Warum wir Kinderkleidung gebraucht kaufen

Ab dem Moment seiner Geburt schien unser Kleinkind hauptsächlich ein Ziel zu haben: Wachsen. Und zwar in enormer Geschwindigkeit. Größe 50 hat ihm ohnehin nie gepasst und im Handumdrehen waren wir von 56 auf 74. Auch wenn von da an sein Wachstum etwas langsamer ging, alle paar Wochen bis Monate muss neue Kinderkleidung her – warum also nicht gebrauchte Kinderkleidung kaufen?

Während wir die Erstausstattung noch zu einem Teil neu von den werdenden Omas geschenkt bekommen haben, haben wir selbst eigentlich kaum etwas neu gekauft. Für uns gibt es gute Gründe, Kinderkleidung gebraucht zu kaufen – mehr als solche, sie neu zu erstehen.

Billige T-Shirtproduktion

Habt ihr euch schon mal gefragt, wie Primarck oder H&M so wahnsinnig billige Kleidung verkaufen können? Es gibt dort Kinderkleidung, die so günstig ist, dass man schwer nein sagen kann. Tatsächlich werden fast all diese Textilien in China, Indien oder anderen asiatischen Ländern produziert. Für die Produktion eines normalen T-Shirts werden dort ca. 3000-4000 Liter Wasser verbraucht. Zum Vergleich: 2007 verbrauchte in Deutschland durchschnittlich jeder Mensch 122 Liter Wasser / Tag. Und wir sprechen hier von Gebieten, in denen Wasser sehr wertvoll ist. Dort sind außerdem nicht nur die Arbeitskräfte, teils Kinder, unschlagbar billig, sondern auch die Umweltauflagen nicht sonderlich streng. Das heißt, es kann mit verschiedensten Chemikalien in der Landwirtschaft, in der Weberei, in der Färberei und Gerberei gearbeitet werden, die in Europa allesamt verboten sind. Viele dieser Chemikalien werden danach ungefiltert in die Umwelt abgelassen – denn auch dafür gibt es keine staatliche Regularien bzw. sie werden nicht eingehalten. Schnell gelangen solche Umweltgifte dann auch ins Trinkwasser und in den Nahrungskreislauf.

 

Warum Eltern trotzdem gerne unbenutzte und neue Kinderleidung kaufen

Hübsche Optik. Ja, natürlich gibt es in den entsprechenden Abteilungen bei H&M und Co. eine große Auswahl an unfassbar süßen Baby- und Kinderklamotten. Früher, bevor ich selbst ein Kind hatte, freute ich mich jedes Mal auf eigene Kinder und das Babykleidung-Shoppen. Doch spätestens nach den ersten Baby-Wochen ist diese Faszination der Normalität gewichen. Und auch die Motivation, meinem Kind Adidas-Sneakers in “soooooo süß” anzuziehen und dazu eine wahnsinnig niedliche Jeans oder ein Hemd, war schnell verflogen. Als Mama hatte ich andere Sorgen. Hauptsache, das Kind hat was an und das ist bequem.

Fleckenfrei. Ja, neue Kinderkleidung hat keine Flecken. Aber gebrauchte Babykleidung von Säuglingen, die noch nicht essen, ist es sowieso. Viele gebrauchte Babysachen sind sogar wie neu oder komplett ungetragen. Und seitdem mein Kind isst, wäre auch neue Kleidung nicht lange ohne Flecken. So ist mein Kind nun mal. Wie die meisten Vorbesitzer/innen von gebrauchter Kleinkind-Kleidung es trotzdem hinbekommen, diese fleckenfrei anzubieten, ist und bleibt mir ein Rätsel. Vor allem bei weißer Kleidung.

Hält länger. Theoretisch geht gebrauchte Kleidung ja auch schneller kaputt, das klingt logisch. Diese Meinung kann ich bisher aber nicht bestätigen. Denn obwohl mein Kleiner ein wirklicher Rabauke ist, überall durchkrabbelt, raufklettert und eben den ganzen Tag aktiv ist, hatten bisher nur zwei seiner Hosen ein kleines Loch.

Vorteile gebrauchter Kinder- und Babykleidung

Warum man Baby- und Kinderkleidung gebraucht kaufen sollte, möchte ich etwas ausführlicher erläutern. Hier aber kurz die Vorteile auf einen Blick:

  • um ein Vielfaches günstiger
  • schadstoffarm / eingewaschen
  • umweltfreundlich, ressourcensparend
  • Online-Kauf ist stressfrei
  • Mode ist individueller, weil nicht immer die neueste Kollektion von H&M
  • man hat weniger das Gefühl, alles fleckenfrei halten zu müssen

 

 

Hat gebrauchte Kinderbekleidung mehr oder weniger Schadstoffe?

Der Großteil der Textilien, die wir kaufen, ist also nicht nur eine riesen Sauerei für die Umwelt und die Menschen in den Produktionsgebieten, sondern auch mit Schadstoffen belastet. Natürlich gibt es in Europa vor allem für Babykleidung Schadtoff-Höchstwerte und die Chemikalien werden ausgewaschen, bevor sie zu uns kommen – trotzdem bleibt eine gewisser Rest in den Fasern zurück. Über die Haut können sie in den Blutkreislauf des Kindes gelangen. Pro Waschgang reduziert sich die Chemikalien-Belastung. Darum sind gebrauchte Kleidungsstücke kaum mehr belastet.

Gebrauchte Kindersachen sind günstig

Teilweise kostet Kinderkleidung gebraucht nur noch zwischen 0,50 € und 1,00 € pro Kleidungsstück. Gebrauchte Babysachen sind so gut wie neu und auch für ältere Kinder werden meist nur brauchbare Kindersachen verkauft. Hinzu kommt für mich, dass meinem Kind wirklich schnurzpiepegal ist, ob seine Kleidung aus dem Laden oder aus einem anderen Kleiderschrank kommt. Für ihn ist sie allemal neu und je nach Phase und Laune liebt oder hasst er “neue” Kleidungsstücke. Also spare ich lieber viel, viel Zeit und Geld beim Kauf von Kindersachen und verwende beides für meinen Sohn.

Gebrauchte Kinderkleidung ist stressfrei

Denn sowohl mich, als auch mein Kind, strengt der Einkauf in realen Bekleidungsgeschäften sehr an. Weil eben nicht alles spottgünstig ist, muss ich viel genauer auswählen, was ich einkaufe und ob wir das wirklich brauchen. Das benötigt Zeit und Energie – vor allem, nebenbei auf einen kleinen Wirbelwind zu achten.

Ich persönlich ziehe es da vor, online ganze Pakete mit Second Hand Kinderkleidung in einer bestimmten Größe vom selben Verkäufer zu erwerben – das sind ein paar Klicks und dann ist die Sache erledigt. Das meiste passt dann eh und was nicht passt, gebe ich weiter an Freunde oder verschenke es an fremde Menschen, die es benötigen.
gebrauchte babysachen

Wo kann man gute Kinderkleidung gebraucht kaufen?

Ich persönlich habe gebrauchte Babykleidung schon immer am liebsten auf eBay ersteigert. Obwohl ich die Plattform sonst kaum nutze, hat sich für mich der Kauf von Bekleidungspaketen mehr als bewährt: Stressfrei und günstig.

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Ansonsten gibt es online noch viele weitere Möglichkeiten, Babykleidung gebraucht zu kaufen:

Online

Shpock: Die Flohmarkt-App, wie sich die Plattform nennt, bietet tatsächlich sogar in unserem kleinen Örtchen über 3000 Angebote für gebrauchte Babysachen. Einfach mal stöbern – oder gleich anmelden und auch verkaufen. Und zwar ohne Mehrkosten für die Flohmarkt-Plattform.

Mamikreisel: Das Ein- und Verkaufen auf Mamikreisel ist auch ganz einfach und es gibt hier ausschließlich Baby- und Kindersachen gebraucht.

Ebay: Wie gesagt, für Bekleidungspakete meine Lieblingsplattform. Funktioniert sicher und zuverlässig.

ebaykleinanzeigen: Die wahrscheinlich größte Plattform für kostenlose Online-Kleinanzeigen aller Art. Auch gebrauchte Babysachen gibt es hier genug.

Mamiwelt: Auf Mamiwelt kann man nicht nur gebrauchte Kindersachen kaufen und verkaufen, sondern auch Teil einer ganzen Community werden. Ebenfalls kostenlos.

Vintage-Kids: Das Kaufen auf dieser Plattform funktioniert mit Warenkorb wie in jedem Online-Shop. Das Verkaufen funktioniert nach dem Second-Hand-Laden Prinzip, eben nur online: Du sendest gebrauchte Kleidung ein, Vintage Kids prüft sie, macht Bilder und bietet sie an – und behält dafür eine saftige Provision.

Kinderado: Eine Plattform, die ich in Zukunft vielleicht einmal ausprobieren werde – denn hier gibt es alles im Paket, d.h. man kauft gleich einen ganzen Stapel Kleidung in derselben Größe und vom selben Verkäufer.

Kirondo / Percentil: Nicht so mein Ding, weil die sich spezialisiert haben auf Markenkleidung.

Räubersachen: Hier kann man Kinderkleidung mieten.

Facebook: Auch auf Facebook gibt es die Möglichkeit, Kinderkleidung gebraucht zu kaufen. Dazu einfach mal in der lokalen Flohmarkt-Gruppe stöbern.

Offline

Natürlich gibt es auch offline verschiedene Möglichkeiten, gebrauchte Babysachen zu kaufen. Die vielversprechendsten sind:

(Kinder-)Flohmärkte

(Baby- / Kinder-) Second-Hand Shops

 

Wo kauft ihr eure Kinderkleidung? Habt ihr für den Kauf gebrauchter Babysachen noch weitere Tipps und Anlaufstellen? Hinterlasst mir dazu gerne ein Kommentar.

 

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