3 Monate mit Baby und Kleinkind


Heute ist er drei Monate her. Der Tag, an dem wir vier wurden. Zeit, mal wieder ein wenig zurück zu blicken und zu berichten.

Mein Leben als Zweifachmama

Für mich fühlt es sich nach den 13 Wochen ehrlich gesagt irgendwie so an, als wäre es nie anders gewesen. Ganz normal, dass da noch jemand ist. Auch weil der Kleine nach wie vor sehr viel schläft, geht es mir diesmal viel besser als beim ersten Kind. Ich hatte Zeit, mich körperlich zu erholen und mache fleißig meine Rückbildungsvideos. Vorerst nur Online-Rückbildung, wen es interessiert, der kann hier mehr darüber lesen. Auch habe ich im Alltag viel Unterstützung, weil mein Mann zu Hause ist und meine Eltern auch viel mithelfen. Außerdem habe ich erstaunlich gute Fähigkeiten im Umgang mit Schlafmangel entwickelt. Ich laufe diesmal nicht wie ein Halb-Zombie durch die Welt.

Die Schlafsituation

Nach wie vor schlafen wir alle im Familienbett, also zu viert in einem Bett, ich zwischen den Jungs, das Baby ganz außen. Der Rubbelbatz braucht nicht mehr viel und wenn er schläft, dann schläft er (gut zu wissen für alle, die auch so schlechtschafende Babys haben: Es wird wirklich besser!). Nur manchmal wacht er in den Morgenstunden auf und will kuscheln, am liebsten mit Mama. Der kleine Sonnenschein wacht altersentsprechend in guten Nächten 2 Mal auf, also ca. alle 3 Stunden. Leider sind nicht alle Nächte gut und oft bekommt er ab 3 oder 4 Uhr morgens starke Blähungen und Bauchschmerzen. Dann wacht er stündlich oder häufiger auf und schläft am besten auf meinem Bauch weiter. Der Schlaf ist dann mäßig erholsam für mich.

Morgens klappt es wie am Schnürchen, das würde ich auch allein mit zwei Kindern schaffen. Der Große steht meist so um 6 oder halb 7 auf und ist super gelaunt. Wenn ich gerade keine Zeit habe, weil der Kleine auch gerade wach ist, spielt er in seinem Zimmer und singt oder erzählt dabei. Sobald ich Zeit habe, machen wir ihn fertig, frühstücken, ich trinke eine Tasse Kaffee. Der kleine Sonnenschein schläft immer wieder, manchmal weiter im Bett, manchmal in unserer Swing 2 Sleep (elektrisch betriebene Federwiege) bis 10 oder manchmal auch bis 12 Uhr.

Ab 7 Uhr stehen die Chancen gut, dass mein Großer ohnehin schon weg ist und in der Wohnung unter uns mit seinem besten Freund spielt. Denn seit letztem Jahr haben meine Eltern eine Mieterin auf dem Hof, deren älterer Sohn zufällig genauso alt ist wie unserer.

Einschlafen dagegen wäre allein ein Ding der Unmöglichkeit. Denn der Große braucht immer noch Einschlafbegleitung und der Kleine ist abends wirklich mehr als schlecht gelaunt. Seit er wenige Wochen alt ist, hat er abends fast täglich seine Brüllattacken und die dauern auch mal 2 Stunden, wenn es schlimm ist. Deshalb geht mein Mann mit dem Rubbelbatz ins Bett und danach tragen wir abwechselnd das Schreikind. Irgendwann ist es dann aber vorbei.

Tagsüber

Wochentags geht der Rubbelbatz dann von 8-14 Uhr in den Kindergarten und man könnte denken, ich komme in dieser Zeit zu was. Das ist allerdings irgendwie echt selten, denn der Haushalt ruft, das Baby will regelmäßig gestillt werden und ist hin und wieder doch schlaflos am Vormittag. Die Rückbildungsgymnastik und auch mein tägliches Yoga machen sich nicht von alleine und dann ist da noch meine oberste Priorität, bevor der Große heimkommt: Selbst kurz ein Nickerchen machen. Meist sind das nur 15-20 Minuten, aber die sind mir heilig.

Wut und Eifersucht

Etwa 2-3 Wochen nach der Geburt begann für uns alle eine anstrengende Phase. Wenn ich dachte, die berühmte Trotzphase würde uns eventuell nicht mehr einholen, dann habe ich nicht mit der Phase der „Enthronung“ gerechnet. Denn die war bzw. ist wirklich heftig und voller Wut, Eifersucht und Tränen. Auf allen Seiten. Leicht haben wir es dem Großen wirklich nicht gemacht, denn etwa einen Monat nach der Geburt kam auch noch der Umzug ins andere Haus hinzu und mein Bruder mit Frau und Baby (11 Monate), die an unserer statt ins Dachgeschoss meiner Eltern zogen. Es hat drüben also ein anderes Enkelkind seinen Platz eingenommen und hier auch irgendwie.

Seine Wut war also absolut verständlich. Leider machte das sein Verhalten nicht angenehmer. Mittlerweile ebbt das Ganze allerdings wieder ab und ich habe über weite Strecken mein geliebtes Kleinkind wieder, der sich zumindest mir gegenüber und in ruhigen Situationen ohne Frustpotential tadellos benimmt. Ein Anfang, würde ich sagen.

Das Baby

Mein kleiner Sonnenschein ist mittlerweile wirklich genau das: Ein Sonnenschein. Für uns auf jeden Fall. Er schläft immer noch viel, manchmal fast den ganzen Tag. An anderen Tagen ist er viel wach. In den ersten Wochen wusste er offensichtlich nicht so recht, was er in wachen Phasen anfangen sollte. Es gab dann nur die Optionen Weinen oder Brust. Mittlerweile ist er viel wacher und kann auch mal ein Stündchen fröhlich sein. Dann lächelt er viel, macht süße Töne und wenn man ihm sanft über die nackte Haut fährt, lacht er an bestimmten Stellen laut. Das ist soooo süß!

Ganz anders als sein großer Bruder kann er auch mal ein Weilchen daliegen. Einfach so. Am liebsten natürlich ohne Windel. Und mit Mama oder Papa oder großem Bruder in der Nähe. Aber auch mal kurz duschen oder Wäsche aufhängen ist oft drin. Für mich völlig neu und bewundernswert. Auch Auto fahren kann er oft problemlos.

Windelfrei klappt, wie beim großen Bruder, mit dem großen Geschäft super. Diesmal ist das Abhalten sogar noch wichtiger, denn ansonsten plagen ihn die Blähungen und kolikartigen Bauchschmerzen sehr lange. Das Abhalten hilft ihm, alles raus zu lassen und danach ist er ruhiger und kann wieder schlafen.

Das Landleben

Seit Januar wohnen wir ja nun wieder bei meinen Eltern auf dem Land. Tiefste bayerische Provinz. Ich bin hier aufgewachsen und doch fühlt es sich alles neu an. Eine ganz neue Perspektive, denn ich bin jetzt nicht mehr Kind und auch nicht mehr nur ich. Wir sind Eltern und haben ganz andere Interessen und Bedürfnisse als früher. Ich genieße die Ruhe und die freie Natur um uns herum. Wir haben hier sprichwörtlich alles, was wir brauchen. Vor allem im Spätsommer ist der Garten und Obstgarten der reine Überfluss. Wir brauchen kein Obst und Gemüse mehr zu kaufen, weil es hier alles gibt. Das ist so herrlich. Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr Zeit und Spaß daran finde, ebenfalls im Garten mitzuhelfen. Aktuell jedenfalls können wir uns eine Zukunft hier gut vorstellen. Mit Unterbrechung jedenfalls. Wenn es nach mir geht. Denn ich würde am liebsten schon wieder die Koffer packen und zumindest einen kleinen Urlaubstrip irgendwo hin unternehmen. Dem Mann geht es da anders. Er ist zufrieden hier.

Denn er kann, genau wie ich, sogar von hier aus arbeiten. Arbeitszeiten flexibel. Vereinbarkeit läuft hier, würde ich sagen.


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Alle Kommentare (1)

    Liebe Hanna! Ich freue mich so sehr, dass es euch allen so gut geht! Deine Kinder sind goldig und ihr seid super Eltern!! Viele Grüße aus dem Schwarzwald 🙂

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