6 Monate Sonnenschein-Baby


Theoretisch ist mein Baby heute 6 Monate und 1 Woche alt. 27 Wochen. Korrigiert wäre er laut Ärzten 23 Wochen alt. Meiner Meinung nach 25 Wochen. Denn seit einiger Zeit steckt er ganz offensichtlich im 26-Wochen-Schub. Was das konkret bedeutet und wie mein kleiner Sonnenschein sonst so ist, will ich heute mal zusammenfassen – auch, weil ich bei den alten Beiträgen vom Rubbelbatz merke, wie wertvoll so etwas ist.

Die Fakten: Gewicht und Größe

Wir haben keine Babywaage, aber ich denke, unser Wonneproppen wiegt jetzt um die 9 kg. Er trägt Kleidergröße 74/80. Damit ist er noch ein bisschen größer als sein Bruder damals. In einem Oberteil, das er trägt, ist ein Namensetikett von seinem Bruder – das bedeutet, das hat dieser noch getragen, als er mit 14 Monaten in der Kita war. Einen Body, den er jetzt trägt, hatte sein großer Bruder an seinem 1. Geburtstag an.

Kein Wunder also, dass wir immer mal wieder auf seine Größe angesprochen werden. Dass er später sehr groß werden würde, wird da gemutmaßt. Ich darf mir anhören, dass mein Gegenüber selten so dicke Beinchen gesehen hätte. Zum Glück kenne ich das alles. Damals beim Rubbelbatz wollten die Mediziner mir auch erzählen, er würde länger brauchen, um motorisch fit zu werden. Wegen des hohen Gewichts. Und dass er bis ins Schulalter immer einen Kopf größer sein würde als Gleichaltrige. Die Wahrheit ist, dass er vor allen anderen krabbeln und laufen konnte und heute genau im Durchschnitt (50%-Perzentile) liegt, was Größe und Gewicht angeht.

Deshalb weiß ich diesmal, wo mein Baby wieder die Perzentilen-Kurve sprengt, dass es okay ist. Dass ich mir keine Minute Gedanken darüber machen muss, ob er zu groß, zu schwer, zu was auch immer ist. Das einzige, was zählt, ist, dass es ihm gut geht – und das tut es ganz offensichtlich!

Wie alt ist er denn nun?

Und ich glaube, dass ich langsam die Antwort darauf habe, wie viel zu früh er tatsächlich gekommen ist. Denn die Entwicklungsschübe finden bei allen Babys in etwa zur gleichen Zeit statt. Sie orientieren sich nicht am tatsächlichen Geburtsdatum, sondern an der Reife des Gehirns, das im und außerhalb vom Mutterleib etwa gleich schnell reift.

Demnach müsste mein Sonnenschein etwa 2 Wochen zu früh, also bei 38+0 und nicht bei 36+0 geboren worden sein. Das würde auch erklären, warum keine der Hebammen oder Ärzte irgendetwas feststellen konnte, was auf ein Frühchen hindeuten würde.

Aber einen Unterschied macht es am Ende nicht wirklich. Was zählt, ist, dass er gesund ist. In den ersten Lebensmonaten hat er abends viel geweint. Das war das einzige, was mir manchmal Sorge gemacht hat. Denn auch nach den typischen 12 Wochen hörte es nicht auf. Wir waren daher bei einer Osteopathin, die ihn sorgfältig von Kopf bis Fuß untersuchte. Ergebnis: Der kleine Kerl ist kerngesund und es gibt nichts, was sie für ihn tun kann.

Der Sonnenschein macht dem Namen alle Ehre

Unser Alltag mit ihm ist vor allem eins: Schön. Denn der kleine Mensch ist einfach ein richtiger Sonnenschein. Er ist selbstzufrieden und strahlt mit der Sonne um die Wette, sobald man ihn anspricht.

Ich war verliebt in dieses kleine Wesen seitdem ich ihn das erste Mal sah. Auf dem Boden, zwischen meinen Füßen, die Augen geschlossen, ein paar Augenblicke ohne zu atmen und ohne zu schreien. Ich wusste, es geht ihm gut und er gehört zu uns. Und es war schön, ihn zu haben. Daran hat sich nichts geändert. Auch in den Monaten, in denen er abends schrie, auch wenn er mal eine quengelige Schubphase hat. Er ist und bleibt mein Sonnenschein.

Trotzdem habe ich an manchen Tagen das Gefühl, gar nicht wirklich Zeit mit ihm verbracht zu haben. Er schläft viel und oft liegt er einfach zufrieden dabei, wenn der große Bruder spielt oder ich den Haushalt mache. Die ersten sechs Monate mit ihm sind vergangen wie im Flug. Gefühlt war das beim ersten Baby viiiiel länger.

Erste Beikost

So durfte er gestern zum ersten Mal ein wenig festes Essen probieren. Angefangen haben wir mit Gurkensticks, weil ich nicht ganz sicher war, wie er sich macht und ob er wirklich schon so weit ist. Immerhin lässt das stabile sitzen noch auf sich warten, auch wenn es auf dem Schoss schon super klappt und er momentan wirklich täglich motorisch dazulernt.

Aber er hat das ganz toll gemacht und so bekommt er am zweiten Tag gleich mal etwas gedünstetes Gemüse.

Fähigkeiten

Was für manche Eltern ganz selbstverständlich scheint, ist für mich mit der Erfahrung des ersten Mals schon erwähnenswert. So kann der kleine Mensch mit einem halben Jahr schon ganz erstaunliche Dinge:

  • Schläft im Kinderwagen ein (!), seit der 26-Wochen-Schub begonnen hat.
  • Fährt im Auto mit ohne zu weinen und schläft ein, wenn er müde ist, ebenfalls seit Beginn des Schubs und nur, wenn er vorne bei Mama sitzen darf.
  • Verlangt nur nach der Brust, wenn er wirklich Hunger hat.
  • Schläft manchmal, wenn auch außerordentlich selten, 6 Stunden am Stück durch. Meistens aber wird er alle 2 Stunden wach.
  • Schläft manchmal bis um 6 Uhr. Meistens aber bis um 4:50 Uhr…

Mit den anderen „Fähigkeiten“, die oft als Meilensteine für Babys im Raum stehen, lässt er sich mehr Zeit. Er kann sich zwar problemlos durch den Raum rollen und zielsicher greifen, aber von echter Fortbewegung wie krabbeln oder robben ist er noch weit entfernt. Auch die Rumpfkontrolle hat lange auf sich warten lassen. Gebrabbelt wird zwar, aber mit recht wenig Variation. Also insgesamt würde ich sagen, er lässt sich weitaus mehr Zeit mit den Dingen als der große Bruder. Und auch, wenn man als Eltern natürlich immer stolz ist, wenn ein Baby irgendwas „schon“ kann, ist das völlig in Ordnung so. Denn wir wissen, dass alles kommt, wenn es an der Zeit ist und Zeit haben wir genug.

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