Unser Leben in der Coronazeit

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Eine Pandemie mit Maßnahmen wie in diesem Jahr gab es in der Geschichte der Menschheit noch nie. So viele Ausnahmezustände. Lockdown. Maskenpflicht. Abstandsregeln. Quarantäne. Verschwörungstheorien. Tatsächlich grenzwertiges Vorgehen gegen Kinder und Grundrechte. Fragen. Ängste. Wie es uns in dieser Zeit geht und ging und was ich von allem halte, will ich heute mal niederschreiben.

Unser Alltag mit Corona

Der Plan für 2020

Im Februar 2020 zogen die Mieter, die noch einen Teil unseres zukünftigen Wohnhauses auf unserem Hof bewohnten, aus. Während wir im 1. OG wohnten und einen Nebeneingang benutzten, wohnte die alleinerziehende Mama mit ihren zwei Kindern unten in Wohnküche, Bad, Flur und einem kleinen Zimmer. Was sich für uns im März 2020 eigentlich hätte verändern sollen: Wir können endlich das ganze Haus nutzen und renovieren, vor allem die Wohnküche.

Tatsächlich änderte sich vieles, das aber nicht. Denn zu Ostern hatten mein Bruder und seine Familie einen zweiwöchigen Besuch angekündigt. Bis dahin wollten wir noch alles so belassen, wie es ist, damit sie mit meinem Neffen einen Wohnraum haben. Doch bereits zwei Wochen vor Ostern wurden Schritt für Schritt die Corona-Maßnahmen verschärft. Spielplätze, Krabbelgruppen und Cafés wurden geschlossen, mein Bruder war im Homeoffice.

3 Generationen und 2 Familien auf 1 Hof

Sie beschlossen, schon früher zu kommen, weil für den 18 Monate alten Sohn in der Großstadt nun nichts mehr geboten war. Für Kinder gab es sprichwörtlich keinen Platz mehr.

Aus geplanten zwei Wochen sind so mittlerweile 5 Monate geworden. Denn zurück zur Normalität, wie wir sie kennen, ging es nicht wie erwartet. So sind wir nun auf unserem 3-Generationen-Hof nicht mehr nur eine, sondern zwei Familien. Das war wahrscheinlich die einschneidenste Veränderung für uns alle in dieser Zeit.

Kindergartenfrei

Relativ zeitgleich schlossen auch die Kindertagesstätten ihre Tore für viele Wochen. Schon eine Woche vorher hatten wir unseren damals 4-jährigen erst einmal zuhause gelassen. Nicht wegen Corona, sondern weil sein kleiner Bruder gerade einen Krankenhausaufenthalt hinter sich hatte und wir ihm nicht sofort den nächsten Kita-Keim zumuten wollten. Den RSV-Virus, der bei ihm eine gefährliche Lungenentzündung verursacht hatte, hatte er nämlich mit ziemlicher Sicherheit von dort.

Beide Kinder waren nun also von früh bis spät zuhause. Auch diese Situation kannten wir bereits von Tagen, in denen der Große nicht in den Kindergarten wollte. Nur dass sie nun eben dauerhaft war. Das abwechselnde Betreuen kannten wir schon aus den Zeiten, als wir zu dritt auf Bali lebten. Nun eben mit zwei Kindern. Für mich war es, wenn ich ganz ehrlich bin, eine emotionale Erleichterung, ihn rund um die Uhr bei uns zu wissen. Auch wenn er gerne im Kindergarten ist und ich sehe, dass ihm das gut tut – mein Mamaherz mag das eigentlich nicht so gerne. 

Ein paar Tage dauerte es schon, bis sich der neue Alltag einspielte. Nach etwa einer Woche begriff ich, dass ein fast Fünfjähriger einfach mehr Routine und einen festeren Ablauf braucht als ein Baby. Wir führten ein festes Mittagessen und andere Rituale ein, die den Tagesablauf erleichterten.

Homeoffice bleibt Homeoffice

An unserer Arbeit von zuhause veränderte Corona nichts. Mein Mann musste vorher nicht ins Büro nach Berlin und während Corona natürlich genauso wenig. Ich arbeite selbständig und immer irgendwie zwischendurch, wie es eben passt. Zugegeben, mit zwei Kindern zuhause passt es noch seltener als mit einem. Denn auch während der Kleine schlief, wurde nun ein Erwachsener gebraucht für den Großen.

Insgesamt würde ich sagen hatten wir großes Glück. Wir haben noch kein Schulkind und auch sonst hat sich an unserem Alltag und der Art von Vereinbarkeit, die wir leben, wenig verändert. Isoliert sind wir hier auf dem Hof auf recht natürliche Weise, auch wenn jetzt natürlich kein Besuch mehr kam – was sonst sehr häufig ist.

Meine Gedanken zu Corona

Am Anfang war die Angst

Als damals klar wurde, dass die Coronainfektionen auch in Europa nicht mehr aufzuhalten sind, hatte ich große Sorge. Mein Baby hatte gerade eine Virusinfektion hinter sich, die die Schleimhäute seiner Atemwege teilweise zerstört hatte. Sein Immunsystem schien am Boden und er röchelte wegen jeder Kleinigkeit. Jetzt noch ein neuer Lungenvirus? Das war das letzte, was wir gebrauchen konnten. Und auch, wenn vieles darauf hindeutete, dass Kinder mit wenig schlimmen oder sogar asymptomatischen Verläufen zu rechnen haben: Wir haben es hier mit einem Virus zu tun, das eben erst auf den Menschen übergesprungen ist. Wer soll da schon etwas mit Sicherheit aussagen können?!

Wir waren also sehr sorgfältig in allen Hygienemaßnahmen, verließen unseren Hof nur für das allernötigste und sagten geplante Besuche von Freunden und Verwandten ab. Bei einigen stieß dieses Verhalten glaube ich auf Unverständnis, sie hielten es für übertrieben. Ich hoffte ebenfalls, dass wir übertreiben. Das Risiko, dass nicht, konnten wir aber nicht eingehen. Nicht, wenn es um Gesundheit oder Leben unseres Kindes geht.

Zum Glück hatten wir übertrieben

Heute sehe ich das etwas weniger panisch. Die befürchtete Überlastung der Gesundheitssysteme und großflächige Ausbreitung des Virus in Deutschland blieb aus. In meinen Augen ist ein Grippevirus ähnlich gefährlich für meine Kinder, wahrscheinlich sogar gefährlicher (ich spreche nicht von Risikogruppen, nur von meinen Kindern).

Corona-Maßnahmen unverhältnismäßig?

Und je mehr Zeit vergeht, in der keine tödliche Pandemie um sich greift und das blanke Chaos herrscht, wie ursprünglich befürchtet, desto mehr Widersprüche fallen auf. Es wird klar, dass in dieser Situation niemand so richtig weiß, was zu tun ist. Auch nicht die Regierungen. Vieles, was zum Schutz durchgeführt wird, erscheint mir widersprüchlich oder gar grob fahrlässig. Nicht verhältnismäßig in Anbetracht unserer sonstigen Verhaltensweisen auf diesem Planeten.

Ja, Menschen sterben an Corona. Ja, es wäre schön, wenn man das verhindern könnte. Allerdings verstehe ich nicht, wieso man genau in diesem einen Fall mit solcher Vehemenz versucht, die Bevölkerung zu schützen. Ich würde mir wünschen, man würde mit derselben Energie gegen „echte“, das heißt für die gesamte Menschheit bedrohliche Zustände vorgehen. Die Klimaerwärmung. Das Insektensterben. Mikroplastik. Die Ausrottung von Tierarten. Gesundheitsschäden durch Luftverschmutzung. Hormon- und Pestizidrückstände in Wasser und Nahrung. Das sind Probleme, die den Fortbestand der gesamten Menschheit bedrohen, nicht einzelner Menschen. Das sind Probleme, die unseren Kindern und Enkelkindern das Leben auf der Erde schwer bis unmöglich machen werden. Warum unternimmt die Politik dagegen nichts?

Stattdessen werden unsere Kinder in der Schule mit Maskenpflicht schikaniert oder Eltern wird gedroht, ihre Kinder weggenommen zu bekommen, wenn sie sie nicht alleine in ein Zimmer sperren. Leute spekulieren über eine mögliche Impfpflicht oder verschiedenste Verschwörungen. Für mich ist das einfach nur grotesk und ich bin so froh, dass uns momentan das wenigste davon trifft. Das bedeutet aber nicht, dass ich die Probleme nicht sehe und ernst nehme.

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2 Kommentare zu „Unser Leben in der Coronazeit“

  1. Man soll „echte“ Bedrohungen wie Klimawandel und Mikroplastik angehen, aber auf diesem Blog wird massiv für Amazon und Playmobil geworben – genau mein Humor. 😀

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