Warum unser Kind jetzt endlich länger schläft


Unser Kind ist kein guter Schläfer. War er noch nie. Und ein notorischer Frühaufsteher noch dazu. Auch schon immer. Doch Mitte Januar war für mich der Tiefpunkt erreicht und es war klar: es muss sich was ändern. Wie wir ihn dazu gebracht haben, endlich länger zu schlafen.

Innere Uhr – falsch gestellt

Als der Rubbelbatz etwa 15 Monate alt war, sahen unsere Nächte so aus: Teilweise wurde ich alle 1-2 Stunden aus dem Schlaf gerissen, weil der kleine Lord gestillt werden wollte, nur damit er um Punkt 5 dann die Nacht endgültig für beendet erklären würde. Auch wenn meistens sein Papa mit ihm aufgestanden ist, weil ich sonst weinend auf dem Badewannenrand sitzen würde, auf Dauer führt das zu schlechter Laune und chronischer Übermüdung. Nicht nur bei uns, auch der Rubbelbatz war nicht wirklich ausgeschlafen. Aber diese doofe innere Uhr schien ihm immer um Punkt 5 zu sagen: „Raus aus den Federn. Du könntest was verpassen!“ Um spätestens 9 Uhr war er dann todmüde. Wenn wir zu Hause waren, wollte er permanent an die Brust und am liebsten schlafen. In der Kita konnte er das natürlich nicht, also fiel er mir mittags todmüde entgegen.

 

Kurz gesagt, sein natürlicher Schlafrhythmus wäre folgender:

Nachtschlaf: 16:30 Uhr – 3 Uhr

Mittagsschlaf: 10:00 Uhr – 12:00 Uhr

 

An sich ja ganz ok, nur jeweils ein paar Stunden zu früh! Und wir haben lange versucht, den Rhythmus nach hinten hinauszuzögern. Manchmal haben wir es geschafft, dass er bis 5:30 Uhr schläft, meistens blieb es bei 5 Uhr. Egal, wann wir ihn ins Bett bringen. Wenn wir ihn entsprechend früher ins Bett brachten, damit er „mal ausschläft“, war er gerne auch mal noch früher auf den Beinen.

Kampf der inneren Uhr!

Als er dann einigermaßen in die Kita eingewöhnt war, gewöhnte ich ihm also das nächtliche Stillen vor 4 Uhr ab.

Dann kam der Samstag Morgen vor 2 Wochen, an dem ich trotzdem einfach nicht mehr konnte. Nach einer unruhigen Nacht wachte er um 4:40 auf. Und war wach. Ich war so müde. Kennt ihr das, wenn einfach der ganze Körper müde ist, schwer wie Blei, und man sich nichts Schöneres vorstellen kann, als Schlaf? Nach einer Stunde gut gemeinter Einschlaf-Hilfen stand sein Papa mit ihm auf. Mein wunderbarer Blei-Zustand hatte sich in eine Mischung aus übermüdet, hellwach, verzweifelt und wütend gewandelt. Nach 20 Minuten gab ich auf, ich konnte nicht mehr schlafen. Wach sein konnte ich auch nicht, nach dem Zähneputzen brach ich weinend im Bad zusammen. Das konnte doch jetzt nicht die nächsten 10 Jahre so gehen (oder wie lange der Junge halt braucht, bis er endlich in der Pubertät angekommen ist und aufstehen Mainstream findet)!?!

Projekt „Langschläfer“

Es musste sich was ändern. Egal, mit welchen Mitteln. An diesem Samstag ließen wir den Rubbelbatz um 17 Uhr noch Mal in der Trage schlafen. Für etwa 45 Minuten. Danach gingen wir schön was Essen und hielten ihn bis 21:30 Uhr wach. Überraschenderweise machte er mit. Und schlief am nächsten Tag – bis 5:45 Uhr. Die Ernüchterung war groß, die Verzweiflung noch größer. Also veranstalteten wir dasselbe Spielchen am Sonntag. Er machte wieder mit. Und schlief am Montag BIS ACHT UHR!!!

War das der Durchbruch? Ich hielt es nicht wirklich für möglich. Aber in den folgenden Tagen ließ er sogar das 17-Uhr-Schläfchen weg und blieb trotzdem bis 21 Uhr wach. Und war besser gelaunt, als mit mit dem alten Schlaf-Rhythmus. Und er schlief am nächsten Morgen aus! Oder zumindest bis 6:37 Uhr. Diese Zeit hält er nun schon seit einigen Tagen durch. Egal, ob wir ihn nun um 19 Uhr oder um 21 Uhr ins Bett bringen – spätestens um 6:39 Uhr macht er die Augen auf.

Wer jetzt denkt, na super, jetzt kann sie bis halb 7 schlafen – das ist ein ganz anderes Thema. Denn ab 4 Uhr ist er trotzdem meist stündlich wach und weint und wälzt sich so lange, bis er seine „Mu“ bekommt. Und zwar stündlich.

Alle Kommentare (1)

    Liebe Hanna,
    ich drücke Euch die Daumen, dass es so bleibt und der Kleine in der Früh raus nun etwas länger schläft. Als ich deinen Text gelesen hab (gerade den heulenden Zusammenbruch im Bad) dachte ich mir, das kenne ich ganz genau 😉
    Bei Lilly war es damals ja ähnlich, nur hat sie irgendwann von sich aus gefordert, dass sie nicht vor 21, später dann 22Uhr (oder noch später) ins Bett geht und nachdem sie die ersten Tage trotz des späten Zubettgehens sehr früh (total übermüdet) aufgestanden ist, hat es sich nach kurzer Zeit eingependelt, dass sie nun auch in der Früh länger schläft. Und -hallelujah!- endlich mal ausgeschlafen ist.
    Auch diese Unruhe ab ca. 3/4 Uhr kennen wir, hier ist unsere Maus auch meist stündlich kurz wach und jammert oder seufzt, aber schläft mittlerweile meistens schnell wieder ein- und wir hatten auch schon Phasen, wo diese Unruhe nicht vorkam. Und: es gab bislang immerhin 2 Nächte, wo sie durchgeschlafen hat- ansonsten trinkt sie nachts noch manchmal Wasser und gegen früh (hier ab frühestens 5) ihre Milch.
    Es wird alles besser *ommm*
    LG

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