Breifrei & Beikost: Wenn sich Babys ohne Zähne „alleine“ ernähren


Breifreie Beikost: Die wichtigsten Fragen

Breifrei & BLW. Ein Post, den ich schon so lange schreiben wollte. Wie so oft zum Thema Baby gibt es auch in Sachen B(r)eikost scheinbar so viele Meinungen wie Menschen. Die ersten Fragen, die ich zum Thema spontan hatte und die schnell beantwortet sind, waren zum Beispiel:

Was bedeutet BLW?

Baby-led Weaning“ kann man im Deutschen als „wenn Beikostzuführung vom Baby geleitet wird“ verstehen. Dabei kann sich das Baby eigenverantwortlich ausprobieren, wie die Nahrungszufuhr funktionieren kann. Das Baby breifrei zu ernähren heißt: Statt Brei vom Löffel gibt es natürliche, feste Lebensmittel und das volle Erfahrungsspektrum für das Baby – auch wenn es noch keine Zähne hat. Es stellt für uns die natürlichste und gesundeste Form der Beikostzuführung dar, weil somit das Baby selbst einen Teil zum richtigen Zeitpunkt des Abstillens beiträgt.

Ab wann kann man mit breifrei anfangen?“

Es gibt keinen Moment, den man in Monaten angeben könnte. Zu individuell ist jedes Baby in seiner Entwicklung und seinem Drang, neues zu erforschen. Hier aber ein paar Indikatoren, wann das Baby bereit sein könnte:

 

  • Sollte das Baby schon Kopf und Oberkörper einigermaßen aufrecht halten können, ist das ein gutes Zeichen. Zur Not kann man da aber auch noch Sitzhilfe leisten, in dem das Baby auf dem Schoß sitzt.
  • Es sollte in der Lage sein, zielsicher mit seinen Händen nach Objekten zu greifen.
  • Wenn Interesse beim Beobachten vom Essen herrscht und sogar aktiv nachgeahmt wird bzw. direktes Interesse signalisiert.
  • Wenn feste Nahrung generell nicht sofort aus dem Mund gespuckt , sondern sich im Mund mit der Nahrung beschäftigt wird

Funktioniert breifrei auch ohne Zähne?

Selbstverständlich! In diesem Falle wird halt nur auf der Nahrung mit dem Kiefer rumgekaut und gezutscht, aber je nach dem, wie fest die Nahrung ist, kann durchaus auch ein Teil im Magen landen und verdaut werden.

Lieber mit Brei, Fingerfood oder Gemüsesaft?

Es ist eigentlich fast egal, womit ihr bei breifrei anfangen wollt. Wenn das Baby die Auswahl hat, wird es selbst entscheiden, worauf es grade mehr Lust haben sollte. Wir sind großer Fan davon, ihm immer verschiedenes anzubieten, um herauszufinden, was er mag und was nicht. Natürlich sollte man auf die Lebensmittel achten, auf die man verzichten sollte und die unten im Artikel noch aufgeführt werden.

Ein Gemüse nach dem anderen einführen oder einfach, worauf das Baby Lust hat?

Einfach Vertrauen in das kleine Wesen haben und es machen lassen. Es kann nichts passieren, wenn man dabei sitzt und beobachtet. Was chaotisch anfängt, wird sehr schnell besser und koordinierter. Wunderschön mitzuerleben, wie das Baby dabei lernt und Spaß daran hat.


Breifrei: Anfang von Selbsterfahrung und Essen mit Finger

Für uns war eins klar: bis er 6 Monate alt ist, soll der Rubbelbatz voll gestillt werden. Angeblich verringert das nämlich das Allergierisiko und wird auch von der WHO so empfohlen. Hört sich ganz einfach an, aber vor allem seit er ca. 5 Monate alt war, fing er an, sich wahnsinnig für Essen zu interessieren. Der Teller konnte nicht mehr in seiner Nähe stehen, weil er sofort die Hand reinsteckte. Neugierig verfolgte er, wie das Essen in unseren Mund wanderte und wie wir es dort hin beförderten. Trotzdem blieben wir hart.

Als er fast 6 Monate alt war, fing ich an, mich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. Ich las ein Buch über Brei-Ernährung und ich las „Breifrei von Anfang an. Beikost neu entdecken“ von Karolina Marques Pereira (Tologo Verlag, 2014). Schnell war für mich klar: breifrei ist das richtige für uns!

Für mich ist das eine Fortführung unseres bisherigen Umgangs mit dem Kleinen: wir wollen ihn möglichst so annehmen, wie er ist und ihn nicht für unsere Bedürfnisse zurechtbiegen. Im Gegenteil, wir möchten seine Bedürfnisse respektieren und darauf eingehen. Das ist auch der Grund, warum wir windelfrei praktizieren und den Kinderwagen mittlerweile weggepackt haben.

Was das mit Brei zu tun hat? Naja, auch hier gibt es die „saubere“ Standard-Variante: Das Kind macht den Mund auf, Löffel rein, Brei rein, Löffel raus, Brei schlucken, Mund öffnen, usw. Wenn was daneben geht, trifft es das Lätzchen, das wandert nach dem Essen in die Wäsche. Man kann die Menge genau benennen, die das Kind gegessen hat und nach und nach steigern und eine volle Mahlzeit draus machen. Nach der gängigen Literatur kann man bestimmen, welches Gemüse und damit welche Nährstoffe in das Baby wandern.

Grundsätzlich spricht da natürlich nichts dagegen, trotzdem bietet „breifrei“, das ist mir bei der Lektüre des Buches klar geworden, einige Vorteile für uns und den Kleinen, die mir die Flecken auf der Kleidung und das zusätzliche Boden wischen wert sind:

Vorteile von Breifrei

  • Als allererstes darf das Baby dabei selbst entdecken, und zwar mit allen Sinnen und im ganz eigenen Tempo.
  • Es lernt nicht nur den Geschmack der Nahrungsmittel kennen, sondern auch die Konsistenz mit Händen und Mund entdecken.
  • Unser Kleiner kann selbst bestimmen, welches der angebotenen Lebensmittel er wann nimmt, untersucht, sich in den Mund steckt – oder eben nicht.

 

Breifrei-Erfahrungen: Wie Kinder und Eltern breifrei durch die Babyzeit kommen

Breifrei essen – Wie mein Baby darauf reagiert

Die Tochter einer Freundin ist jetzt 11 Monate alt und kann im Kühlschrank oder am Tisch ganz genau zeigen, was sie essen möchte. Und das ist oft etwas, was man nicht unbedingt erwarten würde. Saure Gurken zum Beispiel.

Unser Rubbelbatz kann bspw. auch das Tempo, wann und wie viel er isst, selbst koordinieren – und fühlen, wann er satt ist und genug hat. Er lernt so, auf seinen Körper und sein Sättigungsgefühl zu hören bzw. verlernt es nicht – denn eigentlich kann er das ja bereits. Beim Stillen nach Bedarf vertraue ich ihm ja auch, dass er weiß, wie viel er wann trinken möchte.

breifrei

Das selbständige Essen fördert außerdem seine Entwicklung: die Hand-Mund-Koordination sowie das Greifen übt er so jeden Tag viele Male und auch die Mund- und Zungenmuskulatur wird ordentlich gefordert. Anscheinend ist das auch förderlich beim Sprechen lernen.

Wie wirkt sich breifrei auf uns als Eltern aus?

Die oben genannten Gründe alleine hätten für mich eigentlich schon gereicht. Was mich aber endgültig überzeugt hat: breifrei bedeutet weniger Stress für uns!

Weitere Vorteile für Eltern durch Breifrei

  • Kein Einkaufen oder Einkochen von Brei
  • Kein Entsorgen der Gläschen
  • Keine zusätzlichen Kosten

Auch am Tisch können wir ganz entspannt zu dritt oder zu zweit sitzen (seit einigen Tagen vertrauen wir darauf, dass er jetzt im Sitzalter angekommen ist und nutzen den Hochstuhl von Hauck als perfekte Alternative zum Tripp Trapp) und jeder kann sich auf sein Essen konzentrieren. Wir müssen nicht zuerst ihn füttern und dann selbst essen, wenn er schon quengelt oder anders herum. Er macht sein Ding, wir machen unseres. Nur hin und wieder fassen wir rüber und holen die Stücke, die sich auf seinem Lätzchen ansammeln, und die er dadurch nicht mehr sieht, wieder hervor.

Breifrei-Rezepte ab 6 Monate: Wie und womit anfangen?

Eines Tages haben wir ihm einfach eine „Kürbislasagne“ (Vollkorn-Lasagneplatten und große Kürbisstücke im Ofen gebacken) hingestellt, während der Rubbelpapa ihn auf dem Schoß hatte. Leider hat er nicht wie erhofft schön angefangen, zu essen, sondern alles ist auf dem Boden gelandet. Oder auf seinem Papa. Oder in seinem Gesicht und auf seiner Kleidung. Trotzdem haben wir es die nächsten Tage wieder und wieder versucht und langsam hat er verstanden, dass die Sachen schmecken und dass man sie schlucken kann.

Anfangs haben wir ihm vor allem gedünstetes Gemüse (Kürbis, Karotte, Süßkartoffel, Kartoffel, Topinambur, Pastinake, Zucchini, Paprika) sowie rohe Gurke, Tomate, (davon kann er jeweils ganz gut das Innere, Weiche, ablutschen, der Rest kommt dann wieder zum Vorschein) und Banane gegeben. An rohem Apfel hat er sich anfangs noch oft verschluckt (nicht gefährlich, es kam immer wieder raus), deshalb haben wir den eine Weile nicht mehr gegeben, sondern auch gedünstet.

Die Stücke müssen keine klassische Stick-Form haben, aber immer so groß sein, dass er sie selbst greifen kann.

Wenn wir jetzt für uns kochen, kochen wir für ihn einfach mit. Entweder er bekommt etwas ähnliches wie wir, oder wir werden in unseren Nudel- oder Reistopf einfach ein paar Gemüsestücke für ihn mit rein. Morgens bekommt er mittlerweile immer Banane oder Apfel / Birne, wenn ich frühstücke, zwischendurch auch mal ein Stück Pizzarand oder Brot. Allem nimmt er sich mit fast derselben Leidenschaft an und es ist erst gut, wenn der Mund wirklich randvoll ist.

Verschlucken & Ersticken: Die unbegründete Gefahr

Oft höre ich folgenden Einwand von anderen Eltern:

„Aber verschluckt er sich da nicht an kleinen Stücken und kann daran ersticken?“Die Nicht-Wissenden

 

– Naja, bisher lebt er offensichtlich noch.

Das kann das eigentlich kaum passieren. Auch Babys sind bereits mit einem sog. Zungenstoßreflex ausgestattet, der sie davor schützt, dass zu große Stücke nach hinten gelangen. Sie werden einfach von der Zunge wieder nach vorne geschoben. Außerdem wird bei kleinen Kindern der Würgereiz sehr früh ausgelöst. Wir haben beobachtet, dass er erst einmal kräftig hustet, wenn ein Stück zu weit nach hinten rutscht. Meistens kommt es dann in hohem Bogen zum Vorschein. Wenn es tatsächlich feststeckt, und das ist bisher ca. 4-5 Mal passiert, dann übergibt er sich und es kommt mit raus. Das hört sich übrigens schlimmer an, als es ist. Ihm macht das rein gar nichts und er isst danach fröhlich weiter. Und die Fälle, in denen er sich verschluckt, werden immer seltener – er lernt also auch das relativ schnell. Sollte doch mal was nicht hochkommen und das Kind tatsächlich zu ersticken drohen, hilft es übrigens in der Regel, ihn quer über die Knie zu legen und von unten kräftig zwischen die Schulterblätter zu klopfen.

Wie funktioniert breifrei unterwegs?

Auch unterwegs ist breifrei für uns die No-Stress-Variante. Wir brauchen nichts mitschleppen und uns keinen Kopf machen, wo wir den Brei aufwärmen und füttern. Das ist ganz klar für uns ein gewaltiger Vorteil der breifreien Ernährung. Eine Banane z.B. kann man gut mitnehmen und wenn wir essen gehen, können wir so bestellen, dass er „mitessen“ kann. Zumindest bald, denn nicht alle Lebensmittel sind gut als Beikost.

Welche Lebensmittel sind ungeeignet für breifrei?

Momentan soll der Rubbelbatz ja noch möglichst wenig Salz, Proteine usw essen. Aber die Liste, der Nahrungsmittel, mit denen man Babys lieber nicht Füttern sollte, umfasst noch einiges mehr:

Finger weg von diesen Lebensmitteln

  • Zucker
  • Konservierungsstoffe, andere Zusatzstoffe
  • Koffein und Alkohol
  • Honig und Ahornsirup
  • Nüsse
  • Rohmilch(-produkte)
  • rohes Fleisch/ Fisch
  • Diät- und Lightprodukte
  • Nicht mehr als 1g Eiweiß pro Kilo Körpergewicht am Tag bis zum 3. Lebensjahr
  • zu scharfes Essen

 

Fazit nach unserer BLW Erfahrung

Für uns, das haben wir in unserem ersten Breifrei-Monat festgestellt, ist das definitiv der richtige Weg. Hier sieht man so schnell eine Entwicklung und wir sind so stolz auf unseren Kleinen. Anfangs hat er vor allem mit dem Teller gespielt und im Essen herumgematscht, um dann ziemlich zügig alles auf den Boden zu werfen. Schnell hat er aber angefangen, sich die Sachen in den Mund zu stecken. Anfangs konnte er nur den Teil in den Mund bekommen, der zwischen Daumen und Zeigefinger aus der Faust herausragte – die Stücke mussten also ziemlich groß sein.

Nach ca. 1,5 Wochen hat er gelernt, kleinere Stücke in die Faust zu nehmen, diese zu drehen, die Finger zu öffnen und den Inhalt direkt in den Mund zu befördern. Gleichzeitig lässt er die Stückchen immer länger im Mund und schiebt sie hin- und her, wodurch sich Lebensmittel wie gekochtes Gemüse langsam auflöst und er es schlucken kann. Auch das Zerkleinern größerer Stücke mit dem Kiefer hat er schon drauf und seit Kurzem übt er – wenn auch bisher noch nicht immer erfolgreich – den Pinzettengriff mit Zeigefinger und Daumen.

Man sollte übrigens nicht davon ausgehen, dass das Baby auf diese Art schnell große Mengen isst. Bis zum 9. Lebensmonat dauert das laut Autorin auf jeden Fall. Die nötigen Nährstoffe bezieht das Baby weiterhin hauptsächlich aus der Muttermilch bzw. Flaschennahrung. Deshalb wird idealerweise auch weiterhin nach Bedarf gestillt – Ziel ist es erst einmal nicht, klassisch ganze Mahlzeiten zu ersetzen – und es wird der Entwicklung des Babys überlassen, wann es die Muttermilch langsam durch immer mehr feste Nahrung ersetzt. Baby-led-weaning eben!

Weiterführende Informationen findet ihr hier: Babyled-weaning.de


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Alle Kommentare (16)

    Hallo Hanna,

    fast schon unheimlich. Hab mir gerade gedacht, dass ich endlich mal nach einem geeigneten Buch i.S. Fingerfood suchen muss und wollte vorher aber noch kurz bei FB „rein schauen“. Zack, da ist euer Artikel. Vielen Dank dafür!
    Interessiere mich sehr dafür, gehöre aber zur „Schisser Fraktion“. Hab totale Angst, dass er mir erstickt (furchtbar, ich weiß). Vor allem da er schon zwei Zähnchen hat und Stücke abbeißen könnte. Aber ich sehe, dass Brei ihn nicht wirklich glücklich macht und will ihm mal was „richtiges“ anbieten.
    Mit welchem Gemüse habt ihr denn so begonnen?

    Liebe Grüße

    Verena

    Hallo Verena,

    das ist ja witzig. Kurzer Artikel zum Buch selbst kommt auch noch.

    Ich weiß, aber macht man sich nicht ständig über alles Sorgen, was den Kleinen so passieren könnte? Ich habe gelesen, dass das frühe Essen sie im Endeffekt sogar schützen kann, weil sie früh den Unterschied zwischen Essen, das man schlucken soll, und anderen Dingen, die sie dann gar nicht so weit nach hinten lassen im Mund, erkennen. Und wie gesagt, der Körper hat da schon seine Mechanismen, damit das nicht passiert. Und für den Notfall gibt es ja den Trick mit dem über’s Knie legen. Du solltest meines Wissens nur keine Nüsse nehmen, die sind wirklich gefährlich. Von allem anderen gehen die Stücke entweder runter oder kommen wieder hoch, egal welche Größe.

    Wir haben mit gedünstetem Kürbis, Karotte, Pastinake angefangen und dann relativ schnell Zucchini, Kartoffel, Topinambur, Paprika und alles, was wir so essen, dazugenommen. Banane hat er auch gleich zu Anfang bekommen, die geht immer super und da kann wirklich gar nichts passieren. Außerdem geben wir ihm Birne (roh oder gedünstet). Bei Tomaten und Apfel hatten wir den Verdacht, dass seine Haut reagiert, deshalb haben wir das erst mal wieder weggelassen.

    Probier’s aus, es macht wirklich Spaß!

    Liebe Grüße,
    Hanna

    Danke für deine rasche Antwort. Werde meine Angst überwinden und es einfach probieren (wenn der Papa daheim ist *hahaha*.)
    Schneidet ihr dann alles in kleine Stücke oder so, dass er dran lutschen/knabbern kann?

    Muss mir dringend ein Buch zu legen. In meinem Kopf sind zig Fragen zu dem Thema 🙂

    Liebe Verena,

    stell ruhig alle Fragen, die du hast. Ich beantworte sie gerne, wenn ich kann und oft sind Rückfragen auch eine gute Anregung, was im Text noch an Informationen fehlt!

    Das ist ja lieb.
    Sollte am Anfang alles gekocht/gedämpft sein oder gebt ihr auch etwas roh? Da mein Sohn schon Zähnchen hat, hätte ich Sorge, dass er an nem rohen Apfel sich ein Stückchen anbeißt und eben erstickt (jaaaaa, Drama Queen).
    Und legt ihr ihm einfach dann eine kleine Auswahl in Form von Sticks zum selber aufnehmen vor ihn hin?

    Ich frag mich nur, wie bei dieser Methode zum Beispiel auf die Eisenzufuhr geachtet wird? Ich mach mir auch keine Panik, dass er ab 6 Monaten an einem totalen Mangel leidet, aber Fleisch oder Hirse/Hafer bekommt er ja erstmal so nicht.

    Da waren noch 2-3 Fragen, aber die Stilldemenz lässt grüßen 🙂

    Danke schon mal

    Liebe Verena,

    jetzt komme ich endlich dazu, dir zu antworten, entschuldige die Verspätung.

    Wir geben vor allem gedämpftes Gemüse, weil er das am einfachsten Essen kann. Aber er bekommt genauso etwas angeboten, wenn wir Salat essen , rohes Gemüse an sich ist kein Problem. Natürlich verschluckt er sich am rohen Apfel leichter mal, vor allem mit Zähnchen wird er da eher kleine, harte Stücke abbeißen können. Allerdings ist das alles kein lebensbedrohliches Verschlucken und er wird schnell lernen, wie das nicht mehr passiert. Vertrau deinem Kleinen. Irgendwann muss er es doch ohnehin lernen und das wird er.

    Vielleicht würde es dir in deiner Sorge helfen, einen Erste-Hilfe-Kurs für Babys zu besuchen?

    Grundsätzlich versuchen wir, alles so groß zu machen, dass er es in die Hand nehmen kann. Bei manchen Lebensmitteln geht das aber natürlich nicht und manche Dinge sind ja auch von Natur aus Brei (Griesbrei z.B.) Wir haben auch schon geraspeltes, angebratenes Gemüse gegeben, weil es für uns Gemüsepuffer gab, das fand er auch klasse. Es spricht auch gar nichts gegen eine Mischung aus Brei und breifrei, je nachdem, ob dein Kind das so akzeptiert. Wenn sie wählen dürfen, wollen aber wahrscheinlich alle Kinder lieber selbst in die Hand nehmen dürfen.

    Bei dieser Methode wird in den ersten Monaten nicht so sehr auf Nährstoffe geachtet, weil ja auch noch gar nicht so viel aufgenommen wird. Stattdessen erfolgt die hauptsächliche Ernährung weiterhin über die Milch, idealerweise Muttermilch. Wenn du weiterhin nach Bedarf stillst, brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Und Fleisch, Hirse etc. bekommt er ja auch in Form von Brei erst später.

    Ich habe entsprechend deiner Fragen noch ein paar Dinge am Artikel ergänzt und freue mich auf weitere Fragen!

    Vielen Dank für deine Antwort! Nachdem unsere Kinder ähnlich alt sind, bin ich schon fasziniert genug, dass ihr nebenher noch so einen tollen und informativen Blog schreibt. Da erwarte ich keine Antwort in 10min :-).
    Danke für deine ganzen Antworten. Ich werde mir wohl mal das Buch zulegen.

    Der erste Hilfe Kurs war bereits gebucht, dann fiel darauf die Taufe (früher wäre mir sowas nicht passiert). Aber das wird definitiv noch gemacht! Ist so oder so eine gute Idee.

    Wie gehts eigentlich dem Kleinen? Ihr wart ja beim Arzt.
    Unser Kleiner hat seit heute Nacht auch bellenden Husten und klingt ganz heiser. Ich will JETZT Frühjahr 🙂

    Hi Verena,

    beim Arzt war nur ich gewesen, während die beiden anderen sich zuhause unter die Decke verkrochen haben. (Das erste Mal, dass der Rubbelbatz nachmittags im Familienbett schläft.) Da er aber schon wieder einen glühheißen Kopf hat (zweite Nacht hintereinander), werden wir morgen zum Kinderarzt gehen bevor das Wochenende beginnt.

    Auch euch und deinem Kleinen alles Gute und vor allem Gesundheit!

    LG Rubbelpapa

    Mit unserer Großen haben wir einen recht freien Mix aus Brei und Breifrei gemacht – einfach weil sie gern Haferbrei, Griesbrei, Milchreis und Müsli isst. Sie hat sich erst sehr spät überhaupt für’s Essen interessiert und wurde im Prinzip 11 Monate (!) voll gestillt. Dann hat sie innerhalb von 2 Monaten (!) angefangen ausschließlich allein zu essen.
    Breifrei – oder meinetwegen brei-fast-frei – ist einfach großartig, weil die Kinder es selbst steuern!

    Hallo ihr Lieben,
    der Eintrag ist wirklich informativ und toll geschrieben. Danke dafür!
    Eine bakannte von uns bietet ihrem Kind ebenfalls die Möglichkeit selbst darüber zu entscheiden, was und wie viel es Essen möchte. Dabei landet zwar eine Menge auf dem Fußboden, aber mir gefällt besonders der Gedanke dahinter, dass das Kind die Nahrungsmittel in ihrer ursprünglichen Form kennen und schmecken lernt!
    Wir wollen mit Beikost starten wenn Oliver sechs Monate alt wird und denken gerade ebenfalls über BLW nach. Wobei mir und meinem Mann eine Kombination am besten gefallen würde. Wir denken darüber nach ihm vorerst einzelne Gemüsesorten z.B. Karottenbrei zu füttern. Mir widerstrebt allerdings der Gedanke ihm ein ganzes Essen (Spaghetti) als Brei zu geben, da ich denke er kann sonst die einzelnen Bestandsteile nicht herausschmecken. Ich bin gespannt, ob diese Mixtour bei uns funktionieren wird.

    Das macht ihr wirklich toll mit eurem Rubbelbatz!

    Liebste Grüße,
    Jasmin

    Hi Jasmin,

    vielen Dank erst einmal für dein Lob. Sowas hören wir natürlich gerne.
    Wieso probiert ihr nicht einfach erstmal aus wie Oliver überhaupt auf weich gekochtes Gemüse reagiert? Klar, bei den ersten Versuchen wird auch etwas auf den Boden landen, aber ihr werdet sehen wieviel Spaß der Kleine vielleicht hat und dann ist alles verziehen! 😉

    Den Brei könnt ihr ja auch trotzdem mit anbieten, so wie es die Lieben von „A Bullerbü Life“ im vorherigen Kommentar geschrieben haben.
    Ich bin mir sicher, ihr findet die richtige Lösung. Oliver wird euch eh dabei helfen. 😉

    LG zurück,
    Rubbelpapa

    Hallo Rubbelpapa,
    ja ich denke wir werden uns da durchprobieren und schauen wie es Oliver am besten gefällt. 🙂
    Ich habe gesehen, ihr habt einen Hochstuhl der mit dem Kind mitwächst. Ich suche gerade nach guten Alternativen zum Stokke Tripp Trapp. Welchen benutzt ihr und kannst du ihn empfehlen?

    Danke!

    Huhu Jasmin,

    wir nutzen den Hauck Alpha Plus. Bis morgen ist der Beitrag zu unserem Hochstuhl fertig. Dann kriegste Du unsere vole Ladung Meinung ab. 😉

    LG Rubbelpapa

    PS: Danke für die Inspiration. Den Beitrag haben wir erst auf dein Kommentar hin angefertigt. 😉

    Hallo zusammen
    Grundsätzlich ist ja jeder frei, seinem Kind das zu geben, was er für richtig hält. So sei es auch für blw. Aber die Nachteile der Brei Ernährung hören sich hier etwas forciert an. Ich habe für unsere Kleine mit Brei angefangen und sie liebt es. Weil sie Brei isst fehlt ihr absolut KEINE Gelegenheit, ihre (Mund-)motorische Entwicklung zu machen, beim Knabbern zwischendurch oder beim sonstigen Spielen kommt das nicht zu kurz. Die angeblichen Nachteile sind hinfällig, wenn man die Zeit vergleicht fürs Brei kochen mit der Zeit fürs Putzen. Ich koche alle Breie selbst und entsorge deshalb keine Gläschen und zusätzliche Kosten habe ich auch keine, denn sie isst das gleiche Gemüse wie der Rest der Familie. Sie kostet auch schon von „unserem“ Essen und wir geniessen die Essenszeit als Familie, unabhängig davon ob sie Brei isst oder blw gemacht wird, wir müssen uns nicht auf unser essen unabhängig voneinander konzentrieren. Und die „Mühe“, die man sich angeblich sparen soll ist für mich keine, sonst hätte ich keine Kind bekommen. Noch etwas zur freien Entscheidung Ihres Kindes: er soll entscheiden was er isst, aber er durfte es nicht mit 5 Monaten obwohl er offensichtlich grosses Interesse zeigte? Wieso habe Sie ihn da nicht angenommen, wie er ist? Ich war gezwungen, nach der 7. Lebenswoche abzustillen, obwohl ich mir das Stillen sehr für sie gewünscht habe. Manchmal geht’s einfach nicht, wir haben also mit 5 Monaten mit Brei angefangen und wissen sie was? Sie wächst wunderbar. Auch ich wurde mit Brei ernährt und weiss heute trotzdem, wie ein Blumenkohl aussieht und schmeckt.
    Ich bin für „leben und leben lassen“. Jeder soll entscheiden wie er sein Kind aufzieht. Nachteile aufzählen der Methoden die man nicht wählt ist wie die Schwächen des Gegners hochspielen weil die eigenen Argumente vielleicht nicht genug überzeugen.
    Nichts für ungut, ich bin für (urteils-)freies Elterndasein, denn das ist wirklich ein schwieriger Job und jeder tut sein bestes. Viel Erfolg weiterhin mit ihrem Blog und alles Gute für den Kleinen (übrigens: haben sie sich mal Gedanken gemacht, wie es ihrem Sohn in 10 bis 12 Jahren gefällt, dass sie ihm im Internet solch einen Namen geben?)

    Die Brei-Mama

    Liebe Enny,

    vielen Dank für den Ausführlichen Kommentar. Natürlich ist eine Mutter, die Brei gibt, keine schlechte Mutter! Ich weiß, dass einige meiner Artikel oft so aufgefasst werden, als würden sie Kritik an Eltern üben, die es anders machen. Dem ist nicht so. Allerdings ist das hier ein persönlicher Blog, auf dem ich meine persönliche Meinung schreibe. Das ist nicht immer politisch korrekt und passt vielleicht nicht jedem Leser, aber so bin ich nu mal 😉
    In diesem Falle sind die Argumente aber tatsächlich nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern der gängigen Literatur entnommen (Vgl. z.B. Gill Rapley: Baby Led Weaning. Das Grundlagenbuch).
    Jeder soll nicht nur selbst entscheiden, wie er sein Kind aufzieht, jeder darf es. Trotzdem sind viele auf der Suche nach Alternativen und wollen sehen bzw. lesen, wie andere Mütter das handhaben. Wer sich für BLW entscheidet, sieht sich vom Rest der Familie oder vom sozialen Umfeld schnell erheblicher Kritik ausgesetzt und muss seinen Weg verteidigen. Ein paar schlagfertige Argumente zu haben schadet da nicht.
    Und was unseren Sohn angeht, bin ich sehr zuversichtlich, dass er einen Kosenamen, der nur für ihn geschaffen wurde, ganz gut wegstecken wird. Egal ob mit 10 oder 20 Jahren. Und sollte ihn das tatsächlich stören, ist es ja zum Glück auch schnell geändert. Zum Glück nennen wir ihn ja nicht Doofkopf oder schlimmeres.
    Viele Grüße,
    Hanna

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