Wie wir unseren Familientraum verwirklichen wollen

Mein Mann hat es schon verraten – wir haben große Pläne: als Familie im Ausland leben. Heute möchte ich mal berichten, wie ich dazu kam und dazu stehe.

Ein paar Jahre Auszeit für die Familie

Für mich ist an diesem Konzept ehrlich gesagt das Ausland zweitrangig. Das “als Familie” zählt. Seit über einem Jahr bin ich nun zu Hause – zuerst Urlaub, dann Mutterschutz, jetzt Elternzeit. Der Rubbelpapa hat in dieser Zeit durchgehend gearbeitet (bis auf Urlaubstage natürlich) und ich vermisse ihn, wenn er nicht hier ist. Wir haben geheiratet und eine Familie gegründet, weil wir zusammen sein wollen, weil wir uns nur gemeinsam so richtig ganz fühlen und diese Gemeinsamkeit kommt im Alltag oft viel zu kurz. Und je älter der Rubbelbatz wird, desto mehr merke ich, dass ich nicht die einzige bin, die den Rubbelpapa von Montag bis Freitag vermisst. Auch er ist am glücklichsten, wenn Mama und Papa um ihn sind.

Früher konnte ich nie verstehen, warum Menschen selbständig sein wollen. Für mich war es so viel attraktiver, 8 Stunden auf Arbeit zu verbringen und dann Ruhe zu haben. Sich keinen Kopf mehr um irgendetwas machen zu müssen. Das war, bevor ich Mama war. Jetzt stehen plötzlich ganz andere Dinge im Vordergrund, nicht nur die Bedürfnisse des Kleinen, sondern auch meine Bedürfnisse haben sich geändert. So ist Zeit etwas so Wertvolles geworden, das durch keine Sicherheit der Welt aufgewogen werden kann. Denn Sicherheit ist immer nur gefühlt, teilweise trügerisch in meinen Augen. Zeit mit meiner Familie ist für mich echt, sie kann mir niemand nehmen, aber auch niemand zurückgeben, wenn ich sie verpasst habe.

Und so keimte schon vor einiger Zeit in mir der Wunsch auf, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen. Aber erst nach und nach nahm der Wunsch in meinem Kopf Form an. Durch verschiedene Blogs und Interviews, die ich sah bzw. las, wurde das Bild konkret: Orts- und zeitunabhängiges Einkommen müsste es sein, sodass wir als Familie unseren Alltag nach uns ausrichten können, nicht nach Arbeitszeiten. Ich weiß, dass es viele Leute gibt, die das im Internet geschafft haben, davon zu leben. Nicht nur von Blogs, auch von anderen Projekten. Zum Glück haben wir das Know-How ja in der Familie und mit mir eine ambitionierte Content-Maschine dazu.

Worauf warten wir?

Ironischerweise steht dem Aufbau solcher Online-Projekte genau ein Faktor im Weg: Zeit. Während der Rubbelpapa nämlich viele Stunden am Tag arbeitet, bin ich fast rund um die Uhr mit dem Kleinen eingespannt. Mittlerweile schläft er ab und zu mal alleine tagsüber, dann meistens aber nur 30 Minuten. Wenn er wach ist, brauche ich gar nicht versuchen, mich an den Laptop oder PC zu setzen – er rastet komplett aus, weil er auch hin möchte und die Tasten anfassen und alles sehen. Außerdem fühlt es sich einfach nicht richtig an, ihn am Boden rumkriechen zu lassen und mehr oder weniger zu ignorieren.

Hinzu kommt, dass der Rubbelbatz sich zu Hause mehr und mehr zu langweilen scheint. Er ist ein wahnsinnig aktiver, neugieriger und furchtloser kleiner Kerl. Ihm kann es nicht wild und neu genug sein. Er hat keine Angst vor anderen Kindern oder Erwachsenen und Verlustängste scheinen ihm auch fremd. Wenn wir auf dem Spielplatz unterwegs sind, würdigt er mich meistens keines Blickes. Von einer Hebamme habe ich mir sagen lassen, dass das ein gutes Zeichen ist, weil er sich meiner Anwesenheit so sicher ist, dass er nicht einmal überprüft, ob ich auf ihn aufpasse. Unterm Strich bleibt: zu Hause sitzen ist keine Option. Er will raus und beschäftigt werden, er braucht mehr Input.

Unsere Lösung

In den letzten Wochen haben wir für dieses Dilemma eine Lösung gefunden: Das Coworking Toddler Projekt im Prenzlauer Berg. Ich hatte vor einigen Monaten schon darüber berichtet, weil ich das Konzept wirklich klasse finde und mir so gewünscht hätte, irgendetwas selbständiges dort auf die Beine stellen zu können. Das A und O für mich ist, dass ich meinen geliebten Schatz nicht irgendwo abgebe und dann meiner Wege gehe, sondern weiterhin in seiner Nähe sein kann. Trotzdem können wir in der Zwischenzeit beide unseren Bedürfnissen nachgehen: er hat andere Kinder und mehr Aktivität, ich kann unsere Online-Projekten verfolgen und aufbauen.

Unser neuer Alltag ab September wird daher so aussehen: um 9 Uhr kommen wir gemeinsam an und er geht in die Betreuung und ich an einen Arbeitsplatz. Wenn dann irgendwas ist, wenn es ihm nicht gut geht, er weint oder Hunger hat, werde ich gerufen. Mal sehen, wie es sich entwickelt, ich würde gerne um ca. 10.30 Uhr eine Stillpause machen. Mittags essen alle gemeinsam und die Kinder machen einen Mittagsschlaf (nie im Leben glaube ich, dass der Rubbelbatz ohne Tragen oder Stillen einschlafen wird, aber angeblich geht das ja in einer KiTa dann plötzlich) und danach hole ich ihn wieder ab. Anfangs gibt es natürlich eine Eingewöhnung und in den ersten Wochen danach werde ich ihn nicht länger als 4 Stunden dort lassen. Bis ich mir absolut sicher bin, dass es ihm gut geht. Dann können wir bis zu 7 Stunden bleiben, je nachdem, wie es für uns passt. Also für ihn passt vor allem.

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Finanziell sind die Mehrkosten für uns drin, weil der Rubblpapa ab 1.6. einen neuen Job hat und besser verdient.

Unsere Projekte

“Alles schön und gut, aber was macht die denn dann den ganzen Tag im Internet?” wird sich jetzt der eine oder andere fragen. Rubbelbatz.de bleibt Rubbelbatz.de, an diesem Blog wird sich nichts ändern. Das ist unser Hobby, unser Herzensprojekt und Dokumentation unseres Lebens als Familie. Hier möchte ich keine Werbung verkaufen oder Dinge empfehlen, die ich nicht selbst verwende. Aber grundsätzlich kann man Blogs natürlich auch monetarisieren. Man kann in sog. “Sponsored Posts” über Produkte und Unternehmen berichten, Werbung einblenden oder über Affiliate Programme Geld verdienen. Deshalb wird es neue Blogs geben, z.B. meinen Gesundheits-Blog sonnen-geflecht.de (wer uns auf Twitter folgt, hat wahrscheinlich schon reingelesen). Außerdem haben wir noch zwei Ideen für größere Webseiten, dazu aber mehr, wenn sie fertig sind. Es bleibt spannend…

Wer jetzt denkt, das ist ja ganz schön vage, dem sei gesagt, dass wir das schon wirklich ernst meinen. Wir haben einen Business-Plan geschrieben und verfolgen unser Ziel mit dem nötigen Ehrgeiz. Muss es deshalb klappen? Natürlich nicht. Wenn wir nach einem Jahr feststellen, dass kein Land in Sicht ist, dann planen wir eben um. Kein Beinbruch. Dann haben wir es eben versucht, aber nicht geschafft. Viel schlimmer wäre für mich, es nicht einmal versucht zu haben, sondern den Traum einfach so zu begraben.

Das Ziel

Unser Ziel ist es nicht, reich zu werden. Wenn es zufällig so gut läuft, dass wir gar nicht mehr arbeiten müssen, werden wir das natürlich nicht verhindern, aber wir sind zufrieden, einfach nur genug zu haben. Und genug ist für uns glücklicherweise nicht so viel – wir haben keine teuren Hobbys, brauchen keine teure Kleidung, Schmuck oder sonstige Luxus-Produkte. Unsere Wohnung sieht eigentlich immer noch aus, wie zu Studentenzeiten und damit sind wir mehr als zufrieden. Denn wer nicht viel hat, der kann nicht viel verlieren. So machen wir uns z.B. wenig Gedanken, ob unser Kind irgendwas in der Wohnung schmutzig oder kaputt machen könnte. Dinge, die wir mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr brauchen, verkaufen oder verschenken wir online. D.h. auch der Aufwand, unsere Wohnung aufzulösen und die Sachen, die wir tatsächlich behalten wollen, einzulagern, ist überschaubar. Was wir brauchen sind wir drei, Zeit, und gutes Essen. Dann sind wir glücklich.

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Alle Kommentare (4)

    Ich finde das genial.
    Zum Einen die Entscheidung für die Freiheit und Unabhängigkeit und zum Anderen für die Zeit mit den Kids.

    Den Coworking-Space mit Betreuung finde ich auch klasse!
    Tolle Idee und der Preis geht IMHO auch.

    Ich drücke Euch alle Daumen, dass das klappt und bin natürlich extrem neugierig darauf, Neues davon zu lesen und hören!

    Ich war schon begeistert als du mir davon auf der Blogfamilia erzählt hast!
    Ich bin sehr gespannt und freue mich riesig über deine Berichte!
    Ganz liebe Grüße
    Miriam

    Hallo liebe Miriam,

    wir sind auch schon ganz aufgeregt und gespannt, was die nächsten Jahre für uns bringen werden ^^

    Liebe Grüße,
    Hanna

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