Histaminintoleranz in der Schwangerschaft


Am Anfang meiner Schwangerschaft habe ich das erste Mal über meine Histaminintoleranz in der Schwangerschaft und die damit verbundene zu erwartende“Pause“ dieser Erkankung berichtet. Mittlerweile bin ich in der 38. Woche schwanger und möchte für alle, die neugierig sind, ob das tatsächlich funktioniert hat, kurz berichten.

Histaminintoleranz und Kinderwunsch

Wichtig ist vielleicht vorneweg zu erfahren, dass es enorm wichtig ist, wenn man schon vor der Schwangerschaft weiß, dass man histaminintolerant ist. Denn sonst besteht die große Gefahr, dass der Körper in einem solch frühem Stadium der Schwangerschaft durch einen Histaminüberschuss die Schwangerschaft vorzeitig abbrechen könnte. Damit es kein unerfüllter Kinderwunsch bleibt oder sogar zur Fehlgeburt kommt, sollte sich deshalb grade in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft gesund und vor allem histaminarm ernährt werden, um die Wahrscheinlichkeit des Schwangerschaftabbruchs nicht zusätzlich durch die Histaminintoleranz zu verstärken.

Histaminintoleranz und Schwangerschaft – die Theorie schaut gut aus

Schon vor meiner Schwangerschaft hatte ich gelesen, dass die Plazenta ab dem dritten Schwangerschaftsmonat zum Schutz des Babys ein vielfaches des normalen Diamoxidase-Spiegels (DAO) produzieren soll – Enzyme, die dann auch ins Blut der Mutter übergehen und dort das Histamin, das über den Darm ins Blut gelangt ist, abbauen. Der Grund dahinter ist so einfach wie genial. Histamine können nämlich unter Umständen den Uterus zu Kontraktionen führen. Im schlimmsten Fall kann damit eine vorzeitige Geburt ausgelöst werden. Damit aber genau dies nciht geschieht, steuert der Körper bzw. die Plazenta dagegen, in dem sie besonders viel DAO-Enzyme produziert. Die Symptome der Histaminintoleranz müssten sich dadurch in der Schwangerschaft erübrigen.

Nun ist das so eine Sache mit der Theorie und der Histaminintoleranz, das weiß jeder, der selbst betroffen ist. Ich bin dazu über gegangen, Dinge erst zu glauben, wenn sie sich bei mir bewahrheitet haben. Nach meinem ersten Artikel über Histaminintoleranz hat mich z.B. eine Leserin angeschrieben, ob das bei mir wirklich funktioniert hat, da sie ebenfalls am Anfang einer Schwangerschaft steht und hofft, dass an der Theorie was dran ist.

 

Histaminintoleranz in der Schwangerschaft – die Praxis

Ich war also anfangs sehr skeptisch. In den ersten Wochen, circa bis zur 11. Woche, fühlte ich mich wirklich miserabel. Die Symptome kannte ich aus Zeiten, in denen ich zu viel Histamin zu mir genommen hatte: Übelkeit, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Bauchkrämpfe. Nur das Ausmaß war viel schlimmer als ich es aus der letzten Zeit kannte. Also dachte ich mir: Auch schon egal, schlimmer kann es durch Histamin auch nicht werden und fing langsam an (viel konnte ich in dieser Zeit ohnehin nicht essen), zu essen, worauf ich Lust hatte.

Anfangs war ich noch vorsichtig. Die Gewohnheit vermutlich. Es fühlte sich wirklich seltsam an, plötzlich Pizza und Sandwiches und Tomaten und Avocados zu essen, wenn ich Lust darauf hatte. Die Gewohnheit, diese Lebensmittel als „schädlich“ zu betrachten, sitzt tief. Und mit ihr die Angst vor den Konsequenzen.


Zu meiner Überraschung kamen die Konsequenzen jedoch nur sehr selten und blieben schließlich ganz aus. Selbst wenn mein Körper nach einer histaminreichen Mahlzeit Symptome zeigte, waren diese binnen Stunden wieder abgeklungen – nicht wie sonst erst nach Tagen. Aber auch das war sehr selten und passiert mittlerweile nicht mehr. Es funktioniert also!

Die HIT macht Pause!

Durch die Schwangerschaft wird die Histaminintoleranz auf ein Minimum runtergefahren und macht es den Betroffenen wieder möglich, Lebensmittel zu verzehren, die vorher durch die Krankheit tabu waren!

Daosin in der Schwangerschaft

Besonders vor meiner Schwangerschaft, war Daosin mein ständiger Begleiter. In den Momenten, in denen mein Körper zu viel Histamin aufgebaut hat, half mir Daosin, das Histamin im Körper schneller abzubauen bzw. aufzubrechen.

Wie oben aber schon beschrieben übernimmt die Plazenta ungefähr ab dem dritten Monat der Schwangerschaft die Produktion der DAO-Enzyme. Dadurch ist die Einnahme von Daosin hinfällig geworden und absolut nicht notwendig in der Schwangerschaft. Ich kann also behaupten, dass ich während meiner bisherigen Schwangerschaft komplett auf Daosin verzichtet habe.

Alle Leser, ohne eine derartige Einschränkung können sich die Freude wahrscheinlich nur annähernd vorstellen – alle mit HIT werden genau verstehen, wovon ich rede. Sich nach all den Jahren plötzlich normal zu fühlen. In ein Restaurant zu gehen, ohne vorher zu checken, ob man überhaupt irgendwas essen kann. Von Freunden zum Essen eingeladen zu werden und nicht zu fragen, was es gibt. Sich nicht selbst einzureden, man habe gar keine Lust auf Burger oder richtiges Salatdressing. Zu Hause zu liegen und zu warten, bis es wieder besser wird. Für den eigenen Mann zu kochen, worauf immer wir beide Lust haben. Alleine dieses Gefühl macht all die Negativ-Seiten der Schwangerschaft vergessen. Diese Dinge weiß man erst zu schätzen, wenn man sie lange genug vermisst hat. So normal wie in der Schwangerschaft habe ich mich lange nicht gefühlt.

Und wenn auch der Rest von dem stimmt, was ich gelesen habe, dann kann es durchaus sein, dass die Symptome danach auch besser bleiben. Ich habe ja sogar die Hoffnung, dass mein Körper einfach „vergisst“, dass er jemals ein Problem hatte.

 



Alle Kommentare (2)

    Ein zustimmendes Hallo!
    Ich kann diese Erfahrung während der Schwangerschaft nur bestätigen. Meine HIT war ab dem zweiten Drittel bis zum Schluss wie aufgelöst, ich könnte fast alles essen, was ich wollte. Einen Monat nach der Entbindung sind die Symptome alle wieder zurück…Ich hatte schon irgendwie gehofft, sie würden nie wieder kommen.

    Damit wird die Einnahme von Enzyme also wieder nötig. Schade, die Schwangerschaft war sooo schön! 😉

    Oh, diesen Moment kenne ich. Ich hatte auch gehofft, dass mein Körper das einfach „vergisst“ und die Symptome nicht zurück kommen. Bei mir hat es 14 Monate gedauert (vielleicht wegen der Stillzeit, hast Du gestillt?), aber wenn man das erste Mal wieder diese altbekannten Symptome spürt, das ist ziemlich hart.

    Ich wünsche Dir, dass Du vielleicht einen anderen Weg findest, Deine Gesundheit dauerhaft zu verbessern. LMO (Leben mit Ohne) von Nora kennst Du bestimmt, oder? Vielleicht helfen Dir ihre Tipps auch weiter…

    Alles Liebe für Dich,
    Hanna

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