Baby fasst sich ans Ohr und weint: Ohrenschmerzen, Zahnen oder Mittelohrentzündung?


Unserer Baby  fasst sich ans Ohr und weint. Wir waren nicht sicher, ob es am Zahnen liegt oder ob er Ohrenschmerzen hat. Gestern war ich deshalb mit ihm beim Kinderarzt. Seit einigen Nächten schläft er sehr unruhig, wacht häufig auf, manchmal laut weinend und greift sich ans Ohr. Er hat Schmerzen, das ist uns klar. Im Gegensatz zu sonst lässt er sich nicht mal durch die Brust beruhigen. Er möchte entweder auf meinem Bauch weiterschlafen, oder vom Papa wieder in den Schlaf geschaukelt werden – ausschließlich in aufrechter Position versteht sich.

Tagsüber ist er dann mal schläfrig, mal fast schlaflos, aber immer sehr anhänglich und weinerlich. Ablegen ist noch schwieriger als sonst. Außerdem hat er bis gestern Nachmittag auch schlecht getrunken – was bei seinem Kampfgewicht von mittlerweile 9,1 kg natürlich kein Problem ist, aber doch ungewöhnlich. Fieber hatte er keins also wurde der Zustand erst einmal gedanklich unter dem Begriff „Schub-Phase“ abgelegt. Das trifft ja bekanntlich fast immer zu. Als ich dann sowohl tagsüber als auch und vor allem nachts beobachten konnte, wie er immer wieder vor Schmerz an sein rechtes Ohr fasste und es dann schließlich festhielt und auf dieser Seite einschlief, befragte ich abends doch mal Dr. Google.

Baby fasst sich ans Ohr:  Ohrenschmerzen oder Mittelohrentzündung?

Mein Verdacht, eine Mittelohrentzündung, schien sofort bestätigt. Immerhin ist das eine der häufigsten Erkrankungen bei Babys. Fast 90% der Babys und Kleinkinder haben eine akute Mittelohrentzündung in den ersten 3-4 Jahren ihres Lebens.

Irgendwie erfüllte auch der Rubbelbatz alle Anzeichen einer Mittelohrentzündung. Die typischen Symptome sind die, die ich euch oben schon beschrieben habe. Was also tun auf die Schnelle? Nachts? Ein Hausmittel musste her: Und gegen Ohrenschmerzen hilft die gute alte Zwiebel. Ihre Dämpfe sollen antibakterielle Wunder bewirken. Erst einmal riecht sie aber extrem unangenehm, denn auch wir mussten ja die ganze Nacht neben dem geviertelten Geruchs-Ungetüm schlafen, Besser gesagt, wir versuchten es.

Am Nächsten Tag rochen wir alle nach Zwiebel und mussten morgens erst einmal gründlich duschen. Dann stand ich schon 10 Minuten vor Öffnungszeit an der Tür unseres Kinderarztes. Ich war die Dritte in der Schlange. Also wohl nicht die einzige, die ein wenig ausflippt, wenn das Baby krank sein könnte. In den gut 30 Minuten Wartezeit benahm sich der Kleine vorbildlich, gewann sogar ein paar Fans im Wartezimmer. Dann die überraschende Diagnose: Vollkommen gesund!

Obwohl die Symptome, da stimmte der Arzt mir zu, klassisch für eine Mittelohrentzündung sprechen, ist das Trommelfell ganz normal, nicht gerötet. Auf beiden Seiten. Auch das Abhören und das Abtasten der Lymphknoten zeigte keine Auffälligkeiten. Ich war beruhigt. Und verwirrt. Was ist denn dann mit unserem Kleinen los? Hat der Zwiebel-Trick doch Wunder gewirkt und er ist über Nacht gesund geworden? Oder immer noch der 19-Wochen-Schub?

Kamen die Ohrenschmerzen bei unserem Baby durchs Zahnen?

Anzeichen ab wann die ersten Zähne einschießen

Erst eine Freundin brachte mich auf einen weiteren möglichen Grund des Übels: Mein Baby könnte Zahnen! Ich wusste bisher ja noch nicht einmal wirklich, ab wann Zahnen beim Baby normal ist und wann die ersten Zähne in den Kiefer einschießen? Nun weiß ich, der Zahndurchbruch ist irgendwann zwischen 10 Wochen und dem ersten Lebensjahr. Trotzdem wäre unser Kleiner mit 5 Monaten reltaiv früh dran. Beim Zahnen kommen in der Reihenfolge nicht selten  zuerst die unteren Schneidezähne zum Vorschein.

Woran erkennt man beim Baby die Symptome beim Zahnen?

Scheinbar, und das scheint mir auch logisch, wirkt sich die Veränderung und der Druck im Kiefer auch auf das Ohr aus und das Baby fasst sich oft ans Ohr, wenn die Zähne einschießen. Auch alle anderen Symptome konnte ich in diversen Listen finden, die sich mit den Anzeichen fürs Zahnen von Babys auseinandersetzen. Eines ist auf jeden Fall total tückisch, wenn das Baby mit dem Zahnen beginnt: Die Symptome vom Zahnen, die unser Baby hat und die dafür sprechen, treten nämlich in keiner bestimmten Reihenfolge auf, sondern sind willkürlich da oder auch nicht. Das macht das Ganze für uns Erstlingseltern nun mal sehr schwer, die Problematik auch als solches zu erkennen.

Achtet beim Zahnen eures Babys auf die ersten Symptome und Anzeichen

*UPDATE*

Und dann war er im 8. Monat eines Tages tatsächlich da: der erste Zahn. Bemerkt haben wir es erst, als er schon durchgebrochen war und man beim Beißen auf bestimmte Gegenstände ein deutliches „Klack, klack“ hören konnte. Woran wir bei unserem Kind tatsächlich erkennen können, dass ein Zahn im Anmarsch ist, haben wir erst nach und nach gelernt:

Symptome beim Zahnen – unsere Erfahrung

  1. Unruhiger Schlaf (also noch schlechter als sonst; teilweise alle 20-30 Minuten weinendes Aufwachen)
  2. geschwollenes Zahnfleisch
  3. vermehrter Speichelfluss (also noch mehr als sonst; bis zu 3 Tücher am Tag durchnässt)
  4. Nimmt Finger oder ganze Hand in den Mund (orale Phase lässt grüßen)
  5. Gerötete, raue Wangen (nur gelegentlich)
  6. Unausgeglichenheit, Weinerlichkeit, Anhänglichkeit (sucht vermehrt Körperkontakt und will am liebsten getragen werden)
  7. Mangelnder Appetit
  8. Durchfall und Verstopfung, teils tiefgrüner Stuhlgang
  9. Hautausschlag

Ohrenschmerzen also auch Symptom vom Zahnen

Von anderen Eltern weiß ich, dass bei vielen Kindern ein Zahn immer mit einer Erkältung kommt. Das liegt daran, dass das Immunsystem zu dieser Zeit geschwächt ist. Uns ist das bisher zum Glück meist erspart geblieben. Wobei er momentan, zwischen Zahn Nr. 7 und 8 schon einen Dauerschnupfen hat. Vorher hatten wir immer die Vermutung, dass er eine Mittelohreintzündung hat, da er sich wieder ständig ans Ohr fasste. Jetzt wissen wir, dass auch eine Mittelohrentzündung durch Zähne bzw. Ohrenschmerzen beim Zahnen auftreten können.

Erste Zähne: Will unser Baby jetzt Essen?

Immerhin ist er doch noch keine 5 Monate alt. Allerdings, da hat besagte Freundin recht, legt unser Rubbelbatz auch in der restlichen Entwicklung, vor allem in Sachen Wachstum, ein enormes Tempo vor. Warum also nicht auch beim Zahnen? Oft heißt es auch, dass Babys mit dem ersten Zahn auch bereit sind für die Einführung von Beikost bzw. fester Nahrung. Auch das würde zeitlich ganz gut hinkommen. In den letzten zwei Wochen hat er nämlich angefangen, sich wahnsinnig für Essen zu interessieren. Alles, was in Mama’s und Papa’s Mund wandert, wird interessiert beobachtet und wenn ich etwas davon in seine Richtung führe, macht er ganz brav den Mund auf. Wenn er es dann, weil einfach nicht für Babys geeignet, nicht bekommt, wird er richtig ärgerlich. Ein paar Mal haben wir ihn deshalb schon an einem Apfel bzw. einer Karotte nuckeln lassen. Er fand es klasse und erwiderte es mit einem Freudestrahlen und wiederholter Neugier.

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Unser Beißring-Ersatz: die Zahnbürste. So kann unser Kleiner sich schon mal daran gewöhnen, womit man seine Zähne pflegt und fühlt sich nicht ausgeschlossen, wenn wir unsere putzen.

Zahnpflege und Zahnarzt für Babys?

Auch mit der Zahnbürste hat er ja in den letzten Tagen schon fleißig geübt. Wir haben ihm, nachdem er unsere so gerne haben wollte, eine eigene aus dem Schrank gegeben. Die bekommt er jetzt immer, wenn wir Zähne putzen. Derzeit ist das noch eine Dr. „Englischer Superlativ für Gut“  für Erwachsene, aber bald werden wir ihm wohl ohnehin seine erste Kinderzahnbürste kaufen. Denn auch ein erster Zahn will gepflegt sein. Wahrscheinlich wird es für den Anfang aber besser sein, einen sog. Fingerling zu benutzen und die ersten Zähnchen mit dem Finger zu reinigen. Schließlich empfiehlt sogar der Bundesverband der Kinderzahnärzte spätestens ab dem ersten Zahn Mundpflege zu betreiben und spätestens ab 1 Jahr regelmäßig einen Zahnarzt aufzusuchen.

Wie ihr ja nun lesen könnt, haben wir uns ausführlich mit dem Thema verrückt gemacht beschäftigt. Natürlich kommt dann auch die Frage nach einem Zahnarzt für uns auf. Für den Rubbelpapa ein absolutes Horrothema und unvorstellbar, wie man da auch noch mit einem Baby hingehen soll und was man dem armen Kleinen damit antut? Naja, ich hab zwar vor allem hier in unserer Nähe mal nach einem Kinderzahnarzt im Internet gesucht und bin dann aber auf einen Zahnarzt in Kleinmachnow (Dr. Seidel) gestoßen, der sich scheinbar auf Babys und Kleinkinder spezialisiert hat. Zum Beispiel wird dort komplett auf Bohrergeräusche verzichtet, um den Kleinen keine Angst zu machen. Hand aufs Herz: das sollen die beim Rubbelpapa auch mal machen! Mal schauen, ob ich noch einen solchen Service in unserer Nähe finde oder tatsächlich den weiten Weg zum leisen Bohrer auf mich nehme? Wert wäre es mir schon, wenn meine beiden Jungs keine Angst haben müssen.

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8 Kommentare zu „Baby fasst sich ans Ohr und weint: Ohrenschmerzen, Zahnen oder Mittelohrentzündung?“

    1. Danke, wir werden mal die Augen offen halten und den Kopf hochnehmen, was aber zunehmends schwieriger wird, seit dem man den Einkaufszettel direkt auf die Amaturen des Einkaufswwagens stecken kann. 😉

  1. Egal um was es geht, ich habe ständig Angst um mein Kind und ich gebe mir seit Jahren massiv Mühe die Symptome nicht zu googlen, weil ich danach meist noch panischer bin. Man kann so schlecht in die Kinder hineinhorschen und diese Unsicherheit macht mich manchmal echt fertig…määäh

  2. Das kommt mir alles noch sehr bekannt vor. Das Trinkverhalten, diese Unbeständigkeit im Schlafmuster, die Zahlungssymptome. Wir hatten das für ca. 3 Monate (so ab der 13. Woche bis der Kleine ein halbes Jahr alt wurde). Ich habe mir auch so meine Gedanken gemacht und bei einem in dieser Zeit liegenden Impftermin dem Kinderarzt erzählt. Er meinte, dass nicht unbedingt gleich ein Zahn kommen müsste, sondern eventuell die Zähne in den Kiefer einschießen. Das sei bei manchen Babys problematischer als das eigentliche Zahnen. Bei uns war es dann auch so. Während wir also für Wochen von einem Schub (19er) in den nächsten (26er) nahtlos übergingen, hatten wir dieses Einschießen. Der erste Zahn kam dann mit 8 Monaten.
    Ich bin wahnsinnig gespannt, ob ihr bald was Kleines im Mund findet. 🙂 Und ansonsten…Es ist alles nur eine Phase (wiederholte sie das ausgelutschte Mantra)!

  3. Danke, für diese Seite! 😀
    Zum Glück war es die erste auf die ich stieß und gelesen habe! So habe ich mich nicht erst bezüglich ohrenentzündung etc verrückt gemacht, denn bei meiner kleinen, 4 Monate alt, schießen seit 2 Wochen die Zähne in den Kiefer, und heute Abend ‚maltretiert‘ sie ihr Ohr.
    Auch alles andere passt : starkes sabbern, steckt alles in den Mund, auch Finger und die ganze Hand, weint und schreit, möchte nicht im Kinderwagen liegen, sondern getragen werden,…
    Nur ein Symptom hat sie noch zusätzlich : einen wunden WindelBereich. Meine Kinderärztin sagte mir letzten Freitag das käme daher, dass sie sich alles in den Mund steckt, auch was nicht gut für sie ist.
    Viele liebe Grüße und ein Dankeschön ? an euch!

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