Lieber Familienbett bauen als Baby ins Beistellbett stecken


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Beistellbett oder Familienbett?

Wir wollten nicht von anfang an ein Familienbett bauen. Die Idee kam uns erst mit der Zeit. Denn auch wir hatten schon vor der Geburt ein Beistellbett für unser Baby und waren der Meinung, dass wir dieses auch benutzen.

So ein Beistellbettchen gehört schließlich mittlerweile mit Sicherheit zur Grundausstattung. Viele Dinge, die wir während meiner Schwangerschaft für den Rubbelbatz angesammelt haben, haben wir von Familie und Freunden geschenkt bekommen. Zum Schlafen hat meine Mama für die Korbwiege (die ihr hier im Beitragsbild vom Babyshopping-Artikel sehen könnt und die in Wirklichkeit ein Wäschekorb ist), in der ich und meine drei Brüder damals schon geschlafen haben, eine neue Matratze aus reiner Schurwolle genäht und an uns weitervermacht. Für mich war klar: darin soll mein Baby schlafen. Doch von einem Arbeitskollegen hatte der Rubbelpapa gehört, dass es viel praktischer ist, wenn das Kind in einem sog. BabyBay / Beistellbett schläft. Das ist zur Seite des Elternbettes hin offen und fest daran befestigt. Also sind wir losgezogen und haben über die Kleinanzeigen für das Baby ein Beistellbett gebraucht gekauft. Wir hatten natürlich mal wieder Glück, dass wir eins gefunden haben, welches unsere Vorstellungen erfüllt hat: ein Beistellbettchen von Waldin* aus unbehandeltem Holz ist es geworden. Nach der Zeit im Beistellbettchen kann man die vierte Gitterseite anbringen und hat ratzfatz das Babybett in ein Kinderbett umgebaut – wenn gewünscht sogar mit Rollen und Betthimmel dran. Am Tag der Geburt hat der Rubbelpapa das Bettchen dann unter großem Gefluche noch aufgebaut und wir haben es an unserem Bett befestigt. Fest in dem Glauben, dass er darin schlafen würde.

Aufbau Beistellbett Waladin
Während ich schon mit Wehen durch die Wohnung gewandert bin, wurden hier noch letzte, unserer Meinung nach notwendige Vorbereitungen getroffen.

Mein Baby schläft NICHT im Beistellbett

Auch im Krankenhaus, wo wir die ersten vier Tage im Familienzimmer verbracht haben, stand ein original Baby Bay* zur Verfügung. Nach der Geburt wurden wir aufs Zimmer gebracht und um nichts in der Welt hätte ich den kleinen Wurm in dieses Bettchen gepackt. Der größte Nachteil des Beistellbettchens meiner Meinung nach liegt an meinem Kopf und den chronischen Sorgen und Fragen, die ich in Bezug auf mein Baby habe! Denn wenn mein Baby im Beistellbett liegt:

  • Wie soll ich denn wissen, dass es ihm gut geht?
  •  Wie weiß ich denn, ob er es warm genug hat oder nicht zu warm und dass er regelmäßig atmet?

Wir haben ihn also zwischen uns gelegt, damit er nicht rausfallen kann und ich habe ohnehin die ersten Nächte kaum geschlafen. Stattdessen habe ich ihm beim Schlafen zugesehen und aufgepasst, dass für ihn alles in Ordnung ist. Wenn er wimmernd aufgewacht ist, was ca. jede Stunde passiert ist, habe ich ihn gestillt oder zurück in den Schlaf gekuschelt. Wenn er wild mit den Armen gefuchtelt und offenbar schlecht geträumt hat, habe ich seine Wange gestreichelt und seine Händchen genommen. Ich wollte ihn einfach nur nah bei uns wissen. Selbst ein Beistellbettchen kam mir zu einsam für ihn vor. Ihn in ein extra Bettchen bzw. eine Wiege zu legen, dieser Gedanke fühlte sich total abstrus an.

Und genauso ging es zu Hause weiter. Oft hatte ich fest vor, ihn ins Beistellbettchen zu legen, sobald er bei mir im Bett eingeschlafen wäre. Aber wenn wir dann ganz eng aneinander lagen und er sich vertrauensvoll an mich gekuschelt hatte, habe ich es insgesamt nur zwei Mal über’s Herz gebracht, ihn von mir wegzulegen. Was sollte er denn denken, wenn er aufwacht und seine Mama ist nicht in seiner Nähe?

Das Beistellbettchen wurde zwar durchaus genutzt – aber fast ausschließlich zum Sachen ablegen. Windeln, Windeleimer, Wasserflasche, Mullwindeln, Haargummis…alles Mögliche hat sich darin getummelt. Auch auf der liebevoll handgefertigten Matratze im Körbchen hat der Rubbelbatz geschlafen – allerdings nur tagsüber und immer direkt neben uns auf der Couch oder dem Boden. Also auch nie wirklich alleine oder unbeobachtet. Mittlerweile passt er leider auch schon nicht mehr rein.

 

Lieber Familienbett bauen statt Beistellbett nutzen

Aber warum haben trotzdem so viele Eltern ein Beistellbettchen oder Babybett für ihre Kleinen? Denn nur darum haben wir überhaupt eins besorgt – wir wissen, dass das irgendwie „dazugehört“, so wie unser ABC Design Kinderwagen oder Windeln. Machen eben alle so.

Nun wir waren jung und haben uns treiben lassen und hatten noch keine konkreten Vorstellungen darüber, wie wir beide eigentlich unser Kind erziehen wollten. Darüber hinaus gibt es auch noch eine historische Begründung – ja, es geht wieder um Nazis – aus der Säuglingspflege und Erziehungsgeschichte. In den (leider!) sehr populären Büchern Johanna Haarers wurde empfohlen, das Baby nachts allein in ein eigenes Bettchen zu legen und dann den Raum zu verlassen, um ihn erst am Morgen wieder zu betreten. D.h. fast alle Babys hatten ab der Geburt ein eigenes Kinderzimmer, in dem sie schlafen sollten und wie das so ist mit Erziehungssachen, hat sich das über Generationen im kulturellen Gedächtnis von Eltern fortgesetzt.

Wie wahrscheinlich viele Eltern war auch ich vor der Geburt der Meinung, ich bräuchte relativ schnell unser Ehebett und die Nacht wieder für mich. Ich würde ruhiger schlafen, wenn der Kleine mal nicht bei mir wäre. Darüber kann ich heute nur schmunzeln. Am ruhigsten bin ich nämlich dann, wenn mein kleiner Schatz ganz nah bei mir ist und ich jederzeit spüren kann, dass es ihm gut geht.

 

Plötzlicher Kindstod auch im Beistellbett möglich

Ich vermute, der Hauptgrund für viele Eltern, das Kind nicht im Elternbett schlafen zu lassen, ist ein ganz anderer: die Angst vor dem plötzlichen Kindstod (SIDS). Dieses Schreckgespenst lässt sich nach wie vor nicht vorhersagen und niemand weiß so genau, was dahinter steckt. Zumindest weiß man, dass der Vorgang für die Kinder völlig schmerzfrei von statten geht….Immerhin…wirklich beruhigend ist das aber natürlich nicht. Deshalb gibt es Studien, die untersuchen, welche Faktoren zum plötzlichen Kindstod führen könnten. Da hat sich herausgestellt, ein gewisses Schlaf-Setting sorgt für die wenigsten Fälle von SIDS:

  • Das Baby sollte demnach auf dem Rücken im eigenen Bettchen liegen.
  • Dieses sollte eine harte Matratze haben, in die das Kind nicht einsinken kann, kein Nestchen außenrum und keine Kuscheltiere, Decken oder ähnliches.
  • Der Raum sollte nur ca. 18°C warm sein und das Kind auch nicht zu stark bekleidet. Keine Decken oder Kissen, nur ein Schlafsack.

Optimale Bedingungen sind also nicht grade im Elternbett zu finden. Daher ist ein Beistellbett in unmittelbarer Nähe durchaus ein Gedanke, den man als Kompromiss interpretieren kann. Eine Garantie, dass das Schreckgespenst SIDS sich dadurch fern hält, gibt es aber natürlich nicht und deshalb ist ein plötzlicher Kindstod auch im Beistellbett möglich. Man kann genauso wenig mit Sicherheit sagen, dass ein falsches Schlafen zum plötzlichen Kindstod führt. Das soll also lediglich heißen, dass die aufgezählten Faktoren aus irgendeinem Grund korrelieren.

Mehr zum Thema Plötzlicher Kindstod und Matratze

Familienbett selber bauen

Ich zitiere an dieser Stelle einfach mal den Buchtitel von Tine Thevenins „Das Familienbett – Geborgenheit statt Isolation“*, weil dieser einfach eine klasse Aussage ist. Mittlerweile haben wir nämlich unser Elternbett abgebaut oder besser gesagt, wir haben daraus eine einfache DIY-Familienbett-Version gebastelt. Unsere Idee, mehr oder weniger ein Familienbett selbst zu bauenist sicher nicht die aller kreativste, aber auf jeden Fall eine einfache Möglichkeit, sich selber ein Familienbett zu bauen – man kann nämlich ganz einfach das Bett zum Familienbett umbauen.

Leichte Anleitung für unser selbstgebautes Familienbett

familienbett aus elternbett bauen
Das Elternbett hat ausgedient und muss abgebaut werden zum Familienbett

Unser ursprüngliches Bett hat die Maßen 220x240cm. Weil es aber leider anfing zu knarzen und zu quietschen, haben wir uns überlegt, dass wir daraus ja auch unser Familienbett selber bauen könnten. Vorlagen und Ideen dazu findet man heutzutage genug im Internet. Wer aber mal eine wirklich sehr, sehr, schöne Deluxe-Variante sehen möchte, kann sich dafür bei Susanne von geborgen-wachsen.de und ihrem Familienbett inspirieren lassen.

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Wir haben zunächst das Bettgestell komplett abgebaut, so dass jetzt nur noch die Lattenroste (miteinander mit Spanngurten verbunden) auf dem Dielenboden liegen. Dieses Prinzip ist denkbar einfach und komplikationslos umzusetzen. Außerdem gibt es uns vor allem die Freiheit, sponatn und einfach, unser Familienbett weiter auszubauen.
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Oben drauf kommen nun also unsere Matratzen (ebenfalls mit Gurten fest verbunden).

 

Unser erstes Familienbett
Und tadaaaa…fertig sind wir schon. Man kann ziemlich gut erkennen, wie die Platzaufteilung bei uns im Bett ist!

Zubehör für unser Familienbett

Insgesamt haben wir ca. 350 Euro investiert. Haben dafür aber eine wirklich große und ungefährliche Liegefläche, auf der locker 2 Erwachsene und ein Kleinkind passen.

Kann das Baby im Familienbett rausfallen?

Unser Kleiner hat seit jeher eine eigene kleine Decke aus Schurwolle im Familienbett für sich, weil die atmungsaktiver ist als unsere Ikea-Decke. Meist schläft er auf einer Bettseite ein, wandert dann aber fast immer in die eine oder andere Richtung – je nachdem, wo ich liege, wenn er gestillt werden möchte. Auch wenn wir jetzt schon ein niedriges Familienbett haben, schwirrte bei mir immer der Gedanke mit, wie ich es schaffe, dass mein Baby nicht aus dem Familienbett fällt? Die Lösung: Ich schlafe nicht und habe permanent ein Auge auf mein Baby!

Nein, das ist natürlich quatsch. Wenn er, ich und das Baby im Bett liegen, versuche ich, dass der Kleine oft in der Mitte von uns liegt. Dann verbaueich  das eine seitliche Ende des Familienbettes mit sonstigem Zeug, damit er dort so etwas wie eine Wand vorfindet und polster zusätzlich noch den Boden etwas ab für den Fall der Fälle, dass er wirklich mal rauskullert. Sollte also der Rubbelbatz, wenn er dann älter ist und im Familienbett krabbeln und toben möchte, doch mal über den Rand purzeln, fällt er auf diese Weise zum Glück nicht tief oder hart, sondern wird ganz weich aufgefangen.

Das Beistellbett von ihm habe ich in ein rollendes Gitterbettchen, sprich einen rollenden Laufstall verwandelt. So kann ich den Kleinen auch mal direkt neben mir ablegen, wenn ich z.B. an der Nähmaschine sitze oder die Küche aufräume. Meistens ist er zu solchen Gelegenheiten zwar im Tragetuch, aber manchmal möchte er einfach doch lieber strampeln und spielen statt nur beobachten.

 

Unsere Erfahrung mit dem Familienbett

Für mich liegt der Vorteil eines Familienbettes auf der Hand: dadurch, dass der Kleine so nah bei uns ist, können wir alle drei besser schlafen im Familienbett. Er muss nicht durch Laute auf sich aufmerksam machen und wacht dadurch meist gar nicht wirklich auf, wenn er Hunger hat oder unruhig schläft, weil wir gleich reagieren können. Auch für uns ist es so viel bequemer, nachts nicht aus dem Bett aufstehen zu müssen, um einen bis dahin vielleicht schon total aufgebrachten Säugling herumzutragen und zu beruhigen. Vor allem wacht unserer Rubbelbatz immer auf, sobald man ihn hoch hebt – ein wenig Rollen oder Ziehen stört ihn da viel weniger. Man stellt sich immer vor, dass man viel besser schläft ohne Baby im Bett – weil man keine Rücksicht nehmen muss und sich viel besser bewegen kann. Tatsächlich ist für mich genau das Gegenteil der Fall. Und daran, dass man sein Gesicht nicht zudeckt oder sich nicht auf ihn draufrollt, hat man sich schnell gewöhnt. Diese Angst ist also relativ unbegründet.

Und habe ich keine Angst vor dem plötzlichen Kindstod?

Nun, es ist mir nicht bekannt, dass das Familienbett SIDS verhindert und natürlich habe ich Angst um mein Baby. Jeden Tag und aus den verschiedensten Gründen. Der plötzliche Kindstod, eine unbemerkte Erkrankung, Entwicklungsstörungen, Unfälle zu Hause, Unfälle unterwegs, Krieg, Klimaerwärmung… Es gibt so viele Dinge, die ich meinem Kind auf keinen Fall wünsche, wovor ich ihn aber nie 100%ig beschützen kann. Ich kann nur darauf vertrauen, dass alles gut gehen wird und er eines Tages der wunderbare junge Mann wird, den ich mir ausmale. Ich werde alles tun, was in meiner Macht steht, aber ich werde nicht in ständiger Angst leben. Deshalb darf er auch auf dem Bauch schlafen, wenn er das möchte und unter unsere Decke kriechen, wenn ihm kalt ist.

Attachment Parenting und Familienbett

Auch „Das Attachment Parenting Buch“ von William und Martha Sears*, das ich gerade lese, gibt unserem Vorgehen in Sachen Familienbett recht. Für William Sears ist das gemeinsame Schlafen die Fortführung des Tragens bei Nacht. So wird die intensive Bindung, auf die AP-Eltern tagsüber so viel Wert legen, auch nachts fortgesetzt. Entgegen den häufig geäußerten Befürchtungen, dass das gemeinsame Schlafen das Baby verwöhnen würde und man sein Kind nie wieder aus dem Bett bekommt, empfiehlt er aus verschiedenen Gründen, den Nachwuchs mit ins Bett zu nehmen:

  1. Das Baby schläft besser,
  2. Die Mutter schläft besser,
  3. Es vereinfacht das nächtliche Stillen,
  4. Lässt ein Kind besser gedeihen und
  5. Fördert das gegenseitige Vertrauen.

 

Auch auf das Thema „Plötzlicher Kindstot“ (SIDS) geht er als Arzt intensiv ein. Seine Hypothese zum SIDS ist folgende:

„In den meisten Fällen ist „SIDS eine Schlafstörung […], vor allem eine Störung des Aufwachens und der Atemkontrolle während des Schlafens. Alle Elemente des Attachment Parenting, vor allem das STillen und das gemeinsame Schlafen, beeinflussen die Atemkontrolle des Babys positiv und erhöhen die gegenseitige Wahrnehmung von Mutter und Baby, so dass sie leichter aufwachen und das Risiko für den Plötzlichen Kindstod gesenkt ist.“

(Sears, 2001: Das Attachment Parenting Buch – Babys pflegen und verstehen, S.188)

Dem vorangestellt ist eine Erklärung dazu, wie Babys schlafen: Denn im Gegensatz zu Erwachsenen wechseln Babys viel häufiger zwischen Tiefschlafphasen und leichtem Schlaf, den REM-Phasen (Rapid-Eye-Movement). Vermutlich sind es die REM-Phasen, in denen das Gehirn von Babys wächst und das Geschehene verarbeitet wird. Tiefschlafphasen dagegen, so die Hypothese Sears‘, sind für Babys noch nicht sicher, weil der Atemreflex noch nicht richtig funktioniert und somit die Gefahr einer Atemdepression (Hypoventilation) besteht.

Wenn wir uns also ärgern, dass Babys nachts nicht durchschlafen können und so oft aufwachen und gestillt werden wollen, sollten wir eigentlich froh sein – das ist nämlich für mich, nachdem ich die Argumentation von William Sears gelesen und nachvollzogen habe, schlussfolglich richtig und notwendig so! Wir können also beruhigt und froh darüber sein.


 

Update1:

Das Beistellbett haben wir nun abgebaut, weil es uns zu viel Platz gefressen hat.

Update2:

Wir haben nun eine weitere 90cm-Breite Matratze mit Lattenrost für unser Familienbett gekauft und haben nun ein Riesen-Familienbett, welches mit den Maßen 3 x 2,20m ein riesen Schlafterritorium für uns bildet. Damit haben gleich mal die Angst gemindert, dass unser Baby seitwärts aus dem Familienbett rausfallen kann. Unser Familienbett geht nun von Wand zu Wand und nimmt jetzt eine komplette Seite des Zimmers ein. Wir lieben es!

Familienbett



Alle Kommentare (23)

    Da sind aber alle Babys (und Mamas ;)) auch wieder unterschiedlich. Unsere kleine schläft seit dieser Woche im eigenen Bett, allerdings bei uns im Schlafzimmer und schläft so viel besser als bei uns, oder im BabyBay. Für uns definitiv die bessere Entscheidung, da auch wir so besseren Schlaf abkriegen. Wach werde ich trotzdem sofort, wenn sie was braucht und da wir ja auf’s Fläschchen umsteigen mussten, muss ich so oder so aufstehen .

    Die Idee das Familienbett auf dem Boden umzubauen finde ich supi – Werde ich mal Freunden von uns empfehlen, die schwören auch drauf 🙂

    Ja, es gibt wohl tatsächlich einige Kinder, die im eigenen Bett bzw. Beistellbett besser und ruhiger schlafen, das stimmt.

    Unser Kleiner schläft gar nicht alleine, egal in welchem Bett – nur im Hautkontakt mit einem von uns. Daher ist für uns das Familienbett ohnehin die einzig praktikable Option. Und ich stelle immer wieder fest, dass auch ich es sehr genieße, ihn so nah bei mir zu haben.

    Unser Zwerg ist mittlerweile auch „schon“ ein paar Monate alt und im Ehebett hätte ich immer noch viel zu viel Angst, ihn Nachts versehentlich zu erdrücken – aber das muss jeder selbst wissen.
    Der Begriff „Familienbett“ steht soweit ich weiß allerdings eher für später, wenn das Kind größer wird. Dann soll es – möglichst auch noch wenn die erste Freundin/der erste Freund anfängt, über Nacht zu bleiben – immer noch die Geborgenheit von Mama und Papa haben. Naja, wir sind da lieber Rabeneltern (Familienbett ist eine Glaubensfrage, nicht logisch begründbar) und haben unsere Kids ins eigene Zimmer „verbannt“ als sie nicht mehr regelmäßig nachts gestillt werden wollten.

    Diese Angst ist nicht unüblich und erübrigt sich wie gesagt in der Praxis schnell. Auch – man mag es kaum glauben – haben selbst kleine Babys schon die Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen. Entgegen verbreiteter Ängste lassen sie sich nicht stillschweigend versehentlich erdrücken. Stattdessen soll es vorkommen, dass sie lauthals ihre Stimme erheben, wenn auch nur die kleinste Kleinigkeit nicht passt oder man sie gar zu quetschen versucht 😉

    Von einer derartigen Begriffsunterscheidung des gemeinsamen Schlafens wäre mir nichts bekannt…

    Sehr sympatisch… bei uns schlafen wir seit einigen Monaten auch nur auf Lattenrost und Matratze, irgendwann hat der Papa noch einen ganz einfachen Rahmen drumherum gebaut, und fertig war das Familienbett. Über die gesamte Breite des Zimmers findet sich hier Platz für alle 5 (hoffentlich bald 6) Familienmitglieder!

    https://ikaspunkt.blogspot.de/2015/09/unser-neues-schlafzimmer.html

    Vieles, von dem man als werdende Erst-Eltern denkt, das „muss“ man anschaffen, stellt sich im Laufe der Zeit als völlig unnötig heraus! Wir haben da auch so unsere Erfahrungen gemacht. Eigentlich brauchts gar nicht viel, ein Kind groß werden zu lassen, ne?

    Liebe Grüße, Ika

    Nein, eigentlich braucht man hauptsächlich viel Zeit und Geduld und ein Tragetuch alles andere geht schon irgendwie 😉

    Das Bauen müsste in unserem Fall wohl eher ich übernehmen…bei uns ist die Rollenverteilung was das angeht etwas verschoben.

    Liebe Grüße,
    Hanna

    Ein wirklich sehr guter Beitrag. Die Idee vom DIY Familienbett hat mir auch sehr gut gefallen. Wir hatten unsere kleine auch immer in der Mitte vom Bett. Gerade am Anfang haben wir das Stillkissen um unsere kleine gelegt. Dadurch konnte ich auch besser schlafen! Vielleicht hast Du auch noch ein bild für uns vom neuen Bett? 😉

    Gruss
    Marcel

    Hallo Marcel,

    danke für den Hinweis – wir hatten schon Bilder vom neuen Bett eingefügt, allerdings mussten wir dann ein Backup vom Blog einspielen und da sind die Bilder anscheinend wieder verloren gegangen. Werden in den nächsten Tagen nachgeliefert!

    Update: Bilder sind nun wieder drin im Artikel.

    Hallöchen,
    wir planen derzeit auch ein Familienbett für die Bande (2 Erwachsene plus Kinder 2 & 0,5). Wie habt ihr das denn mit den Bettlaken gelöst? Ich wollte am liebsten für die gesamte Fläche ein Laken, damit sich keine Ritzen bilden. 😛

    Liebe Grüße aus Dresden
    Katharina

    Hallöle Katharina,

    euren Plan können wir nur gutheißen! 😉

    Aktuell nutzen wir ein großes Bettlaken, welches wir schon vorher für unser 2,20x2m-Bett verwendet haben und noch ein zusätzliches Laken für die dritte Matratze. Auch wir haben schon überlegt, wie wir am besten ein Laken nutzen können und sind da eigentlich nur auf Zusammennähen gekommen.

    Grade, weil ihr ja noch ein Baby habt (wie wir auch) können mehrere einzelne Laken auch ein Vorteil sein: falls das Baby schnell mal Flecken macht, musst Du nicht gleich das Riesen-Laken abziehen, sondern nur das Kleine. 😉

    LG Rubbelpapa

    Das hilft mir gerade sehr auf der Suche nach Ideen! So simpel habe ich gar nicht gedacht. 🙂

    Aber man liegt ja dann auf den gespannten Gurten?!
    Ich kann mir grade gar nicht so vorstellen . .

    Hallo Maike,

    auf den Gurten war keine wirklich Spannung, da sie ja nur verhindert haben, dass die Matratzen auseinanderrutschen. Daher hatten wir persönlich nie wirklich Probleme mit Ihnen. Du kannst es auf jeden Fall einfach mal ausprobieren. Sicherlich finden sich auch schnell alternative Lösungen, daher ist es um einen Versuch meiner meinung nach nicht schade.

    Mittlerweile nutzen wir aber auch keine Gurte mehr, da wir das Bett vergrößert haben und es jetzt von links und rechts durch die Zimmerwände des Schlafzimmers gerahmt wird. 😉

    LG Rubbelpapa

    Also ich hatte das FabiMax Beistellbett und finde es ausgezeichnet. Das Beistellbett ist aus massivem Erlenholz verarbeitet und das Besondere bei diesem Bett, es bietet einen spaltlosen Übergang zur Elternbettmatratze. Die Matratze ist beidseitig versteppt und der Oberstoff ist zu 100% aus Baumwolle verarbeitet, den Bezug kann man abnehmen und waschen.
    Wir sind leider aus dem Beistellbett herausgewachsen, aber mein Mäuschen und ich hatten eine tolle Zeit, dank dem Bettchen.

    Hallo Moki,
    ich glaube, alle Beistellbettchen bieten diesen nahtlosen Übergang. Unseres hatte den zumindest. Und im Gegensatz zum Beistellbett wird unser Sohn aus dem Familienbett so schnell nicht rauswachsen 😉

    Hallo!

    Ich muss ehrlich zugeben, dass mir ein Familienbett noch nie wirklich gefallen hat. Das hat sich jetzt geändert, denn euer Riesenfamilienbett hat mich wirklich überzeugt. Trotzdem hätte ich (bei meinem Schlaf) sehr Angst das Kind unter mich zu begraben, wie kannst du mit diesem Szenario normal einschlafen?

    Liebe Grüße!

    Hallo Janine,

    hast du Kinder? Ich hätte mir das auch nicht vorstellen können, aber wenn auch nur das Kleinste bisschen nicht in Ordnung ist mit dem Kleinen, wache ich sofort auf. Niemals könnte ich AUF ihm schlafen.

    Liebe Grüße,
    Hanna

    Also ehrlich gesagt stört mich bei diesem Bericht der leicht abwertende Unterton mit dem hier über das Beistellbett geschrieben wird. Früher war es normal das Kind ins separate Bett zu stecken (merke ich daran, dass ich von der älteren Generation schief angeguckt werde, wenn ich sage dass ich mir ein beistellbett holen werde). In unserer Generation ist es mittlerweile zum Glück verbreiteter, dass es unnatürlich ist das Baby ins separate Zimmer zu stecken (macht schließlich auch kein anderes Säugetiere). Und nun ist selbst das Beistellbett ein „abschieben“? Ich hab einen extrem leichten Schlaf, werde auch so schon an die 10x pro Nacht wach und würde definitiv bei jedem kleinen Zucken und Zappeln aufwachen. Plus stillen und wickeln bräuchte ich mich dann gar nicht erst ins Bett legen. Wenn ich Körperkontakt brauche, leg ich die Hand ins Beistellbett und gut 😉

    Finde die Lösung für das Familienbett schon flexibel und günstig. Durch die Bodennähe ist das rausfallen auch nicht so gefährlich. Genau so eine Lösung suche ich. Sorge bereitet mir nur die Schimmel Gefahr bei der Matratze. Ist die ausreichend belüftet wenn sie nur auf dem Lattenrost liegt? Welche Erfahrung habt ihr damit gemacht?

    Hallo Kathrin,

    wir schlafen nun seit ca. 2,5 Jahren nur noch durch ein Lattenrost vom Boden getrennt auf den Matratzen. Schimmelgefahren hatten wir bis jetzt keine.

    Solange Du mit dem Lattenrost eine Luftzufuhr erlaubst, sollte es eigtl. passen.

    LG

    Die Geschichte von Euch, dem Beistellbett und dem Familienbett ist wie bei meiner Tochter und mir auch, das spricht mir aus der Seele. 🙂

    Es ist aber nicht bei jedem so. Einige Mamas, die ich kenne, mochten es nicht mit Säugling im Bett oder das Baby mochte das nicht. Das findet man ja aber flott raus, wenn es soweit ist.
    Es gibt kein richtig und falsch.
    Das ist bei vielem so, Stichwort Tragetuch- oder Kinderwagen-Verweigerer… Daher rate ich an der Stelle auch (vergeblich *lach*) zur Vorsicht mit Anschaffungen in der ersten Schwangerschaft. Vieles kann man erstmal testweise leihen oder improvisieren.

    An alle, die sich das noch nicht vorstellen können, wie man keine Angst haben kann mit Säugling direkt im Bett und sogar mit der Mama unter einer Decke:
    Wenn meine Maus anfangs im Beistellbett lag, habe ich festgestellt, dass ich ganz nah an sie herangerückt bin (teils Stirn an ihren Kopf gelehnt) und mich dann gefühlt stundenlang im Schlaf nicht bewegt habe. Mir tat dann teilweise alles weh dadurch. Daher hatte ich schnell auf der leeren Matratze neben mir (bin von Anfang an alleine gewesen) eine Art begrenztes Nest als zweiten sicheren Babyplatz eingerichtet, um jeweils nach der nächsten nächtlichen Fläschchenrunde auf einer anderen Körperseite liegen zu können. Ich legte sie abwechselnd links und rechts von mir.
    Ich schlief aber nicht ganz glücklich und innerlich entspannt, sie war einfach zu weit „weg“.
    Auch bin ich viel wach geworden durch die typischen Neugeborenengeräusche und musste mich dann ständig vergewissern, ob alles OK ist.
    Als sie dann endlich direkt bei mir lag, ganz einfach weil ich mich das nach zwei oder drei Wochen immer mehr getraut habe, habe ich mich gefühlt noch viel weniger bewegt und noch viel weniger tief und körperlich gesehen deutlich schlechter geschlafen. Aber dafür so viel glücklicher, innerlich völlig entspannt!
    Und ich wurde auch nicht mehr richtig wach von irgendwelchen Schmatzern und Moro-Reflexen.
    Das hat es einfach in punkto Schlafqualität für mich aufgewogen.
    Vorher hatte ich nur Nachteile.

    Ja, natürlich gab es bestimmt bei mir Tiefschlaf-Phasen und natürlich kann es wissenschaftlich betrachtet sein, dass ich dann hätte mein Baby mit meiner Decke ersticken können etc., weil ich natürlich nicht immer nur im Bewachungsmodus geschlafen haben kann.
    Es ist, wie viele Mütter sagen, dass sie bei jedem leisen Seufzer, Fiepser und Grunzer vom Säugling aufwachen, selbst wenn das Kinderzimmer ganz am anderen Ende des Flurs ist. Das ist wohl auch nicht die ganze Nacht so, aber wird so empfunden.
    Man schläft anders in dieser Zeit.

    Und ähnlich ist das mit dem Gefühl, dass man sich nicht einfach auf das Baby drauflegen würde. Es ist einfach so. Man schläft einfach anders in dieser Zeit.
    Was für Baby und Eltern passt, findet man raus.

    Als meine Tochter mit ungefähr sieben Monaten deutlich machte, dass sie das nun doch alles nicht mehr will und auch nach meiner Wahrnehmung viel besser (ein)schlief, wenn ich nicht mit im Raum war (verrückt, oder?) und das sogar noch besser klappte in ihrem eigenen Zimmer, schlief ich körperlich wieder spürbar tief und erholsam. Aber innerlich erstmal unentspannt. Musste mich länger dran gewöhnen und war besorgt, ob es ihr gut geht.
    Wochenlang hatte ich ihr dann ein Montessori Floor Bed angeboten aber nein, das gute alte Gitterbettchen ist einfach ihr Ding. Nun schon viele Monate.
    Inzwischen komme ich aber klar damit *lach *

    Danke, liebe Maren, für diesen ausführlichen Einblick. Ich kann Dich so gut verstehen! Unser kleiner hat neulich bei Oma und Opa im Bett geschlafen. Das ist ein wirklich merkwürdig-leeres Gefühl im Bett. Und auch sonst schläft er meistens (von sich aus, nicht weil wir das möchten) im Kinderbett. Und obwohl das im gleichen Zimmer steht, fühlen wir uns wohler, wenn er bei uns im Bett liegt…

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