Liebesbrief an meinen Sohn


Mein liebster Spatz,

gerade spielst Du nebenan mit Deinem Papa. Erholst Dich von einem Streit, den wir hatten. Du warst sehr wütend, jetzt hast Du Dich beruhigt. Und mir tut es leid, dass ich nicht mehr Verständnis aufbringen konnte. Und auch wenn ich Dich schon einige Male fest gedrückt habe, so fällt es mich doch schwer, hier am Laptop sitzen zu bleiben und nicht zurück zu Dir zu laufen. Dich nochmal zu halten. Dir nochmal zu sagen, wie sehr ich dich liebe.

Aber heute will ich Dir stattdessen einen Brief schreiben. Einen Liebesbrief. Ein paar Zeilen, die niemals ausdrücken können, was Du mir bedeutest – und es trotzdem versuchen wollen. Ein paar Zeilen, die Du hoffentlich eines Tages hier lesen wirst und die Dir eines ganz klar zeigen: Deine Mama hat Dich vom ersten Moment an geliebt. Gehalten. Dich getragen.

Dieser erste Moment war für uns beide sehr anstrengend. Ich war am Ende meiner Kräfte, du vermutlich ebenso. Trotzdem kann ich mich daran erinnern, als wäre es gestern gewesen. Wie Du auf meinem Bauch lagst, den Kopf zu mir hochgedreht und mir in die Augen gesehen hast. Der Moment war nicht so rosig und überwältigend, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Trotzdem war es der Moment, in dem meine Liebe zu wachsen begann.

Keinen Moment konnte ich Dich in der folgenden Nacht aus dem Arm legen. Oder aus den Augen lassen. Ich wollte auf Dich aufpassen. Für Dich da sein. Dich halten und tragen. In dieser Nacht und in allen, die folgen sollten.

Auch in jenen Nächten, in denen ich übermüdet war und mir einfach nur Ruhe wünschte, war ich da. Nacht für Nacht. Weil ich Deine Mama bin. Du wolltest nicht alleine sein, keine Sekunde Deines jungen Lebens. Monatelang. Jahrelang. Niemals ohne mich sein. Immer gehalten oder getragen werden. Also trug ich Dich. Bei mir. Monatelang. Trug Dich immer eng an mir. Vertraute darauf, dass es das ist, was Du brauchst. Getragen werden.


Wahrscheinlich hast Du in dieser Zeit dieses wundervolle Grundvertrauen in uns als Eltern und in die Welt entwickelt. Jedenfalls habe ich noch nie ein so vertrauensvolles und furchtloses Kind erlebt, wie Dich. Seit Du Dich selbst fortbewegen kannst, gehst Du in die Welt hinaus mit dieser Unerschrockenheit und Unschuld, dieser wundervollen kindlichen Neugier, dieser Lebensfreude, die alle um Dich herum ansteckt. Immer im Vertrauen, dass wir hinter Dir sind und auf Dich aufpassen. Dass Dir nichts passieren kann. Dass wir Dich tragen, wenn Du nicht mehr kannst. Dich halten, wenn Du fällst.

Mittlerweile bist Du drei Jahre alt. Verstehst so vieles und hast Dir doch dieses Vertrauen bewahrt. Du bist der Grund, warum ich jeden Morgen gerne aufstehe. Weil ich weiß, dass ich die Hälfte des Tages mit diesem wundervollen kleinen Jungen verbringe. Mit diesem Kind, das keine Vorurteile kennt. Keine Berechnung, keine Lügen oder Tricks. Du bist zufrieden, solange wir zusammen sind. Und ich bin es ebenso.

In den letzten drei Jahren hast Du mir gezeigt, was es bedeutet, eine Mama zu sein. Deine Mama. Zu halten und zu tragen. Dass sich jede Auseinandersetzung, so wie vorhin, lohnt. Dass nichts und niemand die Liebe zwischen uns kleiner machen kann. Im Gegenteil. Jedes Mal, wenn mir eine Veränderung an Dir auffällt, fällt mir auch auf, wie ich Dich noch ein klein wenig mehr liebe. Wie stolz ich auf den neuen Charakterzug oder Deine neue Fähigkeit bin. Wie unmöglich mir ein Leben ohne Dich scheint.

Und daran wird sich sicherlich nie etwas ändern. Egal, welche Herausforderungen noch auf uns warten – ich bin Deine Mama und ich werde immer an Deiner Seite sein. Hinter Dir stehen. Dich halten. Und tragen.

Ich hoffe, dass Du immer weißt, wie sehr ich Dich liebe. Immer. Bedingungslos. Irgendwann wirst Du zu groß sein, um getragen zu werden. Zumindest körperlich. Trotzdem werde ich immer bereit sein, Dich zu halten. Emotional zu tragen. Solange ich lebe.

Ich liebe Dich, mein Engel,

Deine Mama


Dieser Liebesbrief ist Teil der Blogparade von Vaterfreuden.de – der für jeden Liebesbrief 1€ an das Kinderhilfswerk spendet. Wenn ihr also auch einen Blog habt, auch auf Facebook oder Instagram, dann macht einfach mit und verwendet die Hashtags #weltkindertag #liebesbriefanmeinKind #blogparadevaterfreuden damit euer Liebesbrief zählt.

Wenn Du keinen Blog hast bzw. einen Liebesbrief nicht online stellen möchtest, vielleicht hast Du ja Zeit, handschriftlich einen zu verfassen? Je nach Alter Deines Kindes macht es jetzt vielleicht noch keinen Sinn, ihn zu übergeben, aber der richtige Moment kommt bestimmt!

Ansonsten drück Dein(e) Kind(er) mal richtig fest und vergiss nie, welches Glück ihr habt!


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Alle Kommentare (4)

    Ganz ganz toller Beitrag, mit so viel Herz! Ich kann meine Jungs nicht mehr tragen, ich kann sie aber begleiten. Und ihnen Flügel und Wurzeln geben, die sie so sehr brauchen. Wir haben einen schweren aber harten Job, wir Mamas. Aber es ist der Schönste der Welt.

    Lieben Gruß, Bea.

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