Gibt es sowas wie einen unausgesprochenen Papaclub?


In den Unterhaltungen mit meiner Frau hat sie mir mehrmals schon bestätigt, dass es anscheinend mit der Schwangerschaft so etwas wie eine Einladung in einen ganz elitären Club der Mamis zu geben scheint. Folgerichtig habe ich mir die gleiche Frage für Papis gestellt.

 

Die Übergangsphase

Bis vor vier Wochen hätte ich gesagt, dass es für mich unter Männern kaum einen Unterschied ausgemacht hat, ob man denn nun Papi ist oder Papi wird. Man tauscht sich kurz darüber aus, man gratuliert sich, man fragt, wie es geht und hört sich von anderen Papis an, dass man sich noch umschauen wird! Dass die Situation nun aber ganz besonders zusammenschweißt oder ähnliches, würde ich jetzt nicht bestätigen wollen. Dabei hätte ich vorher schon angenommen, dass es so etwas gibt wie diese unbegründete Sympathie für jemanden, der einem bis dato unbekannt ist und von dem man nur weiß, dass er den gleichen Lieblings-Verein wie Du anfeuert. Man sympathisiert einfach!

Dass dies bei Vaterschaften bisher nicht so ausgeprägt war, hat mich ehrlich gesagt etwas verwundert. Dann fiel mir allerdings auf, dass es durchaus einen Unterscheid macht, in welcher Phase der Vaterschaft man sich befindet. Je näher bei mir beispielsweise der Geburtstermin rückt, desto mehr fühle ich mich als Papa, desto wichtiger werden mir auch Themen, die das Papasein betreffen und desto besser kann ich mich mit anderen Papis auf diese Gespräche einlassen. Wer von meinen kinderlosen Freunden hat schon Bock darauf, sich mit mir über Geburt, Wochenbett und Kinderkacke zu unterhalten? Richtig, die wenigsten! Nein Spaß beiseite, je wichtiger es mir wurde, desto deutlicher fiel mir auf, dass es kaum die Möglichkeit dazu gab.

 

Die Aufnahmephase in den Papaclub

Um so mehr verwundert über mich selbst war ich, als ich in Berlin einen Küchenschrank abholen wollte und dabei Mario kennengelernt habe. Unsere Frauen haben sich via Kleinanzeigen geschrieben und gefeilscht. Als dann irgendwie bekannt wurde, dass wir den Küchenschrank bräuchten, um mehr Stauraum für Babysachen zu haben, ging der Zuschlag wohl an uns. Mami-Club-Style! Beim Abholen des Schranks kamen wir dann schnell auf das Thema Baby. Mario war grade erst seit 2 Monaten frischer Papa und so konnte ich natürlich ein paar Fragen loswerden, die er mir auch gerne beantwortete. Wie lange habt ihr nach einem Namen gesucht? Wieviel Schlaf bekommst du pro Nacht? Wie war die Geburt für Dich? undundund… Im Anschluss haben wir Nummern ausgetauscht und so verblieben, dass wir uns einfach mal mit Frau und Kind treffen werden.

Einen Tag darauf war ich mit meiner Frau essen und fragte am Nebentisch, ob hier der Kellner kommt oder Selbstbedienung angesagt ist. Mir ist in diesem Moment gar nicht aufgefallen, dass ich ein schwangeres Pärchen gefragt habe, die auch gleich die Gelegenheit genutzt haben, sich über unsere und ihre Schwangerschaft auszutauschen. Auch uns trennten nur max. 6 SSW. Witzig ist aber, dass eigentlich nur wir zwei Männer gequatscht und uns über unsere Erwartungen und die Erfahrungen der letzten Wochen ausgetauscht haben. Auch wurden wieder Telefonnummern getauscht und es hieß, wir kontaktieren uns, wenn die Kinder auf der Welt sind.

Ich habe noch keine Ahnung, wie es sein wird, wenn Filius erst einmal auf der Welt ist. Bisher kommts mir aber so vor, als wenn ich es in diesem geheimem Papaclub nur bis zur Garderobe geschafft hätte. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass mein Kind dann der finale Schritt zur kompletten Papi-Akzeptanz ist. Dann habs ich es gemeistert und kann mit Recht behaupten: „Ich habs geschafft und bin jetzt einer von euch“. Mal schaun, ob ich damit Recht behalten werde.

2 Kommentare zu „Gibt es sowas wie einen unausgesprochenen Papaclub?“

  1. Hallo Indro,

    schön, von Dir zu lesen! Ich habe Deine Seite über den Blog Deiner Frau gefunden – Mami-Bloggerinnen-Club also 😉 Ach, ich glaube schon, dass es die Papi-Bünde gibt, genauso wie die Mami-Netzwerke. Nur sehen die etwas anders aus – aber es ist immer gut, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Das geht auch virtuell, guck doch mal bei den Papi-Blogs, z.B. https://papiredetmit.de/ lese ich selbst sehr gern 🙂

    Viele liebe Grüße und Euch alles Gute für die bevorstehende Geburt!

    Küstenmami

    1. Hallo Küstenmami,

      vielen Dank für den Tipp. Habs mir auch gleich mal vermerkt…
      Grade die Suche nach Gleichgesinnten macht sich bei mir stark bemerkbar.
      Sei es beruflich oder privat: Daddys Gonna Earn Respect!

      LG Indro

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