Die Kokadi Flip XL im Trage Test: Erfahrungen mit der neuen Babytrage fürs Kleinkind


Unser Kleinkind ist nun etwa 95 cm lang und wiegt ca. 15 kg. Weil wir aber mittags immer noch eine Babytrage zurückgreifen, damit er einschlafen kann, brauchen wir eine Babytrage, die auch für größere Kinder geeignet ist. Die Kokadi Flip XL ist genau das und für uns die beste Fullbuckle-Babytrage für große Kinder. Wir haben sie gestetet und unsere Erfahrungen mit ihr gemacht. Bis vor kurzem war bei uns hauptsächlich die Manduca Tragehilfe im Einsatz. Weil unser Kind immer noch die Trage braucht, um mittags zur Ruhe kommen und einschlafen zu können (wenn er denn überhaupt schläft), wurde diese aber langsam etwas kurz. Das Rückenteil bedeckt nur noch die Hälfte seines Rumpfes, darum kann er sich in der Manduca recht ungehindert hin- und herwerfen, strecken – und eben nicht zur Ruhe kommen. Also haben wir kurz vor unserer Abreise nach Bali noch die Kokadi Flip XL als Alternative zur Manduca ausprobiert. Die bessere der beiden Tragen werden wir nämlich mit auf Reisen nehmen.

Vorteile der Kokadi Flip XL

Der größte Vorteil der Flip Trage von Kokadi liegt auf der Hand: Es gibt sie in verschiedenen Größen.

Kokadi Flip Größen
Welche Größe der Kokadi passt zu welchem Kind? – Quelle: Kokadi.de

Nach der Babysize gibt es die Toddler-Size und für größere Traglinge dann die Flip XL. Für diese haben wir uns entschieden, weil unser Kleinkind schon an der oberen Grenze für Gewicht und Größe liegt. Leider wird die Kokadi Flip nur bis zu einem maximalen Belastungsgewicht bis 15 kg angegeben. Und auch wenn er mittlerweile schon 15 kg auf die Wage bringt, möchten wir die Flip XL noch eine Weile verwenden. Zum Glück nehmen Kinder in diesem Alter (2,5 Jahre) nicht mehr so schnell an Gewicht zu. Außerdem vertrauen wir darauf, dass die Trage auch ein paar Gramm mehr noch gut aushält. Und bis zur Kleidergröße 104 hat er ja doch noch ein wenig hin (wir sind jetzt bei 98).

Kokadi Flip Maße
Die Maße der verschiedenen Kokadi Flip Modelle. – Quelle: Kokadi.de

Der Steg der Kokadi Flip ist mit einem Klettverschluss stufenlos verstellbar und bis zu 52 cm breit. Wir können ihn damit genau auf die benötigte Stegbreite einstellen – in unserem Fall ist das fast die breiteste Einstellung. Auch das Nackenteil kann man individuell einstellen, d.h. je nach Bedarf mit einem Gummizug enger oder weiter machen. Die Kapuze wird mit Druckknöpfen sicher an den Schultergurten befestigt. Alle Kokadi-Tragen (und natürlich Tragetücher) bestehen aus festem, gewebten Tragetuchstoff in 100% Bioqualität. So auch die Kokadi Flip XL. Ich habe mich für den dunkelblauen Stoff mit Schildkröten drauf entschieden, der „Tosbik Illusion“. Einfach, weil ich den Stoff wunderschön finde und weil es diese Version auch in XL gibt. Die Kokadi Stoffwebungen gibt es in verschiedenen Gewichtsklassen. Das bedeutet, die Stoffe haben ein verschiedenes Gewicht und verschiedene Dicke. Auch deshalb haben wir uns für die „Tosbik Illusion“ entschieden: Sie ist mit 179 g / m² eine „light“-Trage. Das ist für tropische Temperaturen, wie wir sie hier haben, auf jeden Fall besser. Für kleinere Babys hat Tragetuchstoff auch einen weiteren großen Vorteil, er passt sich immer gut an die Körperhaltung des Babys an und unterstützt den Rücken ideal. Für ein größeres Kind wie unseren halte ich das für nicht mehr so wichtig, ist aber natürlich trotzdem schön zu haben. Einen anderen großen Vorteil hat der Tragetuchstoff allerdings: Weil das Rückenteil der Kokadi Flip XL nun an die Körpergröße unseres Kleinkindes angepasst ist, reicht es wieder bis fast über den Nacken. Das ist super, wenn er schlafen will / soll und löst unser oben genanntes Problem mit der Manduca-Größe. Gleichzeitig bedeutet es für unseren Sohn aber in anderen Tragesituationen eine große Bewegungseinschränkung. So weigerte er sich anfangs, in die Trage zu klettern, wenn er nicht müde war und auch seine Umwelt sehen wollte. Indem wir das Rückenteil beim Umschnallen der Trage einmal um den Hüftgurt wickeln, verkürzen wir darum nun manchmal die Trage. So kann er, wie bei der Manduca, die Schultern und Arme aus der Trage nehmen, sich drehen und strecken, wie er möchte und die neuen Eindrücke auf Bali genießen. Weil die Trage aus Tragetuchstoff genäht ist, passt sie sich trotzdem perfekt an unseren Tragling an.

Achtung: Diese Trageweise wurde uns nicht in der Bedienungsanleitung für die Kokadi Flip Trage empfohlen, ist also keine „offizielle“ Empfehlung von Kokadi. Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht. Allerdings ist es wichtig, bei dieser Trageweise die Schultergurte am Hüftgurt zu befestigen, nicht am Rückenteil (s.u.), sonst schnüren sie das Kind an den Beinen ein.

Ansonsten kann man die Kokadi Flip XL wie alle Fullbuckle-Tragehilfen zum Tragen vor dem Bauch und auf dem Rücken verwenden. Daneben bietet die Kokadi-Trage aber noch weiteren Spielraum: Man kann die Schulterträger entweder mittig am Rückenteil oder aber am Hüftgurt befestigen. Bei kleineren Babys sollte der Schultergurt ja idealerweise nicht, wie zum Beispiel bei der Manduca, am Rückenteil befestigt sein. Das würde, so Trageexperten, den Rücken der Babys zu sehr aufrichten. Bei größeren Kindern ist das natürlich nicht mehr gültig, trotzdem kann man sich hier entscheiden, welche Trageversion für Träger und Tragling am gemütlichsten ist. Gurte, die nicht gebraucht werden, können mithilfe der Gummischlingen einfach zusammengerollt werden. So baumeln sie nicht frei herum. In diesem Video wird nochmal gezeigt, wie man die Kokadi Flip richtig anlegt: https://www.youtube.com/watch?time_continue=15&v=eZA1nLtpoB4 Wir machen es bei der Rückentrageweise mit der Kokadi-Flip sogar etwas anders: 1. Der Hüftgurt ist bereits befestigt und wir knien uns hin. 2. Dann springt unser Kind mit etwas Hilfe auf den Rücken und hält sich fest. 3. Danach kann man als Träger einfach aufstehen, das Rückenteil nach oben ziehen und die Schultergurte überstreifen. Das funktioniert aber natürlich nur, weil unser Kind schon so groß ist.

Nachteile der Kokadi Flip XL Trage

So ist die Kokadi Flip also insgesamt eine sehr gut durchdachte, hübsche und alltagstaugliche Tragehilfe. Ein einziger Punkt würde die Sache perfekt machen: Die 15-Kilogrenze. Ein Kind mit Kleidergröße 104 wiegt schnell mal über 15 kg, die XL-Version der Trage ist aber nicht für mehr als 15kg  zugelassen. Wir verwenden sie trotzdem und vertrauen darauf, dass eine Überbelastung und ein Reißen der Nähte so langsam vonstatten gehen würde, dass wir rechtzeitig einschreiten können.


Kokadi Flip oder Manduca? – Unterschiede

Bisher haben wir mit der Manduca eine sehr ähnliche Fullbuckle-Tragehilfe verwendet. Bei einer Fullbuckle-Trage werden sowohl Hüft-, als auch Schultergurte mit Schnallen geschlossen und mit Zugemechanismen ähnlich wie bei einem Rucksack in der Länge verstellt. Es muss nichts gebunden werden. Folgende Unterschiede zwischen der Kokadi Flip und Manduca-Trage sind uns aufgefallen:

  • Die Kokadi Flip ist aus Tragetuchstoff.
  • Der Steg ist individuell verstellbar.
  • Die Schultergurte lassen sich auch am Hüftgurt befestigen.
  • Die Kokadi Flip gibt es in verschiedenen Größen, während bei der Manduca irgendwann das Rückenteil recht kurz wird.
  • Die Weite der Nackenstütze lässt sich bei der Kokadi Flip verstellen.
  • Die Kapuze der Kokadi Flip hat keine Gummibänder und ist damit stabiler.

Unsere Erfahrung mit der Kokadi Flip XL im Überblick

Vorteile der Kokadi Flip XL

  • Für größere Kinder bis 104 cm Körpergröße geeignet
  • aus Tragetuchstoff
  • unterschiedlich dicke (d.h. warme) Stoffwebungen
  • viele verschiedene Muster von modern bis verspielt
  • Stufenlos verstellbarer Steg bis 52 cm
  • verschiedene Trageweisen der Schulterträger möglich
  • Tragen vor dem Bauch und auf dem Rücken
  • Tragen mit und ohne Armfreiheit
Nachteile der Kokadi Flip XL
  • nur bis 15 kg zugelassen
KOKADI Flip XL Babytrage*
von KOKADI
  • Tragehilfe aus Tragetuchstoff mit Schnallen
  • 2 Tragepositionen (Bauchtrage, Rückentrage)
  • Organic Cotton (GOTS zertifiziert)
 Preis nicht verfügbar Zum Produkt*
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
Zuletzt aktualisiert am 11. December 2018 um 11:46 . Die hier angezeigten Preise können sich inzwischen geändert haben. Alle Angaben ohne Gewähr. Wir nutzen Affiliate-Links und markieren diese hier als WERBUNG / ANZEIGE.
Für uns ist die Kokadi Flip XL sehr schnell zur besten Babytrage für große Kinder geworden und hat es sogar geschafft, unsere geliebte Manduca zu verdrängen. Das Anlegen und Einsetzen des Kindes klappt sogar für meinen Mann ganz einfach und dazu ist sie sehr bequem. Im Gegensatz zur Manduca hat sie ein angepasstes Rückenteil, was im Vergleich zur Manduca besser über den Rücken des Kindes geht, wenn es schon ein bisschen größer ist. Noch dazu sieht sie sehr cool aus und wir bekommen viele Komplimente für das Design der Trage. Einzig die angegebene Grenze von 15 kg fürs Kind scheinen mir für ein Kleinkind etwas gering, wird doch die Manduca immerhin mit 20kg angegeben.

Möchtest Du gerne mehr über unsere anderen Babytragen erfahren? Hier geht es zu unserem großen Babytragen-Testbericht.

Summary
Review Date
Reviewed Item
Kokadi Flip XL
Author Rating
51star1star1star1star1star



Alle Kommentare (3)

    Liebe Hanna,
    danke für die gute Vorstellung. Meine kleinere Tochter möchte ich gerne länger tragen als die Große, da zieht diese Kokadi vielleicht auch noch bei uns ein. Zumal dieser Hersteller immer so schöne Muster hat.
    Liebe Grüße,
    Franziska

    Wir haben eine Onbu von Kokadi und eure „neue“ Trageweise erinnert mich ein wenig an die Trageweise von der Onbu. Für lange Strecken bevorzuge ich allerdings die Manduca. Ist einfach bequemer.
    Liebe Grüße,
    Diana

    Die Kokadi Flip XL hatten wir nach der Manduca auch im Blick. Mich störte ebenfalls die Gewichtseinschränkung, da unser Mops auch nah an den 15 kg war. Wir haben uns dann für die Emaibaby in Toddler Size entschieden, die geht bis 18 kg und der Steg ist auch breiter.
    Aber alles in allem ist die Kokadi schon toll und sehr schick.
    LG

Sag uns, was Du dazu denkst

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.