Patchwork & DIY: Krabbeldecke zum selber Nähen als Geschenk


Wieso eine Willkommensfeier statt Taufe?

Heute fahren wir zum ersten Mal mit dem Rubbelbatz weg. Für eine ganze Woche. Nach Bayern, zu seinen Großeltern und Urgroßeltern. Die Reise dient auch dazu, dass alle Familienmitglieder und engen Freunde die Gelegenheit haben, den Rubbelbatz kennenzulernen und in unserer Welt willkommen zu heißen. Eine nachgeholte Feier zur Geburt quasi. Was in Bayern traditionell im Rahmen einer katholischen Taufe geschieht, möchten wir durch eine Namensgebungsfeier ersetzen, denn Mitglied der Kirche sind weder ich noch der Rubbelpapa. Aber nur weil wir ihn nicht traditionell Taufen lassen, heißt das nicht, dass wir gänzlich auf ein Begrüßungsritual verzichten möchten. Grade auch weil meine Familie sehr traditionell ist und eine Taufe dort irgendwie dazu gehört.

Wir haben uns stattdessen den Kopf zerbrochen, ob wir eine vielleicht eine freie Taufe machen sollen? Aber so richtig überzeugt waren wir davon auch nicht. Einig waren wir uns hingegen aber darüber, dass es ein Ereignis sein soll, bei dem unser Kleiner im Mittelpunkt steht und an dem auch alle anderen ihre Freude haben können. Zwanglos, unkonventionell und einfach ein schönes Ereignis für alle Anwesenden.

Idee hinter dem Geschenk zur Namensgebung

Natürlich wird es zu diesem Anlass Geschenke für den Kleinen geben – auch wenn er es noch gar nicht so richtig versteht. Sein Patenonkel, mein kleiner Bruder, zum Beispiel kauft ihm eine kleine Goldmünze oder -figur. Den Wert einer Goldmünze können auch kleine Kinder glaube ich ganz gut verstehen.

Ich wollte unserem Kleinen aber gerne etwas schenken, mit dem er zum Einen schon jetzt etwas anfangen kann, was aber auch später noch Wert hat. Nicht unbedingt materiellen Wert, sondern etwas, was ihn später an diesen Tag erinnern soll. Und am besten sollte es nicht nur von mir, sondern von möglichst vielen lieben Menschen kommen. Menschen, die ihn hoffentlich noch ein weites Stück seines Lebensweges begleiten werden.

Krabbeldecke zum selber Nähen: Mein erstes großes Näh-Projekt

Schon damals in der Schwangerschaft habe ich den Wunsch entwickelt, später einmal für meinen Sohn Nähen zu können. Deshalb musste ich auch unbedingt eine Nähmaschine für mich haben. Fragt mich nicht warum, aber ich bin tatsächlich der Meinung, dass jede Mama eine haben sollte. Und passend zur Namensgebung für den Rubbelbatz wollte ich jetzt auch aktiv werden und das mir selbst beigebrachte in die Tat umsetzen.

Dank dieser Beschreibung (für alle, die interessiert sind, hier findet man auch die genaue Näh-Anleitung) kam mir schließlich die Idee: eine Patchwork-Krabbeldecke. Diese kann man total gut selber machen und jeder, der möchte, kann ein Stoffquadrat dazu beisteuern. Das kann ein ganz schlichtes Stück Stoff aus einem alten Kleidungsstück oder einer Gardine sein, oder auch etwas Genähtes oder Gesticktes.

[info] [info_heading]Wichtig bei der Stoffauswahl für die Krabbeldecke[/info_heading] [info_message]Bei der Stoffauswahl an sich muss man eigentlich auf nicht viel achten – idealerweise sollte er schon mindestens einmal gewaschen sein und aus Baumwolle / Wolle oder anderen natürlichen Materialien. Dicker, unelastischer Stoff lässt sich leichter verarbeiten, aber ich habe es auch mit dünnem Jersey-Stoff hinbekommen. Im Zweifel habe ich einfach nochmal ein Quadrat aus fester Baumwolle darunter genäht, vor dem Zusammennähen der Decke. Wenn jemand bastelt und näht, sollte er natürlich sicher gehen, dass keine Kleinteile abfallen können und alle verwendeten Materialien speichelfest sind.[/info_message] [/info]

DIY Patchwork Krabbeldecke Rubbelbatz

Der emotionale Wert einer genähten DIY Krabbeldecke

Also hab ich gleich eine Email an alle Verwandten und engsten Freunde, die in Frage kommen, rausgeschickt und schnell trudelten die ersten Briefe mit Stoffquadraten ein. Die Ergebnisse waren so verschieden wie die Menschen, die sie geschickt hatten: manche hatten ihr altes Lieblings-Shirt geopfert oder eins der Kinder mit süßem Muster. Andere waren im Stoffladen und haben extra ein Stück Stoff ausgewählt. Ein paar haben wirklich was gestickt, z.B. mein Kleiner Bruder, obwohl er sonst wirklich nicht der Handarbeits-Typ ist, und wieder andere mit der Nähmaschine oder per Hand kunstvolle Bilder genäht. Ich hab mich über jedes einzelne sehr gefreut und alle zusammen ergeben sie ein unverwechselbares Kunstwerk für unseren kleinen Liebling. Die Decke ist wie ein großes Stück Stoff, das ihm zeigt: „So viele Leute haben dich richtig lieb, obwohl sie dich teilweise noch nicht mal persönlich kennen.

Das wird er eines Tages verstehen und die Krabbeldecke hoffentlich in Ehren halten. Zunächst einmal aber ist es für ihn einfach nur eine Erlebnis-Krabbeldecke. Es gibt viel zu sehen und zu entdecken. Jedes Quadrat sieht anders aus, hat andere Farben und Muster, fühlt sich anders an und bietet vielleicht sogar etwas zum Spielen. Später einmal, wenn er sprechen kann und in seiner Ich-stelle-dieselben-Fragen-immer-wieder-bis-ihr-ausflippt-Phase ist, so stelle ich mir das vor, wird er mich vielleicht fragen, welches Quadrat von wem ist und warum der- oder diejenige genau das geschickt hat und wer das genau ist. Das wird nach einigen Runden sicher anstrengend, ist aber wichtig für die Entwicklung der Kleinen – dass dieselben Fragen immer wieder gestellt werden dürfen und auch verlässlich dieselbe Antwort darauf folgt. Außerdem finde ich es schön, wenn er auf diese Weise Verwandte und Freunde kennenlernt, die leider nicht in seinem direkten Umfeld in Berlin sind.

Anleitung zur DIY-Patchwork-Krabbeldecke zum selber machen

Das Zuschneiden habe nach Absprache ich übernommen (mit einer Schablone aus Pappe und einem Rollschneider), so konnte ich sicher gehen, dass wirklich alle Stoffquadrate gleich groß sind. Sobald genügend Quadrate angekommen waren, habe ich auch schon angefangen zu nähen. Als blutige Anfängerin hatte ich schließlich keine Ahnung, wie lange ich brauchen würde und was da noch alles an Arbeit auf mich zukommt. Zunächst werden die Quadrate reihenweise rechts auf rechts (das heißt, die schönen Seiten werden aufeinandergelegt, damit die Naht dann nicht zu sehen ist) zusammengenäht.

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Danach werden jeweils die Nahtzugaben umgebügelt und die Reihen wieder rechts auf rechts zusammengenäht. Die Originalanleitung besagt, dass man wirklich milimetergenau nähen muss, da sonst die Nähte beim Zusammennähen der Reihen nicht aufeinandertreffen. Allerdings musste ich feststellen, dass das gar nicht so wild ist. Viele Stoffe lassen sich um 1-2 mm dehnen, wenn es denn sein muss. Und bei musste es natürlich sein. Alle sog. Applikationen, also z.B. der Namenszug, müssen vor dem Zusammennähen angebracht werden, das wird danach wirklich schwierig. Unter manchen Quadraten habe ich Bratschlauch (speichelfest) mit eingenäht, sodass es knistert, wenn man sie berührt. Andere habe ich etwas mit Watte ausgepolstert, sodass sie ein wenig höher sind als die übrigen. Immerhin soll es ja auch etwas zu erleben geben auf der Krabbeldecke.

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Am Ende habe ich noch einen Rahmen und eine Rückseite aus einer alten Sofadecke in einigermaßen passendem gelb genäht. Zwischen den beiden Lagen befindet sich eine Lage Polsterstoff, ebenfalls eine alte Sofadecke, die mit der Rückseite vernäht ist. Das Ergebnis sieht dann so aus:

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Natürlich haben wir die Krabbeldecke heute dabei, sodass am Samstag auf der Namensgebungsfeier jeder das Ergebnis sehen, sein eigenes Quadrat suchen und rätseln kann, wer wohl was beigesteuert hat. Und auch unser Rubbelbatz darf dann das erste Mal darauf spielen. Allerdings bezweifle ich, dass bei all dem Neuen, was auf unserer Reise auf ihn wartet, die Decke besonders viel Aufmerksamkeit bekommen wird.

 

 

Alle Kommentare (1)

    WOW!
    Das ist eine ganz ganz tolle Idee! Deine Krabbeldecke ist wunderschön geworden und wird für den kleinen Rubbelbatz einen enormen emotionalen Wert haben. Man sieht wie viel Liebe und Arbeit darin steckt.
    Mein Sohn wollen wir dieses Jahr taufen lassen. Über ein Geschenk habe ich mir bislang noch keine Gedanken gemacht. Ich kann leider überhaupt nicht nähen…aber die Decke finde ich so klasse, vielleicht versuche ich es ebenfalls!

    Liebste Grüße,
    Jasmin

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