Die letzten Wochen in Berlin


Der Zeitpunkt rückt näher, die Zugtickets sind gebucht. Am 29. Juni um 6:30 Uhr verlassen wir Berlin. Wie es uns aktuell geht und wie warum der Stand der Planungen ist.

Abschied Feiern

Nachdem unsere Hochzeitsfeier für dieses Jahr – mal wieder – ins Wasser gefallen ist, hatten wir bereits komplett aufgegeben. Von verschiedenen Seiten kam aber der Wunsch bzw. Rat, doch zumindest eine kleine Feier zu veranstalten. Nachdem der erste Schock über den versuchten Betrug und die geplatzte Feier überwunden war, haben wir uns den Vorschlag meiner Eltern mal genauer angehört und uns schließlich dazu entschieden, doch zu feiern. Keine eigene Hochzeitszeremonie mit freier Trauung und all dem Drumherum. Stattdessen wollten wir mit mehr als zwei Jahren Verzögerung unsere standesamtliche Trauung nachfeiern. Damals war ich ja schwanger und wir hatten keine richtige Party veranstaltet.

Also setzten wir im August einen Termin in Bayern bei meinen Eltern fest. Dort soll es eine Gartenparty geben mit allen Verwandten und Freunden, die Lust haben, dort mit uns zu feiern. Anfang Juni wollen wir hier in Berlin feiern. Und zwar so, wie es sich für Berlin gehört: mit nachmittäglichem Picknick im Park und einer ausgiebigen Feier-Nacht. Meine Eltern haben sich bereit erklärt, schon einige Tage vorher zu uns zu kommen und dann in dieser Nacht (und dem darauffolgenden Vormittag) auf unser Kind aufzupassen. Das erste Mal übrigens, dass er ohne Mama und Papa schlafen wird.

Ich für meinen Teil freue mich einfach unglaublich darauf. Ich weiß noch, wie frustriert oft war, genau diese Nächte mit meinem Mann nicht mehr erleben zu können. Schließlich hatten wir nur einige Monate in Berlin, bis ich schwanger wurde. Eine Club-Nacht ist für mich damit ein perfekter Abschied von dieser wunderbaren Stadt.

Der Juni

Im Juni sind sowohl ich, als auch mein Mann größtenteils zu Hause. Der Mai ist mein letzter Monat im Coworking Space „Coworking Toddler“. Um für den Rubbelbatz noch etwas Routine zu bewahren, wird er allerdings weiter zur Kita gehen. Das gibt uns auch viel Zeit, letzte Sachen loszuwerden, zu ordnen und zu packen. Gefühlt wird das für uns ein Übergangsmonat, in dem wir uns langsam von unserer Wahlheimat Berlin verabschieden müssen. Ich verbinde mit diesem Ort so viel, es ist so viel passiert in den drei Jahren, die wir dann hier gelebt haben. Nicht nur, weil wir ein Kind haben, auch für unsere Beziehung und beruflich hat sich so viel zum Positiven verändert.

Trotzdem zieht es uns weiter und wir wollen noch mehr sehen von dieser Welt, noch mehr erleben. Erst einmal das Leben als Großfamilie – für meinen Mann eine ganz neue Erfahrung, danach als Weltenbummler-Familie.

Der Rest des Jahres

Wenn meine Eltern nach der Party im Juni aus Berlin zurückfahren, nehmen sie gleich den Großteil unserer Sachen mit. Dafür, dass das gar nicht so viel ist und vermutlich in ein großes Auto passt, haben wir in den letzten Monaten gesorgt. Unsere Möbel werden alle in der Wohnung bleiben, die wir erst einmal behalten und untervermieten werden. Günstigerweise an meinen Bruder. So hat mein Mann auch noch ein Zuhause, wenn er hin und wieder noch aus beruflichen Gründen nach Berlin kommt. Mit seinem Arbeitgeber hat er sich nämlich nun doch auf eine weitere Zusammenarbeit bis zum Jahresende geeinigt. Allerdings nicht wie bisher als Festangestellter vor Ort, sodass er den Großteil seiner Arbeit von Bayern aus erledigen kann.

Das heißt, wochenweise müssen wir noch auf den Papa verzichten die nächsten Monate. Denn der Rubbelbatz und ich werden mindestens bis Weihnachten in Bayern bleiben. Und wenn der Papa nicht da ist, haben wir dort Opa, Oma und viele andere Familienmitglieder und Freunde in der Nähe. Und natürlich die Möglichkeit, den ganzen Sommer viel draußen zu sein, Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten zu ernten und viel gemeinsame Zeit zu verbringen. Warum diese Zeit bei meinen Eltern so viele Vorteile hat, habe ich ja bereits beschrieben.

Die Reise beginnt…wann?

Oft werde ich in der letzten Zeit gefragt, ob wir denn nun schon genau wissen, wann wir los wollen und wohin. Nein, das wissen wir nicht. Also nicht genau. Denn wohin wir als erstes wollen, hängt davon ab, wann wir los wollen. Und wann wir los wollen, hängt davon ab, wie sich die Situation für alle Beteiligten entwickelt – das lässt sich also jetzt noch nicht sagen. Denn für uns alle ist es ein Experiment, gemeinsam mit meinen Eltern in deren Haus zu wohnen. Natürlich freuen wir uns sehr darauf, aber ich bin auch realistisch genug, um zumindest in Betracht zu ziehen, dass es auf Dauer für irgendjemanden zur Belastung werden könnte.

Wenn dem so ist, reisen wir gleich kurz nach Weihnachten los. Dann wäre wohl Indien die beste Anlaufstelle, denn dort ist dann ideales Reisewetter und die beste Temperatur. Außerdem ist es nach Indien nicht ganz so weit zu fliegen. Und früher oder später wollen wir dort auf jeden Fall hin, immerhin ist der Rubbelbatz zu einem Viertel indisch.

Wenn wir erst gegen März 2018 loslegen, würden wir wohl auf Bali landen. Das ist zwar weiter zu fliegen, aber dafür touristisch sehr erschlossen, da wäre der Kulturschock nicht ganz so groß. Außerdem ist Bali quasi malariafrei und ein Eldorado für Digitale Nomaden. Hier würden wir sicherlich schnell Anschluss finden und dorthin wird es uns über kurz oder lang ohnehin verschlagen.

Sobald wir auf Bali sind, werden wir wahrscheinlich erst einmal eine Weile dort bleiben. Um uns zu akklimatisieren und an die neue Lebenssituation aus dem Koffer zu gewöhnen. Wann und ob und wohin es uns danach weiterzieht lassen wir genauso offen wie momentan: Es gibt ein paar Möglichkeiten, z.B. Thailand und Sri Lanka, aber wir entscheiden das dann, wenn es so weit ist.

 



Alle Kommentare (2)

    Das klingt nach einem total guten Plan, wenn halt auch nichts ganz fest steht. Aber Spontanität ist in dem Fall bestimmt hilfreich.

    Wir feiern dieses Jahr auch unsere Hochzeit nach, ebenfalls im Rahmen einer Gartenfeier bei der Familie 🙂

Sag uns, was Du dazu denkst

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.