„Hast du etwa den Mutterpass verloren?“


„Hast du den Mutterpass irgendwo gesehen?“

– Rubbelmama

 

 

[info] [info_heading]Der Mutterpass[/info_heading] [info_message]Den Mutterpass erhält jede Frau vom Gynäkologen, wenn eine Schwangerschaft festgestellt wird. Er protokolliert alle Untersuchungen und durchgeführten Tests bis zur Geburt des Kindes. Daher sollte jede werdende Mama den Mutterpass auch immer bei sich tragen, damit im Notfall die Ärzte über den Stand der Schwangerschaft und die Gesundheit von Mutter und Kind informiert sind. Es ist quasi das wichtigste Dokument während der Schwangerschaft.[/info_message] [/info]

 

Der Mutterpass ist weg oder verloren

Morgen haben wir unseren 3. Termin beim Frauenarzt. Das heißt, das erste Trimester ist geschafft und wir können davon ausgehen, dass die kritische Phase der Schwangerschaft überstanden ist. Wir gehen nicht davon aus, dass etwas nicht stimmen sollte, denn beim letzten Termin war alles in Ordnung und das kleine Wesen hat sich prächtig entwickelt, soweit man das beurteilen konnte. Zusätzlich kam meine Verlobte mit einem Mutterpass nachhause, den Ihr der Frauenarzt mitgegeben hat. Wir haben drin geblättert und ich habe auch lauter Aufkleber gesehen, die für die unterschiedlichen Untersuchungen standen. Ansonsten stand noch nicht allzuviel im Mutterpass drin. Nur wahnsinnig viele Felder, die noch im Laufe der Schwangerschaft ausgefüllt werden müssen. Für mich war klar, dass dieses kleine Heft außerordentlich wichtig ist und als Frau immer bei sich zu führen sein sollte. Heute, vier Wochen später und einen Tag vor dem Frauenarzt-Termin fragt mich meine Kleine dann: „Hast du den Mutterpass irgendwo gesehen? Ich find den einfach nicht.“

„Oh Gott, was ist denn jetzt los?“, denke ich mir nur. Der sollte doch eigentlich immer in Ihrer Nähe sein. Blöderweise wusste ich logischerweise in dem Moment auch nicht, wo er sein könnte. Also hieß es nun erstmal direkt nach einem halben Blech Pizza, den Mutterpass zu suchen. Man stelle sich nun vor, der Körper verdaut grade 1kg Homemade-Pizza und man selbst schielt schon mit einem Auge auf die Couch, bevor ein kleiner Ansturm von Panik sich im Wohnzimmer breit macht. Wir haben wirklich überall nachgesehen, wo sich normalerweise Dokumente bei uns befinden – keine Spur vom Mutterpass! Couch verrutscht, Couch hochgehoben…nichts, einfach nichts! Je länger wir gesucht haben, desto mehr kam mir ein ungutes Gefühl, dass ich den Mutterpass bei meiner letzten, rekordverdächtigen Wohnzimmer-Putz-Action aus Versehen mit entsorgt haben könnte.

So wie ich meine Bedenken einmal ausgesprochen hatte, war ich auch indirekt der Schuldige! Meine Verlobte war innerlich auch ganz schön sauer auf mich. Da braucht sie gar nichts sagen, das merke ich nämlich! Ihre größte Angst war vor allem, morgen in der Praxis sagen zu müssen, dass sie den Mutterpass verloren hat. Und sowas kann sie einfach nicht! Dafür ist sie einfach einen Ticken zu stolz und das kann ich auch verstehen. Ein Sündenbock musste her, also war ich da, wenn man mich braucht! 😉

Bevor sie morgen blöd in der Praxis dasteht, werde ich einfach sagen, ich habe den Mutterpass das letzte Mal irgendwie verschusselt auf dem Heimweg. Sollte kein Problem sein, denn besonders Papa-freundlich haben mich die Sprechstundenhilfen beim letzten Besuch nicht behandelt. Die Idee hat Hanna erleichtert und mich auch, denn das Problem schien ja gelöst. Trotzdem hab ich mich echt gewundert, warum der Mutterpass nicht einfach in der Handtasche war, wo er meiner Meinung nach sein sollte.

Zehn Minuten später höre ich nur aus dem Wohnzimmer rufen: „Ich hab Ihn!“ Das gibts doch jetzt nicht. Jetzt bin ich aber echt gespannt wo der Mutterpass gewesen sein soll, der mir irgendwie den Abend vermiesen wollte. „Hier in der Couchritze war er“, sagte Sie und grinste zufrieden, schaute mich aber gleichzeitig etwas fordernd an und meinte nur: „So sieht der aus. Den haben wir uns doch schon gemeinsam angesehen. Der hätte dir doch auffalen müssen, wenn du den wegwirfst.“ Aber hey, was weiß denn ich! In meiner Erinnerung sah der aus wie vor 16 Jahren, als meine Mutter mit meinem Bruder schwanger war! Seit 2013 allerdings sehen die Heftchen anders aus. Mit Aufmerksamkeit konnte ich also scheinbar nicht punkten heute Abend. Und für Hanna stehen solche Momente immer für unser gelebtes Chaos und dann seh ich es in ihrem Gesicht: Zweifel, ob wir der Verantwortung eines Kindes gerecht werden. Der kleine Sorgenkopf! Echt ey!

Wie dem auch sei, wir haben den Mutterpass gefunden, Ruhe ist eingekehrt, ich konnte endlich in aller Ruhe verdauen und werde zusehen, dass in Zukunft der Mutterpass seinen festen Platz bei uns daheim hat und sich eine Kopie in der Handtasche meiner Verlobten befindet! Jetzt freu ich mich dann erstmal doch nur auf den morgigen Termin und hoffe sehr, dass das kleine Kindchen sich weiterhin prächtig entwickelt und gesund ist!

 

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