiebel. Obwohl es frisch bezogen ist. Mit einem gekonnten Schwungarm hat der Kleine nämlich gleich ein Stück Zwiebel vom Teller geholt, als die noch ganz frisch geschnitten war. Seitdem bekommt der Rubbelpapa abends im Bett plötzlich Heißhunger auf Buletten. Solche, bei denen man die Zwiebelstücke noch sieht…Alternativ gingen auch Bratkartoffeln oder alles andere Angebratene.

Kinder(un)freundlicher Wedding

Dass es im Wedding mit der Kinderfreundlichkeit noch nicht so weit her ist, war mir klar. Seit längerem sind wir auf der Suche nach einem Café, das zumindest einen Wickeltisch oder eine breite Couch zum Ablegen von Babys zur Verfügung stellt. Dass aber dass selbst das Amtsgericht Wedding, das auch für Familiensachen zuständig ist, da keine Ausnahme darstellt, darauf waren wir nicht gefasst. Ich wollte mit einer Freundin zu einer Versteigerung. Ich war wie immer mit Rubbelbatz in der Trage unterwegs, sie hingegen mit Kinderwagen. Man sollte ja wohl davon ausgehen, dass so ein öffentliches Gebäude sich schon mal Gedanken über Barrierefreiheit gemacht hat, auch im Sinne von Mitmenschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind und dort etwas zu klären haben. Tja, leider Fehlanzeige – der Hindernisparcours begann schon vor der Eingangstür. Dass wir spät dran waren, machte die Sache nicht besser und hätten wir gewusst, dass von da an noch vier weitere Treppen zu überwinden waren, wir wären wohl umgekehrt. Zumindest war die Richterin, mit der wir uns danach noch unterhielten, sehr kinderfreundlich: „Sie hätten ihn auch drin füttern können. Stillen ist vor Gericht nicht verboten!“

Mit Kind in der Trage…

…ist ein Papa irgendwie voll der Held. Von Frauen jeden Alters angehimmelt, unterstützt und angelacht. Mich wundert manchmal, dass ihm noch nie jemand die Schnürsenkel gebunden hat, wenn er unterwegs war oder die Einkaufstüten getragen hat.

…ist Mama eben eine Mama. Ganz normal. Ist ja ihre Aufgabe, sich um das Kind zu kümmern. Besondere Rücksicht? Warum denn auch? Wenn ich beim Bäcker zahlen will und Münzen auf den Boden rasseln, kann ich schön vor den Leuten auf die Knie und die selbst einsammeln. (Bücken geht ja schlecht wegen des Kleinen vor dem Bauch.) Dann sehen die Leute zu, wie ich ich an der Bäckertheke wieder nach oben ziehe und wundern sich wahrscheinlich, was mit mir nicht stimmt – Ja, richtig, meine Oberschenkel verfügen nicht über ausreichend viel Muskulatur, um 9,2 extra Kilos hochzuziehen! Da hab ich mich doch richtig gefreut, als ich mit meinen Tomaten, Käse und den drei Bananen von einem freundlichen Herren gebeten wurde, doch vor ihm zu zahlen. Endlich jemand, der erkennt, dass so ein Kind auch was wiegt und das ständige Auf- und Abhüpfen, damit es auch bloß weiter schläft, an der Kasse echt anstrengend ist! Die Freude war nur von kurzer Dauer, als ich feststellen musste, der lässt jeden vor. Sogar den (vemutlich arbeitslosen) jungen Mann mit der Bild-Zeitung.

 

Sag uns, was Du dazu denkst

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.