Unser Kleinkind ist 23 Monate alt


Wenn mich jemand fragt, wie alt mein Sohn ist, sage ich „fast zwei“. Schon seit einiger Zeit, dabei wird er erst Anfang Juli zwei Jahre alt. Heute ist er 23 Monate. Weil im Juli vermutlich viel los sein wird – das ist ja kurz nach unserem Umzug – will ich heute mal wieder festhalten, was der kleine Mensch schon so alles macht und kann.

Entwicklung: Unser Kleinkind mit 23 Monaten

Viele Mütter wundern sich, ob mit 23-24 Monaten mal wieder ein Entwicklungsschub kommt. Ich wundere mich eigentlich dauerhaft, weil unser Kleinkind nicht nur ein Dauerschub bezüglich seiner Entwicklung zu sein scheint, sondern auch sehr häufig „schwierige“ Phasen hat. Er hat einen sehr starken Willen, enormen Bewegungsdrang und ist immer noch sehr Mama-bezogen.

Körperliche Entwicklung mit 23 Monaten

Bei der U7, die wir letzten Monat hatten, hieß es, unser Kind sei jetzt genau der Durchschnitt, sowohl was Größe, als auch Gewicht anbetrifft. Konkret wiegt er etwa 12,5 kg und ist ca. 88 cm groß. Durchschnitt. Nachdem kurz nach der Geburt der Perzentillen-Rechner immer nur angezeigt hatte „> 99 %“. Trotzdem würde ich seinen Körperbau nach wie vor als kräftig bezeichnen.

Kein Wunder, denn er isst gut und gerne. Vor allem Mittags in der Kita oder wenn es irgendwas mit Kartoffeln oder Nudeln gibt, isst er unglaublich große Portionen. Dafür nimmt er manchmal abends oder morgens kaum etwas zu sich.

Am liebsten ist er in Bewegung. Er läuft schnell, klettert hoch, und fällt sportlich. Wenn er fällt oder sich stößt, weint er fast nie, wenn dann meist nur kurz. Sein Bewegungsdrang geht so weit, dass er mittlerweile sogar lieber im Buggy fährt, als getragen zu werden. Da kann man immerhin noch ein wenig mehr rumzappeln und selbst raus- und reinklettern.

Leider ist er immer noch ein Wenig-Schläfer. 9-10 Stunden reichen ihm nachts, auch wenn er phasenweise dann mal mehr schläft. Tagsüber macht er noch einen Mittagsschlaf, der ist zwischen 45 Minuten und 3 Stunden lang. Meistens eher Ersteres.

Kognitive Entwicklung

Unser Kind spricht. Und zwar so, dass wir häufig verstehen, was er meint. Natürlich sind die Wörter nicht immer ganz sauber, aber ich verstehe trotzdem fast alle. Manchmal erzählt er richtige Geschichten, die verstehe ich dann allerdings nicht, weil sie außer ein paar weniger Worte aus „dadada“ bestehen. Die „richtigen“ Sätze sind in der Regel Zweiwort-Sätze wie Wasser gesprungen, Oma Opa lieb oder Tamo Spielplatz. Manchmal baut er aber auch schon drei Wörter zusammen, z.B. Martin Spielplatz Hand. Komplizierte Wörter wie Polizist oder Schwimmbad kann er beim ersten Mal üben (fast) richtig nachsprechen. Er übt und fragt viel, auch wenn er die Wörter schon kann, möchte er sie gefühlt 100 weitere Male von mir hören. Dann zeigt er immer wieder auf den Käfer oder die Fliege im Buch und fragt „Das da?“. Und weil er so lieb fragt, wiederhole ich die Wörter halt 100 Mal.

Unser Sohn kann „meins“ aber nicht „ich“. Vor allem Handy und Brille sind Gegenstände, von denen er gerne behauptet, sie würden ihm gehören („Meine Bille!“ / „Meine Enni!“) und dann bitterlich weint, wenn wir ihm erklären, dass dem nicht so ist.

Er kann mittlerweile Farben meist richtig benennen und unterschieden. Ein langwieriger Prozess nach Monaten des Ratens. Meist war immer alles „blau! gün!“ und wir mussten dann die richtige Farbe sagen.

Er singt Lieder selbständig, wobei auch hier weite Teile durch „dadada“ ersetzt werden. Nach wie vor liebt er Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorad und Die Affen rasen durch den Wald. Diese Lieder werden mich in 20 Jahren noch in meinen Albträumen verfolgen!

Insgesamt aber wird es mit ihm einfach immer schöner und einfacher. Er kann sich jetzt immer länger alleine beschäftigen und ist viel längere Zeitspannen zufrieden und fröhlich. Auch wenn die Fröhlichkeit jetzt schneller ins Gegenteil umschlägt, als früher, habe doch das Gefühl, immer mal wieder tagsüber auch durchatmen zu können.

Kleinkind mit 22 Monaten

Er will viele Dinge jetzt selbst machen. Aus Flaschen trinken, ohne dass noch jemand anfasst zum Beispiel oder den Kinderwagen selbst schieben. Das ist irgendwie echt süß und wenn es klappt, sind alle beteiligten so stolz.

Und er hat immer genauere Vorstellung davon, wie Dinge sein sollen und ist SEHR wütend, wenn es nicht klappt – egal, ob er es vergeblich versucht, oder wir etwas verbieten. Sagt ganz oft Neinneinnein.

Ein Beispiel: Wir sind beim Arzt und dort gibt es eine Spielküche mit einem Stuhl. Er und ein älteres Mädchen möchten gleichzeitig auf dem Stuhl sitzen und an der Küche spielen. Es gibt Streit. Also stelle ich noch einen zweiten kleinen Hocker dazu und die beiden spielen friedlich. Zwei Wochen später kommen wir wieder dorthin. Stuhl und Küche sind leer, der Rubbelbatz setzt sich hin und spielt. Ein Mädchen, wieder älter, kommt und möchte mitspielen. Er sagt „Neinneinnein“, alle denken, er möchte sie nicht mitspielen lassen. Aber er holt den Hocker, stellt ihn dazu und die beiden spielen friedlich, bis wir dran sind. 

Sozialverhalten beim Kleinkind mit 23 Monaten

Sein Verhalten gegenüber anderen Kindern und Erwachsenen ist und war schon immer sehr offen und kontaktfreudig. Er hat keine Angst vor niemandem und freut sich über jeden Besuch. Richtig gefremdelt hat er nie.

In den letzten Monaten allerdings würde ich sein Verhalten gegenüber (gefühlt) kleineren Kindern aber wohlwollend als etwas ruppig beschreiben. Denn anscheinend ist es sehr spannend, zu sehen, wie alle Beteiligten reagieren, wenn er ein kleines Kind einfach umschubst oder ins Auge piekt oder sich auf ein krabbelndes Kind drauflegt. (Das macht er allerdings mit aller ihm möglichen Sorgfalt. Trotzdem fängt das unten liegende Kind in der Regel zu weinen an.) Das kann wirklich stressig sein, wenn wir mit ihm auf dem Spielplatz oder sonstwo in der Nähe kleinerer Kinder sind. Denn auch wenn sich dadurch nie ein Kind verletzt, sind wir trotzdem sehr darauf bedacht, ihm jedes Mal zu erklären, dass das nicht richtig ist und darauf zu achten, dass er es nicht ein zweites Mal versucht.

Gleichzeitig ist er aber auch wirklich lieb zu anderen Kindern jeden Alters. In der Kita gibt es ein vier Monate jüngeres Mädchen, mit der er sich regelmäßig in den Haaren hat, im wörtlichen Sinne. Sie ist zum Glück auch nicht zimperlich, sodass er mal sieht, dass Kinder sich auch wehren. Und während er sie hinterrücks schubst oder sie ihm das Gesicht zerkratzt, füttern die beiden sich im nächsten Moment am Essenstisch, umarmen sich einvernehmlich und er sagt „Bussi, bussi“. Wenn kleine Kinder weinen, kommt er und bringt Spielzeug oder die Flasche und tätschelt vorsichtig deren Kopf. Auch mit Neugeborenen ist er super vorsichtig.

Windelfrei und Sauberkeits-„Erziehung“

Immer wieder werde ich von anderen erstaunt gefragt, ob er schon auf Toilette / Töpfchen geht. Ich verkneife mir dann zu sagen „Ja, seit mehr als einem Jahr!“. Denn sauber oder trocken ist er deshalb noch lange nicht und wer unser Windelfrei-Thema nicht kennt, könnte das schnell missverstehen als verfrühtes Töpfchentraining.  Aber immerhin macht er seit vielen Monaten so gut wie gar kein großes Geschäft mehr in die Windel. Häufig sagt er an, dass er muss, genauso häufig kenne ich aber auch seinen Bio-Rhythmus und frage ihn, ob wir auf Toilette gehen wollen. Wenn er nicht möchte, ist das okay, aber eigentlich mag er das Prozedere ganz gerne. Manchmal fordert er auch die Toilette, obwohl gar nichts kommt. Einfach, weil er gerne da oben sitzt und sich dann immer jemand die Zeit nimmt, neben ihm zu sitzen.

Ich würde sogar sagen, er mag die Toilette etwas zu gern. Wenn wir nämlich auf Toilette wollen, steht er häufig ganz aufgebracht neben uns und will selbst „pullern“. Wenn wir dann nicht schnell Platz machen (und meistens geht das halt nicht so einfach), kullern die dicken Tränchen und er weint ganz herzzerreißend und ruft immer wieder „puuuuullern“! Sogar einen richtigen Pullern-Wutanfall mit auf den Boden werfen und allem, was dazu gehört, hatte ich schon.

Ob das jetzt Töpfchen-Training ist oder nicht, kann ich nicht sagen, ich habe mich nie mit der Thematik beschäftigt. Für uns ist es ein spielerischer und einfacher Weg, ihm zu zeigen, wo Ausscheidungen hingehören. Und er versteht es mehr und mehr. Auch wenn er seine Blase nur selten kontrollier (oder kontrollieren kann?). Ich denke, dass irgendwann der Zeitpunkt kommt, an dem er willentlich keine Windel mehr möchte und die Toilette benutzen. Ich habe schon oft gehört, dass Kinder dann sehr frustriert sind, wenn es nicht so richtig klappt. Das hoffe ich unserem Kleinen zu ersparen – denn das technische kann er schon, jetzt fehlt nur noch der Wille.



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