Unsere Scheiß-Momente der Woche #4


Auch heute wieder zum Wochenende unsere Scheiß-Momente. Wir freuen uns, wenn jemand etwas beizutragen hat. Für Blogger: einfach eine Email schicken oder den Artikel im Kommentar verlinken, wir fügen den Link dann in den Artikel ein. Für alle anderen: seid nett, hinterlasst uns einen Kommentar über eure Scheiß-Momente, sodass wir auch mal schmunzeln oder mitfühlen können!

Diese Woche gibt es tatsächlich nicht viele Scheiß-Momente zu berichten. Das liegt vor allem daran, dass eigentlich die gesamte Woche ein einziger großer war: der 19-Wochen-Schub ist da! Für diejenigen, die sich fragen, was das ist: googlet mal und ihr wisst, warum mein Alltag derzeit nicht gerade einfach ist. (Alle Faulis >hier< klicken!) Ich muss zugeben, im Vergleich zu Erfahrungsberichten anderer Mütter, die ich gelesen habe, kann ich immer noch von großem Glück reden. Trotzdem hat sich unser kleiner Sonnenschein genau zum Ende der 19. Lebenswoche in einen kleinen Alltags-Grinch verwandelt. Das heißt, Ablegen ist noch schwieriger bis unmöglich, auch Spielen hilft oft nicht. In manchen Phasen scheint er selbst nicht zu wissen, was eigentlich helfen kann. Die einzige Lösung ist dann das Tragetuch und ein Spaziergang. Dann ist Stille, für geschlagene 30 Minuten. Das alleine wäre gar nicht so schlimm, wären da nicht die Nächte. Auch tagsüber ist an einen Still-Rhythmus (ich hatte mich schon so an den Luxus gewöhnt, nur noch alle 3-4 Stunden zu stillen) nicht mehr zu denken. Wie in den ersten Lebensmonaten ist auch jetzt wieder die Brust die einzige Rettung, wenn Herr Miesepeter ihn fest im Griff hat. Allerdings kehrt meist nach ein paar Zügen die gute Laune zurück und statt zu trinken, strahlt er mich mit seinen Kulleraugen an und grinst über’s ganze Gesicht. Nach etwa 20 Mal an- und abdocken wird mir das Spielchen meist zu blöd. Was das mit der Nacht zu tun hat? Naja, die Milch, die ihm tagsüber fehlt, fordert er dann nachts ein. D.h. er wacht teils stündlich auf und weint, wenn ich  nicht schnell genug reagiere. Auch seine Verdauung spielt verrückt, was mir die letzten beiden Nächte Scheiß-Momente im wörtlichen Sinne beschert hat. An windelfrei ist gar nicht zu denken, wenn es trotzdem klappt, dann sind das Glückstreffer.

Ein paar kleinere Verpeiltheiten und Ärgernisse diese Woche möchte ich euch trotzdem noch mitgeben: Die Stilldemenz hat mich fest im Griff. So bin ich letztes Wochenende extra ganz früh aufgestanden, um für den Rubbelpapa ein Brot zu holen, das wir am Vorabend in der Wohnung von Freunden hier im Wedding vergessen hatten. Wir sehen da immer mal wieder nach dem Rechten, während die beiden im wohlverdienten Urlaub sind. Rubbelbatz umgebunden, raus in die Kälte (an diesem Morgen hatte es grade mal 6°C). Kurz vor der Wohnungstür wurde mir dann klar: ich habe an alles gedacht, nur nicht an die Wohnungsschlüssel. Hmpf. Also auf zur Bio-Company, um zumindest mit Brötchen zurückzukommen. Blöd nur, wenn man gar kein Bargeld am Mann hat. Zum Glück konnte ich in verschiedenen Hosen- und Jackentaschen noch ein paar Euro zusammenkratzen. Gut, dass ich ein Mensch bin, der Wechselgeld vollverpeilt immer irgendwo hinsteckt!

 

Wenn ihr jetzt denkt, ich wäre jemand, der dann zeitnah seine Bank aufsucht, um wieder flüssig zu sein: Fehlanzeige. Am Montag waren die befreundeten Mamis bei mir zum Brunchen. Auf die Frage hin, was sie mitbringen können, habe ich noch vollmundig verkündet, ich hätte alles. Brötchen wollte ich kurz vorher beim Bäcker um die Ecke holen…schwierig nur ohne Bargeld am Mann. Zum Glück war es noch nicht zu spät und eine von ihnen hat von unterwegs Brötchen mitgebracht. Peinlich trotzdem.

Der Paket-Ärger ist übrigens noch nicht am Ende. Nachdem unsere Klingel endlich wieder funktioniert und ich das ebay-Stoffwindel-Kaufen aufgegeben habe, haben wir notgedrungen neue Stoffwindlen von Totsbots und Popolini bestellt. Nachdem wir jeweils eine Windel davon nachts getestet haben, haben wir nämlich fast komplett auf Stoffwindeln umgestellt. Meistens wechsle ich sie einmal nach dem nächstlichen Stillen, das ist zum Glück schnell passiert mit den Klettverschluss-Systemen. Allerdings hatten wir halt nur zwei. Den ersten Teil der Nacht wickeln wir mit Mullwindeln, dann kommen die Klettverschluss-Windeln. Da sind zwei zu wenig, es mussten also schnell neue her. Die waren im Prinzip auch am nächsten Tag da. Zumindest laut Sendungsverfolgung, Benachrichtigungskarte hatte ich keine. Abgegeben wurden sie bei einem Nachbarn namens Franz* – den es nur bei uns leider nicht gibt. Die DHL-Servicehotline konnte mir nur sagen, dass sich da der Versender des Paketes schriftlich an sie wenden muss und ein Nachverfolgungsauftrag angelegt werden muss. Und so lange soll ich auf meine Stoffwindeln warten??? Zum Glück sind wir, verzweifelt wie wir waren, auf die Idee gekommen, die Nachbaraufgänge nach dem Namen Franz abzusuchen. Hier sind wir fündig geworden und mussten nur einen (!) weiteren Tag warten, bis Frau Franz auch tatsächlich zu Hause war…

Freitag hatte ich, so verrückt das auch klingen mag, tatsächlich vor, mit dem Quengelkind einen Ausflug ins Stillcafé nach Pankow zu unternehmen, um mich dort mit Mamis aus dem Rückbildungskurs zu treffen. Zugegeben, Zeitmanagement war in letzter Zeit auch so nicht meine Stärke, aber dieses Mal war ich wirklich eine komplette Stunde zu spät. Zuerst musste der Rubbelbatz schlafen, als ob es kein Morgen gäbe. Dann keckern, trinken, keckern. Beim Anziehen war er so ausgeschlafen und gut drauf, dass es mit seinem freudigen Strampeln und Zappeln wirklich nicht gerade einfach war, ihn möglichst zügig ausgehfertig zu machen. Um die ohnehin unangenehme und stressige Situation (ich hasse zu spät kommen!) noch ein wenig unangenehmer und stressiger zu machen, regnete es in Strömen. Der erste Bus fuhr mir vor der Nase weg. Macht nichts, dachte ich, zumindest steht der nächste schon da mit offenen Türen und ich muss nicht im Regen warten. Da hatte ich nicht mit dem regelgetreuen deutschen Busfahrer aus Reinickendorf gerechnet: er hat noch 15 Minuten Pause, bevor er los fährt und nein, ich kann nicht so lange mit dem Baby in seinem leeren Bus warten. Spätestens da hätte mir klar sein sollen, dass er ein Vollarsch ist. 15 Minuten später ist er dann drei Meter nach vorne gefahren und ich durfte einsteigen. Auf die Spitze getrieben hat er seine Paragraphenreiterei aber beim Aussteigen. Ich war die einzige im Bus und saß ganz vorne. Hab brav den Knopf gedrückt, bin an der Haltestelle aufgestanden und zur Tür gegangen. Es öffnete sich aber nur die hintere Tür. Nach kurzem Warten sah ich ihn an. Seine Antwort auf die im Raum stehende Frage: „Ausgestiegen wird immer hinten.“ Und man konnte sehen, wie er innerlich triumphierte, die junge Frau, die ihr Kind nicht wie alle anderen im Kinderwagen schieben kann und dreist während seiner Pause in seinen Bus steigen wollte, in die Schranken gewiesen zu haben. Dass auch der Tramfahrer auf dem Rückweg mir zusah, wie ich mit dem Baby im Tuch rannte, um dann kurz vorher die Türen zuzumachen und loszufahren hat meine Meinung über öffentliche Verkehrsmittel nicht gerade gebessert. Wer’s nötig hat…

*Franz ist frei erfunden, weil eigentlich heißt die Gute Klaus



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