Kindsbewegungen: Ab wann sind sie spürbar (für Vater)?

Kindsbewegungen zu stark

Kindsbewegungen sind für alle Eltern ein aufregendes Ereignis. Wie ich feststellen musste, gehen hier Praxis und Theorie weit auseinander:

Ab wann sind erste Kindsbewegungen spürbar? – Die Theorie

Scheinbar gibt es laut Olivia von hebammenwissen.info gezielte Möglichkeiten, die ersten Kindsbewegungen zu stimulieren und früher wahrzunehmen. Probiert doch gerne einmal ihre Vorschläge aus. Ich hab sie anfangs befolgt und wurde auch recht schnell mit Tritten belohnt:

Wie kann ich erste Kindsbewegungen spüren und wahrnehmen?

  • Lege dich auf den Rücken
  • Suche den höchsten Punkt deiner Gebärmutter und lege deine Hand dann darunter
  • Bist du unsicher über den Höhenstand deiner Gebärmutter, lege deine Hand etwa zwischen Schambein und Bauchnabel. (Eher Richtung Schambein).
  • Lasse deine Hand flach und entspannt liegen
  • Lasse deinen Atem ganz normal fließen, kein Luftanhalten
  • Bleibe neugierig, aber sei nicht fordernd oder erwartend
  • Nehme einfach wahr, was du gerade in diesem Moment spürst – oder auch nicht spürst, ohne es zu bewerten.
  • Geduld, Geduld, Geduld
  • Es ist nicht ungewöhnlich, wenn es nicht beim ersten Mal klappt. Vielleicht schläft dein Baby auch gerade.
  • Wiederhole die Kontaktaufnahme von nun an täglich
  • Vielleicht bemerkst du, nachdem du die ersten Kindsbewegungen bereits gespürt hast, dass dein Baby von Mal zu Mal schneller auf deine Hand reagiert und sich regelrecht freut, wenn eure Kuschelzeit kommt.

Egal, welches Buch oder welche Ratgeber-Seite ich aufrufe, alle haben ein klares Credo: Mütter, die die erste Schwangerschaft durchleben, spüren erste, ganz sanfte Kindsbewegungen erst ab der 20. bis 22. Schwangerschaftswoche. Bis man die Bewegungen auch von außen sehen kann, dauert es noch weitaus länger, nämlich circa bis zur 25. SSW. Auch der werdende Vater muss angeblich fast so lange warten, bis er die Kindsbewegungen des Nachwuchses spüren kann. Auch, so sagen die Bücher, bewegt sich das Baby nur ein paar Stunden am Tag. Die meiste Zeit schläft es. Vor allem in ruhigen Zeiten, also wenn wir liegen oder schlafen, sei für den Nachwuchs seine Zeit gekommen. In den Tagesstunden schaukeln ihn unsere Bewegungen in den Schlaf.


Ab wann sind Kindsbewegungen auch für den Vater spürbar?

Da hat es mich doch sehr verwundert, als ich vor mehr als 3 Wochen bereits die ersten Bewegungen spüren konnte – und nur eine Woche später auch mein Verlobter. Zunächst war ich gar nicht sicher, ob ich mich nicht vielleicht täusche und tatsächlich Verdauungsbewegungen fehlinterpretiere. Aber mittlerweile weiß ich: das waren die ersten Kindsbewegungen meines kleinen Würmchens!

Seitdem turnt und kickt der Kleine, als wenn es kein Morgen gäbe. Und zwar nicht nur manchmal, sondern eigentlich immer. Selbst wenn ich den kleinen Mann nicht spüren kann, reicht es eigentlich, die flache Hand gegen den Unterbauch zu drücken – schon sind die Kindsbewegungen wieder spürbar. Für meinen Verlobten bedeutet das: wann immer er möchte, kann er „Körperkontakt“ zu seinem Nachwuchs aufnehmen. Gestern hat er sein Ohr an die Bauchdecke gelegt, um zu testen, ob man die Bewegungen des Kindes auch hören kann – und hat prompt einen richtig starken Rempler bekommen. Heute wollte er den kleinen Randalierer mit ein paar Küsschen auf den Bauch begrüßen – um gleich eins auf die Nase zu bekommen!

Bei der Frequenz und Intensität der Kindsbewegungen in meinem schwangeren Bauch habe ich in den letzten Tagen tatsächlich angefangen, mir Gedanken zu machen. Ist das noch normal? Kann es auf irgendeine Fehlentwicklung oder Krankheit hinweisen? Also habe ich mich auf die Suche nach werdenden Müttern mit ähnlichen Fragen gemacht – und jede Menge gefunden. Vor allem gibt es Tipps, ab wann man ich Sorgen machen kann, wenn das Kind sich nicht  oder nicht mehr bewegt. Aber keinen einzigen Hinweis darauf, dass irgendetwas bei mir nicht in Ordnung sein könnte, nur weil die Kindsbewegungen mir zu stark vorkommen. Im Gegenteil: es gibt viele Frauen, denen es so ergeht – und bei allen sagen die ärztlichen Untersuchungen, dass alles normal ist. Ein „zu viel“ an Kindsbewegungen gibt es also wohl nicht. Wäre auch irgendwie unlogisch. Es ist wohl einfach so, dass auch in dieser Beziehung jede Frau und jede Schwangerschaft anders verläuft. Jedes Baby bewegt sich unterschiedlich viel, und vor allem spürt jede Frau es unterschiedlich stark. Das kann auch von der Lage der Plazenta abhängen – ich habe mit einer Hinterwandplazenta „Glück“ und kann wahrscheinlich auch deshalb alles so gut spüren. Und natürlich, weil mein Kleiner bereits für Olympia trainiert…


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3 Kommentare zu „Kindsbewegungen: Ab wann sind sie spürbar (für Vater)?“

  1. Kindsbewegungen spürte ich trotz vorwandplazenta sehr deutlich und täglich ab der 20. Ssw. Auch von außen waren die beulen zu sehen. Meine kleine maus war sehr aktiv bis 2 tage vor der geburt. Also alles normal bei dir. Genieß das „rumturnen“ deines zwerges.

  2. Es ist echt schlimm, worüber man sich plötzlich Gedanken macht- ein zu wenig ist nix, ein zu viel auch nicht…aber woher soll man das auch alles wissen in der 1. Schwangerschaft? Gerade wenn es ja ach so tolle Normwerte gibt, die besagen ab da und da *sollte* man xy spüren, in Schwangerschaftswoche z *muss* das Baby so und so groß sein etc.
    Wahrscheinlich sind diese Sorgen einfach schon die Vorbereitung für die nächsten Jahre mit Kind- so kann man gleich zu Beginn lernen, alles etwas gelassener zu sehen =) Ich muss da allerdings noch üben…
    LG

  3. Ich finde nicht, dass man es pauschal sagen kann, dass eine Frau frühestens ab der 20 Woche das Baby spürt. Ich habe meine erste Tochter in der 15. Woche das erste Mal gespürt und das mehrmals täglich und jetzt in meiner zweiten Schwangerschaft bereits in der 14. Woche täglich. Auch meine Geburtshebamme hat den kleinen Mann bereits in der 16. Woche gespürt. Man muss dazu sagen, das ich ein sehr feinfühliger Mensch und hochsensibel bin.
    Was nicht heißt das meine Tochter nach der Geburt sehr aktiv war. Sie hatte bereits im Bauch immer ihre festen Strampelzeiten und auch jetzt mein Bauchbaby. Ich konnte die Uhr danach stellen, wann sie oder er strampelt. Auch nach der Geburt hatte sie genau zu diesen Zeiten bei mir getrunken und auch nachts bereits ab Tag der Geburt 8 Std durchgeschlafen, sie war auch im Bauch nachts immer ruhig.
    Also nur weil ich sie sehr früh in meinem Bauch gespürt habe, kann man nicht sagen, das das Kind dann nach der Geburt auch aktiver ist. Sie ist ein sehr ruhiger, ausgeglichener kleiner Mensch 🙂
    Achja und ich bin ja der Überzeugung, das die Kinder jeglichen Stress und Hektik in der SS mitbekommen und evtl auch deshalb nach der Geburt sehr unruhig oder auch gestresst sind.

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