Wie kann man eigentlich Geld verdienen im Internet?

In letzter Zeit werde ich – natürlich völlig verständlich – häufig gefragt, was genau wir eigentlich planen. Wenn ich erzähle, dass wir ab 2018 im Ausland leben wollen, ist meist die nächste Frage, wovon wir dort leben. Wer sich noch nie damit beschäftigt hat, wie man eigentlich Geld im Internet verdienen kann, für den ist das wirklich nicht so einfach zu verstehen.

Digitalisierung: Die Welt verändert sich

Die Welt hat sich, seit den 1980ern, in denen ich geboren wurde, rasant schnell verändert. Seit der Erfindung des Internets in den 1990ern und der Möglichkeit für Jedermann, durch einen eigenen PC bzw. Laptop auch Zugang zu haben, haben sich einige Bereiche zumindest zum Teil auf die Online-Welt verlagert.

Einen Partner kann man jetzt online kennenlernen oder auch einen One-Night-Stand finden. Filme werden nicht mehr aus der Videothek geholt und im DVD-Player oder gar Video-Recorder abgespielt, sondern einfach online gestreamt oder heruntergeladen. Wenn ich Schuhe kaufen möchte, gehe ich zu Zalando und selbst Artztermine kann ich mitterweile online buchen. Es gibt Online Reisebüros, Banken ohne echte Filialen, Online-Beratungen und Coachings, ohne die Person jemals persönlich zu sehen. Kurz gesagt: So gut wie alles, wofür man früher Wege zurücklegen und mit Menschen sprechen musste, kann jetzt bequem von zu Hause aus erledigt werden.

Diese Entwicklung hat sowohl Schattenseiten, als auch sehr positive Aspekte. Schon in meiner Generation und erst Recht in der älteren gibt es Menschen, die das Ganze sehr skeptisch sehen. Die nicht verstehen, was da eigentlich passiert und warum es so schnell passiert. Ihnen ist es lieber, persönlich mit einem Bänker zu sprechen, die Schuhe anzuprobieren und eine Zeitung in der Hand zu halten. Mit unserem Weg, uns die Vorteile dieser Entwicklung zu Nutze zu machen und Online Geld zu verdienen, können sie wenig anfangen.

Online Geld verdienen

Und genau für diese Menschen möchte ich heute einmal versuchen, zu erklären, was ich eigentlich den ganzen Tag tue und wie man im Internet Geld verdienen kann. Für Menschen wie meinen wunderbaren Papa, der G-Mail beschimpft oder meinen Opa, der noch mit Endlos-Papier druckt.

Werbung

Sicherlich kennt jeder Fernsehwerbung. Fernsehsender blenden zu gekennzeichneten Zeiten Werbung ein und erhalten dafür Geld von den Unternehmen, die beworben werden. Je nach Zuschauerquote, also je nachdem, wie viele Menschen die Werbung (möglicherweise) gesehen haben, ist das mehr oder weniger viel Geld. Deshalb versuchen Fernsehsender auch, möglichst gute Programme zu liefern, um möglichst hohe Zuschauerquoten zu haben. Für die Firmen zahlt sich das am Ende aus, weil sie mehr Produkte verkaufen. Die privaten Fernsehsender leben davon.

Auf einer Internetseite wie unserem Blog funktioniert das genau so. Es wird auf gekennzeichneten Flächen Werbung eingeblendet und wir erhalten dafür Geld. Der einzige Unterschied zur Fernsehwerbung ist, dass diese Werbung oft personalisiert ist. Das heißt, nicht wir entscheiden, welche Werbung angezeigt wird, sondern euer Verhalten im Internet. Wenn Du oft Hochzeitskleider online anschaust, werden Dir auch häufig solche angezeigt. Wenn Du Dich oft über Gartenpflanzen informierst, bekommst Du Dinge wie Gartengeräte oder Pflanzensamen angezeigt.

Ob jemand die Werbung tatsächlich anschaut oder nicht, ist egal – Hauptsache, sie ist sichtbar. Ich zum Beispiel nehme sie meistens gar nicht wahr. Aber genauso kann ja auch niemand kontrollieren, ob ihr während der Fernsehwerbung auf stumm schaltet und euch unterhaltet oder solange auf Toilette seid. Sogenannte Adblocker allerdings blenden diese Werbeblöcke aus, dann verdienen wir kein Geld, weil sie eben auch nicht angezeigt wird. Wenn ihr auf die Werbung draufklickt, dann verdienen wir dagegen umso mehr. Denn das signalisiert, dass ihr Interesse habt und das Produkt eventuell kauft.

Rechts neben dem Artikel wird auf unserem Blog ein Werbebanner eingeblendet. Egal, ob jemand es ansieht, oder nicht – wir bekommen ein paar Cent für jedes Mal, dass dieses angeklickt wird.

Neben diesen Werbeblöcken gibt es auch noch die Möglichkeit der direkten Werbung. Vor allem auf Blogs machen mittlerweile viele Unternehmen so auf ihre Produkte aufmerksam. Das ist, finde ich, eigentlich die schönste Art der Werbung. Ich kann mich als Blogger frei entscheiden, ob ich euch die Produkte zeigen möchte und das Unternehmen kann entscheiden, ob mein Blog für sie passt. Wenn ja, verfasse ich selbst einen werblichen Artikel und erkläre, warum ich das Produkt gut finde. Das beste Beispiel sind die Windeln von Naty. Wir haben diese Windeln zu Hause, seit unser Kind ein paar Wochen alt ist und finden sie wirklich total super, weil sie zum Teil ökologisch abbaubar und trotzdem saugfähig sind. Als sich dann das Unternehmen bei mir meldete, hat das natürlich super gepasst.

Prämien und Provisionen

Für Verkäufer jeder Art – sei es nun im Bereich Versicherungen, Reisen, Banken, oder Kosmetik, gibt es seit jeher Prämien- und Provisionssysteme. Das heißt, je mehr Menschen ein Versicherungsmakler dazu bringt, Versicherungen abzuschließen, desto mehr verdient er. Erfahrungsgemäß gibt es dadurch neben den ehrlichen Verkäufern auch solche, die einem alles aufschwatzen würden, um in die eigene Tasche zu wirtschaften.

Genauso kann man auch Online Dinge empfehlen und makeln. So gibt es Webseiten, die sich nur mit Bankkonten beschäftigen und davon leben, dass Menschen sich dort informieren und dann über ihre Seite ein Bankkonto abschließen. Pro Abschluss erhalten sie eine Provision von der entsprechenden Bank. Fast jedes Unternehmen, das Dienstleistungen oder Waren im Internet verkauft, hat ein sogenanntes Partner- oder Affiliate-Programm. Das heißt, wenn ich als Webseiten-Betreiber dort als Partner angenommen bin, darf ich deren Produkte empfehlen und eventuell Käufer auf den Online-Shop weiterleiten.

Das bekannteste Beispiel ist wohl Amazon. Weil man auf Amazon fast alles kaufen kann, kann ich als Bloggerin absolut ehrlich und authentisch die Produkte empfehlen, die wir tatsächlich zu Hause benutzen bzw. die ich gut finde. Wenn ich also erkläre, warum wir die Tragehilfe von Manduca verwenden, dann verlinke ich zu Amazon. Wenn jemand auf diesen Link klickt und auf der Plattform innerhalb von 24 Stunden eine Bestellung abgibt, erhalte ich ein paar Prozent der Bestellung als Verkaufsprovision. Den Käufer kostet das trotzdem nur den normalen Preis. Die Ausgaben sind im Werbebudget der Firma enthalten.

E-Books / Self-Publishing

Auch die Bücherwelt hat sich verändert. So gut wie alle “richtigen” Bücher gibt es jetzt auch als E-Books. Man kann sie am PC lesen oder auf entsprechenden Geräten (Amazon Kindle / E-Book Reader), die dünner sind, als ein Buch.

Wenn man selbst ein Buch schreiben möchte, braucht man außerdem nicht zwangsläufig mehr einen Verlag. Ein Selbstverlag bedeutete früher sehr hohe Kosten und ein hohes Risiko. Heute kann man einfach ein E-Book daraus machen und auf verschiedenen Plattformen anbieten. Natürlich verdienen die Plattformen, z.B. Amazon, dann einen Teil meiner E-Books, aber trotzdem bleibt auch noch viel für mich übrig.

Journalismus / Schreibarbeiten

Auch der traditionelle Journalismus hat sich gewandelt. Zwar gibt es immer noch viele gedruckte Zeitungen und Zeitschriften, doch hat jede Redaktion jetzt auch eine Online-Ausgabe. Viele Shop-Seiten haben außerdem ein Online Magazin, in dem sie inhaltlich Relevantes berichten. Ziel dieser Online-Magazine ist es, den Leser vielleicht auch für den angeschlossenen Shop zu begeistern. Kaufhof zum Beispiel hat so ein Magazin. Häufig werden die Artikel dafür (auch) von Bloggern geschrieben, die auch noch einen eigenen Blog betreiben. Aber auch taditionellere Medien und Print-Magazine haben schon bei mir angefragt, ob ich nicht einen Artikel beitragen möchte. In der nächsten Print-Ausgabe des Unerzogen-Magazins zum Beispiel wird ein Artikel von mir zum Thema High-Need enthalten sein.

Auch als Journalist oder Texter kann man also online Geld verdienen.

Aktive und Passive Einnahmen im Internet

Für manche Einnahmen muss ich aktiv etwas leisten – für einen Magazin-Artikel werde ich zum Beispiel nur bezahlt, wenn ich ihn auch fertig abliefere und eine Rechnung stelle. Andere sind sogenanntes Passives Einkommen. Das heißt, ich habe einmal den Grundstock gelegt und kann danach mit Einnahmen rechnen, auch wenn ich kaum mehr Zeit und Energie in das Projekt stecke. Ein E-Book zum Beispiel macht viel Arbeit, aber irgendwann ist es fertig und ich kann es so lange verkaufen, wie die Informationen aktuell und richtig sind. Auch Werbeeinahmen über die Google-Anzeigeblöcke läuft automatisch weiter, immer wenn jemand unsere Texte liest. Das erlaubt es uns, sehr flexibel zu arbeiten und zu leben.

Total easy?

Ich hoffe, das war jetzt wirklich mal einfach erklärt. Wenn noch Fragen ungeklärt sind, immer her damit!

Wer jetzt aber denkt “Na, das kann ich dann aber auch, dann leb ich auch im Ausland und arbeite da, wo andere Urlaub machen” – den muss ich leider etwas bremsen. Ja, theoretisch kann das jeder. Aber entgegen vielen Versprechungen, die in diversen Büchern und Online-Seminaren gemacht werden, gelingt das eben nicht jedem. Ja, irgendein Typ hat es irgendwo mit einer Internetseite vom Studienabbrecher zum Millionär geschafft. Und irgendeine Bloggerin ernährt auch ihre ganze Familie fürstlich von ihrem Blog. Aber in der Regel ist es nicht so einfach, wie es aussieht. Es steckt viel Arbeit dahinter. Ich blogge jetzt seit Ende 2014. Die Werbung auf dem Blog und meiner Babyled-Weaning Seite lohnt sich nur, weil sie im Monat mittlerweile fast 153.000 Mal gesehen wird. Dafür bekommen wir etwas mehr als 150€ für die Werbeeinblendungen auf beiden Websites. Das ist nichts, wenn man bedenkt, wie viel Zeit in dem Blog und der Infoseite steckt. Man kann also nicht einfach eine Webseite machen und dann Werbung schalten – man braucht auch viele, viele Leser, die im Idealfall sogar auf die Werbung klicken.

Wenn das Bloggen nicht auch mein Hobby wäre, würde das also keinen Sinn machen.

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Alle Kommentare (3)

    Hi! Mir gefällt euer Familienblog sehr!

    Die meisten Menschen haben einfach das Problem, dass sie nicht lernbereit sind und sofort Geld verdienen wollen. Das sieht man auch bei Google Adwords. Bis zu 100000 wird der Suchbegriff “Schnell Geld verdienen” gesucht, obwohl dieses Longtail Keyword absoluter Schwachsinn ist.

    LG Sascha von SH-Internetmarketing

    http://sh-lifestylecoaching.com/geld-im-internet-verdienen-selbststandig-seriose-moglichkeiten/

    Hallo Sascha,

    es gibt schon Branchen, in denen man schnell Geld verdienen kann 😉 aber das Bloggen oder Texten im Internet gehört sicherlich in den seltensten Fällen dazu…

    Liebe Grüße,
    Hanna

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