So wichtig ist Hautkontakt mit dem Baby


Baby: Hautkontakt,  Nackt & Glücklich | Gleich nach der Geburt wurde unser kleiner Rubbelbatz auf meine Brust gelegt und mit einem Handtuch zugedeckt, sodass das Erste, was er von der Welt erfährt, direkter Hautkontakt zu seiner Mama ist. Sofern es bei der Geburt keine Komplikationen gab, ist das mittlerweile zum Glück Standardvorgehen. In den nächsten Tagen und Wochen waren wir sehr darauf bedacht, dass es unserem Neugeborenen nicht zu kalt wird und haben ihn immer warm angezogen. Haut-an-Haut-Kuscheln – Fehlanzeige. Das tut mir heute sehr leid. Immer wieder erreichen uns Nachrichten wie diese:

Und immer wieder wird mir bewusst, wie wichtig direkter Hautkontakt für mein Baby ist.

Nackt sein und Hautkontakt mit Baby

Seit einiger Zeit kuscheln wir mit unserem Baby deshalb immer mal wieder nackt unter der Decke. Das heißt, das Baby ist komplett nackt und ich bin Oberkörper frei und wir decken uns komplett mit einer leichten gelben Wolldecke ab, durch die das Licht schimmert.

Unser Kleiner findet das absolut super, manchmal freut er sich so und flippt komplett aus, dass ich nach ein paar Minuten wieder abbrechen muss, weil er mir so in die Bauchdecke strampelt. Manchmal aber, wenn er ein wenig müde ist, genießt er einfach die Kuscheleinheit, schmiegt sein Köpfchen in meine Armkehle und stillt sich selbst – den Blick immer auf meine Augen gerichtet. Er trinkt dann ganz langsam und macht glucksende, lachende Geräusche. Auch seine Augen sagen mir, dass er lacht vor Freude. Diese Momente haben etwas so Friedliches und Inniges, dass ich weinen könnte vor Glück. Warum ich das nicht schon früher gemacht habe? Ich weiß es nicht.

Ähnlich schön ist es für ihn genauso wie für uns, gemeinsam zu baden. Zum einfach nackt sein dürfen kommt noch das warme Wasser, das er ja aus seinen 9 Monaten im Mutterleib kennt und es ist so schön, ihm dabei zuzusehen, wie er es genießt.

Auch der Rubbelpapa nimmt sich möglichst häufig morgens die Zeit, oben ohne den nackten Rubbelbatz im Bad zu tragen und mit ihm zu kuscheln. Auch hier steht dem Kleinen die Freude ins Gesicht geschrieben.

Wer sich jetzt fragt, ob wir nicht Angst haben, dass unser Baby uns anpinkelt oder schlimmeres: Nein, haben wir nicht. Tatsächlich pinkeln Babys nicht unkontrolliert und alle paar Minuten. Das heißt, wenn er gerade hat, haben wir ein Zeitfenster von mindestens 20 Minuten, meist sogar bis zu einer Stunde, in dem er nicht mehr muss. Das wissen wir dank Abhalten- und Windelfrei-Erfahrungen mittlerweile sehr gut.

Ich glaube auch, dass er entweder versteht, dass man seine Eltern nicht anpinkelt, oder in dieser Zeit so abgelenkt ist, dass er gar nicht dazu kommt, seine Blase oder seinen Darm zu entleeren. Dazu brauchen Babys nämlich, genau wie wir Erwachsenen, einen Moment der Ruhe und Entspannung und müssen sich konzentrieren.

Warum direkter Hautkontakt für Babys so wichtig ist

Dass nackt sein und kuscheln sich für uns Erwachsene gut anfühlt, ist für die meisten selbstverständlich. Dass das auch für ein Baby gilt, leuchtet vollkommen ein. Doch warum ist Hautkontakt eigentlich so gut bzw. wichtig für Babys?

Die Haut ist unser größtes Sinnesorgan und es funktioniert von Geburt an einwandfrei. Selbst im Mutterleib nehmen Babys damit bereits die Temperatur und Berührungen der Gebärmutterwand wahr. Nach der Geburt sind Berührungen wichtig für die kognitive Entwicklung, d.h. für die Bildung von Synapsen im Gehirn. Das Baby erlebt mit der Haut, später auch mit dem Mund, die Umwelt. Hautkontakt ist es auch, der langsam einen Sinn für das „Ich“, also das Selbst und Andere reifen lässt.

Studien und Beispiele wie oben zeigen, dass direkter Hautkontakt zahlreiche positive Auswirkungen hat: Stressreduktion, Schmerzlinderung, Ankurbeln des Immunsystems, Anregung von Wachstum und Nahrungsverwertung. Vor allem kleinen Babys hilft direkter Hautkontakt, Wärme besser im Körper zu halten.

Je öfter ein Kind nackt sein darf und den eigenen Körper erfahren, ohne Kleidung und vor allem ohne Windel, die den Zugang zu einer ganz wichtigen Körperregion verwehren, desto besser kann sich außerdem die Beziehung und Einstellung zum eigenen Körper entwickeln. Denn gerade mit einem dicken Windelpaket, das die Kleinen teilweise mehrere Jahre am Körper tragen, ist diese Region wie ausgeblendet aus der täglichen Erfahrungswelt. Die Babys können sich selbst nicht berühren und spüren auch keine Berührungen von außen – im Gegensatz zu allen anderen Körperregionen, die meist lediglich von Baumwollkleidung verdeckt sind.

Uns fällt dabei auf, dass er, wenn nackt, gerade die Regionen, die er sonst nicht erreichen kann, besonders oft berührt und untersucht. Das erscheint mir auch ganz normal und richtig. Deshalb ist es für uns wichtig, dass der Rubbelbatz jeden Tag nackt sein darf. Zusätzlich zu den oben beschriebenen Nacktkuschel-Einheiten darf er deshalb jeden Morgen nach dem Aufstehen so lange auf der Wickelmatte im warmen Bad (neben der Heizung) so lange nackt spielen, wie er möchte. Anfangs waren das nur wenige Minuten, mittlerweile kommen wir, je nach Hunger und Müdigkeit, schon auf bis zu einer Stunde.

Baby nackt & glücklich
Babys erfahren mit ihrer Haut die Welt – umso wichtiger ist es, dass diese nicht durchgehend von Kleidung bedeckt ist.

Außerdem gibt es noch eine ganz unwissenschaftliche Begründung von mir, warum Hautkontakt so gut ist: Es macht einfach Spaß, zu kuscheln, es fühlt sich gut an und festigt dadurch ein Familien-Gefühl und Gefühl der Zusammengehörigkeit. Für mich hat es auch mit Respekt gegenüber meinem Baby zu tun. Ich akzeptiere ihn, wie er ist, und zwar komplett. Ohne Kleidung, ohne Windel. Ich nehme mir die Zeit, damit er sich gut fühlt und in dem Moment einfach Spaß hat. Immerhin dreht sich nicht alles immer nur um Entwicklung und Wachstum in der Zukunft, sondern mein Kleiner soll sich in jedem Moment möglichst wohl fühlen und gerne bei uns sein. Immer klappt das natürlich nicht, manchmal kommt der Alltag oder meine eigenen Bedürfnisse dazwischen. Darum nehme ich mir dann umso bewusster Zeit für ihn und seine Bedürfnisse. Und dazu gehört definitiv nackt sein.

Baby nackt bei Baby-Massagen und PEKiP

Natürlich haben sich diese Tatsachen längst herumgesprochen und immer mehr Eltern möchten ihren Babys ausreichend Hautkontakt und die Möglichkeit geben, nackt zu spielen. Deshalb gibt es ein immer größeres Angebot an Baby-Massage und PEKiP-Kursen. Vor allem PEKiP zielt vorrangig darauf ab, die Entwicklung des Babys und die Beziehung zu ihm zu fördern – und zwar nackt. Ich finde beide PEKiP wie auch Baby-Massagen ein tolles Angebot und würde sie jedem ungesehen empfehlen. Ich kann mir nicht vorstellen, welches Baby diese extra Aufmerksamkeit nicht genießen wird. Wer Kurse nicht mag oder die Zeit / Möglichkeit nicht hat, kann aber beides ganz einfach zu Hause selbst machen. Bei der Baby-Massage geht es gleichzeitig um die Berührung und Pflege von Baby’s Haut, andererseits stellt die Babymassage oft ein Ritual im Tagesablauf dar, an dem das Baby sich orientieren kann. Das lässt sich auch ohne Anleitung verwirklichen.

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