Wie es so läuft bei uns? Also…

In den letzten Jahren war es hier etwas ruhiger. Seit Mitte 2019 mein zweiter Sohn geboren wurde, um genau zu sein. Wenn Du diesen Beitrag liest, dann fragst Du Dich vermutlich, was eigentlich geworden ist aus der verrückten Digital-Nomad-Familie, die auszog, um die Welt zu erkunden – und dann ausgerechnet in Bayern landete.

Ein Update.

Wir heute

Der zweite Sohn ist heute 2,5 Jahre alt und immer noch ein wirklicher Sonnenschein. Der Große ist 6,5 Jahre alt und seit mehr als 2 Monaten ein Montessorischüler. Wir wohnen in meinem Elternhaus, ein dreistöckiges (Dachboden gerade im Ausbau) Wohnhaus aus den 60ern, mitten auf dem Land. Wo auf dem Land? Na, irgendwo im nichts! Hier ist wirklich nichts, also wir sind in Bayern, aber nicht “bei München” oder so. Hier gibt es keine “größere Stadt”, die man kennen könnte. Einziger Anhaltspunkt geographischer Natur: Die Grenze zu Österreich ist sprichwörtlich direkt neben unserem Haus.

Noch ein bisschen direkter neben unserem Haus ist das neu gebaute Haus meiner Eltern. Kleiner, modernen, schwellenlos und alles auf rückenschonender Höhe. Ein Niedrigenergiehaus, was man von unserem sicher nicht behaupten kann. Dafür haben wir wahnsinnig viel Platz. So viel Platz, dass wir langfristig entweder mehr Nachwuchs brauchen oder das Haus aufteilen müssen. Irgendwann. Denn aktuell haben wir genug Baustellen, die erst einmal dran sind. Eine Einliegerwohnung im Erdgeschoss behalten meine Eltern. Für Besuch oder zum Vermieten.

Am Abend essen wir gemeinsam mit meinen Eltern zu Abend, morgens trinken wir gemeinsam Kaffee. Wochentags koche ich, am Wochenende meine Mama. Wir sind also eine 6-köpfige Familie, keine 4-köpfige mehr. Dafür mit zwei Häusern.

Und die Arbeit?

Der Mann hat wieder eine feste Stelle angenommen. Nicht, weil es hätte sein müssen, sondern weil ihm das Arbeiten im Team sehr fehlte. Und ich bin als Teammitglied mehr und mehr flach gefallen. Gleichzeitiges Arbeiten war ja ohnehin selten drin, denn einer musste ja auf die Kinder aufpassen. Das hatten wir bis zu dem Zeitpunkt aufgeteilt, sodass ich (meist vormittags) 2-3 Stunden Zeit hatte, um zu arbeiten.

Seit fast 6 Monaten arbeitet er nun wieder. Überwiegend im Home Office. Das bedeutet, er arbeitet so gut wie immer zu flexiblen Zeiten und selbstbestimmt von zuhause aus. Aber Vollzeit. Das bedeutet, ich arbeite theoretisch gar nicht mehr oder irgendwann dazwischen.

Meine Selbstständigkeit hat in den letzten Jahren ordentlich Fahrt aufgenommen. Weil das Einkommen “passiv” ist, läuft es nun recht unverändert weiter, auch wenn ich sehr wenig arbeiten kann. Das wird natürlich nicht für immer so funktionieren, irgendwann muss ich auch wieder Input geben können. Irgendwann. Denn aktuell ist noch so viel anderes vorher dran. Unsere Kinder vor allem. Aber auch das Haus. Und mein Kinderwunsch.

Festsitzen

Hört sich so an, als ob hier alles in Butter wäre? Die Reisefamilie hat ihren Ort gefunden, ihr Zuhause. Das würde ich für drei der vier Familienmitglieder auf jeden Fall unterschreiben. Leider bin ich die eine, die die Ausnahme ist. Ich verstehe, dass meinen Kindern ein stabiles Umfeld gut tut. Dass mein Mann es genießt, ein Zuhause zu haben. Deshalb haben wir das so entschieden.

Doch der Plan war nicht, hier nun bis ans Ende unserer Tage in der Einöde zu sitzen. Der Plan war eigentlich, wieder loszuziehen, wenigstens mehrere Wochen oder Monate am Stück, wenn der Sonnenschein alt genug ist und der Rubbelbatz noch nicht eingeschult. 2020 sollte es also wieder los gehen. Sollte. Was dann geschah, wisst ihr ja. Mit C fängt es an, es ist extrem zäh und unterbindet viele Freiheiten, die wir in der westlichen Welt zu haben pflegten. Mehr möchte ich an dieser Stelle dazu nicht sagen, aber sicherlich kann ich den verbitterten Unterton nicht verbergen.

Jedenfalls sitze ich nun fest. Viel zu lange schon. Es ist, so viel ist sicher, ein guter Ort um festzusitzen. Trotzdem bleibt die Tatsache dieselbe. Der eingeschränkte Bewegungsradius durch Winter und Corona Maßnahme macht es nicht gerade einfacher.

Bald neue Abenteuer?

Was es aber einfacher macht: Unser neues Wohnmobil! Gerade heute haben wir, zusammen mit meinem Papa, ein Wohnmobil für 6 Personen gekauft! Es ist 1,5 Jahre alt und ein kleiner Lichtblick für mein Reiseherz! Mit zwei Kindern erscheint ein Wohnmobil einfach die perfekte Urlaubsgelegenheit in Zeiten von Lockdowns, Testpflichten und anderen Kompliziertheiten in Sachen Reisen und Unterkunft.

Außerdem werden wir das Wohnmobil und hoffentlich auch eines Tages die Einliegerwohnung im Erdgeschoss vermieten. Auch auf diese Weise erhoffe ich mir etwas Abwechslung für uns alle.

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