Eine Hommage an das Internet

Heute ist der 23. Januar. Bis gestern Abend hatten wir keinen funktionierenden Internetanschluss im Haus und kaum Mobilfunknetz für mobiles Internet. Eine Tortur für Menschen wie uns, die ortsunabhängig und online arbeiten.

Warum wir kein Internet hatten und was wir stattdessen getan haben

Kurz vor Weihnachten habe ich aufgehört zu arbeiten. Alle drei meiner Brüder kamen nach Hause und wir feierten gemeinsam Weihnachten. Es fühlte sich einfach richtig an, zwischen den Jahren auch mal eine Pause zu machen. Bisher hatten wir uns das Internet mit dem Haus gegenüber, unserem alten Wohnhaus, das meine Eltern vermieten, geteilt. Die Person, auf deren Namen der Vertrag abgeschlossen war, zog zum 31.12. aus. Wir mussten also einen neuen Vertrag abschließen. Dass dabei eine Lücke entstehen würde, war schon logisch. Das diese Lücke allerdings 22 Tage dauern würde, war mir persönlich nicht klar.

Als wir von unserem Silvester zu zweit zurück in unser 3-Generationen-Haus kamen, war also die Leitung tot. Und der Brief von o2 besagte, dass es bis zum 22.1. dauern würde, bis der Anschluss wieder freigegeben war. Auch telefonische Nachfragen konnten daran nichts beschleunigen. Abgesehen von ein paar Besuchen mit Laptop bei meinen Großeltern hatten wir keine Möglichkeit zu arbeiten.

Was tut man also als künftige Digitale Nomaden, gestrandet in der bayerischen Einöde und ohne Internetzugang?  Richtig, man versucht, so viel wie möglich unterwegs zu sein. Wir haben also viel eingekauft, waren im Café, bei Verwandten, Freunden, haben zu zweit einen Wellness-Kurztrip gemacht (wo es ironischerweise gerade auch kein Internet gab). Und wir haben viel, viel Zeit zu dritt verbracht. So schlecht ging es uns also nicht – trotzdem fehlte mir das Internet sehr.

Was das Internet für mich bedeutet

Dieses Internet, über das ich spreche, gibt es für mich noch gar nicht so lange. Als ich aufwuchs, hatten wir nicht einmal einen Computer. Erst im Studium hatte ich einen eigenen und erste Erfahrungen online. Und erst seit der Schwangerschaft ist die Online-Welt und das Schreiben nach und nach auch ein wenig Beruf und Zuhause geworden. Mein Arbeitszimmer wie auch mein Wohnzimmer. Für mich persönlich hat diese neue Welt unglaubliche Freiheiten gebracht. Viel Ausgleich, Hobby, Austausch, Reflexion, aber auch finanzielle Freiheiten wie eine lange Elternzeit und ein ortsunabhängiges Leben weit weg von einem echten Büro und festen Arbeitszeiten.

Ich habe über diesen Weg schon einige wundervolle Menschen gefunden, die ich sonst im Leben vielleicht nie getroffen hätte. Menschen, die auf mich zukamen, weil sie vorher schon lesen konnte, dass ich ähnlich ticke. Und dazu gehören sowohl andere Blogger/innen (Grüße an dieser Stelle an Sassi, Julia, Nora, Florian, und viele andere!), wie auch einfach “nur” Leser/innen, die in meiner Nähe wohnten. Denn ob man will oder nicht, sobald ein Blog Kommentare ermöglicht oder Profile in den sozialen Medien hat, ist er immer auch ein wenig soziales Medium.

Für mich persönlich ist das Schreiben außerdem eine Art der persönlichen Weiterbildung und Aufarbeitung von Ereignissen. Ich habe die Möglichkeit, mich mit einfachsten Mitteln auszudrücken und eine Vielzahl an Menschen zu erreichen, denen genau das gefällt, was ich mache. Ich liebe das Schreiben, schon immer. Und schon immer konnte ich für das, wie und was ich schreibe, begeisterte Leser finden (an dieser Stelle einen Gruß an meinen Deutschlehrer von früher, den ich viel zu lange nicht besucht habe!). Es macht mir Spaß und ist noch viel mehr als ein Hobby. Für mich ist es auch Selbstverwirklichung.

Ich finde es einfach großartig, dass es all diese Möglichkeiten für uns gibt. Dass wir uns mit Menschen überall auf der Welt verknüpfen können, Bilder und Videos in sekundenschnelle verschicken, live mit Bild telefonieren, auch wenn wir tausende Kilometer entfernt sind. Dass ich alle Informationen, die ich brauche, unmittelbar zur Verfügung habe.

All das hat mir gefehlt die letzten 30 Tage. Und ich bin froh, wieder zurück zu sein!

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