Baby Nasentropfen geben: Was Dir keiner sagt!

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Bei unserem ersten Kind haben wir nie Nasentropfen oder Nasenspray verwendet. Wenn er verschnupft war, haben wir das eben ausgestanden. Schlimmer krank war er nie. Bei unserem zweiten Baby kamen schon sehr früh Nasentropfen zum Einsatz, denn mit etwa 6 Monaten war er zum ersten Mal wegen einer Bronchitis im Krankenhaus. Was es beim Nasentropfen fürs Baby zu beachten gibt, wann er zum Einsatz kommen sollte und ob zu viel Nasenspray für Babys gefährlich werden kann, habe ich darum gründlich recherchiert.

Wann soll ich meinem Baby Nasentropfen geben?

In den ersten Lebensmonaten atmen Babys hauptsächlich durch die Nase. Wenn diese blockiert ist, ärgert sie das meist ungemein und verzweifeltes Weinen kann die Folge sein. Natürlich ersticken Babys nicht an einer verstopften Nase, aber das Atmen durch den Mund fällt ihnen noch sehr schwer.

Vor allem tückisch ist, dass sie mit einer vertopften Nase nicht richtig trinken können. Nach ein paar Zügen müssen sie loslassen, um zu atmen. Bei Babys, die mit der Flasche ernährt werden, geht das noch. Sie lassen den Sauger einfach los und nehmen ihn dann wieder für ein paar Schluck in den Mund. Beim Stillen aber rutscht dann jedes Mal die Brustwarze weg und das Vakuum muss neu aufgebaut werden. Für einen kranken Säugling ist das anstrengend und frustrierend. Für Mamas Brustwarze ist das extrem beanspruchend und kann zu wunden Brustwarzen führen.

Während ich diese Prozedur also beim ersten Baby über mich ergehen ließ, würde ich mit meiner Erfahrung mit Nasentropfen mit meinem zweiten Kind folgendes raten: Wenn die verstopfte Babynase den Schlaf beeinträchtigt, würde ich Nasentropfen geben. Denn Schlaf ist sowohl für die Eltern, aber vor allem für ein krankes Baby ungemein wichtig. Auch, dass der Säugling genug Milch trinkt, ist wichtig für die Genesung. Dehydrierung kann bei kranken Babys einen Krankenhausaufenthalt notwendig machen. Bei Stillkindern werden mit der flüssigen Milchnahrung zusätzlich wertvolle Antikörper übertragen, die den Infekt schneller abklingen lassen.

Wie kann ich meinem Baby am besten Nasentropfen geben?

Natürlich fand mein Baby das Gefühl, etwas in die Nase verabreicht zu bekommen, nicht gerade prickelnd. Je älter und mobiler das Baby ist, umso schwieriger kann es werden.

Grundsätzlich sollte Dein Baby so auf dem Rücken liegen, dass Du die Nase gut erreichen kannst. Wenn das Verabreichen der Nasentropfen ein großes Drama erzeugt, weil das Kind den Kopf hin- und herwirft, würde ich nach Möglichkeit warten, bis es eingeschlafen ist. Nach etwa 10 Minuten schlafen die meisten Babys für etwa weitere 20 Minuten bombenfest. Wir haben unseren Kleinen dann auch inhaliert, denn das regt ihn im Wachzustand furchtbar auf. Wenn es im Schlaf nicht funktioniert, versuche, Dir von einem zweiten Erwachsenen helfen zu lassen. Wenn Du ein großes Geschwisterkind hast, kann das vielleicht einen Affentanz zur Ablenkung aufführen oder ganz laute Geräusche und Bewegungen über dem Kopf des Babys machen. Bei uns funktioniert das.

Was ist der Unterschied zwischen Nasentropfen und Nasenspray?

Der Unterschied zwischen Nasenspray und Nasentropfen ist nicht groß. Die Wirkstoffe sind häufig dieselben, nur die Applikation, also die Form der Verabreichung unterscheidet sich.

Während Nasentropfen die Nasenwand entlang laufen, man also den Kopf etwa nach hinten legen sollte, wird Nasenspray gesprüht – man kann das auch im Sitzen oder Stehen erledigen.

Nasenspray oder Nasentropfen: Was ist besser?

Lange gab es das Vorurteil, Nasentropfen würden besser wirken, weil mehr Wirkstoff aufgenommen werden könne. Forscher in Großbritannien haben das überprüft und festgestellt, dass es keine signifikanten Unterschiede gibt. Ob Nasenspray oder Nasentropfen ist also eigentlich egal. Wichtig ist nur, dass sie für Säuglinge geeignet und richtig dosiert sind. Beide Begriffe werden in diesem Artikel darum auch synonym verwendet.

Sind Nasensprays und Nasentropfen für Babys rezeptpflichtig?

Normale Nasensprays für Babys sind apothekenpflichtig, aber nicht rezeptpflichtig. Das bedeutet, Du kannst jederzeit in die Apotheke gehen oder sie online kaufen. Fast jede Online-Apotheke hat mittlerweile eine eigene Kategorie für Kinder- und Baby-Arznei.

Du musst nicht vorher zum Arzt, nur weil Dein Baby Schnupfen hat. Wenn es länger oder stärker erkrankt ist, solltest Du das aber.

Welche Nasentropfen für Säuglinge und Baby?

Die beiden bekanntesten Nasentropfen für Babys sind Otriven und Nasivin. Beide wirken gut aber was Dir keiner sagt und was ich jetzt erst erfahren habe, ist, dass Otriven nicht ganz ungefährlich ist.

Otriven Nasentropfen für Babys sind gefährlich

Mit Otriven Nasentropfen haben wir gute Erfahrungen gemacht. Erst im Nachhinein erfuhr ich, dass sie sehr gefährlich hätten sein können.

Otriven Nasentropfen enthalten Xylometazolin. Dieser Wirkstoff lässt innerhalb weniger als einer Minuten die Nasenschleimhäute abschwellen und Sekret kann aus den Nasennebenhölen abfließen. Wer denkt, Nasentropfen für Babys hätten eine milde Wirkung, der soll sie mal selbst ausprobieren. Ich habe das getan und mit nur einem Tropfen pro Nasenloch (das Medikament ist für Babys!) war meine Nase in kurzer Zeit völlig frei.

Das Problem mit diesem Wirkstoff, genauso wie mit Oxymetazolin, das ebenfalls für Säuglinge verwendet wird: Man muss gut aufpassen, dass Babys und Kleinkinder unter 2 Jahren nicht zu viel davon bekommen. Denn selbst, wenn richtig dosiert wurde, führen die abschwellenden Substanzen ganz selten zu schweren Komplikationen wie Apnoe, Koma, Atemstillstand mit folgender künstlicher Beatmung. Es kann also zu schwerwiegenden unerwünschten Nebenwirkungen kommen – mit und ohne Überdosierung.

Warum es oft heißt, Otriven Nasentropfen seien für Babys besonders gefährlich: Die beliebten Nasentropfen werden mit einer einfachen Pipette zur Dosierung geliefert. Einmal zu fest gedrückt und statt einem Tropfen werden zahlreiche verabreicht. Und zu viel Nasentropfen beim Baby, das haben wir nun verstanden, können sehr gefährlich sein. Dabei ist es mit dieser Pipette wirklich schwierig, richtig zu dosieren. Denn sie soll ein paar Milimeter in das Babynäschen eingeführt werden. Des bedeutet, Du kannst nicht sehen, wann Du einen Tropfen abgibst. Sicherer wäre, die Pipette ein Stückchen von der Nase weg zu halten – dann musst Du jedoch wirklich gut zielen können.

Pipette für Babynasentropfen von Otriven
Gar nicht so einfach die Otriven Nasentropfen mit der Pipette zu dosieren und zu verabreichen.

Und ein weiteres Problem gibt es mit der Pipette: Wenn Du mit leichtem Druck einen Tropfen innerhalb der Nase abgibst und diesen Druck nicht aufrecht erhältst, bis die Pipette die Nase verlassen hat, kann es sein, dass Du einen Tropfen Nasensekret aufsaugst. Das ist natürlich nicht hygienisch. Aus diesen Gründen warnt die Arzneimittelkommision (AMK) mittlerweile vor diesem Produkt.

All das wurde mir im Krankenhaus, wo wir Otriven Nasentropfen erhielten, nicht gesagt. Im Gegenteil. Die Krankenschwester erklärte mir und einer Schwesternschülerin, wie man die anwendet: Aufziehen, ins Nasenloch stecken und „einfach einen Hub in jedes Nasenloch“.

Genauso verwendete ich sie auch zu Hause weiter. Das heißt, bei meinem Baby wurden die Nasentropfen vermutlich einige Male überdosiert! Wir hatten allerdings Glück und es ist nie etwas passiert – stattdessen hatte mein Baby eine freie Nase und wurde gesund.

Nasivin Nasentropfen

Im ersten Krankenhaus, in dem wir waren, bekamen wir Nasiben Nasentropfen im Dosierspender. Das ist ein österreichisches Produkt, das deutsche Äquivalent wäre Nasivin. Diese kann man gar nicht öffnen, sondern man sprüht nur einen Hub ins Nasenloch, während das Baby liegt.

Nasivin arbeitet mit dem Wirkstoff Oxymetazolin. Auch dieser sollte nicht überdosiert werden, das ist mit diesem Produkt auch weniger wahrscheinlich. Im Gegensatz zu Otriven, das Benzalkoniumchlorid als Konservierungsmittel enthält, ist Nasivin frei von Konservierungsstoffen.

Nasivin oder lieber Otriven für Babys und Säuglinge?

Wenn Du zu Nasentropfen für Babys mit Wirkstoff greifen willst, hol Dir darum lieber Nasivin!

Bessere Alternativen zu Nasentropfen

Was tun, wenn Baby Nase verstopft ist? – Die Antwort muss nicht immer Nasenspray lauten. Es gibt auch Alternativen ohne chemische Wirkstoffe.

Nasentropfen für Babys mit Kochsalz

Eine gute und vollkommen verträgliche Alternative sind Meersalz- oder Kochsalz-Nasentropfen bzw. Nasensprays. Emser Nasentropfen zum Beispiel enthalten Emser Salz aus einer Thermalquelle. Es ist homöopathieverträglich, absolut natürlich, also ohne chemische Wirkstoffe und weil es keinen Gewöhnungseffekt der Schleimhäute gibt, kannst Du die Nasentropfen fürs Baby auch länger als 7 Tage anwenden.

Muttermilch

Viele Hebammen und Mediziner empfehlen auch, Muttermilch mit einer Pipette in die kleine Schnupfennase zu tropfen.

Nasensauger

Mit unserem ersten Baby haben wir auch verschiedene Nasensauger ausprobiert. Meine Empfehlung: Kaufe auf keinen Fall einen einfachen, der nur mit einer Art Blasebalg betrieben wird. Da passiert überhaupt nichts.

Es gibt Nasensauger für Babys, die mit Saugmechanismus oder durch Anschließen an den Staubsauger funktionieren. Dabei ist die Frage, ob Dein Baby das akzeptiert. Aber einen Versuch ist es wert.

Homöopathische Nasentropfen für Babys

Es gibt auch homöopathische Nasentropfen mit Euphorbium. Diese dürfen auch für Babys verwendet werden. Beachte aber die Packungsbeilage und frage im Zweifel Arzt oder Apotheker.

Frische Luft

Frische, kühle Luft hilft, die Atemwege abzuschwellen.

Luftfeuchtigkeit

Achte darauf, dass die Luft im Schlafzimmer nicht zu trocken ist. Das reizt die Schleimhäute zusätzlich bzw. macht sie anfällig für Infektionen. Trockene Luft entsteht meist durch Heizung im Winter. Da hilft es, zum Beispiel ein feuchtes Handtuch über die Heizung zu legen.

Aufrechte Haltung

Ich kenne Babys, die bei Schnupfen grundsätzlich nur auf dem Oberkörper ihrer Mama schlafen. Kein Wunder, denn die aufrechte Haltung lässt das Sekret besser abfließen. Besorge Dir ein gutes Tragetuch oder eine Babytrage und nimm Dein Baby nachts hoch, wenn es nicht richtig atmen kann.

 

Quellen:

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1 Kommentar zu „Baby Nasentropfen geben: Was Dir keiner sagt!“

  1. Hallo Hanna,
    ein schöner und aufschlussreicher Artikel, danke!
    Nur eine Anmerkung hätte ich wegen dem Nasenspray: Ich bin PTA und weiß, dass man Babys (Kindern unter 2 Jahren) kein Nasenspray verabreichen sollte, weil der Druck zu hoch sein kann! Außerdem gibt es meines Wissens auch gar keine Sprays für Babys.
    Was alternativ noch helfen kann ist eine geschnittene Zwiebel; einfach in ein kleines Säckchen oder ein Stofftaschentuch füllen und in die Nähe des Kopfes hängen.

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