Stillen und Zahnen: Diese Kombination hat es in sich

Ein guter Schläfer war unser Baby noch nie. Irgendwas ist immer, was ihn scheinbar davon abhält, seiner Müdigkeit entsprechend zu schlafen. Oft weiß man gar nicht, was genau es eigentlich ist. Aber einen altbekannten Übeltäter durften wir in den letzten Wochen wieder in unserem Bett willkommen heißen: die Zähnchen.

Der erste Zahn

Den allerersten hat unser Rubbelbatz – sonst eher ein Schnellstarter was körperliche Entwicklung angeht, erst mit 8 Monaten bekommen. Ganz klassisch vorne unten. Tatsächlich kommen nämlich, wenn ein Kind der “Norm” entspricht, zuerst die mittleren Schneidezähne unten, dann oben, dann die daneben, danach die vorderen Backenzähne, Schneidezähne, dann die hinteren Backenzähne. Insgesamt 20 Stück. “Puh”, dachte ich mir, als ich diese Zahl gelesen habe, “und wir sind erst bei 7”. Zum Glück kommen aber oft zwei oder mehrere gleichzeitig, sodass wir nicht 20 unruhige Phasen haben.

Aber auch schon vor dem ersten Zahn war das Thema scheinbar in aller Munde. Egal, was für Symptome er hatte, irgendwer hat immer den schlauen Spruch losgelassen: “Vielleicht bekommt er einen Zahn”. Wir kannten bis dato noch nicht einmal die Symptome vom Zahnen. Denn auch wenn im Durchschnitt der erste Zahn mit 6 Monaten kommt – welches Kind hält sich schon an Durchschnittswerte…? -tatsächlich ist es so, dass, bevor sie durchbrechen, die Zähne in den Kiefer einschießen. Das ist für manche Kinder oft schmerzhafter als das Zahnen selbst, weil der Druck sehr unangenehm sein kann. Ob er mit ca. 3 Monaten deshalb so unruhig war, werden wir im Endeffekt nie erfahren. Einen Zahn hat er jedenfalls lange danach noch keinen bekommen und ich wollte von dem Thema irgendwann einfach nichts mehr hören.

 

Was hilft wenn das Baby zahnt?

Auch da bekommt man ganz viele gut gemeinte Tipps. Wir haben natürlich die gängigsten ausprobiert bzw. darüber nachgedacht, warum wir sie nicht verwenden.

Beißringe und kühle Gegenstände

Als wenn der Rubbelbatz sich selbst therapieren wollte, indem er sich alles in den Mund schiebt und darauf rumkaut, ist etwas zum Kauen und Beißen genau das richtige beim Zahnen. Man kann auch noch einen Schritt weiter gehen und dem Baby einen Gegenstand oder Gemüse aus dem Kühlschrank (niemals aus dem Gefrieschrank!) anbieten. Kälte lindert nämlich den Druckschmerz, den das Baby in seinem Kiefer verspürt. Zu kaufen gibt es daher sog. Beißringe gefüllt mit kühlendem Gel, zu Hauf. Wir haben auf diese Dinger immer verzichtet, weil ich grundsätzlich gegenüber Plastik sehr skeptisch bin. Und tatsächlich hat die Ökotest 2015 verschiedene Beißringe getestet und Propylparaben in den Gels gefunden. Es wird deshalb empfohlen, keine Beißringe mit Gelfüllung zu kaufen.

Giraffe Sophie

Sehr toll finde ich persönlich Sophie la girafe, eine Zahnungshilfe aus Naturkautschuk, die nur mit Lebenmittelfarben bemalt ist und daher völlig unbedentlich. Außerdem ist ein Quietschie eingebaut, das im Gegensatz zu vielen anderen kinderleicht zu drücken ist.

Akkupressur

Anscheinend hilft es manchen Kindern auch, ihre Zehenspitzen zu massieren. Hier liegen nämlich die Fußreflexzonen für die Zahnleisten. In unserem Falle ist das allerdings kaum möglich, weil er sich niemals still hält und vor allem, wenn er sich aufregt, vermehrt mit den Füßen strampelt. Wenn jemand Erfahrungen dazu hat, würde mich das wirklich interessieren.

Schmerzstillende Mundgels

Sollten die Schmerzen allerdings das Baby oder die Eltern total zur Verzweiflung treiben, empfiehlt sich der Gang in die nächste Apotheke. Dort schildert man sein Problem und kann unter anderem ein Gel mit einem Lokalanästhetikum kaufen. Wir haben uns für ein Produkt mit dem Namen Dynexan entschieden, weil das alkohol-, gluten- und laktosefrei ist und – für uns sehr wichtig: zuckerfrei. Anscheinend wirkt es innerhalb von 60 Sekunden, was bei einer unruhigen Nacht sehr von Vorteil sein kann. Es hat so gut wie keine Nebenwirkungen und ist für Kinder und Erwachsene geeignet, d.h. wenn wir mal irgendwelche Beschwerden haben, haben wir auch gleich was zu Hause.

Dynexan Mundgel gegen Zahnen

Bei uns hilft das Gel mal besser und mal weniger. Ich denke, dass er manchmal nachts einfach nicht wegen der Zähnchen weint, sondern aus anderen Gründen. Macht er ja sonst auch, wenn er keine Zähnchen bekommt. Trotzdem beruhigt ihn das Gel in seinem Mund jedes Mal, schon allein, weil es ihn kurz vom Weinen ablenkt und offensichtlich einen für ihn angenehmen Geschmack hat. Manchmal dreht er sich danach um und schläft weiter, manchmal weint er wieder los.

Zahnen und Stillprobleme

Warum Zahnen beim Stillen Schmerzen verursacht

Oft bekomme ich mit, dass Mütter oder Außenstehende Bedenken haben, dass die Zähnchen Probleme beim Stillen bereiten könnten. Ganz unberechtigt sind diese nicht, aber um es vorauszuschicken: mein Kind hat nun seit einem halben Jahr Zähnchen und ich stille immer noch. Ohne wunde Brustwarzen oder Schmerzen. Die allerersten Zähnchen an der unteren Kauleiste machen überhaupt keine Probleme. Beim Stillen legt ein Baby nämlich da seine Zunge drüber. Mit den oberen dagegen können sie schon ordentlich zubeißen und das tut auch weh. Der Rubbelbatz hat das vor allem anfangs gemacht, als die Zähnchen noch neu waren – ich denke, er hatte einfach noch nicht damit gerechnet, dass die da sind. Ich hatte aber nie den Eindruck, dass er mit Absicht beißt und das hat auch schnell wieder aufgehört. Insgesamt würde ich daher sagen, es spricht nichts dagegen, auch mit Zähnen weiter zu stillen.

Karies durch nächtliches Stillen?

Eine häufige Sorge ist auch, dass Kinder, die bereits Zähne haben und nachts noch gestillt werden, schneller Karies bekommen. Lange habe ich diese Sorge geteilt, konnte aber ohnehin nicht umhin, da er sonst nachts einfach nicht weiter geschlafen hätte. Er hatte eben Hunger. Erst seit ein paar Nächten hält er nachts einigermaßen durch, ohne zu trinken.

Tatsächlich hat mich schließlich ein Bericht einer Krankenkasse beruhigt, dass nächtliches Stillen oder Stillen allgemein absolut kein Problem für die Milchzähne darstellt. Im Gegensatz zu anderer Nahrung und Flaschenmilch gelangt die Muttermilch nämlich so weit hinten in den Mundraum, dass sie die Zähne nicht umspült und keinen Schaden anrichtet.

Werbung/Anzeige




Werbung/Anzeige



Sag uns, was Du dazu denkst

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.