Baby wackelt mit dem Kopf dreht ihn ständig hin und her


Viele junge Eltern machen sich große Sorgen, wenn sie beobachten, wie ihr Baby häufiger mit dem Kopf wackelt. Der Kopf wird dabei vor und zurück bewegt oder hin und her geworfen. Das so genannte Kopf-Ruckeln ist bei Babys und Kleinkindern definitiv keine Seltenheit. Normalerweise gibt es aber eine ganz einfache Erklärung für dieses seltsam anmutende Verhalten.

Das Wackeln des Kopfes ist weit verbreitet

Natürlich erschrecken sich Eltern sehr, wenn ihr Kleines beim Einschlafen im Bett den Kopf so auffällig hin und her schüttelt. Manchmal schlägt er dabei sogar an die Gitterstäbe des Kinderbettchens. Sie haben Bedenken, ob sich das Baby dabei nicht verletzen kann. Außerdem suchen sie verzweifelt nach einer Lösung, um dieses Kopfschütteln zu stoppen. Dabei müssen sich Eltern darüber bewusst werden, dass dieses Verhalten eigentlich ganz normal ist. Erwachsene widmen sich ihren Hobbys oder treiben Sport, um sich vom hektischen Alltag zu erholen. Da Babys dies nicht möglich ist, müssen sie sich auf andere Art und Weise beruhigen. Das Kopf-Ruckeln ist also quasi ein gewisses Ritual, welches zur Beruhigung führt.

Bei knapp 20 Prozent aller Babys und Kleinkinder ist das Kopf-Ruckeln zu beobachten. Während es sich bei einigen nur in einem minimalen Nicken zeigt, schaukeln oder werfen ihn andere ganz offensichtlich von einer Seite zur anderen. In den meisten Fällen beginnen Säuglinge ab dem sechsten Lebensmonat damit und behalten dies dann bis zum Alter von 18 bis 24 Monaten bei. Obwohl es bei beiden Geschlechtern vorkommt, wackeln Jungs dreimal häufiger rhythmisch mit dem Kopf als Mädchen. Allerdings konnten Forscher bis heute nicht herausfinden, warum das männliche Geschlecht anfälliger dafür ist.

Wann sollten Eltern einen Arzt aufsuchen?

Wenn das Kind ansonsten vollkommen gesund ist, dann kann das Kopfschütteln als normales Verhalten toleriert werden. Es gibt jedoch ein paar Störungen in der Entwicklung, bei denen dieses häufiger zu den Begleitsymptomen zählt. In diesem Fall muss der Arzt unbedingt Vernachlässigung, eine verminderte Intelligenz oder einen Autismus ausschließen. Sehr verdächtig ist das Kopf-Ruckeln, wenn es sich erstmals ab einem Alter von 18 Monaten zeigt oder nach dem dritten Geburtstag nicht verschwindet. Darüber hinaus dürfen Eltern auch nicht zögern, wenn das Kind sich selbst verletzt oder wenn es weitere Anzeichen für Entwicklungsverzögerungen gibt.

Situationen, in denen das Kopf-Ruckeln vorkommt

Im Alltag mit dem Baby kann man die Kopfbewegungen in einer ganz bestimmten Situation bemerken.

Ganz typisch sind sie:

  • beim Stillen
  • beim Einschlafen/Schlafen
  • beim Trinken
  • beim Spielen

Stillen

Wenn Säuglinge Hunger haben, dann werden sie schnell unruhig. Die Suchbewegungen mit dem Kopf sind dann auch ein Ausdruck ihrer Nervosität. Natürlich leidet die Mutter darunter, wenn das Baby den Kopf an der Brust umher wirft. Nicht selten kommt es in der Folge zu gereizten und schmerzenden Brustwarzen. Sollte das Kind nicht damit aufhören, löst man es behutsam. Wahrscheinlich muss man dies häufiger durchführen, denn nur so kann man dem Baby ruhiges Trinken angewöhnen. In vielen Fällen kann die Hebamme hier unterstützend zur Seite stehen.

Einschlafen

Es ist unheimlich wichtig, dass kleine Kinder vollkommen entspannt sind. Ansonsten wird das Einschlafen nicht funktionieren. Verspüren die Kinder keine Müdigkeit oder sind deutlich unruhig, dann kann sich das auch in den Hin-und-Her-Bewegungen, auch als Jaktationen bezeichnet, zeigen. Dieses Kopfschütteln im Rhythmus macht zum einen müde und beruhigt darüber hinaus auch noch. Eltern können für Abhilfe sorgen, indem sie die Bett-Geh-Routine möglichst entspannt gestalten. Dabei können Geschichten vorgelesen oder Lieder gesungen werden. Kleinkindern hilft auch das gemeinsame Anschauen von Büchern und das Kuscheln. Unter Umständen kann es auch helfen, wenn die Mutter dem Baby ein dünnes Tuch über den Kopf legt. Es ist aber unabdingbar, dass sie ihre volle Aufmerksamkeit auf ihr Kind richtet, um eine Erstickungsgefahr.

Schlafen

Wenn man Kinder mit Erwachsenen vergleicht, dann sind deren Träume wesentlich intensiver. Babys und Kleinkinder träumen die halbe Zeit, wenn sie schlafen, während bei Erwachsenen nur ein Viertel der Schlafzeit auf das Träumen entfällt. Am Tag erlernte Fähigkeiten werden häufig auch während der Nachtruhe geübt. Dieses Training der Motorik kann dann auch zum Wälzen des Kopfes im Bettchen führen. Das Kopfwackeln ist demnach etwas vollkommen Normales, das keinen Arztbesuch erfordert. Einen entspannteren Schlaf kann man durchaus auch durch regelmäßiges Lüften fördern.

Trinken

Babys und Kleinkinder können nur schwer stillhalten, das gilt auch für das Trinken. Die Mutter wird dann nicht selten ungeduldig, und das überträgt sich wiederum auf die Kinder. In der Folge wird der Kopf beim Trinken immer hin und her bewegt. Vielleicht befürchten die Eltern dann auch, dass ihr Kind nicht ausreichend Flüssigkeit aufnimmt. Das Baby ruckelt also nur mit dem Kopf, um sich selbst zu beruhigen. Um dies zu verhindern, kann die Mutter leise mit ihm sprechen und die Situation somit entschärfen. Wenn die Umgebung ruhiger ist, verhält sich das Kind normalerweise auch beim Trinken ruhiger.

Spielen

Auch beim Spielen können Eltern oftmals ein rhythmisches Schaukeln mit dem Kopf beobachten. In diesem Fall sind die Babys recht angespannt und bedingen dadurch einen Stressabbau. Unter Umständen dient das Ruckeln aber nur dazu, die Aufmerksamkeit der Eltern zu erhaschen. Diese sollten dann aber nicht mit mehr Zuwendung reagieren. Mit Kuscheln oder Halten kann man dann belohnen, wenn es dieses Verhalten nicht an den Tag legt. Es kann aber auch sehr hilfreich sein, mit dem Baby auf dem Arm zu tanzen oder Musik zu hören. In diesem Fall geht man auf das Rhythmusgefühl des Kindes ein und fördert es gleichzeitig. Auch beim Lesen gibt es einen speziellen Sprachrhythmus, an dem sich schon Babys orientieren können, selbst wenn sie den Inhalt nicht begreifen.

Mögliche Ursachen für das Kopf-Ruckeln beim Kind:

  • Nervosität
  • Langeweile
  • Stress
  • Suche nach Aufmerksamkeit
  • Unzufriedenheit/Frustration
  • Schmerzberuhigung (z. B. wenn ein Zahn durchbricht)
  • Kiss-Syndrom

Das Kiss-Syndrom als ernste Ursache

In den meisten Fällen ist die Sorge der Eltern absolut unbegründet. Ganz anders sieht es hingeben aus, wenn das Kind unter dem so genannten Kiss-Syndrom leidet. Wenn man das Baby über eine längere Phase beobachtet, kann man gut feststellen, ob dies möglicherweise dahinter steckt. Ist das Kind offensichtlich nicht nervös, frustriert oder schmerzerfüllt, könnte das Kopfwackeln am Kiss-Syndrom liegen. In diesem Fall muss unbedingt der Kinderarzt konsultiert werden, um diesem Verdacht nachzugehen. Auch wenn die Motorik beeinträchtigt ist oder es sonstige Auffälligkeiten gibt, könnte das Kiss-Syndrom Ursache dafür sein.

Das steckt hinter dem Kiss-Syndrom

KISS ist die Abkürzung für eine Kopfgelenk induzierte Symmetriestörung. Diese Störung ist dadurch gekennzeichnet, dass die umgebenden Strukturen für eine Blockade der Kopfgelenke sorgen. In der Regel wird dies durch eine schwere Geburt, zum Beispiel per Saugglocke, Zange oder auch Kaiserschnitt bedingt. Das Baby hat quasi ein Trauma bei der Entbindung erlitten. In der Folge gab es schwerwiegende Veränderungen der Muskeln im Nacken in Form von Verkürzungen und Verspannungen. Dies führt wiederum zu einer zunehmenden Verhärtung, die dann wiederum zu Entwicklungsstörungen und -verzögerungen beim Kind führt.

Die folgenden Anzeichen können auf das Kiss-Syndrom hindeuten:

  • häufiges Schreien
  • an einer Stelle abgeflachter Schädel
  • Blick geht ständig in die gleiche Richtung
  • haarlose Stellen auf dem Kopf
  • auffallende Asymmetrie des Gesichts
  • asymmetrische Körperhaltung
  • Mangelerscheinungen
  • Allergien
  • Beeinträchtigungen der Motorik

Fazit:

In den meisten Fällen stecken keine bedenklichen Gründe dahinter, wenn das Baby den Kopf hin und her wirft. Sorgen sind normalerweise also nicht angebracht.

Sehr viele Babys und Kleinkinder wackeln mit dem Kopf, vor allem unter Jungs ist dieses Phänomen weit verbreitet. Meistens versucht das Kind damit nur, sich zu beruhigen und Stress abzubauen. Vielleicht erlebt es nur Gefühle der Frustration, weil etwas nicht so klappt, wie es sich das vorgestellt hatte. Darüber hinaus kann es damit aber auch die Aufmerksamkeit der Eltern suchen. Dann müssen Mama und Papa versuchen, ihm tatsächlich mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung zu schenken.

In den meisten Fällen tritt das Wackeln mit dem Kopf nach dem dritten Geburtstag nicht mehr auf. Nur ganz selten kann sich hinter den auffälligen Kopfbewegungen das Kiss-Syndrom verstecken. Mit Hilfe von Physiotherapie und Osteopathie kann man aber auch diese Problematik gut beseitigen.

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