Genug gearbeitet: Teilzeitbeschäftigungsverbot in der Schwangerschaft

Ein Teilzeitbeschäftigungsverbot? Die meisten Schwangeren wissen, dass es ein Beschäftigungsverbot (BV) gibt. Für manche Berufsgruppen im medizinischen oder sozialen Bereich, zum Beispiel Krankenpfleger oder Erzieher, gilt ein sofortiges Beschäftigungsverbot mit Bekanntwerden der Schwangerschaft. Schwangere in anderen Berufen müssen ein Beschäftigungsverbot gesondert vom Arzt oder dem Arbeitgeber verordnet bekommen. Für alle, die zwar noch arbeiten können und möchten, aber einer Vollzeitstelle nicht gewachsen sind, gibt es ein sog. partielles Beschäftigungsverbot oder Teilzeitbeschäftigungsverbot.

Schwanger & Teilzeit: Das Problem mit Vollzeit-Jobs

Bis zum heutigen Tage wusste ich noch nichts von einem Teilzeitbeschäftigungsverbot in der Schwangerschaft. Und wie die letzten Wochen war ich auch diese Woche wieder mittwochs bei meiner Hebamme in der Praxis (sie nutzt einmal wöchentlich ein Zimmer in der Praxis meines Gynäkologen) – hauptsächlich, weil es mich nach den letzten Wochen beruhigt, wenn ein “Fachmann” auf meinen Bauch kuckt, die Herztöne meines Kleinen abgehört werden und ich das Gefühl bekomme, dass alles in Ordnung ist.

Wie beim letzten Mal hat sie mir auch diesmal ans Herz gelegt, mir mehr Ruhe zu gönnen und vielleicht für den Rest der Woche zu Hause zu bleiben. Immerhin war das schon Tag 3 der Woche und ich merkte schon wieder, wie energieraubend der Arbeitsalltag mit 40 Wochenstunden ist. Montags geht es ja immer ganz gut, aber spätestens ab Dienstag ist das Aufstehen beschwerlich und ab mittags setzt die Dauer-Erschöpfung ein.

Trotzdem gibt es für mich als Mitglied eines Teams nichts Schlimmeres als Unzuverlässigkeit. Sprich: einen Tag bin ich da und mein Kollege muss mich in alles einweisen und mir Aufgaben übergeben, am anderen muss er sie dann doch selbst erledigen, weil ich nicht da bin. Wenn die Arbeit zu viel für mich ist, möchte ich gerne weniger arbeiten, aber dann so, dass alle Beteiligten, incl. mir, auch wissen, wann ich da bin.

Natürlich geht das Wohl meines Kleinen vor. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass ich auch noch ein Mensch mit nicht nur körperlichen, sondern auch psychologischen Bedürfnissen bin. Für mich ist es wichtig, morgens einen Grund zum Aufstehen zu haben und eine Aufgabe, die aus mehr als rumliegen und ausruhen besteht. Nach der Woche auf der Couch war ich zwar körperlich ausgeruhter, ansonsten aber total unausgeglichen und schlecht gelaunt. Auch das kann für den Kleinen nicht ideal sein!

Partielles Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft als Lösung

Genau so habe ich das meiner Hebamme auch beschrieben und wir waren uns schnell einig, was für dieses Dilemma die beste Lösung ist: es gibt für Ärzte die Möglichkeit, während der Schwangerschaft ein individuelles Beschäftigungsverbot zu erteilen, das nur für bestimmte Arbeitszeiten einschränkt: ein Teilzeitbeschäftigungsverbot. Jetzt habe ich ein Attest, das meine tägliche Arbeitszeit auf maximal 6 Stunden beschränkt.

Natürlich könnte da auch jede andere Stundenzahl, ein Verbot bestimmter Tätigkeiten (partielles Beschäftigungsverbot) bis hin zu einem kompletten Beschäftigungsverbot festgelegt werden. Mein Arzt, den meine Hebamme sofort informiert hatte und der das auch für eine gute Idee hielt, hat mich ganz offen gefragt, wie viele Stunden ich mir tatsächlich zutraue. Meine Antwort war mindestens vier, aber ich würde es gerne erstmal mit sechs Stunden versuchen.

Alvarez Wellen der Grund für mein Teilzeitbeschäftigungsverbot

In weiteren Untersuchungen hat sich dann herausgestellt, dass es zum Glück keine Anzeichen am Muttermund mehr gibt für geburtsrelevante Wehentätigkeiten, mein Tokogramm aber sog. Alvarez-Wellen aufzeigte. Das sind meist nicht spürbare, ganz leichte Kontraktionen der Gebärmutter. Nicht geburtsrelevant. Trotzdem ein Grund, sich mehr zu schonen.

So fühlt sich Teilzeit in der Schwangerschaft an

Gesagt, getan. Seitdem habe ich neue Arbeitszeiten von 9-16 Uhr, mit einer einstündigen Pause nach 3 Stunden. Morgens kann ich also eine Stunde länger schlafen – was ich bisher auch getan habe – und nachmittags komme ich eine Stunde früher nach Hause. Heißt eine Stunde zusätzlich auf der Couch ausruhen. Insgesamt habe ich noch 8 Arbeits-Wochen bis zu meinem Mutterschutz – ob ich die mit der verminderten Arbeitszeit durch das Teilzeitbeschäftigungsverbot für die restliche Schwangerschaft jetzt gut gebacken bekomme, wird sich zeigen. Aber lieber gehe ich nur 3 Stunden täglich ins Büro, als ganz zu Hause zu sitzen. Das ist nämlich unheimlich langweilig!!!

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