Eisprung Schmerzen: So berichten Frauen vom Mittelschmerz


Als Mittelschmerz bezeichnet man Schmerzen die in etwa zwei Wochen nach der Menstruation auftreten können. Nur etwa jede vierte Frau ist davon betroffen. Häufig wird der Mittelschmerz mit dem Beginn der Periode oder allgemeinen Schmerzen in der Gebärmutter beziehungsweise der Blase in Verbindung gebracht. Erfahre in diesem Artikel mehr über die Ursachen, die Entstehung und die Behandlung des Mittelschmerzes.

Das Wichtigste zusammengefasst
  • Mittelschmerzen entstehen meistens in der Zyklusmitte
  • Symptome sind Schmerzen, Krämpfe und ein Ziehen im Unterbauch
  • Es gibt zahlreiche Möglichkeiten zur Behandlung
  • Oft ist schon nach ein paar Stunden Ruhe

Wann, wie und wo entsteht der Mittelschmerz?

Mittelschmerzen werden auch als Eisprungschmerzen oder im Fachjargon als Intermenstrualschmerzen bezeichnet. Das rührt daher, dass sie ziemlich genau in der Mitte des Zyklus auftreten.

Die Schmerzen selbst werden in den meisten Fällen als diffus und ausstrahlend beschrieben, aber meistens einseitig. Das kann daran liegen, dass während der Eisprungzeit immer nur ein Eierstock aktiv ist. Neben dem Unterbauch und den Seiten, spüren manche Frauen ein ziehendes bis stechendes Gefühl im unteren Rücken in der Nähe der Nieren. Jede Frau kann die Symptome also anders wahrnehmen.

Des Weiteren kann es passieren, dass sich die Schmerzen drei Monate hintereinander wie ein Ziehen anfühlen und im vierten Monat fühlst du überhaupt nichts. Das ist ganz normal und du musst dir keine Sorgen machen, weil es nicht regelmäßig zu Symptomen kommt.

Interessant ist die Tatsache, dass im Gegensatz zu seinem Namen der Eisprungschmerz nicht immer zur Zyklusmitte auftritt und daher nicht wirklich für die Schwangerschaftsplanung genutzt werden kann.

Warum kommt es überhaupt zu diesem Ovulationsschmerz?

Die Eizelle wächst im Körper der Frau im sogenannten Follikel heran. Diese Eizellen-Follikel-Einheit trennt sich zum Zeitpunkt des Eisprunges (Follikelsprung). Die Eizelle gelangt nach dem Platzen des Follikels in den Eileiter und kann dort von Spermienzellen befruchtet werden, bevor sie sich in der Gebärmutterwand einnistet.

Es ist zwar nicht eindeutig bewiesen, jedoch geht man heute davon aus, dass die Schmerzen durch eben diesen Eisprung und das damit einhergehende Austreten von Flüssigkeit in enger Verbindung stehen. Die freiwerdende Flüssigkeit soll unter anderem das Bauchfell reizen. Ebenso kann es in manchen Fällen zu einer Ovarialblutung kommen, welche sich als bräunlicher Ausfluss zeigt.

Ein weiterer Grund ist womöglich die Kontraktion der Eileiter. Diese ist notwendig um die Eizelle in Richtung Gebärmutter zu befördern.

Wie schon erwähnt, treten die besagten Schmerzen teilweise auch ohne besagtem Follikelsprung und Eileiterkontraktionen auf. Es sind also noch weitere Untersuchungen notwendig um die genaue Herkunft der Schmerzen ausfindig zu machen.

Wie können sich die Symptome zeigen?

  • Schmerzen in der Bauchgegend
  • Schmerzen in der Dammgegend
  • Schmerzen die in den unteren Rückenbereich ausstrahlen
  • Stechen oder Ziehen im Unterleib
  • Manchmal strahlen die Schmerzen in die Oberschenkel und Beine aus
  • Seltener Pieksen oder krampfartige Unterleibsschmerzen
  • Einseitige oder beidseitige Bauchscherzen
  • Diffuses Unwohlgefühl („Flau sein“) in der Bauchgegend
  • Ein Druckgefühl im Becken
  • Allgemeine Abgeschlagenheit und leichte Erschöpfbarkeit
  • Stimmungsschwankungen bis hin zu Pessimismus

Was kann ich gegen die auftretenden Schmerzen unternehmen?

Es empfiehlt sich, wie bei vielen anderen Krankheiten auch, nach einem Stufenkonzept vorzugehen. Damit stellst du sicher, dass du nicht übertrieben handelst und womöglich unnötig irgendwelche Medikamente zu dir nimmst, die du eigentlich gar nicht brauchst. Was hilft sind folgende Tipps. Probier sie der Reihe nach aus und merke dir jene, welche die größte Linderung gebracht haben:

Wärme

Wärme in Form einer Wärmeflasche oder von heißen Bädern lockert die Muskulatur auf und ist seit jeher für seine Krampflösende Wirkung bekannt. Wenn du dir eine Wärmflasche frisch zubereitest, leg am besten ein Geschirr- oder Handtuch zwischen deine Haut und die Flasche, um dich nicht zu verbrennen. Ein wohltuendes Bad kann natürlich mit beruhigenden Kräutern oder Düften ergänzt werden. Das fördert die Entspannung und lenkt ab. Seit geraumer Zeit gibt es gürtelförmige Wärmepflaster, die du direkt über der betroffenen stelle auf die Haut legen kannst.

Ätherische Öle

Ätherische Öle ins Badewasser zu träufeln, in einer Lampe zu verdampfen oder im Diffuser langsam verteilen zu lassen hat einen positiven Effekt auf unser Gemüt und beruhigt Körper und Geist. Manche Öle wie das Pfefferminzöl oder das Kamillenöl wirken sogar direkt entkrampfend und unterstützen die Wirkung der Wärme. Empfehlenswert sind 5-10 Tropfen ätherisches Öl für eine gefüllte Badewanne. Wenn du außerdem einen Esslöffel Sahne oder zwei Esslöffel Milch dazugibst, verteilt sich das Öl besonders gut und die Wirkung hält länger an. Ein positiver Nebeneffekt ist der glättende Effekt auf deine Haut.

Homöopathie

In der Homöopathie werden bevorzugt Belladonna- und Arnikaglobuli bei Schmerzen und krampfartigen Beschwerden gegeben, üblicherweise in den Potenzen D4-D12. Von den Schüsslersalzen kommt vor allem die Nummer 7, Magnesium phosphoricum, zum Einsatz.

Arzneitees

Offene oder abgepackte Tees aus der Apotheke bieten dir eine Reihe von Vorteilen. Sie werden auf Schadstoffe und Pestizide geprüft, unter kontrollierten Bedingungen angebaut und jede Charge muss eine ganz bestimmte Anzahl an Inhaltsstoffen aufweisen, um überhaupt verkauft werden zu dürfen. Du kannst dir also ganz sicher sein, etwas Gutes für deinen Körper zu tun. Empfehlenswert sind Kamillenblüten, Schafgarbenkraut, Pfefferminzblätter und Frauenmantelkraut.

Magnesium

Dieser Mineralstoff wird sehr gerne aufgrund seiner Muskel entkrampfenden Eigenschaften verwendet. Magnesium spielt im Körper eine essentielle Rolle bei über 600 Enzymen. Zusätzlich übt es seine Wirkung direkt an glatten Muskelzellen aus, indem es als Antagonist von Calcium wirkt und eine Überladung der Zelle mit Calcium verhindert. Dadurch wirkt es entspannend und entkrampfend. Bestenfalls kaufst du dir Magnesium als Magnesiumorotat, -glycinat oder –citrat, das kann vom Körper besser resorbiert und verwertet werden.

Spasmolytika

Das sind entkrampfende Medikamente, die sehr gut verträglich sind und kaum Nebenwirkungen haben. Man bekommt sie in der Apotheke zu kaufen und sie helfen insbesondere bei stärkeren, in Wellen auftretenden, krampfartigen Beschwerden.

Schmerzmittel

Hast du eher einen dauerhaften ziehenden Schmerz, ähnlich wie bei Schmerzen während der Periode, dann ist Ibuprofen besser geeignet als ein Spasmolytikum. Es wirkt zusätzlich entzündungshemmend, du solltest es aber nur nehmen wenn es wirklich notwendig ist und auch nur so kurz wie möglich. Auf Aspirin solltest du verzichten, weil sich dadurch die Blutgerinnungszeit verlängert.

Pille

Die Inhaltsstoffe der Pille unterdrücken die Ovulation im Körper und können bei ständig wiederkehrenden Mittelschmerzen helfen. Das solltest du aber auf jeden Fall mit deiner Frauenärztin besprechen und dich von ihr persönlich beraten lassen.

Wie lange dauert der Mittelschmerz normalerweise?

Das ist natürlich schwierig vorherzusagen. In der Regel kannst du aber von einigen Stunden bis zu 48 Stunden ausgehen. In seltenen Fällen wurde auch schon von tagelangen Eisprungschmerzen berichtet.

Manchmal kommt es vor, dass die Schmerzen gar nicht vom Eisprung selbst ausgelöst werden, sondern eine andere Ursache haben. Neben einer Blinddarmentzündung kommt eine Vielzahl unterschiedlicher Möglichkeiten in Betracht. Von einer ganz normalen Magen-Darm-Grippe angefangen, über eine Endometriose (Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut) bis hin zu einem aufsteigendem Harnwegsinfekt.

Um es dir leichter zu machen wann du zum Arzt gehen solltest, gibt es ein paar allgemeine Warnzeichen:

  • Fieber höher 38,5 Grad Celsius
  • Längere Übelkeit, Appetitlosigkeit und Erbrechen
  • Schmerzen starker und stärkster Intensität

Bei diesen drei Fällen solltest du lieber einmal öfter zum Frauenarzt oder Hausarzt deines Vertrauens gehen, als einmal zu wenig. Der Körper hat schließlich nicht umsonst Warnsignale wie Schmerz und Fieber, um dir zu zeigen, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Muss ich mir Sorgen machen wegen Mittelschmerzen?

Nein musst du nicht. Mittelschmerzen sind an und für sich absolut ungefährlich. Solltest du eine dieser vier Frauen sein, bei welcher die beschriebenen Symptome auftreten, dann ist der ganze Spuk meistens schon wieder vorbei, bevor du so richtig darüber nachgedacht hast, was du dagegen machen sollst.

Kann ich Mittelschmerzen zur Befruchtung der Eizelle nutzen?

Dafür gibt es eine ganz einfache Antwort: Nein, kannst du leider nicht. Wie bereits erwähnt können Mittelschmerzen beim Follikelsprung und an fruchtbaren Tagen auftreten, müssen es aber nicht zwingend. Es ist ebenfalls möglich, dass sie davor oder erst danach auftreten. Damit lässt sich also weder der fruchtbarste Tag im Monat bestimmen, noch der Zeitpunkt an welchen ungeschützter Geschlechtsverkehr am wahrscheinlichsten zu einer Schwangerschaft führt. Zudem solltest du in dieser Hinsicht berücksichtigen, dass Spermien bis zu fünf Tage im Eileiter überleben können. Wenn du jedoch planst schwanger zu werden und neben dem Mittelschmerz noch weitere Methoden, wie Basaltemperatur und Fruchtbarkeits-Apps verwendest, dann kann dir der Mittelschmerz zumindest einen weiteren Hinweis geben. Zu 100% sicher ist natürlich auch die Kombination all dieser Methoden nicht.

Fazit

Mittelschmerz tritt in etwa zwei Wochen nach der Periode auf und betrifft nur jede vierte Frau im gebärfähigen Alter. Man nimmt an, dass die Schmerzen durch den Follikelsprung ausgelöst werden und dadurch zu Symptomen wie Ziehen, Drücken und Krämpfen führen.

Allerdings tritt der Mittelschmerz nicht immer zur gleichen Zeit auf und kann sowohl vor dem Eisprung als auch nach dem Eisprung auftreten. Er ist in der Regel ungefährlich und selbstlimitierend. Es gibt eine große Zahl sanfter Methoden um die Symptome unter Kontrolle zu bekommen. Kommen Fieber oder sehr starke Schmerzen hinzu, ist es aber ratsam einen Arzt um Rat zu bitten.

Schlussendlich kannst du dich leider nicht darauf verlassen, dass Mittelschmerzen den fruchtbarsten Tag im Monat anzeigen. In Kombination mit anderen Methoden liefert er aber einen nützlichen Hinweis.

Quellen:

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.