Katzen und Schwangerschaft


Ich war noch nie ein großer Katzenfan. Aber mit unserer neuen Wohnung hat sich meine Verlobte eine kleine Babykatze gewünscht. Ich hab zwar immer gesagt, dass dies nicht in Frage kommt, aber auch nur, um sie zu Ihrem Geburtstag mit einem Katzenklo, Katzenstreu und Katzenfutter zu überraschen. Das war meine Art ihr zu zeigen, dass sie und ihre Wünsche mir wichtig sind. Und hey, ein gutes Geburtstagsgeschenk hatte ich auch gleich – Perfekt! Und auch wenn viele Paare meinen, so eine Katze ist kein Babyersatz – ich glaube, sie lügen. Für uns uns war es im Nachhinein betrachtet durchaus ein Babyersatz und der erste kleine Probelauf, wo sie meine Papa-Skillz beobachten konnte. Natürlich haben wir zum damaligen Zeitpunkt nicht so gedacht aber mit ein paar Monaten Abstand, sehen wir es nun doch so.

suesse-babykatzeWir haben dann lange recherchiert und hatten Kontakt zu einer Frau, die eine Babykatze mit einer unendlich traurigen Geschichte in gute Hände abgeben wollte. Das kleine Katzenbaby war eines von fünf Jungen. Leider wurden drei von Ihnen vom Kater aufgefressen und die kleine Katze hat sich im Gebüsch versteckt und überlebt. Die Frau hat sie dann mit zu sich ins Haus genommen und konnte das kleine Ding selber nicht behalten.

 

Pippi – unsere süße Babykatze

katze-im-bettWir fuhren dann also nach Feierabend nach Frankfurt an der Oder und wollten die süße Babykatze nun einmal mit unseren Augen sehen. Wie wir dann ins Haus kamen, wollten wir unseren Augen nicht trauen. Das kleine Katzenbaby war winzig. Ich meine wirklich richtig winzig! Wir haben dann erfahren, dass sie erst ca. sechs Wochen alt war. Normalerweise sollen Katzenbabys erst mit 12 Wochen von der Mutter getrennt werden, damit sie sich ideal entwickeln und möglichst nicht verhaltensauffällig werden. Das war nun bei uns leider nicht der Fall aber ins Tierheim wollten wir das kleine Baby-Kätzchen auch nicht bringen. Also habe ich mir ein ganzes Wochenende Zeit für die Kleine genommen, weil mir ihr Schicksal einfach so leid getan hat und ich wollte, dass es ihr ganz schnell gut geht bei uns. Damit hatte ich auch großen Erfolg und sie fasste ein unheimlich großes Vertrauen zu uns. Sie schlief sogar in unseren Händen und war überall, wo wir auch waren. Weil sie den Platz auf meinen Schultern so gern hatte, nannte ich sie immer meine kleine Piratenkatze.

 

suesse-katze-urselDamit Pippi eine Freundin hat, von der sie Katzen-Skills lernen kann und ihr nicht langweilig wird, entschieden wir uns noch eine Katze zu holen. Das würden wir übrigens allen empfehlen, die berufstätig sind und den Großteil des Tages arbeiten. Also wurde die kleine 12 Wochen alte Ursel unsere zweite Katzentochter. Beide haben sich super schnell sehr gern gehabt und Pippi hat innerhalb einer Stunde von Ursel das Fauchen beigebracht bekommen. Der Plan ging also auf!

pippi-und-ursel-1Katzen und Schwangerschaft: Der Toxoplasmose-Konflikt

schoene-katzeWir waren bis zu dem Zeitpunkt als wir erfahren haben, dass wir Nachwuchs erwarten, mit unseren Katzenbabys eigentlich ganz gut ausgelastet. Nur leider gibt es ein kleines Problem, was Schwangere und Katzen betrifft. Dieses Problem nennt sich Toxoplasmose und ist eine Infektionskrankheit, welche grade in der Schwangerschaft sehr gefährlich sein kann, wenn die Betroffene noch nie eine Toxoplasmose hatte und ihr dementsprechend die Antikörper fehlen. Von Fehlbildung der Organe bis hin zum Schwangerschaftsabbruch ist hier die Rede. Aus dem Grunde soll in der Schwangerschaft auch der Kontakt mit Katzenkot vermieden werden. Aber auch auf den Verzehr von Rohfleisch, sowie ungewaschenes Obst und Gemüse soll sicherheitshalber verzichtet werden. Für viele wie auch uns, sind Katzen somit ein gewisses Risiko für die Gesundheit unseres Ungeborenes gewesen. Mag sein, dass jetzt viele denken, dass das total überzogen ist. Aber hier muss jeder für sich selbst eine Entscheidung treffen.

Wir mussten uns nun also die Frage stellen, ob Baby und Katzen zusammen eine gute Idee sind. Das war eine wiklich harte und auch traurige Entscheidungsfindung,denn wir wollten auf jeden Fall das Risiko von Infektionen in der Schwangerschaft so gering wie möglich halten. Meine Verlobte hatte außerdem Angst, dass später einmal Katzen und Baby in der gleichen Wohnung für das Ungeborene gefährlich werden könnte. Sie dachte dabei an Erstickungsgefahr, falls sich eine der Katzen auf das Kleinkind legt und Ähnliches. Als dann Ursel langsam unzufrieden wurde, da sie noch nicht raus durfte, tat sie uns auch tierisch leid. So entschlossen wir, dass es wir den beiden das bestmögliche Leben bieten wollen, das eine Katze haben kann. Und wir hatten Bedenken, dass wir ihnen dieses Leben nicht weiter bieten können.

So kam es, dass wir der Meinung waren, dass Pippi und Ursel verdient haben, ein Zuhause mit Freigang und einer Person, die ausreichend Zeit hat, sich ausgiebig mit beiden zu beschäftigen, um sich zu haben. Wir haben eine ganze Weile gesucht, bis wir ein passendes neues Zuhause für beide gefunden haben, denn Kompromisse sollten die beiden nicht machen müssen, nur da wir Ihnen jetzt weniger Zeit und Aufmerksamkeit schenken können. Ich war selbst furchtbar traurig darüber, die beiden weggeben zu müssen, da sie für mich, unsere kleine Famile waren. Zum Glück weiß ich, dass es Ihnen beide jetzt gut geht und sie ein tolles, neues Zuhause haben. Trotzdem vermisse ich die beiden sehr…und das obwohl ich eigentlich gar keine Katzen mag!


Auf Pinterest merken: 

5 Kommentare zu „Katzen und Schwangerschaft“

  1. Hallo,

    Deine Geschichte über Eure zwei Katzen macht mich ein wenig traurig, sorgt aber auch (sorry) für ein wenig Unverständnis. Sicher habt Ihr die Entscheidung nicht leichtfällig gefällt, trotzdem kann ich die Gründe dafür aus dem was Du schreibst nicht ganz nachvollziehen.
    Die Angst vor Toxoplasmose ist natürlich nicht unberechtigt. Aber meistens wird dies über Lebensmittel übertragen und gar nicht so oft durch Katzen. Hat sich denn Deine Frau auf Toxoplasmose testen lassen? Wir waren in einer ähnlichen Situation. Der Test war bei meiner Frau negativ, sprich keine Antikörper. Für uns bedeutete dies, dass ab sofort ich nur noch das Katzenklo sauber mache.
    Auch die Angst, dass sich die Katze auf das Baby legt und es erstickt, kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Uns kamen auch schon solche Gedanken. Aber man kann nicht vorhersehen, wie Katzen sich verhalten werden, wenn das Baby da ist. Wir haben erst einmal vorgesorgt und die Katze Nachts aus dem Schlafzimmer ausgesperrt. So kann sie sich dran gewöhnen, dass sie dort nichts zu suchen hat und bringt das nicht direkt in Verbindung mit dem neuen Mitbewohner. Wenn der Nachwuchs dann da ist, schauen wir, wie sie sich verhält. Schade, dass Ihr es nicht erst einmal versucht habt. Vielleicht wären die drei gute Freunde geworden.
    Uns war bei der Anschaffung unserer Katze klar, dass wir Kinder wollen. Wenn sich das für uns gegenseitig ausgeschlossen hätte, wäre unser Stubentiger nie bei uns eingezogen.

    Viele Grüße
    Der Netzvater

    1. Hallo Netzvater,

      bei uns kamen viele Fragen auf einmal auf uns zu. Klar, wir hätten natürlich auch erst einmal abwarten können aber wir hatten leider auch das Gefühl, dass wir mit unserer neuen Elternrolle und dem Kleinen, unseren Stubentigern nicht mehr die unentwegte Aufmerksamkeit zulassen können, die sie verdient hätten. Daher war unsere Entscheidung auch gezielt zum Wohle der kleinen Katzen angedacht. Und zum damaligen Zeitpunkt hatte ich schon längst die Kontrolle über das Katzenklo-Säubern übernommen, nur das Toxoplasmose-Ergebnis stand noch aus.

      Rückwirkend: Ja, vielleicht hätten wir es versuchen können. Wir waren natürlich auch von der Nachricht schwanger zu sein, etwas verunsichert und grade beim ersten Kind neigt man ja auch zur Übervorsicht und und und… Ja, wir vermissen die Kleinen auch heute noch. Gefühlt war es aber dennoch die richtige Entscheidung. Die beiden haben ein wirklich gutes neues Zuhause mit Grundstück, Auslauf und Personen mit viel Zeit gefunden. Das war uns auch wichtig, denn sonst hätten wir sie auch nicht weggegeben.

      LG INdro

  2. Da melde ich mich doch auch mal zu Wort…Natürlich haben wir uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Man muss vielleicht dazu sagen, dass die kleinere, graue Katze, unsere Pipi, aus sehr schwierigen Verhältnissen kommt und keine Minute alleine sein kann. Zudem hat sie sich hartnäckig geweigert, das Katzenklo richtig zu benutzen (entweder sie hat lieber die Badewanne oder den Boden neben dem Klo benutzt, oder aber partout nicht verwühlt). Unsere Ursula hat sich zum Ende hin bei uns nicht mehr wohl gefühlt, das hat man gemerkt. Sie war keine Wohnungskatze bzw. wäre auch nie eine geworden. Unsere Bedenken waren daher vor allem die, ob wir den Katzen noch gerecht werden können, erst recht mit dem ersten Baby und allem, was dazu gehört. Warten wollten wir auf keinen Fall, denn zu dem Zeitpunkt, zu dem wir sie weggegeben haben, waren beide noch klein und konnten sich schnell an ein anderes Umfeld gewöhnen (was sie auch getan haben laut Aussage der neuen Besitzer – als wären sie noch nie wo anders gewesen). Pipi war erst 14 Wochen alt, wir haben sie als mutterlose Babykatze bekommen.
    Und Katzen legen sich nicht aus Eifersucht oder ähnlichem auf ein Kind, sondern weil sie es gern haben. D.h. wir müssten sie immer in getrennten Zimmern halten, was in einer 2,5-Zimmer-Wohnung nicht gerade einfach ist.
    Ich denke, für uns und für die Katzen war es die beste Entscheidung!

  3. Der Post ist eine weile alt, aber 2 wichtige Dinge:
    Damit Toxoplasmoseerreger überhaupt gefährlich werden kann muss der Katzenkot raus ausm Darm und ran an die Luft. Und braucht dann noch mal 72h.
    Wer also täglich das Katzenklo saubermachen lässt hat als Schwangere hier kein Risiko!

    Das Erstickungsrisiko wird häufig angesprochen. Es wurden immer wieder Katzen gefunden, die auf einem grade toten Baby gelegen haben.
    Mittlerweile geht man aber davon aus, dass es Babys sind, die ohne einwirken der Katze gestorben sind und die Katzen den (noch) warmen und bewegungslosen Körper jedoch erst nach dem Tod aufgesucht haben…

    1. Ich möchte mich gern dem Beitrag zur Toxoplasmose anschließen.
      Ja – kann gefährlich werden für das Ungeborene.
      Und Ja – als Schwangere gibt es kein Risiko wenn das Katzenklo von jemand anderes sauber gemacht wird.
      Bei uns hat das mein Mann übernommen als unsere Maus unterwegs war…
      Ich hatte drei Miezen als ich schwanger war und ich war auch besorgt, wegen Ersticken des Babys und damit im Konflikt. Aber alles gut gegangen…
      Alles Liebe Mandy

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.