Lebenszeichen aus dem Paradies: Unser Start in Bayern


Genau eine Woche ist er nun her, der Tag, an dem wir Berlin verließen. In den Wochen vor unserer Abreise hatte ich plötzlich richtig Bammel davor, wie hier bei meinen Eltern auf dem Land alles klappen würde. Ich fing an, Berlin und unserer wunderbaren Zeit dort nachzutrauern.

Nun haben wir uns ein klein wenig eingelebt hier und unser erstes Fazit ist völlig eindeutig: Alles richtig gemacht!

Unsere ersten Tage in Bayern

Aber nun mal von Anfang an.

Unsere Fahrt nach Bayern war unerwartet entspannt, genauso unsere Ankunft. Mein Papa holte uns vom Bahnhof ab und kurze Zeit später trafen auch meine Mama und anschließend mein Bruder und seine Freundin (die für eine Woche zu Besuch waren) ein. Am nächsten Tag kam noch ein weiterer meiner drei Brüder dazu und es war richtig was los in diesem kleinen Häuschen hier.

Meine Eltern haben das obere Stockwerk – bisher ein einziger großer Raum, relativ unstrukturiert und unausgebaut und voll Kisten und Sachen, die unten nicht benötigt werden – liebevoll für uns vorbereitet. Es gibt dort nun ein Schlafzimmer mit Familienbett, Kleiderschrank und Schreibtisch (für mich), sowie ein großes Wohnzimmer für uns. Küchenzeile und Bad sollen noch folgen. Bisher hatte ich den Wohnraum im Obergeschoss nie als wirklich gemütlich empfunden, aber was sie nun daraus gemacht haben, ist wirklich toll. Und mit ganz schön viel Arbeit verbunden. Meine Eltern sind einfach die Besten!

Der Rubbelbatz fühlt sich hier ja ohnehin immer wahnsinnig wohl und wie beim letzten Besuch seiner Großeltern ist er ein großer Fan seiner Oma. Obwohl hier vieles nicht wirklich kindersicher oder kindgerecht ist, benimmt er sich super, räumt nicht alles aus und macht nichts kaputt. Dafür gibt es auch keinen Grund, denn neben den Dingen, die er nicht machen soll, gibt es soooo viel, was er darf. Jeden Tag seit wir hier sind scheint die Sonne und er kann Garten und Hof erkunden.

Vor allem Hühner und Katze sind ihm sehr ans Herz gewachsen und er will sie mehrmals täglich füttern. Aber auch den See gegenüber nutzen wir zum Baden und Steine hineinwerfen. Im Garten gibt es Schmetterlinge, Ameisen, Bienen, und natürlich viel Wasser. Sogar Baby-Katzen haben wir schon gefunden und die Enten spazieren jeden Morgen an unserem Zaun vorbei. Im Garten gibt es frische Himbeeren soviel man essen kann, Stachelbeeren und Johannisbeeren, Äpfel und natürlich viel Gemüse.

Wir bringen ihn hier etwa eine Stunde später ins Bett, weil abends immer alle zu Hause sind und er dann am meisten Spaß hat. Dafür schläft er morgens bis zu zwei Stunden länger als sonst, das ist auch für uns erholsam. Vormittags passe ich dann auf, nachmittags sein Opa.

Am Wochenende waren wir sogar alle zusammen am Chiemsee. Schiffahren fand er klasse, Autofahren eher weniger. Damit wir darauf in Zukunft weniger angewiesen sind und weil wir uns vorgenommen haben, das meiste mit dem Fahrrad zu erledigen, haben wir einen gebrauchten Fahrradanhänger von Croozer (280€) gekauft. Darin sitzt er bisher super gerne und wir können alles transportieren, was wir wollen.

Unser Fazit

Seit der ersten Stunde hier fühlt es sich für uns so an, als wäre unser Kind eigentlich immer hier zu Hause gewesen. Er ist völlig in seinem Element und hat ein Dauerstrahlen im Gesicht – so langfristig glücklich haben wir ihn in Berlin nicht erlebt. Hier darf er einfach sein, wie er ist: wild, entdeckungsfreudig, laut, anspruchsvoll. Es gibt keine anderen, die wir stören könnten, keine Straße gleich neben dem Spielplatztor und keine Wartezeit, wenn er nach draußen in den Garten möchte. Weil wir hier nicht nur zu zweit sind, hat eigentlich immer jemand Zeit und Lust, sich mit ihm zu beschäftigen – was nicht heißt, dass er sich nicht auch mal länger alleine beschäftigt.

Mein Mann arbeitet vom Haus gegenüber, wo mein Cousin wohnt, oder von hier aus, je nachdem, was sich langfristig als angenehmer für ihn herausstellt. Ich kann Nachmittags ein paar Stunden was schreiben, den Rest der Zeit genieße ich das tolle Wetter und die Sonne. Ich hab sogar ein wenig Farbe bekommen…

Sag uns, was Du dazu denkst

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.