6 potentielle Mythen der Schwangerschaft

Mythen der Schwangerschaft

Es gibt wenig Phasen im Leben, in denen andere so viel mitreden wollen, wissen und Ratschläge geben. Nicht mal in der Pubertät gibt es so viele „Du darfst nicht…“ und „Du sollst doch nicht…“ Immer wieder lese ich, wie sehr Schwangere davon genervt sind.

Bei genauerer Überprüfung stellt sich auch vieles als Halbwahrheit oder glatter Mythos heraus. Heute möchte ich deshalb anfangen, diese „Unwahrheiten“ und Gerüchte zu sammeln – ich freue mich über jede Unterstützung…Also Los Gehts:

1) Essen

Gleich anfangs in meiner Schwangerschaft musste ich mich mit dem Thema beschäftigen, was ich denn jetzt eigentlich noch essen darf. Es gibt im Internet komplette Merkblätter, die empfehlen quasi nur noch abgekochte Nahrung zu essen. Bei Rückfrage, ob was dran ist, war mein Frauenarzt sehr erheitert. Im Gegenteil – das würde nur dazu führen, dass wir fast alle Vitamine etc. aus unserer Nahrung nehmen. Auch sonst hat sich der Eindruck, den ich anfangs hatte, nicht bestätigt. Ich esse relativ normal, bin nur vorsichtig bei Käse und Rohmilchprodukten, fühle mich ansonsten aber kaum eingeschränkt.

2) Ultraschall ist für Baby wie ein vorbeirauschender Zug

Ein anderes Gerücht, das meinen Arzt regelrecht in einen Wutausbruch getrieben hat, besagt, dass eine Ultraschalluntersuchung für das Ungeborene in der Lautstärke eines vorüberfahrenden Zuges wahrgenommen werden kann. Und nein, es wird nicht angenommen, dass das Kind das Entwicklungsstadium einer Fledermaus durchlebt – die Theorie besagt, dass der Ultraschall das Gewebe so sehr in Schwingung bringt, dass es für das Baby hörbar ist. Dass das das Gehör des Kindes nicht schädigt, ist erwiesen. Allerdings bringt es trotzdem manche Mütter dazu, ihre Babys nicht entsprechend untersuchen zu lassen – manchmal mit schlimmen Folgen.

3) Zusammenhang zwischen Zustand der Mutter und Geschlecht des Babys

Wenn ein Junge heranwächst, ist der Bauch spitz und wächst nach vorne. Wer ein Mädchen erwartet, leidet unter vielen Picklen und sprödem Haar. An diesen und vielen anderen äußeren Anzeichen kann man angeblich das Geschlecht des Babys ablesen. Pustekuchen. Das Einzige, worin ein Fünkchen Wahrheit steckt, ist, dass die anfängliche Übelkeit bei einem Mädchen stärker ist. Denn tatsächlich ist die Konzentration des Hormons HCG bei der Schwangerschaft mit einem Mädchen höher als bei einem Jungen. Das heißt aber nicht im Umkehrschluss, dass jeder Schwangeren mit einem Mädchen furchtbar übel ist und auch nicht, dass bei einem Jungen nicht genauso extreme Übelkeit an der Tagesordnung stehen kann. Das habe ich ja am eigenen Leib erlebt.

4) Ab der SSW 18 darf man nicht mehr auf dem Rücken liegen

Auch hierzu habe ich meinen Gynäkologen befragt. Seine Antwort war simpel wie immer: was soll denn schon passieren? Die Vena Cava wird gegebenenfalls abgeklemmt. Für das Kind hat das keine Folgen. Die Mutter kann in Folge unter Übelkeit oder Schwindel leiden. Die natürliche Reaktion der Schwangeren: sie dreht sich auf die Seite. Das war’s. Dass da tatsächlich was dran ist, durfte ich heute am eigenen Leib erfahren – nach ca. 30 Minuten auf dem Zahnarztstuhl wurde mir richtig übel und fast schwarz vor Augen, dabei neige ich eigentlich nicht zu Kreislaufproblemen. Zum Glück ist mein Zahnarzt auch mein ehemaliger Mitbewohner und Freund und seine Kollegin selbst Mama, sodass ich auf großes Verständnis gestoßen bin.

5) Heißhunger auf Essiggurken

Dann wird das Kind doch bestimmt ein Junge, oder? Denn wer ein Mädchen bekommt, steht doch mehr auf Süßes, als auf Deftiges. Leider lässt sich auch an dern Gelüsten der werdenden Mama kein Rückschluss auf das Geschlecht geben. Heißhungerattacken sind wegen des schwankenden Insulinspiegels ganz normal. Müssen aber auch nicht sein. Bei mir z.B. halten sie sich bisher ganz gut im Zaum. Einziges merkwürdiges Essverhalten: enormer Kapern-Konsum.

6) Saunabesuche oder Vollbäder können Frühgeburten auslösen

Stimmt zum Glück nur bedingt. Werdende Mütter, die zu vorzeitigen Wehen neigen, sollten da tatsächlich aufpassen. Alle anderen sollten auf ihren Kreislauf achten, für das Kind besteht aber keine Gefahr. Davon konnte ich mich am Wochenende ja selbst überzeugen. Zur Sicherheit bin ich in der Sauna aber lieber weiter unten geblieben.


Auf Pinterest merken: 

3 Kommentare zu „6 potentielle Mythen der Schwangerschaft“

  1. Haha ja so viele „gute“ ratschläge, die keiner brauchen kann 😉 das mit dem rücken liegen ging bei mir gegen ende der ss nicht mehr. Bekam sofort kreislaufprobleme. Kaum hab ich mich gedreht, gings wieder. Genieß einfach deine ss und hör nicht auf diese mythen. Ist alles mist. Mach so, wie du dich wohlfühlst 😀

  2. Ein Mythos, der sich bei mir (leider) bewahrheitet hat, ist die Schwangerschaftsdemenz. In den letzten Wochen im Büro ist es mir zB. passiert, dass ich Kollegen das per Zustelldienst bestellte Essen weggessen habe, weil ich vergessen hatte, was ich wann bestellt habe. Von da an habe ich alles aufgeschrieben…

    1. Hihi, das ist wirklich lustig. Ich hoffe, die Kollegen waren nicht böse? Ich habe das auch festgestellt, ist aber wohl laut Studien nur eine Wahrnehmung von uns. Und von anderen – mein Chef hat auch schon gemerkt, dass die sonst so durchorganisierte Hanna jetzt ein wenig nachlässt…

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.