Unsere Scheiss-Momente der Woche #8


Nachdem ihr letzte Woche Einblick in die Scheiß-Momente vom Rubbelpapa nehmen konntet, bin diese Woche ich wieder dran.

Außerdem gehen die Scheiß-Momente danach erstmal in Weihnachtspause und kommen im neuen Jahr zurück als Scheiß-Momente des Monats. Das heißt, immer zum Monatsletzten wird es einen Post geben, in dem ihr euch einen Monat lang jederzeit gerne verlinken könnt. So, und los geht’s:

Besserwisser mag man nicht

Wenn mich eins an der deutschen Mentalität nervt, dann ist das Pedanterie. Menschen, die Regeln um der Regeln willen durchsetzen wollen. Dich auflaufen lassen, wenn du dich nicht an die Regeln hältst, nur um dich zu belehren. So wie der Busfahrer von neulich, der die vordere Tür nicht aufmacht, obwohl ich da mit Baby stehe und niemand sonst ein- oder aussteigen will. „Ausgestiegen wird immer hinten.“ So ging es mir auch gestern im Kaufland. Mit Rubbelbatz vorne angeschnallt stand ich an der Kasse und legte meine Sachen auf das Band. Gegeben den Umständen war für mich klar, dass der Herr nach mir sich über das vollbelegte Band beugen und den Trennblock hinlegen würde und habe nicht mehr drauf geachtet. Stattdessen wartete er, bis die Verkäuferin seine Ananas bereits in der Hand hatte, um dann triumphierend und mit kritischem Blick in meine Richtung zu sagen: „Nein, stopp. Das ist meins, die Dame hat nur vergessen, das Ding hinzulegen.“ Ich wäre innerlich fast geplatzt vor Wut. Als angepasster Bürger habe ich den Kommentar aber natürlich überhört, meine Sachen gepackt und innerlich kopfschüttelnd nach Hause gegangen.

Allein sein ist blöd

Meine Woche könnte man in ein Motto fassen: Allein sein ist doof. Weil ich das schon weiß, habe ich eigentlich jeden Tag mindestens einen Termin, ein Ziel für uns beide, sodass der Tag zu Hause nicht so lang wird. So auch diese Woche. Allerdings fiel der Termin am Dienstag aus. Mittwoch waren wir nur kurz zur Trageschule (Tragen auf dem Rücken, absolut empfehlenswert!) und Donnerstag Nachmittag wurde ebenfalls gecancelt, weil alle Mamis oder Babys, die sich treffen wollten (außer uns) entweder krank waren oder schlecht geschlafen hatten. Hmpf. Freitag dasselbe, meine Freundin, die ich besuchen wollte, ist leider stark erkältet und ihr Baby hat eine Bronchitis. Stattdessen hatte sich für Freitag die Spedition mit unserem dritten Lattenrost angekündigt, das hieß für mich den ganzen Tag zu Hause sitzen. Wo das Problem liegt? Naja, zu Hause schafft der Rubbelbatz es aktuell ja schon mal so 15-20 Minuten, sich selbst (!) auf dem Boden, unserer kleinen Krabbelwiese, zu beschäftigen. Das war’s aber dann auch. Den Rest der Zeit will er getragen werden. Und tragen heißt immer Bewegung. Das ist in unserer 64m²-Wohnung schon nicht ohne. Zum Glück habe ich das Tragen auf dem Rücken für mich entdeckt. Dadurch kann ich zumindest Sachen im Haushalt machen, also z.B. kochen oder büglen, ohne ihn im Weg zu haben. Und er ist viel ruhiger als vorne dran. Allerdings schläft er dann regelmäßig so um 16 Uhr nochmal ein und richtig lange. Ihr könnt euch vorstellen, was passiert, wenn er dann um 19 Uhr ins Bett soll. Richtig. Gebrüll. Laut. Lange.

Echter Scheiß-Moment für uns alle

Und obwohl der Rubbelpapa am Freitag seinen letzten Arbeitstag für dieses Jahr hatte, wurde die Allein-Sein-Situation mit Samstag nicht besser. Und ACHTUNG, jetzt kommt ein echter Scheiß-Moment, kein witziger oder doofer Moment aus dem Alltag. Also alle, die die Scheiß-Momente nicht mögen, weil sie am Ende der Woche nichts Negatives lesen wollen (vor allem unsere sehr kritische Leserin Lily), bitte jetzt weggklicken. Am besten ihr lest hier weiter, das ist ein richtiger Friede-Freude-Eierkuchen-Post.

Leider gibt es aber unschöne Ereignisse und Momente, die nun mal zum Leben dazugehören und die, so finde ich, nicht einfach unter den Tisch fallen gelassen werden sollten. Wir berichten hier aus unserem Leben als Familie und legen, wie ihr vielleicht schon manchmal gemerkt habt, großen Wert darauf, kein Alles-ist-immer-super-bei-uns-Bild zu vermitteln. So ist nämlich kein Leben. Leider.

Gestern und heute war der Rubbelpapa also, genau wie letztes Wochenende, in Eberswalde seinen schwer kranken Opa besuchen. Letzten Sonntag waren wir alle gemeinsam, damit der Rubbelbatz seinen Uropa zumindest einmal gesehen hat und der ihn. Und wie das bei Uropas so ist, hat er sich unendlich gefreut über den kleinen Spatz. Wir haben Fotos dagelassen und die Erinnerung hat ihn wohl die Woche begleitet und aufgebaut. Weil er aber mittlerweile in ein Hospiz verlegt wurde und das nun wirklich kein Ort für ein Baby ist, sind wir beide wieder allein zu Haus. Auch wenn das vor allem für den Rubbelpapa eine schwierige Zeit ist, bin ich wahnsinnig stolz auf ihn, wie er das meistert. Er will vor allem für seinen Opa da sein, dafür sorgen, dass er in seinen letzten Tagen oder Wochen liebevolle Menschen um sich hat und spürt, dass sich jemand kümmert. Dafür ist ihm kein Weg zu weit und keine Uhrzeit zu früh oder zu spät.

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