9 Monate mit Baby – Update


So, nun ist es so weit: 9 Monate, 40 Wochen. Unser Baby war genauso viele Wochen außerhalb von meinem Bauch wie drinnen. Und auch wenn sich 18 Monate erst einmal nicht so irre lang anhören, für mich hat sich in dieser Zeit ziemlich viel verändert und mein Leben vorher fühlt sich an, wie eine entfernte Erinnerung.

Entwicklung vom Baby mit 9 Monaten

Körperliche Entwicklung

Die rauhen Fakten: jetzt ist er ca. 9,5 kg schwer und geschätzt 73 cm, trägt hauptsächlich Kleidergröße 80. Das heißt, er ist seit er etwa 5-6 Monate alt war kaum noch gewachsen oder schwerer geworden. Ich würde sagen, er verwendet seine Energie jetzt auf andere Dinge. Trotzdem ist er noch im guten Durchschnitt, wenn man ihn mit seinen Altersgenossen vergleicht. Aber es gibt jetzt laut Perzentillenrechner auch schwerere und vor allem größere Kinder. Das war ja nicht immer so, anfangs hat der Rechner nur > 97% ausgespuckt. Weder wir noch die Kinderärztin machen uns über diese Entwicklung sorgen – er wirkt gesund und fit.

Entwicklung fördern durch neue Umgebung und andere Kinder

Kennt ihr diese Kinder, die immer erst einmal auf dem Schoß der Eltern bleiben und von dort in Ruhe die Lage checken? Der Rubbelbatz ist kein so Kind!

Nach wie vor ist der kleine Wuselmann viel auf Entdeckungsreise. Ich sehe im Bekanntenkreis, in Krabbelgruppen und Eltern-Kind-Cafés einige Kinder, aber nie habe ich eins gesehen, das so mutig und furchtlos neue Räume erkundet. Während er zu Hause sehr auf mich fixiert ist und ich in den letzten Wochen nicht einmal ohne ihn den Raum verlassen darf, legt er in fremder Umgebung sofort los. Ich setze ihn ab und die nächsten 3 Stunden bin ich eigentlich abgeschrieben – es sei denn, er tut sich weh oder hat großen Hunger bzw. Durst.

Er fürchtet sich auch nicht vor anderen Kindern, im Gegenteil. Entweder ignoriert er sie, oder er freut sich unheimlich, sie zu sehen. Manchmal lacht er sogar, wenn ein Kind etwas aus seiner Sicht lustiges macht (was genau das ist, kann ich nie feststellen) und zwar immer wieder und aus tiefstem Herzen.

Er ist ein freundliches Kind und ich glaube, er gibt sich schon sehr viel Mühe, niemandem weh zu tun – das ist nämlich bis vor ein paar Wochen noch oft passiert, weil er so wild ist. Aber mittlerweile zieht er selten an Haaren, kratzt niemanden und zwickt auch nur noch ganz vorsichtig. Neulich musste er zum ersten Mal feststellen, dass es größere und stärkere Kinder gibt, darüber war er ziemlich wütend und aufgebracht. Ein 13-Monats-Junge im Café und er haben sich wieder und wieder einen Kampf um Spielzeug oder Stehpositionen geliefert – immer wenn einer mit etwas gespielt hat, wollte der andere auch genau das haben.

Motorische Entwicklung

Motorisch übt er weiter. Krabbeln, hochziehen, an Sachen stehen und wieder runter klappt jetzt so gut wie immer.

Baby mit 9 Monate zieht sich an Gegenstände hoch

Nur wenn er sehr müde oder sehr abgelenkt ist, gibt es manchmal noch Gleichgewichts-Unfälle. Meistens rollt er sich dann aber sehr gekonnt ab. Frei Stehen übt er schon seit einer Weile und wenn er nicht darauf achtet, steht er auch schon mehrere Sekunden. Irgendwann merkt er es dann aber und setzt sich schnell auf den Popo, so ganz geheuer ist ihm das noch nicht ohne Festhalten. Seit etwa einer Woche möchte er außerdem Laufen. Das heißt, er zieht sich an uns hoch und versucht dann, uns dazu zu bringen, dass er an unserer Hand laufen darf. Ich mache das eher ungern, weil die Kinder da immer so drinhängen und ich mir nicht vorstellen kann, dass es gut für die Schultergelenke ist. Lieber biete ich ihm meinen Unterarm an oder bleibe mit meiner Hand unterhalb seiner Schultern. Dann fällt er zwar öfter mal hin, aber er kann trotzdem üben und ist ganz glücklich damit.

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Spielzeug für 9 Monate altes Baby

Unser heimisches Spielzeug ist eigentlich gänzlich out. Es vegetiert in der Kiste vor sich hin und ich überlege, mit einer Freundin Kisten zu tauschen. Denn interessant ist neuerdings alles, was neu ist.

Das muss nicht Spielzeug sein, sondern einfach irgendwelche Alltagsgegenstände. Idealerweise etwas, was wir sonst benutzen, wenn er uns beobachtet wie der Föhn oder Kochlöffel, Töpfe, der Staubsauger, der Wäschekorb oder ein Paket, das ausgepackt werden möchte. Ganz hoch im Kurs ist außerdem alles, was rollt und bewegt werden kann. Er stützt sich dann darauf, schiebt es durch den Raum und läuft entweder nach oder kommt auf den Knien hinterher. Wenn ich staubsauge, wartet er ganz geduldig am Gerät, bis ich es wieder weiter nach vorne ziehe und läuft dann am Gerät mit. Das sieht unglaublich süß aus. Wenn es ihm zu schnell geht, lässt er sich sicherheitshalber hinplumsen.

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Sprachliche Entwicklung im neunten Monat

Sprachlich hat sich auch viel getan, nur leider immer noch nicht so, dass wir etwas verstehen könnten. Aber das Geplapper wird immer ausdrucksstärker und er kann richtig verbal meckern. Wenn wir abends und morgens die Zähne putzen, sag ich immer „Mach Aaaaaah“ und mache meinen Mund weit auf. Vor drei Tagen hat er zum ersten Mal in der selben Intonation „Aaaaaah“ gesagt und macht das seitdem immer wieder.

Darauf, dass er Dinge mit demselben Laut benennt oder gar uns mit Mama oder Papa, warten wir vergeblich. Allerdings muss man dazu sagen, dass wir weder sprachlich noch musikalisch irgendeine Art von Förderungsbemühung eingehen. Wir sind keine Freunde von einem solchen „Training“. Er soll schließlich Baby sein dürfen und wird selbst entscheiden, wann es losgeht. Das heißt, wir sparen uns das Monologe Frage-Antwort-Spiel à la „Wo ist der Papa? – Da ist der Papa.“ Vielleicht dauert es so länger, aber wir sind guter Dinge, dass er der deutschen Sprache auch so irgendwann mächtig wird.

Sinne und Wahrnehmung mit 9 Monaten

Der kleine Lord wird immer aufmerksamer. Er kann sich jetzt auch mal längere Zeit ruhig mit einer Sache beschäftigen, zuhören bzw. zusehen und tasten, wenn wir ein Buch mit ihm lesen oder uns beobachten, wenn wir essen, reden, aufräumen. Es ist so schön zu sehen, wie sein Blick immer wacher und differenzierter wird und er z.B. reagiert, wenn man ihn beim Namen ruft.

Lesen

Weil das schöne Wetter es zulässt, sind wir auch immer mehr mit ihm draußen in der freien Natur – soweit man das in Berlin Natur nennen kann – also im Hinterhof, auf dem Spielplatz oder am See. Der Unterschied zum letzten Jahr ist schon Wahnsinn. Er sieht sich jetzt alles aufmerksam an, möchte alles anfassen und am besten in den Mund nehmen.

Ernährung und Stillen

Nach wie vor lebt unser Baby vorrangig von Muttermilch. Heißt ja auch immer, im ersten Jahr soll ein Baby hauptsächlich von Milch ernährt werden. Und das, obwohl ihm Essen wahnsinnigen Spaß macht.

Breifrei

Wenn er müde und schlecht gelaunt ist, kann ihn allein die Tatsache, dass er in den Hochstuhl gehoben wird, sofort aufmuntern – er weiß, dass es gleich was geben wird. Selbst wenn er schon schief hängt und seinen Kopf auf seiner Schulter ablegt, er isst tapfer weiter. Allerdings geben wir ihm Finger Food (vgl. breifrei) und zwar immer dann, wenn wir selbst essen. Weil das nicht so regelmäßig ist, diesen Luxus nehmen wir uns aktuell noch raus, wir ihm nicht gezielt eine feste Menge Brei füttern, und weil feste Nahrung einfach nicht so viele Kalorien hat wie Muttermilch, kommt er trotzdem immer wieder an und möchte trinken.

 

 

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