Manchmal ist schwanger sein wie…


…jeden Tag Geburtstag haben!

Hin und wieder hab ich mich ja schon wirklich beklagt über meinen Zustand. Heute möchte ich mal wieder von einer schönen Seite vom schwanger sein schreiben. Ich hatte ja tatsächlich vor kurzem Geburtstag, aber das war nicht der einzige Tag in den letzten Wochen, an dem ich mich so gefühlt habe.

Ich darf jeden Tag ausschlafen, während mein Mann zur Arbeit geht. Vorher nimmt er sich aber noch die Zeit, kurz mit mir und dem Bauchzwerg zu kuscheln und hin und wieder meinen Bauch von oben bis unten abzuküssen in der Hoffnung, er erwischt den kleinen Mann.

Schwanger sein heißt für mich auch, ich darf alles essen, was ich möchte (Histaminunverträglichkeit macht Pause) und es ist kein Problem, dass ich in den letzten Monaten 15 kg zugenommen habe. Und ich habe den ganzen Tag Zeit, was Leckeres einzukaufen und zu kochen.

Und das beste: ich bekomme ganz oft Geschenke! So oft wie in letzter Zeit habe ich noch nie Pakete, Blumen, Windeltorten, Karten, etc. bekommen. Ich weiß, dass das meiste davon für meinen Kleinen ist, aber weil der so eng mit mir verbunden ist, empfinde ich es schon so, dass die Geschenke auch für mich sind.

…plötzlich Superstar sein!

Menschen in meiner Umgebung, egal ob sie mich kennen oder nicht, sind unglaublich nett und zuvorkommend zu mir. Wenn wir unterwegs sind, darf ich ohne Probleme in jedem Café auf Toilette, die Barkeeper scheinen sich sogar noch zu freuen, dass ich komme. Letztens wurde mir auf dem Bürgeramt von einer netten älteren Dame eine Nummer zugesteckt, sodass ich die 20-Meter-Schlange überspringen und schon nach 5 Minuten meinen Ausweis abholen konnte. Mein Mann oder meine beste Freundin massieren mir die Füße oder den Rücken und ich muss überhaupt nichts tragen, nicht mal Kleinigkeiten. Fremde Frauen auf der Straße freuen sich unglaublich, mich zu sehen.

Freunde und Familienmitglieder wollen Fotos von mir machen und posten diese für andere.

Häufiger als früher bekomme ich Komplimente für mein Äußeres und natürlich vor allem für meinen Bauch. Obwohl ich 15 kg zugenommen habe, sagen viele, dass ich total schlank bin.

…als Kind auf Weihnachten warten!

Mit jedem Tag, den wir uns auf die Ankunft des Bauchzwerges vorbereiten, steigt auch die Vorfreude. Mit jeder Veränderung, die wir in der Wohnung vornehmen, jeder Neuanschaffung stelle ich mir vor, was in Zukunft alles auf mich wartet. Und ich freue mich meinen Kleinen Dinge zu zeigen, die ich in meiner Kindheit sehr gern getan habe, wie ins Freibad gehen oder in den Zoo oder Zirkus, Plätzchen oder Kuchen backen, draußen rumrennen und in Büschen und auf Bäumen spielen. Im Prinzip fühlt es sich ein wenig an, wie die Vorweihnachtszeit: sehr besinnlich und obwohl ich warte, ist jeder Tag sehr schön und besonders. Es wäre nicht dasselbe, wenn man nicht warten müsste.

…sich vorbereiten auf einen neuen Job!

Sechs Wochen vor der Geburt hört man ja auf zu arbeiten. Von vielen Seiten wird man dann beneidet um die „freie Zeit“ – und es ist auch wirklich schön. Gleichzeitig fühlt es sich aber an, als hätte ich die Zeit deshalb, um mich auf einen Arbeitgeberwechsel vorzubereiten. Die Fragen, die ich mir stelle, sind ähnlich denen, die ich mir damals gestellt habe, als ich darauf wartete, dass mein derzeitiger Job losgeht. Was genau kommt auf mich zu? Werde ich dem Arbeitspensum gewachsen sein? Werde ich die Aufgabe so erledigen, dass alle zufrieden sind? Ist das wirklich der richtige Job für mich und wird mir die Arbeitsaufgabe Spaß machen? Ist es so, wie ich es mir vorgestellt habe und wie es mir vermittelt wurde, oder gibt es irgendwo einen Haken?

Der große Unterschied ist natürlich klar: diesen Job kann ich nicht mehr kündigen…

Alle Kommentare (1)

    Ein wunderschöner Artikel, ich werde gerade zum zweiten mal Oma und bin bereits im Freudentaumel 🙂
    Es ist wahr, die Wartezeit auf dieses kleine Wunder ist so schön und spannend…so vollgefüllt mit Vorbereitungen und positiven Gedanken so das man das wirklich genießen sollte 🙂

    LG, Michaela

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