Warum 9 Monate Schwangerschaft und warum tritt mich der Kleine?

Warum dauert die Schwangerschaft so lange?

Dass die Schwangerschaft für eine Frau eine sehr anstrengende Zeit ist, brauche ich niemandem zu erklären. Körperlich und seelisch sind 9 Monate Schwangerschaft der reinste Ausnahmezustand, in dem wir Schwangeren trotzdem versuchen, irgendwie unseren Alltag zu meistern. Versuchen, trotzdem zur Arbeit zu gehen und nicht ständig krank oder weniger belastbar zu sein. Wir wollen trotzdem noch Frau sein und Freundin und trotzdem noch Wir Selbst. Für die meisten Frauen ist das aber ein Kampf gegen Windmühlen. Wir sind eben nicht genauso belastbar – weder körperlich noch psychisch.

Ich habe mich da schon oft gefragt, warum muss das so lange dauern? 9 Monate Schwangerschaft? Ehrlich??? Wäre es nicht schön, wenn wir unser Baby schneller hätten und diese anstrengende Zeit weniger lang wäre? Oder wenn wir wie Vögel oder Reptilien ein Ei ausbrüten würden – dann könnten wir es wie die Kaiserpinguine einfach eine Weile unseren Mann bebrüten lassen und derweil in die große weite Welt aufbrechen. Wenn wir zurückkommen, ist das Kleine dann fertig und wir müssen es nur noch zu uns nehmen.

Tja, die Realität sieht aber ganz anders aus: wir haben 40 Wochen, in denen wir den kleinen Bauchbewohner mit uns herumtragen, uns mit Übelkeit, Schwindel und Wasser in den Beinen abplagen und uns von innen gegen den Bauch treten lassen.

Und genau diese Tritte waren es, die mich zum ersten Mal in eine andere Richtung haben denken lassen. Zum ersten Mal war ich richtig froh, dass wir (jetzt noch) 21 Wochen Zeit haben, in denen unser Würmchen zwar schon existiert und irgendwie bei mir ist, aber eben doch noch nicht so ganz. Und ich bin auch froh, dass er mich tritt und immer wieder auf sich aufmerksam macht.

Genau wie wahrscheinlich die meisten anderen werdenden Mamis fällt es auch mir nicht leicht, den “Sprung ins kalte Wasser” zu wagen. Alles wird sich ändern – und zwar in einer Weise, die sich nicht rückgängig machen lässt. Ich mag unser Leben, wie es jetzt ist – was wenn mir das danach nicht so gut gefällt? Da ist es gut, sich langsam an den Gedanken gewöhnen zu können, und langsam von meinem “alten” Leben Abschied zu nehmen.

Sind 9 Monate schwanger sein dafür genug?

Ich bin mir nicht so sicher. Vielleicht wäre es doch besser, wir wären wie die Elefanten – die sind immerhin 22 Schwangerschaftsmonate trächtig.


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3 Kommentare zu „Warum 9 Monate Schwangerschaft und warum tritt mich der Kleine?“

  1. Danke für diese tollen Gedanken! Gerade diese “Angst” vor dem was kommt schleppe ich fast täglich mit mir herum. Manchmal habe ich das Gefühl irgendwie ist was nicht so in Ordnung mit mir und ich bin vielleicht gar nicht Mama-fähig, weil ich nicht alles durch eine rosarote Brille sehe ;). Aber es ist gut zu wissen, dass es andere werdende Mamis gibt, die sich auch solche Gedanken darüber machen, wie es denn mal mit Baby wird und ihrem “alten” Leben ein wenig nachtrauern ;).
    Und wenn ich mal ehrlich sein darf: Es gibt Tage, da nervt mich das Schwangersein einfach – gerade wenn ich wieder merke, dass ich nicht mehr meine 100% bin und wenn ich mal keine Lust habe ständig und überall auf alles aufzupassen und immer daran denken zu müssen, da ist jetzt ein kleines Wesen, das ist nunmal zu 100% auf mich angewiesen und manchmal fühle ich mich dann schon arg reduziert auf dieses Schwangersein… Aber dann gibt es wieder Tage, da streiche ich über den Bauch und merke wie ich vor mich hinlächle und tagträume, wie es mal wird die kleine Prinzessin im Arm zu halten. Die Hormone schaffen es nur immer wieder meine Gefühlswelt komplett durcheinander zu bringen und aufzuwühlen… nicht einfach, auch für den Mann momentan nicht, der das alles ertragen muss ;)…

    1. Ich weiß genau, was du meinst, Klaudia! Man bekommt – wahrscheinlich vermittelt durch Medien und Erzählungen – oft das Gefühl “Ich müsste mich mehr freuen auf das Kind und immer glücklich sein darüber – warum bin ich es nur nicht?” Mein Mann muss mir auch fast täglich erklären, dass ich trotzdem eine tolle Mami sein werde. Es ist ein bisschen besser geworden, seit ich die Bewegungen spüren kann. Eine Freundin hat mir vor kurzem zu diesem Thema eine schöne Geschichte erzählt:
      Eine Bekannte von ihr wurde, noch realtiv jung, ungewollt schwanger, hat es aber zu spät bemerkt, um überhaupt noch über eine Abtreibung nachzudenken. Sie war die ganze Schwangerschaft richtig wütend auf das Kind und wollte es nicht. Hat über das Kind gesprochen in einer Weise, dass die eigene Mutter überlegt hat, ihr das Baby nach der Entbindung wegzunehmen. Und dann das unglaubliche: in dem Moment, in dem das Kind in ihren Armen lag, hat sich die junge Frau in eine wahre Löwenmami verwandelt, die beste Mutter, die sich ein Kind wünschen kann.
      Es gibt also noch Hoffnung für uns 😉

  2. Liebe Hanna!
    Vielen Dank für die Verlinkung zu meinem Blog und natürlich für deinen tollen Beitrag!
    Es scheint echt jeder Frau früher oder später so zu gehen, dass einen so ein Moment der Panik überfällt und man sich denkt “Schaffen wir das überhaupt?! Was haben wir uns nur dabei gedacht?”
    Und ich persönlich finde es gut, dass man dafür 40 Wochen Zeit hat, um sich an diese riesige Veränderung zu gewöhnen. 22 Monate wäre mir aber dann doch ein bisschen zu lang! 😀
    Dir noch alles Liebe für die weiteren Wochen! Anni :o)

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