Es fängt an. Endlich! Auch Freundinnen von mir werden Mama, ich bin nicht mehr die Einzige. Immer öfter bekomme ich in den letzten Wochen auf die Frage, wie es gehe und was es Neues gebe eine fabelhafte Antwort: „Ich bin schwanger.“ Dass man sich so sehr freuen kann, wenn andere schwanger sind, habe ich ja bereits in der Schwangerschaft erlebt. Als Mama freue ich mich umso mehr über gute Gesellschaft und andere Schwangere. Gleichzeitig habe ich, obwohl ich mich selbst darüber in der Schwangerschaft geärgert habe, das Bedürfnis, schlaue Ratschläge zu geben. Genauer gesagt fühle ich mich gedanklich zurück in die Zeit versetzt, als hier noch alles ruhig und ich dick und rund war. Und oft werde ich auch gefragt, wie das bei mir war, wie ich bestimmte Entscheidungen gefällt habe, ob dieses oder jenes normal ist. Im Rahmen dieser Ereignisse habe ich angefangen, mich selbst zu fragen: Was hätte ich anders gemacht, hätte ich gewusst, was danach kommt? Wie würde ich leben, wenn ich nochmal ohne Kind wäre, wohlwissend, wie es bald sein wird? Welchen Rat gebe ich diesen Freundinnen?

Während der Schwangerschaft: Ausspannen, Nichtstun, Erholen

Ja, ich weiß noch sehr gut, wie schrecklich ich mich gegen Ende meiner Schwangerschaft gefühlt habe. Alles war anstrengend, ich konnte nur noch auf der linken Seite schlafen und ständig hat der Kleine mir in die Rippen getreten und gedrückt. Oft haben mir andere gesagt, ich solle die Zeit genießen und „vorschlafen“. Ich habe mich nur immer gefragt, wie zum Henker ich diesen Zustand genießen könnte. Heute weiß ich, was sie gemeint haben. Auch wenn es körperlich beschwerlich ist, ich werde lange nicht mehr so viel Zeit für mich haben. Zeit, einfach ein wenig rumzuliegen, im Internet zu surfen, mir staffelweise Serien ansehen, in Ruhe ein Bad nehmen, gut und in Ruhe essen.

Die unwichtigen Dinge unwichtig sein lassen

Absolut richtig gelegen bin ich dafür bei der Vernachlässigung von oftmals als wichtig angesehenen Dingen: Ich bin froh, keine Kinderzimmer-Einrichtung gekauft, das Kämmerchen frisch gestrichen und einen Teppich reingelegt zu haben. De facto hält der kleine sich darin niemals auf. Aber wir hätten uns außerdem auch das Beistellbettchen sparen können, den Kinderwagen und den Wickeltisch. Ein Neugeborenes Baby braucht wirklich nicht viel. Hauptsächlich die Mama (und deren Brust), Windeln, ein wenig Kleidung und eine Tragehilfe oder Tragetuch.

Stattdessen hätte ich mir lieber über letzteres Gedanken machen sollen: Tragehilfen. Eine Trageberatung besuchen und lernen, mit dem Tragetuch umzugehen. Auch in Sachen Stoffwindeln hätte ich mich gerne früher informiert genauso, was das Thema windelfrei angeht.

Unternehmungen als Paar

Auch diesen „schlauen Rat“ habe ich bekommen. Mehr Zeit als Paar zu verbringen, die Beziehung festigen. Wir haben zum Glück ohnehin jede freie Minute miteinander verbracht, schon allein weil der Rubbelpapa ständig auf mich aufpassen wollte. Wir sind oft Essen gegangen, sind gereist oder haben kurze Ausflüge ins Berliner Umland unternommen. Und genau das würde ich auch jedem anderen raten: alles, was ihr gerne abends macht, wie Kino oder ausgehen, eine DVD schauen oder mit Freunden zusammen sitzen – macht es jetzt noch so viel wie möglich!

Faul rumliegen könnt ihr auch mit Kind noch.

Reisen

So lange ich noch weder schwanger noch Mama war, haben wir versucht, möglichst viel zu reisen. Kurztrips in Städte wie Hamburg, Madrid oder Amsterdam zum Beispiel oder längere Reisen nach Miami oder Indien. Rückblickend wäre ich gerne noch, solange kinderlos, mit meinem Mann zusammen nach Indien gereist, bisher war ich nur alleine bzw. mit meinen Eltern und Brüdern dort. Auch ein paar andere Reiseziele stehen noch aus, zum Beispiel Island, aber das müssen wir dann wohl auf „irgendwann“ verschieben. Allen kinderlosen, die „schon immer mal nach XY“ wollten, würde ich raten: macht es, sobald wie möglich!

Feiern in Berlin

Klingt doof, aber ich würde mir tatsächlich wünschen, mehr Zeit im Berliner Nachtleben verbracht zu haben. Und eine durchtanzte Nacht scheint mit Baby in so unendlich weite Ferne gerückt zu sein, dass ich manchmal denke, bis das wieder geht, werde ich alt und grau sein und gar keine Lust mehr darauf haben.

 

 

Natürlich sind diese Erfahrungen und „Ratschläge“ sehr subjektiv und meinen Erfahrungen in der Schwangerschaft und danach geschuldet. Mich würde deshalb interessieren, wie das bei anderen Mamis ist. Was habt ihr erst nach der Schwangerschaft verstanden? Was könnt ihr, rückblickend betrachtet, Schwangeren oder noch Kinderlosen raten? Was würdet ihr alles wieder genauso machen oder was würdet ihr anders machen?

Wir möchten eure Meinungen und Beiträge zu diesem Thema im Rahmen einer Blogparade sammeln. Heißt im Klartext: schreibt einen eigenen Beitrag dazu, setzt einen Link auf diesen Post, schickt uns den Link und wir setzen euch auf die Liste. Entstehen soll dadurch eine Liste von hilfreichen Tipps und Erfahrungsberichten für Bald-Mamis oder die, die in der nächsten Zeit mit der Kinderplanung beginnen wollen. Alle, die Erfahrungsberichte anderer lesen wollen, können sich dann durch die Liste klicken:

  1. Klaudia von Klaudia-bloggt möchte in ihrem Beitrag allen Kinderlosen und Schwangeren Mut machen: ihr selbst habt in der Hand, wie sehr euch das neue Leben als Eltern einschränkt.
  2. In einem wunderschön geschriebenen Post schreibt Juliana auf Kugeltastisch, wie sich ihr Leben durch eine ungeplante Schwangerschaft verändert hat und wie sie vor allem lernen musste, loszulassen.
  3. Steffi fasst auf mamiundich zusammen, wie sich ihr Leben im letzten Jahr auf den Kopf gestellt hat – damit alle Bald-Eltern wissen, was sie erwartet.
  4. Sassi hat auf liniert-kariert sogar zwei Beiträge geschrieben, weil das Thema sie nicht losließ – einmal für Kinderlose / Schwangere und einmal für Mamis in den ersten Wochen.
  5. Auf dem Blog Frühlingskindermama findet ihr einen unverblümt ehrlichen Beitrag einer Mama, die es wichtig findet, dass man vorher weiß wie es schlimmstenfalls laufen könnte.
  6. Nätty und ihr BilderbuchBaby  schreiben über ihr Bevor-Mama-Ich und ihrem Jetzt-Mama-Ich und stellen fest, wie unsensibel eigentlich ihre Einstellung ggü. anderen Müttern vor der Schwangerschaft war und wie sie jetzt die ehemals belächelten Herausforderungen meistert und andere Muttis dafür respektiert.
  7. Dani von Glucke und So macht in ihrem Beitrag deutlich, dass es nicht eine „Wahrheit“ über das Eltern-Sein gibt – es ist niemals alles schlimm oder alles super.
  8. Die liebe Wheelymum hat einen meiner Meinung nach sehr hilfreichen Beitrag geschrieben, was sie konkret anders gemacht hätte, hätte sie vorher gewusst, wie das Leben mit Kind ist.
  9. Anja von der Kellerbande hat sehr anschaulich und mit wenig Text auf eine humorvolle Weise ihre 10 Erziehungsirrtümer, die sie vor dem ersten Kind hatte, beigesteuert.
  10. Katrin, das Schwarze Mutterschaf hat ein wirklich schönes Plädoyer darüber verfasst, wie wertvoll in der Schwangerschaft die Besinnung und Reflexion darüber sein kann, was einem wirklich wichtig ist und das Bilderbuchratschläge und vorgelebte Konsummuster nicht Sinnbild einer „guten Mutterschaft“ sind.

 

Natürlich veröffentlichen wir jederzeit gerne auch Gastbeiträge von Lesern, die kein eigenes Blog führen und trotzdem etwas beitragen wollen. Oder ihr hinterlasst einfach einen entsprechenden Kommentar.

Wir freuen uns auf eure Teilnahme!

8 tolle Kommentare zu “Blogparade: Wenn ich das vor dem ersten Kind gewusst hätte…

  1. Ich bin auch froh vor der Geburt viel gemacht zu haben. Aber ich bin auch sehr froh meine Ma die Ecke zu haben. Sie nimmt die kleine so oft und ich habe 100%iges Vertrauen in sie. So haben wir es tatsächlich bereits geschafft einen Abend wieder als Paar feiern zu gehen und die kleine hat einfach bei der Oma übernachtet. Mit der Umstellung auf’s Fläschchen sind diese Freiheiten natürlich schneller wieder gekommen. Auch den ersten Urlaub im Sommer planen wir schon, sogar eine Flugreise, wahrscheinlich nach Mallorca oder Menorca. Genauso habe ich dank meinem Mann auch öfter Zeit für ein langes Bad ;). Ich denke schon, dass man sich vieles auch nehmen kann, natürlich nur wenn die Voraussetzungen stimmen :D. Ich denke aber es ist auch wichtig, sobald es möglich ist, sich diese Freiheiten wieder zu nehmen. So wie du es auch schon mit dem Wellness gemacht hast 🙂 Schließlich darf man sich in all dem Mamasein nicht selber vergessen 😉

    1. Hallo Klaudia,

      ich versuche mal, deine Message zusammenzufassen: so viel hat sich bei dir gar nicht verändert bzw. du kannst die meisten Dinge schon nach ca. einem halben Jahr wieder machen. 🙂

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