Liebeskugeln gegen Beckenbodenschwäche nach der Schwangerschaft?


Nach der Geburt braucht der Beckenboden viel Ruhe. Viel Ruhe, um sich zu erholen. Für viele Frauen fühlt er sich nach der Entbindung etwas „taub und nach unten gerutscht“ an. Bis das sich ändert kann es eine Weile dauern. Nach meiner ersten Schwangerschaft hat mein Beckenboden sogar viele Jahre gebraucht, um wieder richtig „fit“ zu sein. Beim zweiten Baby ging es etwas schneller, weil die Geburt wie auch das Baby weniger schwer waren. Und weil ich wusste, dass es nach der Geburt gezieltes Beckenbodentraining braucht. Natürlich bin ich nicht die einzige Frau, die nach einer Schwangerschaft unter ihrer Beckenbodenschwäche leidet und diese auch gezielt trainieren will. Das soll scheinbar auch ganz gut mit Liebeskugeln funktionieren – ich habe es ausprobiert. Wie auch Du mithilfe von Liebeskugeln Deine Beckenbodenmuskulatur trainieren kannst, erkläre ich Dir jetzt.

Das Wichtigste zusammengefasst
  • Liebeskugeln sind nicht nur ein Love-Toy, sondern ein hilfreiches Werkzeug, um Deinen Beckenboden trainieren zu können
  • Es gibt verschiedene Liebeskugeln, Du musst Dich für die passende Variante entscheiden
  • Das Training mit den Liebeskugeln musst Du regelmäßig durchführen, damit es Früchte trägt

Gründe für Beckenbodenschwäche nach der Schwangerschaft

Die Beckenbodenmuskulatur wird durch die Schwangerschaft und selbstverständlich auch die Geburt sehr stark beansprucht. Die Muskeln sind eigentlich dafür da, die Organe dort zu halten, wo sie hingehören. Sobald allerdings Druck auf den Bauch ausgeübt wird, sind sie nicht mehr in der Lage, richtig zu arbeiten.

Ein zu schwacher Beckenboden ist durchaus kritisch, denn er kann Probleme verursachen. Beispielsweise ist es möglich, dass sich eine Inkontinenz entwickelt. Vielleicht kennst Du die Problematik, dass Husten dafür sorgt, dass ein starker Harndrang entsteht – oder der der Urin sogar nicht mehr ganz gehalten werden kann. Das ist das eindeutige Zeichen für einen zu schwachen  Beckenboden!

Aber auch ein Gebärmutter- und Blasenvorfall sind Komplikationen, die nicht unüblich sind, wenn die Muskulatur zu schwach ist. Und nicht zuletzt kann ein schwacher Beckenboden auch Hämorrhoiden begünstigen. 

Mit Beckenbodentraining gegen die Beckenbodenschwäche

Sofern Du unter einer Beckenbodenschwäche leidest, ist es wichtig, dass Du ein gutes und gezieltes Beckenbodentraining absolvierst. Es gibt beispielsweise spezielle Kurse für die Rückbildung – Präsenzkurse, aber auch Online-Kurse. Dort lernst Du Übungen, mit der Du Deinen Beckenboden trainieren und somit die Muskulatur stärken kannst. Das Training musst Du jedoch regelmäßig durchführen, sonst sind die Erfolge auch nur von kurzer Dauer.

Toll ist übrigens, dass ein solches Beckenbodentraining auch andere Vorteile mit sich bringt. Denn das Training stimuliert mitunter die Scheidenmuskulatur und lustvolle Momente sind damit durchaus möglich.

Und Liebeskugeln sollen auch helfen?

Es klingt erst einmal ein bisschen skurril, doch Liebeskugeln sind ein bewährtes Mittel bei einer Beckenbodenschwäche. Verkauft werden sie übrigens auch als sogenannte „Beckenbodentrainer“. Optisch unterscheiden sich Liebeskugeln nur minimal von den Beckenbodentrainer-Kugeln.

Die Liebeskugeln bestehen im Grunde einfach nur aus zwei Kugeln, die mit einer Schnur miteinander verbunden sind. Eine der beiden Kugeln ist zudem mit einem Rückholbändchen ausgestattet, um das Entfernen und Herausnehmen zu erleichtern. Die Kugeln sind außerdem mit einer Schicht aus Silikon versehen, damit du sie leicht einführen kannst.

Wie funktionieren die Liebeskugeln?

Im Inneren der Kugeln befindet sich ein Kern aus Metall. Sobald du dich bewegst, beginnen die Kerne zu rotieren. Das sorgt dafür, dass Deine Beckenbodenmuskulatur arbeitet, also sich immer wieder anspannt, um die sich bewegenden Kugeln zu halten. Das kann nicht nur für sexuelle Erregung sorgen, sondern ist eben auch ein effektives Training für die Muskulatur.

Bewegst Du Dich, dann beginnt die Beckenbodenmuskulatur damit, die Kugeln festzuhalten. Das wiederum hilft dabei, die Muskeln zu stärken.

Es gibt übrigens viele verschiedene Modelle. Sie sehen nicht nur verschieden aus. Das Gewicht kann auch anders ausfallen.

Ganz wichtig: Das Tragen der Liebeskugeln sollte keine unangenehmen Gefühle verursachen.

Anleitung: So kannst Du die Beckenbodenmuskulatur mit Liebeskugeln trainieren

Damit das Beckenbodentraining mit Liebeskugeln funktioniert, musst Du natürlich richtig vorgehen. Doch der Ablauf ist denkbar einfach.

Und die Anwendung der Liebeskugel ist ebenfalls selbsterklärend.

  1. Einsetzen: Eigentlich lassen sich die Liebeskugeln relativ einfach einführen. Du kannst aber auch Gleitgel verwenden, dann wird das Einführen noch einfacher und angenehmer für Dich. Das kann helfen, wenn Du dir etwas unsicher bist. Vorher solltest Du Dir gründlich die Hände waschen, damit keine Bakterien in Deine Vagina gelangen.
  2. Entspannen: Mache es Dir bequem. Vielleicht legst Du Dich auch auf den Rücken, bevor Du versuchst, die Liebeskugeln in Deine Vagina einzuführen. Wenn es nicht bei dem ersten Versuch funktioniert, lass Dir Zeit und versuche es noch einmal. Es ist wichtig, dass Du entspannt bist. Abgesehen davon gibt es noch einige Tipps im Internet.
  3. Leichte Bewegungen: Nachdem die Liebeskugeln an der richtigen Stelle sind, beginnst Du Dich zu bewegen.
  4. Nicht übertreiben: Die Bewegung sollte rund 15 Minuten dauern. Länger solltest Du anfangs nicht trainieren. Ansonsten riskierst Du einen starken Muskelkater. Denn das Trainieren des Beckenbodens mit Liebeskugeln läuft fast unbemerkt ab, trotzdem strengt es die Muskulatur sehr an. Mit der Zeit kannst Du dann immer etwas länger trainieren.
  5. Liebeskugeln Rausnehmen: Nun musst Du die Liebeskugeln wieder entfernen. Dafür reicht es, wenn Du ganz vorsichtig an dem Rückholbändchen ziehst. Dann sollten die Kugeln aus deiner Vagina gleiten.
  6. Liebeskugeln reinigen: Ganz wichtig ist nun, dass Du die Liebeskugeln nach jedem Gebrauch gründlich reinigst. Dazu kannst Du warmes Wasser und etwas Reinigunsflüssigkeit für Sextoys benutzen.

Optimalerweise sollten Mütter, die mit einer Beckenbodenschwäche kämpfen, das Training mit den Liebeskugeln etwa viermal in der Woche für 15 Minuten praktizieren. Dann ist es effektiv.

Worauf muss bei dem Liebeskugeltraining geachtet werden?

Bevor Du das „Workout“ mit den Liebeskugeln startest, solltest Du jedoch ein paar Faktoren beachten:

Ab wann kann ich nach der Geburt anfangen?

Direkt nach der Entbindung ist das Training natürlich tabu, denn so würdest Du die Wundheilung gefährden. Warte rund bis sechs Wochen nach der Geburt. Dann sollte es kein Problem darstellen, mit den Kugeln zu trainieren. Der Wochenfluss muss bereits größtenteils vorbei sein.

Wann sollte ich auf die Liebeskugeln verzichten?

Beim Sex sind die Liebeskugeln tabu. Wenn Du Sex hast, verzichte auf das Toy. Das gilt auch bei Entzündungen, Schwellungen und anderen Problemen.

Sofern Du eine Spirale verwendest oder wieder schwanger bist, solltest Du ebenfalls davon absehen, die Stärkung der Beckenbodenmuskulatur mit Liebeskugeln zu trainieren.

Und auch wenn Du deine Periode hast, sind die Liebeskugeln nicht empfehlenswert.

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