Ramzi Methode: Wie sicher erkennt man damit das Geschlecht des Babys?

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Die Schwangerschaft ist eine besonders aufregende Zeit, die auch viele Fragen aufwirft. Zu den spannendsten Momenten zählt sicher die Enthüllung des Geschlechts. In der Regel erfahren werdende Eltern erst beim zweiten großen Ultraschall, um die 20. Schwangerschaftswoche herum, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird. Ich verrate Dir in meinem Artikel, wie Du mit Hilfe der Ramzi Methode das Geschlecht schon zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt ausmachen kannst.

Das Wichtigste zusammengefasst
  • Geschlecht frühestens ab der 13. SSW feststellbar
  • Sichere Geschlechtsbestimmung beim zweiten großen Ultraschall
  • Methode funktioniert nur in den ersten Wochen nach der Empfängnis
  • Position der Plazenta ist ausschlaggebend für das Geschlecht
  • Widersprüchliche Studien liefern keinen endgültigen Beweis
  • Ethische und moralische Bedenken werden geäußert

Vorsichtige Prognose ab Woche 13

Wenn ein Test eine Schwangerschaft angezeigt hat, macht der Arzt in der sechsten oder siebten Woche nach der Empfängnis häufig einen ersten Ultraschall. Er kann auf dem Ultraschallbild eine Fruchthöhle erkennen und eine Eileiterschwangerschaft ausschließen. Eventuell sind auch schon ein winziger Embryo und sein Herzschlag zu sehen.

Beim ersten großen Ultraschall zwischen der 9. und 12. Woche der Schwangerschaft zeigt sich das Geschlecht noch nicht. Frühestens ab der 13. Woche kann der Arzt eine vage Vermutung anhand der Ultraschallbilder äußern, auch wenn die Neugierde bei den Frauen natürlich groß ist. Meistens erfährt die Mutter das Geschlecht vom Baby durch Zufall bei einer Untersuchung.

Erst beim zweiten großen Ultraschall zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche ist dann eine zuverlässige Aussage möglich.

Ein Junge kann seien Genitalien natürlich nicht verbergen, so dass die Frage nach einem Sohn schnell beantworten lässt.

Bei Mädchen sieht es hingegen etwas anders aus. Je nachdem wie der Fetus beim Ultraschall liegt, können sich Probleme beim Blick auf die Genitalien ergeben.

Die Funktionsweise der Ramzi Theorie

Ab der sechsten Woche der Schwangerschaft kann das Geschlecht des Fötus mittels Ramzi Methode ermittelt werden. Dazu muss der Arzt aber eine spezielle Ultraschalluntersuchung machen, nämlich die so genannte farbcodierte Dopplersonografie. In dieser Phase der Gravität kann der Mediziner in der Regel die Fruchtblase, den Dottersack und den Embryo erkennen.

Bei der Ramzi Methode kommt es jetzt darauf an, den Ansatz der Nabelschnur zu finden. Um die korrekte Lage ausfindig machen zu können, darf auf keinen Fall eine spiegelverkehrte Abbildung der Bilder erfolgen. Dies ist aber beim Ultraschallbild des Bauchraums häufig so, weshalb dann auf eine umgekehrte Auswertung geachtet werden muss.

Methode funktioniert nur bis zur neunten Woche

Bei der Theorie kommt es auf den Ansatz der Nabelschnur an. Um diesen aber beurteilen zu können, darf noch keine Nabelschnur vorhanden sein. Der Ansatz zeigt sich schon ab etwa der vierten Woche. Das Baby wird anfangs über Dein Blut ernährt, denn Plazenta und Nabelschnur bilden sich erst später aus. Der fetale Teil des Mutterkuchens entsteht aus den Chorionzotten an der Fruchthülle.

Um die Stelle zu finden, an der die Nabelschnur irgendwann wächst, muss der Frauenarzt diese Chorionzotten aufspüren. Zu diesem Zweck bedient er sich dieser speziellen Technik, bei der sich dieser Bereich farblich abgrenzt.

Was bestimmt die Lage der Plazenta?

Um eine Erklärung für die Ramzi Methode zu finden, müssen Mütter erst einmal wissen, warum die Plazenta in der Gebärmutter mal auf der rechten und mal auf der linken Seite platziert ist. Dafür verantwortlich ist die so genannte Polarität der Chromosomen. Da die Membran der Eizelle über eine alternative Polarität verfügt, kann sie das X- oder Y-Chromosom des Spermas abstoßen oder annehmen.

Hat ein Baby also die Chromosomen-Kombination XX, erfolgt die Einnistung auf der linken Seite der Chorionzotten, während sie bei der Kombination XY rechts angezeigt ist.

Ramzi Theorie wurde durch Studie belegt

Die Ramzi Methode ist eine noch relativ neue und weitgehend unbekannte Theorie. Dr. Saam Ramzi Ismail veröffentlichte im Jahr 2011 auf der Internetseite des Magazins „Gynecology and Obstetrics“ eine entsprechende Studie. Er wollte damit beweisen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Lage der Plazenta und dem Geschlecht der Kinder gibt.

Beurteilt wurde die Lage der Plazenta dabei zwischen der sechsten und der 18. Schwangerschaftswoche. Der Ultraschall wurde jeweils vaginal und über den Bauch gemacht. Von 1997 bis 2007 wurden mehr als 5.300 Schwangere untersucht. Die Plazenta war bei 97,2 Prozent der männlichen Föten rechts platziert, bei 97,5 Prozent der weiblichen Föten lag auf der linken Seite.

Die Zuverlässigkeit der Ramzi Methode

Schon im Jahr 2010 gab es eine ähnliche Untersuchung in Australien. Die Wissenschaft wollte schon damals die Verbindung zwischen Lage der Plazenta und Geschlecht des Fötus belegen. Allerdings wurden hier nur die Daten von 277 Frauen erhoben. Bei dieser Untersuchung hatten die Ergebnisse nur eine Treffsicherheit von 50 bis 60 Prozent. Aus diesem Grund konnte sie keinen eindeutigen Zusammenhang bestätigen. Weitere Studien zur Bestätigung der Ramzi Theorie wurden bislang nicht angestellt. Bis heute werden die Erfahrungen von Ramzi von verschiedenen Experten und Medizinervereinigungen auch nicht anerkannt.

Die Studie von Dr. Ramzi sagte in über 90 Prozent der Fälle der Mutter das Geschlecht vom Baby richtig voraus. Dennoch kann diese Methode aus wissenschaftlicher Sicht nicht als zuverlässig bestätigt werden.

Es gab niemals einen Bericht dazu in Zeitschriften der Medizin oder Wissenschaft. Da auch die Identität und der Werdegang von Ramzi nicht eindeutig geklärt sind, kann die Ramzi Methode nicht als der Standard bei der Geschlechtsbestimmung gelten. Die Nutzung kann also höchstens einer Orientierung dienen.

Große Bedenken bezüglich Ethik

Die Ramzi Methode wird international für nicht ganz unbedenklich gehalten. Das liegt daran, dass Eltern sich manchmal ein bestimmtes Geschlecht wünschen. In einigen Ländern wie Indien oder China drängt der Staat sogar auf männliche Nachkommen. Abtreibungen des Embryo sind in der Regel bis zu einem Alter von 12 Wochen legitim.

Würde man die Ramzi Methode flächendeckend anwenden, könnte die Zahl der Abtreibungen durchaus ansteigen. Die Chancen für Mädchen könnten also noch weiter reduziert werden.

Ramzi räumte mit diesen Vorurteilen allerdings auf. Im Prinzip diente die Entwicklung dieser Methode einem wichtigen medizinischen Ziel. Es gibt eine Störung, bei denen es für Eltern besonders wichtig ist, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird. Das Klinefelter-Syndrom, auch als XXY-Syndrom bekannt, ist genetisch bedingt und betrifft nur Jungen, nicht aber Mädchen. Somit können mögliche Sorgen der Eltern bereits vor der Geburt ausgeräumt werden, falls sie einen Sohn erwarten.

Was gibt es noch für Arten der Geschlechtertheorien?

Neben der Ramzi Theorie gibt es noch andere Methoden, mit denen man vorzeitig das Geschlecht vom Kind deuten kann. Das sind unter anderem die Nub-Theorie und der Chinesische Mondkalender, der auch als Empfängniskalender bekannt ist.

Nub ist englisch bedeutet so viel wie “Stummel”. Dieser kann wohl unter besonderen Voraussetzungen schon in der 12. SSW auf dem Bild des Ultraschalls erkannt werden. Bei Jungs wächst diese kleine Wölbung nämlich ab der 8. SSW langsam an. Verlässlich ist die Diagnose allerdings nicht.

Mit dem Chinesischen Mondkalender entscheidet der Zeitpunkt der Empfängnis das Geschlecht des Menschen. Dafür gibt es einen Kalender, der voraussagt, an welchem Tag der Zeugung, das zukünftige Kind ein Junge oder Mädchen wird. Menschen, die ein Familienleben mit Kinderwunsch hegen, sollten sich aber besser nicht darauf verlassen.

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2 Kommentare zu „Ramzi Methode: Wie sicher erkennt man damit das Geschlecht des Babys?“

  1. Christina Lüdtke

    Hallo liebe Hanna,

    Verstehe ich das richtig, das du dich mit diversen Theorien auskennst, was das Geschlecht des ungeborenen sagen kann?

    Liebe Grüße Christina

    1. Hallo Christina,

      das verstehst du richtig – ich habe viel über solche Theorien gelesen. Für diejenigen davon, die kein Hokus-Pokus sind, benötigst du aber einen Arzt und wissenschaftliche Methoden. Damit kann ich dir leider nicht helfen.

      Liebe Grüße,
      Hanna

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